Bitte warten
Bitte installieren Sie den Flash Player, wenn kein E-Book erscheint.
Doktorarbeit / Dissertation, 2009, 147 Seiten
Autor: M.Sc. Social Work Sven Günther
Fach: Medizin
Details
Tags: Konzentrationstraining, Entspannungsverfahren, Vorschulalter, ADHS, ADS, Konzentrationsstörung, atopische Erkrankung, kognitive Verhaltenstherapie, Effektivität, Psychotherapie, Atopie, Verhaltenstherapie, Asthma, Neurodermitis, Kapitän Nemo Geschichten, PMR, Schlafstörung, Diagnostik, Intelligenz, Konzentration, Aufmerksamkeit, Entwicklungsstörung, Störung der Motorik, Störung des Sprechens und der Sprache, Verhaltensstörung, Störung des Sozialverhaltens, unterdurchschnittliche Intelligenz, CBCL, VBV, KBB, KHV-VK, K-ABC, HAWIK, Selbstinstruktionstraining, Trainingseffekte, sozio-ökonomischer Status, kognitive Impulsivität, Arbeitsstil, psychosoziale Anpassung, sozial-emotionale Kompetenzen, MFF Test, Kagan
Jahr: 2009
Seiten: 147
Note: 1,3
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-640-36541-8
ISBN (Buch): 978-3-640-36511-1
Andere Nutzer haben sich auch für folgende Titel interessiert:
Zusammenfassung / Abstract
In der Studie wurde die Effektivität des kognitiv-verhaltenstherapeutisch orientierte Konzentrationstrainings-Programm (KTP) für Vorschulkinder nach Christine Ettrich in Verbindung mit kindadaptierten Formen imaginativer und sensorischer Entspannungstechniken in der Behandlung von Konzentrationsstörungen unterschiedlicher Genese sowie deren Begleitsymptomen untersucht. An der klinischen Studie nahmen 41 konzentrationsauffälligen Vorschulkindern im Alter von 4,6 bis 7,3 Jahren teil. Bei 24 Kindern bestand eine komorbide atopische Erkrankung. Zur Verlaufsuntersuchung kamen das KHV-VK, der MFF 20 und altersabhängig bei Kindern bis 5,11 Jahre die K-ABC und ab 6 Jahre der HAWIK-R zur Anwendung. Außerdem wurden im Rahmen von Prä- und Post-Tests die Fragebogenverfahren VBV-EL 3-6 und CBCL/4-18 sowie der Fragebogen zum Hyperkinetischen Syndrom eingesetzt. Mit Hilfe des KBB wurde einmalig eine globale Einschätzung des Entwicklungsstatus für jedes Kind von der individuellen Kindertageseinrichtung erfragt. Durch die Applikation des Trainingsprogramms konnten die Kinder dieser Studie einen systematischeren und gründlicheren Arbeitsstil ausbilden und kognitive Impulsivität abbauen. Das Training steigerte die konzentrative Leistungsfähigkeit der Kinder sehr signifikant und die Intelligenztestleistung hoch signifikant. Es wurde jedoch nicht nur eine Veränderung des Arbeitsstils von mehr impulsiver Arbeitsweise zu reflexiven Problemlösestrategien erreicht, sondern auch die psychosoziale Anpassung und die sozial-emotionalen Kompetenzen der Kinder konnten signifikant verbessert werden. In der Auswertung der Ergebnisse wurde weiterhin sichtbar, dass die ambulant trainierten Kinder größere Trainingseffekte im Erwerb eines reflexiv-kognitiven Arbeitsstils erzielten. Durch die Untersuchungsergebnisse wurde die Anwendbarkeit von kognitiven Techniken im Vorschulalter sowie der Transfer der Selbstinstruktionen in den Alltag bei Kindern nachgewiesen. Ein kausaler Zusammenhang zwischen einer atopischen Erkrankung und einer ADHS wurde in dieser Studie nicht gefunden. Jedoch konnte eine direkte Assoziation zwischen Auffälligkeiten in der Konzentrationsfähigkeit, Hyperaktivität sowie expansivem Problemverhalten bei Kindern und einer Schlafstörung, welche unter anderem durch eine atopische Erkrankung ausgelöst oder verstärkt wird, festgestellt werden.
