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Die Lebensweise der Germanen

Untertitel: Siedlungsraum und Siedlungswesen

Referat (Ausarbeitung), 2008, 18 Seiten
Autor: Annika Singelmann
Fach: Geschichte - Frühgeschichte, Antike

Details

Veranstaltung: Rom und die Germanen
Institution/Hochschule: Technische Universität Carolo-Wilhelmina zu Braunschweig (Historisches Seminar)
Kategorie: Referat (Ausarbeitung)
Jahr: 2008
Seiten: 18
Note: 1,0
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V131666
ISBN (E-Book): 978-3-640-41492-5
ISBN (Buch): 978-3-640-41356-0

Zusammenfassung / Abstract

Im Rahmen des Referates zur „Lebensweise der Germanen“ liefert diese Arbeit eine schriftliche Wiedergabe und einen kurzen Überblick über die Subthemen „Siedlungsraum und Siedlungswesen der Germanen“ in der Römischen Kaiserzeit. Zudem liegen diesem Themen-komplex unterschiedliche Quellengattungen mit unterschiedlichen Ergebnissen und Befunden zu Grunde, die in dieser Arbeit vergleichend Berücksichtigung – unter geringerer Bezugnahme auf die sprachlichen Quellen - finden sollen. Gleichsam wirft die Quellenlage die Problematik eines eindeutig fassbaren Germanentums auf, die ebenso in dieser Arbeit behandelt werden soll.


Textauszug (computergeneriert)

TECHNISCHE UNIVERSITÄT CAROLO-WILHELMINA ZU BRAUNSCHWEIG

Historisches Seminar

A2 Hauptseminar ,,Rom und die Germanen"

Wintersemester 2007/ 2008

Datum: 05.05.2008

Die Lebensweise der Germanen.

Siedlungsraum und Siedlungswesen.

Eine Ausarbeitung vorgelegt von Annika Singelmann


INHALTSVERZEICHNIS

Einleitung

3

1. Siedlungsraum

3

2.1

Siedlungsgebiet 3

2.2 Landesnatur und die Siedlungsplätze 5

2.

Siedlungswesen

7

2.1 Siedlungsform 7

2.2 Größe und Bevölkerungszahl 8

2.3 Höfe und Häuser

8

Anhang 12

Quellen- und Literaturverzeichnis 17

- 2 -


Einleitung

Im Rahmen des Referates zur ,,Lebensweise der Germanen" liefert diese Arbeit eine schriftli-

che Wiedergabe und einen kurzen Überblick über die Subthemen ,,Siedlungsraum und Sied-

lungswesen der Germanen" in der Römischen Kaiserzeit. Zudem liegen diesem Themenkom-

plex unterschiedliche Quellengattungen mit unterschiedlichen Ergebnissen und Befunden zu

Grunde, die in dieser Arbeit vergleichend Berücksichtigung ­ unter geringerer Bezugnahme

auf die sprachlichen Quellen - finden sollen. Gleichsam wirft die Quellenlage die Problematik

eines eindeutig fassbaren Germanentums auf, die ebenso in dieser Arbeit behandelt werden

soll.

1. Siedlungsraum

1.1 Siedlungsgebiet

Zur Erschließung des Siedlungsgebietes sind neben die historischen Quellen vor allem die

sprachwissenschaftlichen Untersuchungen und die archäologischen Ergebnisse, die aus den

Untersuchungen größerer Fundkomplexe (Gräberfelder, Siedlungen, Opferplätze und Heilig-

tümer) hervorgegangen sind, getreten, die zwar in der Frage des Siedlungsgebietes zu neuen

und wichtigen Erkenntnissen geführt haben, in einem Vergleich aber kein einheitliches Bild

liefern.

Die

historischen Quellen

gehen auf die Überlieferungen griechischer und römischer

Schriftsteller bis 340 v. Chr. zurück. Doch erst Poseidonius (etwa 135-51 v. Chr.) bezeichnete

einen rechtsrheinischen Stamm als Germanen, die er von den Kelten schied. Besondere Er-

wähnung verdient aber Cäsars Werk ,De bello Gallico`, dessen umfassendere Auslegung des

Germanen-Begriffs und eine deutlichere geographische Abgrenzung der Germanen das römi-

sche Germanenbild prägte und auch die Vorstellung von ihrem Siedlungsgebiet festlegte.

