Termpaper, 2009, 55 Pages
Authors: Roll, Strauch, Cavlovic, Yassine, von Riesen
Subject: Food Technology
Details
Institution/College: University of Applied Sciences Bremerhaven
Year: 2009
Pages: 55
Grade: 2,0
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-640-37363-5
ISBN (Book): 978-3-640-37334-5
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Abstract
Zunächst muss ein häufig anzutreffender Irrtum beiseite geschafft werden – nämlich der, dass Müll verschwindet, wenn er verbrannt wird. Er ändert lediglich seine Form und Zusammensetzung und bringt durch seine Verbrennung Unmengen von Schadstoffen in die Umwelt ein. Dazu gehören Schwer- und Halbmetalle (Blei, Quecksilber, Arsen), polychlorierte Biphenyle und Naphtaline und auch krebserregende Kohlenstoffverbindungen. Aber auch die klassischen Verbrennungsprodukte wie Stickoxide, Kohlenmonoxid und Schwefeldioxid gelangen als Umweltgifte in die Luft. Man muss nicht erwähnen, dass all diese Stoffe die Gesundheit des Menschen gefährden. Deshalb müssen die Industrie und auch die Verbraucher verstärkt dazu angehalten werden, einerseits wieder verwendbare Verpackungen zu nutzen, und andererseits damit die Schließung des Kohlenstoffkreislaufes für den Aufbau unserer nachhaltigen Wirtschaft befolgen. „Stoffliche Verwertung und Ressourcenschonung auf allen Ebenen, wo immer es möglich ist“ lautet die Devise. Wirklich umweltfreundlich sind die sogenannten bioabbaubaren Verpackungen, da sie weitaus weniger Energie und Erdöl zur Herstellung benötigen. Bioabbaubare Verpackungen werden unter Einwirkung von Mikroorganismen, Feuchte und Wärme abgebaut. Der Abbau erfolgt schrittweise bis auf die Grundbausteine. Dabei entsteht überwiegend Kohlendioxid und Wasser, aber auch Biomasse, woraus auf den Feldern wieder der Rohstoff für eine neue Verpackung entsteht. Ein perfekter Kreislauf eben! Heutzutage gibt es eine große Vielzahl von bioabbaubaren Polymeren, die speziell für Anwendungen mit geringer Nutzungsdauer von Bedeutung sind, d.h. sie können prinzipiell alle herkömmlichen Kunststoffe in allen Anwendungen substituieren, in denen eine lange Lebensdauer nicht erforderlich ist. Wenn die primäre Nutzfunktion nach dem Gebrauch entfällt, sollen sie ohne großen Aufwand in möglichst geschlossenen, naturnahen Kreisläufen durch biologische Verfahren der Abfallbehandlung, wie z.B. der Kompostierung einer Wiederverwertung zugeführt werden.
Excerpt (computer-generated)
Hausarbeit Verpackungstechnik
WS 2008/2009
Studiengang Lebensmitteltechnologie
Thema:
Biogradable Packaging
Name
Lydia Strauch
Klaudija Cavlovic
Nadine Roll
Soufiane Yassine
Julia von Riesen
Inhaltsverzeichnis
Al gemeines 3
Vor- und Nachteile 7
Cel ulose 23
Derivate der Cel ulose 25
Stärke und Derivate 35
Ausblick 43
Literaturverzeichnis I
2
Allgemeines
Zunächst muss ein häufig anzutreffender Irrtum beiseite geschafft werden nämlich
der, dass Mül verschwindet, wenn er verbrannt wird. Er ändert lediglich seine Form
und Zusammensetzung und bringt durch seine Verbrennung Unmengen von
Schadstoffen in die Umwelt ein. Dazu gehören Schwer- und Halbmetal e (Blei,
Quecksilber, Arsen), polychlorierte Biphenyle und Naphtaline und auch
krebserregende Kohlenstoffverbindungen. Aber auch die klassischen
Verbrennungsprodukte wie Stickoxide, Kohlenmonoxid und Schwefeldioxid gelangen
als Umweltgifte in die Luft. Man muss nicht erwähnen, dass al diese Stoffe die
Gesundheit des Menschen gefährden.1
Deshalb müssen die Industrie und auch die Verbraucher verstärkt dazu angehalten
werden, einerseits wieder verwendbare Verpackungen zu nutzen, und andererseits
damit die Schließung des Kohlenstoffkreislaufes für den Aufbau unserer nachhaltigen
Wirtschaft befolgen.2
,,Stoffliche Verwertung und Ressourcenschonung auf allen Ebenen, wo immer es
möglich ist
" lautet die Devise.3
Wirklich umweltfreundlich sind die sogenannten
bioabbaubaren Verpackungen
, da
sie weitaus weniger Energie und Erdöl zur Herstel ung benötigen.