Textauszug (computergeneriert)
Applikation eines Trainingsprogramms an
konzentrationsauffälligen Vorschulkindern in Verbindung mit
imaginativen und sensorischen Entspannungstechniken
Dissertation
zur Erlangung des akademischen Grades
doctor rerum medicinae (Dr. rer. med.)
an der Medizinischen Fakultät
der Universität Leipzig
eingereicht von:
Sven Günther M.Sc. Social Work, Dipl. Soz.päd./Soz.arb. PgC Applied
Social Studies
angefertigt an der Universität Leipzig, Medizinische Fakultät,
Klinik und Poliklinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik
des
Kindes- und Jugendalters
Für Susi und Hannah
Meine größte Leistung war, dass ich meine Frau zu überreden wusste, mich zu heiraten. Es
wäre für mich unmöglich gewesen, durch all das hindurchzukommen, was ich durchgemacht
habe, ohne ihren Mut und ohne ihre Hilfe.
Winston Spencer Churchill (1874-1965)
Danksagung
An dieser Stelle möchte ich allen meinen Dank aussprechen, die mich bei dieser Arbeit
unterstützt haben.
Zunächst möchte ich allen untersuchten Kindern und deren Eltern für die Bereitschaft zur
Teilnahme und die Mitarbeit danken. Konzentrationsauffälligen Kindern fällt das Durchhalten
über mehrere Wochen bzw. Monate nicht immer leicht. Vielen Dank, dass ihr trotzdem nicht
aufgegeben habt.
Ein großer Dank geht für die geduldige und unkomplizierte Betreuung dieser Arbeit an Frau
Prof. Dr. med. habil. Christine Ettrich, die mich in meinem Bestreben unterstützt hat, das
praktische Feld der Therapie von Konzentrationsstörungen wissenschaftlich zu beforschen.
Sie gab mir wertvolle Denkanstösse und unsere Diskussionen haben mich immer wieder
motiviert auch in schwierigen Zeiten durchzuhalten.
Herzlich danken möchte ich auch Herrn Prof. Dr. phil. habil. Klaus Udo Ettrich für seine
Hinweise bei der statistischen Auswertung meiner Daten und seine wertvollen methodischen
Anregungen, welche nicht nur die Lesbarkeit der Ergebnisse verbesserten.
Gedankt sei der Psychologiestudentin und Diplomandin Andrea Köhler, die im stationären
Setting die Trainingsgruppen sowie die diagnostischen Untersuchungen mit mir durchführte
und mich bei der statistischen Auswertung unterstützte. Nur durch ihre Hilfe konnte diese
Arbeit in diesem Umfang geleistet werden.
Danke an meine ärztlichen Kolleginnen und Kollegen der Kinder-Reha-Klinik ,,Am
Nicolausholz" Bad Kösen für die freundliche und kooperative Unterstützung bei der
Durchführung dieser Studie.
Vielen Dank auch an Ian Brodie von der Glasgow Caledonian University und an Prof. Dr.
phil. Thomas Fabian, die in mir die Lust an der wissenschaftlichen Arbeit weckten.
Mein besonderer Dank gilt meiner Frau und Tochter sowie meinen Freunden, die mich
liebevoll unterstützten und immer wieder Verständnis zeigten.
