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Aphasie und Textualität

Hausarbeit, 2009, 17 Seiten
Autor: Michael Heina
Fach: Sprachwiss. / Sprachforschung (fachübergreifend)

Details

Veranstaltung: Gesprächskultur und Gesprächsanalyse in Geschichte und Gegenwart
Institution/Hochschule: Westfälische Wilhelms-Universität Münster (Institut für Allg. Sprachwissenschaft)
Kategorie: Hausarbeit
Jahr: 2009
Seiten: 17
Note: 2,3
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V132275
ISBN (E-Book): 978-3-640-38348-1
ISBN (Buch): 978-3-640-38317-7

Zusammenfassung / Abstract

Diese Arbeit beschäftigt sich mit den Auswirkungen der Aphasie auf die Textualität. Hierbei werden zum einen die aphasischen Symptomenkomplexe vorgestellt und zum anderen die von de Beaugrande und Dressler vorgestellten sieben Textualitätskriterien definiert, um die Auswirkungen der Aphasie auf die Textualität zu untersuchen.


Textauszug (computergeneriert)

Institut für Allgemeine Sprachwissenschaft

Westfälische Wilhelms-Universität Münster

Aphasie und Textualität

Hausarbeit

Gesprächskultur und Gesprächsanalyse in Geschichte und Gegenwart

Sommersemester 2008

eingereicht von

Michael Heina

Abgabe: 17.04.2009


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung 1

2 Aphasie 2

2.1 Amnestische Aphasie 3

2.2 Broca-Aphasie 4

2.3 Wernicke-Aphasie 5

2.4 Globale Aphasie 6

3 Textualität nach de Beaugrande und Dressler 6

3.1 Textzentrierte Kriterien 8

3.2 Verwenderzentrierte Kriterien 9

4 Auswirkungen der Aphasie auf die Textualität 10

4.1 Methodik von Stark und Stark 10

4.2 Kohäsion 11

4.3 Kohärenz 11

5 Fazit 13

Literaturverzeichnis 14

I


1 Einleitung

Die menschliche Kommunikation beschränkt sich nicht auf einzelne unzusammen-

hängende Worte oder Sätze, sondern beruht auf einem Miteinander von lexikali-

schen, morphologischen, semantischen und syntaktischen Elementen. Dieses Mit-

einander umreißt die Grundzüge der komplexen menschlichen Verständigung, deren

Erforschung unter anderem der Diskurs- bzw. Textlinguistik obliegt. Diese Disziplin

untersucht die genannten linguistischen Einheiten hinsichtlich ihres Zusammenspiels

in der sprachlichen Kategorie Text und es erscheint logisch, dass die Störung eines

der genannten Elemente die kommunikative Fähigkeit beeinträchtigen würde. Da bei

der Sprachstörung Aphasie meistens alle sprachlichen Ebenen gestört sind, soll die

Untersuchung der Textproduktion von Aphasikern Gegenstand der vorliegenden Ar-

beit darstellen.

Um die verschiedenen Einflüsse auf die Sprachproduktion untersuchen zu können,

muss zu Beginn das Krankheitsbild der Aphasie vorgestellt werden. Hierbei wird kurz

auf die Erkrankung im Allgemeinen eingegangen, bevor anschließend die verschie-

denen aphasischen Syndromkomplexe genauer definiert werden. Die Unterteilung in

amnestische, Broca ­, Wernicke-und globale Aphasie soll hierbei fokussiert werden,

da dieses die im deutschsprachigen Raum übliche Klassifikation darstellt. Obwohl die

verschiedenen Aphasien in der Regel auch Syndrome aus den anderen Syndrom-

komplexen aufweisen, soll hier zur Vereinfachung von prototypischen Erkrankungen

ohne Mischformen ausgegangen werden. Außerdem wird nicht auf die Probleme in

der Schriftsprache eingegangen, da in dieser Arbeit die verbale Sprachproduktion im

Mittelpunkt steht.

Nachdem die aphasischen Syndrome mitsamt ihrer Beeinflussung der kommunikati-

ven Fähigkeiten der Erkrankten dargestellt wurden, wird auf die sieben Textualitäts-

kriterien von Robert-Alain de Beaugrande und Wolfgang Dressler eingegangen.

Durch ihren Einfluss und ihren definitorischen Charakter erscheinen diese konstituti-

ven Kriterien besonders dazu geeignet, die linguistische Kategorie Text zu definieren

und die kommunikative Kompetenz eines Aphasikers in Form von Texten zu überprü-

fen.

Diese Überprüfung wird anhand einer von Jacqueline und Heinz Karl Stark durchge-

führten Studie durchgeführt. Nachdem die Methodik dieser Studie kurz vorgestellt

1


wurde, sollen nur die sogenannten textzentrierten Kriterien untersucht werden, da

diese besonders von der Textproduktion und somit nur wenig von der Rolle des

Kommunikationspartners abhängen.

Im abschließenden Fazit wird der zuvor vorgestellte Inhalt zusammengefasst und

hinsichtlich der linguistischen Nachhaltigkeit betrachtet.

2 Aphasie

Der Terminus Aphasie wurde durch den französischen Neurologen Armand Trous-

seau im Jahre 1864 eingeführt und bedeutet dem Wort nach ,,Sprachlosigkeit".

Trousseau ersetzte damit andere Begriffe wie ,,verbale Amnesie" oder ,,Alalie", die

ebenfalls eine Sprachstörung nach Hirnschädigung bezeichneten. Seit der Einfüh-

rung dieses Begriffs gab es viele Versuche die Aphasie exakt zu definieren, jedoch

stimmen die verschiedenen Definitionen lediglich bei zwei Teildefinitionen überein.

Es ist zum einen unbestritten, dass der Aphasie eine Schädigung des Gehirns vo-

rausgeht und zum anderen, dass dadurch die sprachliche Leistung der Betroffenen

beeinträchtigt wird. Im weiteren Verlauf soll vor allem der Diskussionsstand aus dem

deutschsprachigen Raum wiedergegeben werden, da hier ein großer Konsens über

die Einordnung der Symptome und Syndrome der Aphasie besteht.1 (vgl. Kelter

1990, Tesak 1997, Tesak 2001)

Nach Tesak ist Aphasie ,,die Folge einer plötzlich auftretenden, umschriebenen korti-

kalen Läsion der linken Hemisphäre [... und] betrifft die sprachliche Leistung bei rela-

tiver Intaktheit von Intelligenz und Gedächtnis." (Tesak 1997, 2) Weiterhin lässt sich

sagen, dass eine Aphasie nach vollzogenem Spracherwerb auftritt, eine Störung aller

sprachlichen Modalitäten und Ebenen darstellt und dabei einen relativ stabilen sowie

chronischen Krankheitsverlauf aufweist. Die Ätiologie, also die Ursache für eine A-

phasie, lässt sich nach Kelter in 80% der Fälle auf eine Hirngefäßerkrankung zurück-

führen. Weitere, wenn auch weit weniger häufige Ursachen, sind traumatische Schä-

1 Auf das Bostoner Diagnoseschema, welches die Grundlage für die sogenannte Aachener Schule

war, soll an dieser Stelle nicht eingegangen werden. Weiteres siehe Tesak 1997, 27f. und Tesak

2001, 194ff.

2



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