Bioabbaubare Verpackungen
werden unter Einwirkung von Mikroorganismen,
Feuchte und Wärme abgebaut. Der Abbau erfolgt schrittweise bis auf die
Grundbausteine. Dabei entsteht überwiegend Kohlendioxid und Wasser, aber auch
Biomasse, woraus auf den Feldern wieder der Rohstoff für eine neue Verpackung
entsteht. Ein perfekter Kreislauf eben!4
Heutzutage gibt es eine große Vielzahl von bioabbaubaren Polymeren, die speziel
für Anwendungen mit geringer Nutzungsdauer von Bedeutung sind, d.h. sie können
prinzipiel al e herkömmlichen Kunststoffe in al en Anwendungen substituieren, in
denen eine lange Lebensdauer nicht erforderlich ist. Wenn die primäre Nutzfunktion
nach dem Gebrauch entfäl t, sol en sie ohne großen Aufwand in möglichst
geschlossenen, naturnahen Kreisläufen durch biologische Verfahren der
Abfal behandlung, wie z.B. der Kompostierung einer Wiederverwertung zugeführt
werden.5
3
Der Einsatz von bioabbaubaren Polymeren ist prinzipiel dann sinnvol , wenn die
Funktion des biologischen Abbaus verlangt wird, wie z.B. bei einem Obst- oder
Gemüsebeutel der zum Bioabfal sack wird oder auch wenn das konventionel e
Recycling aufwendig, schwierig oder nicht möglich ist, eine Wiederverwertung aber
gefordert ist wie eben bei Lebensmittelverpackungen. Weitere Anwendungsgebiete
für biologisch abbaubare Polymere sind unter anderem die Landwirtschaft, der
Gartenbau und der Fast Food - Bereich.6
Biologisch abbaubare Polymere können sowohl aus nachwachsenden, als auch aus
fossilen Rohstoffen bestehen oder aber auch aus einer Mischung von beiden. Die
Rohstoffherkunft spielt bei der Eigenschaft der biologischen Abbaubarkeit bzw.
Kompostierbarkeit keine Rol e, nur die chemische Zusammensetzung ist von
Bedeutung.7
Die derzeit wichtigsten bioabbaubaren Polymere, auf die später noch genauer
eingegangen wird, sind:
Cel ulose und Cel ulosederivate
Stärke und Stärkederivate
Polyhydroxyfettsäuren (PHB)
Polymilchsäure (PLA)
4
Abbildung 1: Überblick über biologisch abbaubare Polymere aus unterschiedlichen Rohstoffquel en8
Die folgende Abbildung zeigt den geschlossenen Kreislauf von biologisch
abbaubaren Materialien auf Basis der Rohstoffe: Die nachwachsenden Rohstoffe
werden in der Pflanze synthetisiert und gleichzeitig Wasser und Kohlendioxid aus der
Atmosphäre entnommen. Anschließend erfolgt die Aufbereitung des
Pflanzenmaterials zur Herstel ung von biologisch abbaubaren Polymeren, die
wiederum für die Herstel ung von z.B. Verpackungen verwendet werden können.