Sven Günther
Leipzig, Januar 2009
Bibliographische Beschreibung
Günther, Sven
Applikation eines Trainingsprogramms an konzentrationsauffälligen Vorschulkindern in
Verbindung mit imaginativen und sensorischen Entspannungstechniken
Universität Leipzig, Dissertation
138 S., 179 Lit., 24 Abb., 27 Tab., 2 Anlagen
Schlüsselwörter:
Konzentrationstraining, Entspannungsverfahren, Vorschulalter, ADHS, ADS,
Konzentrationsstörung, atopische Erkrankung, kognitive Verhaltenstherapie, Effektivität
In der Studie wurde die Effektivität des kognitiv-verhaltenstherapeutisch orientierte
Konzentrationstrainings-Programm (KTP) für Vorschulkinder nach Christine Ettrich in
Verbindung mit kindadaptierten Formen imaginativer und sensorischer
Entspannungstechniken in der Behandlung von Konzentrationsstörungen unterschiedlicher
Genese sowie deren Begleitsymptomen untersucht. An der klinischen Studie nahmen 41
konzentrationsauffälligen Vorschulkindern im Alter von 4,6 bis 7,3 Jahren teil. Von den
teilnehmenden Kindern wurden 10 Kinder (24,4%) im ambulanten und 31 Kinder (75,6%) im
stationären Setting trainiert. Weiterhin bestand bei 24 Kindern eine komorbide atopische
Erkrankung. Zur Verlaufsuntersuchung kamen das Konzentrations-Handlungsverfahren für
Vorschulkinder (KHV-VK), der Matching-Familiar-Figures-Test 20 (MFF 20) und
altersabhängig bei Kindern bis 5,11 Jahre die Kaufman Assessment Battery for Children,
Deutsche Version (K-ABC) und ab 6 Jahre der Hamburg-Wechsler-Intelligenztest für Kinder,
Revision (HAWIK-R) zur Anwendung. Außerdem wurden im Rahmen von Prä- und Post-
Tests die Fragebogenverfahren Verhaltensbeurteilungsbogen für Vorschulkinder-
Elternfragebogen 3-6 (VBV-EL 3-6), Child Behavior Checklist (CBCL/4-18) und der
Fragebogen zum Hyperkinetischen Syndrom (HKS) eingesetzt. Mit Hilfe des
Kinderbeobachtungsbogen (KBB) wurde einmalig eine globale Einschätzung des
Entwicklungsstatus für jedes Kind von der individuellen Kindertageseinrichtung erfragt.
Durch die Applikation des Trainingsprogramms konnten die Kinder dieser Studie einen
systematischeren und gründlicheren Arbeitsstil ausbilden und kognitive Impulsivität abbauen.
Das Training steigerte die konzentrative Leistungsfähigkeit der Kinder sehr signifikant und
die Intelligenztestleistung hoch signifikant. Es wurde jedoch nicht nur eine Veränderung des
Arbeitsstils von mehr impulsiver Arbeitsweise zu reflexiven Problemlösestrategien erreicht,
sondern auch die psychosoziale Anpassung und die sozial-emotionalen Kompetenzen der
Kinder konnten signifikant verbessert werden. In der Auswertung der Ergebnisse wurde
weiterhin sichtbar, dass die ambulant trainierten Kinder größere Trainingseffekte im Erwerb
eines reflexiv-kognitiven Arbeitsstils erzielten. Durch die Untersuchungsergebnisse wurde die
Anwendbarkeit von kognitiven Techniken im Vorschulalter sowie der Transfer der
Selbstinstruktionen in den Alltag bei Kindern nachgewiesen. Ein kausaler Zusammenhang
zwischen einer atopischen Erkrankung und einer ADHS wurde in dieser Studie nicht
gefunden. Jedoch konnte eine direkte Assoziation zwischen Auffälligkeiten in der
Konzentrationsfähigkeit, Hyperaktivität sowie expansivem Problemverhalten bei Kindern und
einer Schlafstörung, welche unter anderem durch eine atopische Erkrankung ausgelöst oder
verstärkt wird, festgestellt werden. Hierzu sollten weitere Untersuchungen erfolgen.