Hiernach war Germanien der Raum zwischen dem Rhein im Westen, der Donau oder den

Alpen im Süden, der Nord- und Ostsee im Norden und der Weichsel im Osten.1 Hieran wird

1 Vgl. Goetz, HansWerner/ Welwei, KarlWilhelm: Altes Germanien. Auszüge aus den Antiken Quellen über die

Germanen und ihre Beziehungen zum Römischen Reich. Quellen der alten Geschichte bis zum Jahre 238 n. Chr.

Erster Teil (Ausgewählte Quellen zur deutschen Geschichte des Mittelalters, Bd. 1a). Darmstadt 1995, S. 4 f.;

vgl. Mildenberger, Gerhard: Sozial und Kulturgeschichte der Germanen. Von den Anfängen bis zur Völkerwan

derung. Stuttgart et. al. 1972, S. 12 f.

- 3 -


deutlich, dass die Bezeichnung von einem Stamm auf ein ganzes Volk übertragen wurde und

dass es sich um eine Fremdbestimmung von römischer Seite handelte, die eine tatsächliche

ethnische Zusammengehörigkeit oder ein germanisches Identitätsbewusstsein entbehrte und

es sind Zweifel angebracht, ob die Stämme, die die Römer für Germanen hielten, tatsächlich

Germanen waren.

Auch

die Archäologie

kann nicht von sich aus bestimmen, was als Germanisch einzu-

stufen ist oder nicht, sie kann nur verschiedene Kulturgruppen (siehe Anhang Abb. 1) schei-

den, die sich anhand ihrer Kulturerzeugnisse ähneln oder unterscheiden und so bestimmte

Gebiete festlegen, die mehr oder minder unter keltisch-illyrischen, slawischen oder germani-

schen Einflüssen standen. So zeigen archäologische Befunde entgegen der historischen Über-

lieferung tatsächlich, dass man im rechtsrheinischen Germanien eher einen keltischen Süden

von einem germanischen Norden scheiden muss und die Grenzzone der Mittelgebirge von

einer Mischkultur besiedelt war. Für die germanische Forschung ist die Jastorf-Kultur interes-

sant, die sich im niedersächsisch-holsteinischen Elbgebiet ausbreitete und

,,deren Ausläufer

im Norden bis nach Jütland und Südskandinavien, im Osten bis nach Mecklenburg und in

Prignitzgebiet und im Süden bis in den Elster-Mulde-Saale-Raum reichten."2

Da in diesem

Gebiet und auch in der verwandten Harpstedt-Nienburger Kultur eine grundsätzliche Kultur-

kontinuität in vorchristlicher Zeit und auch zur Zeitenwende zu beobachten ist, geht man heu-

te davon aus, dass die Jastorf-Kultur bereits germanisch gewesen sein könnte. Demnach wä-

ren Germanen in Südskandinavien, Dänemark, an der deutschen Nord- und Ostseeküste und

im Elbgebiet angesiedelt gewesen. Inwieweit aber auch die Randgebiete (besonders Nord-

westdeutschland) als germanisch anzusehen sind, bleibt strittig,

,,aber durchaus möglich, da

man heute kaum mehr von einem einheitlichen Ursprung aller Germanen ausgeht."3

Auch

von sprachgeschichtlicher Warte aus, scheint eine klare Abgrenzung des Germanischen nicht

möglich. Die auch historisch überlieferten Wanderbewegungen führten dann zu einer Aus-

breitung dieser Kulturgruppe und auch zu einer Vermischung mit anderen Volks- bzw. Kul-

turgruppen, so dass man zwar davon sprechen kann, dass diese Gebiete unter germanischen

Einfluss standen, aber nicht mehr davon, dass sie von einer einheitlichen und abgrenzbaren

Volksgruppe besiedelt wurden. Das im Anhang mitgeführte Schaubild (siehe Anhang Abb. 2)

zeigt die im 1. und 2 Jahrhundert n. Chr. als hauptsächlich germanisch anzusehenden Kultur-

gruppen und veranschaulicht die Gebiete der Jastorf-Kultur. Diese Fundgruppen zeigen zwar

Übereinstimmungen mit historischen Stämmen auf, können aber nicht mit diesen gleichge-

2 Goetz 1995 (wie Anm. 1), S. 7.

3 Ebd.

- 4 -



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