Nach der primären Nutzung der Verwendung können die durch Kompostierung
abgebaut werden. Dabei entstehen Abbauprodukte (Kompost, Wasser,
Kohlendioxid), die wieder in die nächste Generation bioabbaubarer Polymere
eingehen.9
5
Abbildung 2: Stoffkreislauf mit biologisch abbaubaren Produkten auf Basis nachwachsender
Rohstoffe10
Aufgrund von Entsorgungsproblemen und wachsenden Mül mengen, die auch auf ein
wachsendes Volumen der Verpackungsabfäl e zurückzuführen ist, haben
bioabbaubare Verpackungen in den letzten Jahrzehnten zunehmend an Bedeutung
gewonnen. Auch das wachsende Umweltbewusstsein der Bevölkerung, sowie die
Notwendigkeit der Ressourcenschonung haben die Umwelt- und Abfal gesetzgebung
der letzten drei Jahrzehnte massiv geprägt. Denn vorrangiges Ziel in der
Konsumgüterdistribution muss die Vermeidung von Verpackungen sein, indem sie
hinsichtlich ihrer Entsorgung optimiert werden. Dies ist auf verschiedenen Wegen
möglich. Eine davon ist die umweltverträgliche Entsorgung nach einmaliger
Verwendung wie z.B. durch den schon erwähnten biologischen Abbau. Denn aus
biologisch abbaubaren Polymeren lassen sich kompostierbare Kunststoffprodukte
herstel en.11
Die ersten Arbeiten zur Erzielung abbaubarer Kunststoffe erfolgten Anfang der 70er
Jahre als Reaktion auf das Litter - Problem (Abfal , der in die Landschaft geworfen
wurde). Man war darauf aus, dass dieser Mül durch das Sonnenlicht in Kombination
mit Wärme, Luft, Wind und Wasser in Zukunft abzubauen sein sol .12
6
Erst Mitte der 80er Jahre wurde den bioabbaubaren Kunststoffen eine größere
Bedeutung seitens der Öffentlichkeit und Forschung geschenkt. Die Ursachen waren
sehr vielfältig. Zum einen lag es an der Faszination des Wortes ,,biologisch" und zum
anderen in der Hoffnung neue Entsorgungsmöglichkeiten durch Kompostieren in
häuslichen und gewerblichen Anlagen zu schaffen. Aber auch die Erschließung
neuer Absatzmöglichkeiten für nachwachsende Rohstoffe und die Schonung fossiler
Vorräte gehörten ebenfal s zu den Ursachen.13
Da der Begriff ,,kompostierbar" nicht geschützt ist und auch die Produkte aus
biologisch abbaubaren Polymeren sich äußerlich kaum von den konventionel
hergestel ten Kunststoffen unterscheiden, hat die Wirtschaft ein Verfahren zur
Zertifizierung und Kennzeichnung von kompostierbaren Produkten etabliert. In
Deutschland wird die Zertifizierung von der DIN CERTO Gesel schaft für
Konformitätsbewertung durchgeführt. Demnach unterliegen nachweislich
kompostierbare Verpackungen bis 2012 nicht dem § 6 der Verpackungsverordnung,
d.h. Herstel er und Vertreiber von Biopolymeren müssen sich nicht an einem
Rücknahmesystem beteiligen. Durch die Freistel ung von Entsorgungsgebühren von
etwa 1500 Euro pro Tonne sol die Markteinführung von Biokunststoffen gefördert
werden. Al ein durch diese Regelung im Jahre 2005 haben sich die
Marktperspektiven in Deutschland erheblich verbessert.14
Nach Prüfung der biologischen Abbaubarkeit (DIN V 54900-1) und Kompostierbarkeit
nach normierten Prüfverfahren (DIN V 54900), sowie einer Produktzertifizierung
durch Experten, gelten zertifizierte Produkte als nachweislich für die Kompostierung
geeignet und dürfen demnach das in Abbildung 4 dargestel te Kompostierbarkeits-
Logo tragen, welches mit einem breiten Schutzbereich in Europa geschützt ist.15
Vor- und Nachteile
Biologisch abbaubare Verpackungen weisen eine Vielzahl von Vorteilen auf, jedoch
gibt es auch einige Nachteile. Die Vor- und Nachteile werden im folgenden Abschnitt
näher erläutert.
7
Vorteile:16
gute Alternative zu den aus Erdöl oder Erdgas hergestel ten, konventionel en
Kunststoffen Schonung fossiler Ressourcen wie Erdöl, Erdgas und Kohle
Erfül ung der Kundenwünsche nach Nachhaltigkeit
Verringerung des Entsorgungsproblems durch leichtere Entsorgung mittels
Kompostierung
Verwendung von Kompost in der Landwirtschaft trägt zur Extensivierung bei
Minderung der Bodenerosion und Verbesserung der Bodenstruktur
Ansteigen der Bodenfruchtbarkeit und Erträge durch organischen Dünger
(Kompost) durch Einsparung von Kunstdünger werden weitere
Umweltbelastungen vermieden
Besitzen eine hohe Wertschöpfung
Entlastung der CO2 Bilanz der Atmosphäre umweltfreundlicher,
klimaschonender
Senken der Schadstoffbilanz
Produkte, die oftmals in der Umwelt verloren gehen, werden abgebaut und
verschmutzen nicht noch zusätzlich Bewältigung des Litters
weniger Energieaufwand bei der Herstel ung
tragen zur Erhaltung der biologischen Vielfalt bei und bereichern die
Kulturlandschaft
Entsorgung aufgrund der Kompostierbarkeit günstiger als bei konventionel en
Kunststoffen die durch Recycling wiederverwertet werden
Nachteile:17
wesentlich teurer als vergleichbare, konventionel e Kunststoffe, da Steigerung
der Materialkosten
ein vorzeitiger biologischer Abbau, z.B. durch Mikroorganismen im
Lebensmittel muss aus lebensmittelrechtlicher und funktionel en Gründen
8
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