Vorwort
Kinder- und jugendpsychiatrische Störungsbilder sind bei unserer heranwachsenden
Generation leider im Zunehmen begriffen. Wesentliche Auffälligkeiten, die sich bereits im
frühen Kindesalter ausprägen, sind Störungen der Konzentrationsfähigkeit und des
Verhaltens. Erstere können isoliert auftreten, noch häufiger aber sind sie Symptom bzw. sogar
Leitsymptom vieler unterschiedlicher Störungsbilder. Sie können darüber hinaus die
Schulbewährung eines Kindes erheblich behindern. Deshalb liegt viel an einer frühzeitigen
Diagnostik und einer gezielten Therapie dieser Störungen, möglichst noch vor der
Einschulung.
Da in ,,Expertenkreisen" auch heute noch behauptet wird, Kinder im Vorschulalter seinen
einer verhaltenstherapeutischen Einflussnahme mit Hilfe kognitiver Methoden nicht
zugänglich, wird immer häufiger und immer früher das Heil in der Gabe von Medikamenten
gesucht.
Der Autor des vorliegenden Bandes hat sich dieser Problematik angenommen und ein für das
Vorschulalter erarbeitetes Konzentrationstrainings-Programm im klinischen und ambulanten
Alltag bei konzentrationsgestörten Vorschulkindern angewendet. Er hat es mit imaginativen
und sensorischen Entspannungselementen kombiniert und die Wirksamkeit bei Patienten
verschiedener Störungsbilder, die eine Konzentrationsproblematik einschlossen, untersucht.
Die Publikation liefert zum einen klare Aussagen über das kognitive, emotionale und soziale
Entwicklungsgeschehen bei Vorschulkindern unter besonderer Berücksichtigung der
Schulfähigkeit und zum anderen eine differenzierte Auseinandersetzung mit den Begriffen
Aufmerksamkeit, Konzentration und Konzentrationsstörung sowie einen zusammenfassenden
Überblick über Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störungen (ADHS). Es werden die
Symptomatik dieser Störungen ebenso wie ihre vielfältigen Komorbiditäten und ihre
diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten referiert, nicht ohne die klinische Entität
des Störungsbildes in seiner gegenwärtig vertretenen Form kritisch zu hinterfragen.
Der Autor kann in den Ergebnissen seiner Untersuchung darauf verweisen, dass im
Gegensatz zur bisherigen Lehrmeinung - kognitive Interventionsmethoden bei entsprechend
kindgerechter Applikation durchaus auch im Vorschulalter eine statistisch nachweisbare
Effektivität besitzen, indem die trainierten Kinder einen systematischeren und gründlicheren
Arbeitsstil ausbilden und Impulsivität abbauen. Dies trägt letztlich zur besseren Ausnutzung
kognitiver Reserven bei. Die Arbeit kann darüber hinaus den Transfer von Selbstinstruktionen
in den Alltag belegen, was auch einen positiven Effekt auf das Sozialverhalten der Kinder
ausübt.
Die vorliegende Studie zeigt, dass das eingesetzte Training zur Therapie von
Konzentrationsstörungen unterschiedlicher Genese im Vorschulalter sehr gut geeignet ist und
damit eine in jeder Hinsicht effiziente Alternative zur medikamentösen Therapie darstellt.
Ich wünsche dem Band viele interessierte Leser.
Leipzig, im Juni 2009
Prof. Dr. med. habil. C. Ettrich
Inhaltsverzeichnis
Seite
1
Einleitung
1
2 Der Entwicklungsstand des Vorschulkinds und die Schulfähigkeit
5
3 Konzentration und Konzentrationsstörung
13
3.1 Begriffsklärung Aufmerksamkeit und Konzentration
13
3.2 Was versteht man unter Konzentrationsstörung? 14
3.3
Ursachen
von
Konzentrationsstörungen
16
3.3.1 Hirnorganische und hirnphysiologische
Konzepte
16
3.3.2
Genetische
Ursachen
17
3.3.3
Allergologische
Ursachen
18
3.3.4
Neuropsychologische
Modelle
19
3.3.5
Neurotische
Leistungshemmungen
20
3.3.6
Psychosoziale
Faktoren
20
3.4
Zusammenfassung
und
Prognose
21
4 Konzentration und die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS)
24
4.1
Symptomatik
der
ADHS
24
4.2
Ätiologie
der
ADHS
27
4.3
Diagnostik
der
ADHS
29
4.4 Therapeutische Möglichkeiten der ADHS
32
4.5
Verlauf
und
Prognose
34
5 Therapie von Konzentrationsstörungen im Vorschulalter
37
5.1
Elterntraining
37
5.1.1 Therapieprogramm für Kinder mit hyperkinetischem und
oppositionellem Problemverhalten (THOP)
38
5.1.2 Präventionsprogramm für Expansives Problemverhalten (PEP)
39
5.2
Konzentrationstraining
40
5.2.1 Konzentrationstrainings-Programm (KTP) für Vorschulkinder
41
5.2.2 Marburger Konzentrationstraining (MKT) für Kindergarten-
und Vorschulkinder
43
5.3
Entspannungsverfahren
43
5.4
Medikamentöse
Behandlung
49
6
Hypothesen
54
7
Untersuchungsmethodik
55
7.1
Stichprobencharakteristik
55
7.2
Diagnostische
Methoden
62
7.2.1 Kaufman Assessment Battery for Children, Deutsche Version
(K-ABC) nach KAUFMAN Dt. Bearbeitung von MELCHERS
und PREUSS [2001]
63
7.2.2 Hamburg-Wechsler-Intelligenztest für Kinder, Revision
(HAWIK-R) nach TEWES [1993]
65
7.2.3 Kinderbeobachtungsbogen (KBB) nach ETTRICH [1985]
67
7.2.4 Konzentrations-Handlungsverfahren für Vorschulkinder
(KHV-VK) nach ETTRICH & ETTRICH [2005]
68
7.2.5 Matching-Familiar-Figures-Test 20 (MFF 20) nach
KAGAN [1968]
69
7.2.6 Fragebogen zum Hyperkinetischen Syndrom (HKS) nach
KLEIN [1993]
70
7.2.7 Child Behavior Checklist (CBCL/4-18) nach DÖPFNER,
SCHMECK und BERNER [1994]
71
7.2.8 Verhaltensbeurteilungsbogen für Vorschulkinder-
Elternfragebogen 3-6 (VBV-EL 3-6) nach DÖPFNER,
BERNER, FLEISCHMANN und SCHMIDT [1993]
72
7.3
Therapeutisches
Vorgehen 73
8 Ergebnisse
77
8.1 Konzentrative und kognitive Veränderungen in der Gesamtstichprobe
77
8.2 Veränderungen im Sozialverhalten in der Gesamtstichprobe
77
8.3
Störungsspezifische
Wirkung
des
Trainings
80
8.4 Die Wirkung des Trainings in den unterschiedlichen Behandlungssettings
82
8.5 Die Wirkung des Trainings bei Kindern mit unterdurchschnittlicher
Intelligenz oder umschriebener Entwicklungsstörungen
83
8.6 Die Wirkung des Trainings bei unterschiedlichem sozio-ökonomischen
Status
87
8.7 Der Zusammenhang von AD(H)S-Symptomen und atopischen
Erkrankungen
90
9 Diskussion
98
10 Schlussfolgerungen und Empfehlungen
113
Zusammenfassung der Arbeit
115
Literaturverzeichnis
121
Verzeichnis der Abbildungen und Tabellen
132
Anhang 1: Das Ruhebild
135
Anhang 2: Graphische Ergebnisdarstellung der klinischen Studie mit nichtklinischen
Vergleichsuntersuchungen
136
1 Einleitung
Kinder mit einer Störung der konzentrativen Fähigkeiten sind häufig motorisch unruhig, sie
arbeiten hastig, impulsiv und wenig zielführend. Zum anderen sind sie aber auch oft lustlos
und uninteressiert an der Bearbeitung von Lern- und Leistungsaufgaben, weil ihnen Erfolg bei
diesen Anforderungen leider versagt bleibt. Dies wiederum führt zu großen Belastungen bei
den Betroffenen selbst, deren Familien, Erzieherinnen und Lehrern. Daher sind
Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörungen, neben expansiven Verhaltensauffälligkeiten,
eine
der
häufigsten
Vorstellungsgründe
in
Erziehungsberatungsstellen,
in
kinderpsychologischen und kinderpsychiatrischen Praxen [Döpfner, Schürmann & Frölich
2002].
Laut Döpfner [1996] und Ettrich [1998] werden bereits im Kindergartenalter 10 bis 15
Prozent der Kinder von den Erzieherinnen als konzentrationsauffällig oder hyperaktiv
beurteilt. Schulmedizinische Untersuchungen dokumentieren ebenfalls eine deutliche
Zunahme von Aufmerksamkeitsstörungen zum Zeitpunkt der Einschulung [Bode & Sproll-
Fenner, 1998]. Eltern und Lehrer schätzen 8,8 bis 17,8 Prozent der Kinder als
konzentrationsgestört ein [Brühl et al., 2000]. Autoren wie Jacobs, Heubrock, Muth, und
Petermann [2005] sowie Lauth und Knoop [1998] weisen darauf hin, dass Lehrer nicht selten
sogar 60 bis 80 Prozent der Kinder ihrer Grundschulklasse als aufmerksamkeitsgestört
einschätzen.
Im Gegensatz zu den von unmittelbar Betroffenen, das heißt von Eltern, Erzieherinnen,
Lehrern oder Kinder- und Allgemeinärzten wahrgenommenen Konzentrationsstörungen,
fallen die nachgewiesenen Prävalenzraten deutlich geringer aus [Kuschel et al., 2006]. Brühl
et al. [2000] sprechen von 2,4 Prozent, Fergusson et al. [1993] von drei Prozent und Köster et
al. [2004] gehen von etwa fünf Prozent der Schulkinder aus.
Diese unterschiedlichen Häufigkeitsverteilungen sind jedoch durch die verschiedenen
zugrunde liegenden Quellen zu erklären, aber auch durch die diagnostische Kompetenz
beeinflusst. Carey [2002] und Wassermann et al. [1999] weisen in diesem Zusammenhang
darauf
hin,
dass
Kinder-
und
Allgemeinärzte
eine
Aufmerksamkeitsdefizit-
/Hyperaktivitätsstörung (ADHS)-Diagnose häufiger als Psychologen und Psychiater
vergeben. Sie führen dies darauf zurück, dass sich nur ein geringer Prozentsatz der Ärzte
(38%) bei der Diagnoseerstellung an die Leitlinien für Diagnostik und Therapie halten und
der restliche Teil sich auf die eigene klinische Erfahrung und Intuition verlässt. Jacobs,
1
Kommentare
Bisher keine Kommentare
Andere Nutzer haben sich auch für folgende Titel interessiert:
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit - Formatvorlage / Vorlage für eine Hausarbeit für Microsoft Word
Autor: GRIN VerlagVorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren, 2005 Als PDF-Datei downloaden für 6,99 EUR
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit - Formatvorlage / Vorlage für eine Hausarbeit für OpenOffice.org
Autor: GRIN VerlagVorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren, 2005 Als PDF-Datei downloaden für 9,99 EUR
Formatvorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit / Vorlage zur Erstellung einer Hausarbeit
Autor: Marco FeindlerVorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren, 2005 Als PDF-Datei downloaden für 6,99 EUR
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Autor: GRIN VerlagVorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren, 2008 Als PDF-Datei downloaden für 6,99 EUR
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wissenschaftlichen Arbeit
Autor: Zoran ZivkovicVorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren, 2004 Als PDF-Datei downloaden für 5,99 EUR
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Autor: Claudia NickelVorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren, 2006 Als PDF-Datei downloaden für 4,99 EUR
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Autor: Maik PhilippVorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren, 2004 Als PDF-Datei downloaden für 5,99 EUR
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - Hausarbeiten - Seminararbeiten
Autor: Mark RichterVorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren, 2008
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden: