Erstaunlich wenig bekannt ist immer noch, welche bedeutenden Leistungen tüchtige und kluge Frauen in Wissenschaft und Technik vollbracht haben. Dies liegt wohl daran, dass dieses Thema in Nachschlagewerken, Handbüchern und Lexika oft nicht gebührend oder gar nicht behandelt wird. Ob die zumeist männlichen
Autoren dieser Werke dies unwissentlich oder absichtlich getan haben, lässt sich nicht klären.
Trotzdem hat es immer wieder couragierte und geniale Frauen gegeben, denen es gelungen ist, die Schranken des von Männern beherrschten Systems zu durchbrechen und ihren mathematischen, naturwissenschaftlichen oder technischen Interessen nachzugehen. Sei es die erste Mathematikerin Hypatia in Ägypten, die erste
europäische Professorin Laura Bassi in Italien, die erste Programmiererin Ada Byron Countess of Lovelace in England oder die Kometenjägerin Caroline Herschel in Deutschland.
Das vorliegende Taschenbuch „Superfrauen 5“ will die großen Leistungen, die Frauen in Wissenschaft und Technik zuzuschreiben sind, mehr in das Bewusstsein der Öffentlichkeit rücken. Es präsentiert 41 Lebensläufe in Wort und Bild sowie zahlreiche weitere kurze Hinweise auf verdienstvolle Forscherinnen. Es schildert, wie mühsam sich tapfere Frauen einen Platz in der Wissenschaftsgeschichte erkämpften.
Inhaltsverzeichnis
Vorwort / Seite 17
Maria Gaetana Agnesi
Berühmt durch die „Agnesische Hexe“ / Seite 19
Mary Anning
Englands frühe Saurierjägerin / Seite 23
Laura Bassi
Die erste Professorin Europas / Seite 29
Charlotte Bühler
Die Wegbereiterin der humanistischen Psychologie / Seite 33
Emilie du Châtelet
Die „Newton-Venus“ / Seite 39
Gerty Cori
Die erste Medizinnobelpreisträgerin / Seite 45
Marie Curie
Die erste Frau mit zwei Nobelpreisen / Seite 49
Helene Deutsch
Die Kennerin der Frauenpsyche / Seite 55
Amalie Dietrich
Die deutsche Australienforscherin / Seite 61
Gertrude Belle Elion
Die Entwicklerin pharmakologischer Klassiker / Seite 65
Cassandra Fedele
Die „Zierde Italiens“ / Seite 69
Dian Fossey
Die berühmteste Gorillaforscherin / Seite 73
Anna Freud
Die Begründerin der Kinderpsychoanalyse / Seite 89
Biruté Galdikas
Die berühmteste Orang-Utan-Forscherin / Seite 95
Dorothy Garrod
Die Expertin für die Altsteinzeit / Seite 105
Maria Goeppert-Mayer
Sie löste das Rätsel der „magischen Zahlen“ / Seite 111
Jane Goodall
Die berühmteste Schimpansen-Forscherin / Seite 117
Caroline Herschel
Die Frau, die Kometen jagte / Seite 125
Shere Hite
Die Kennerin der weiblichen Sexualität / Seite 129
Dorothy Hodgkin
Die Meisterin der Kristallstruktur-Durchleuchtung / Seite 135
Hypatia
Die erste Mathematikerin / Seite 141
Irène Joliot-Curie
Die Entdeckerin der künstlichen Radioaktivität / Seite 145
Kathleen Kenyon
Die große Ausgräberin im Nahen Osten / Seite 151
Sofja Kowalewskaja
Die Pionierin der Mathematik / Seite 157
Elisabeth Kübler-Ross
Sie linderte die Furcht vor dem Tod / Seite 163
Mary Leakey
Auf den Spuren der Vormenschen / Seite 177
Ruth Levi-Montalcini
Die erfolgreichste amerikanische Embryologin / Seite 183
Maria Gräfin von Linden
Die erste deutsche „Doktorin der Naturwissenschaften“ / Seite 189
Ada Byron Countess of Lovelace
Die erste Programmiererin / Seite 195
Barbara McClintock
Das „Genie der Genetik“ / Seite 199
Margaret Mead
Die „große alte Dame der Anthropologie“ / Seite 205
Lise Meitner
Die Frau, die die Uranspaltung erklärte/ Seite 211
Maria Sibylla Merian
Die erste deutsche Insektenforscherin / Seite 217
Johanna Mestorf
Die erste deutsche Museumsleiterin / Seite 223
Margarete Mitscherlich
Deutschlands renommierteste Psychoanalytikerin / Seite 229
Maria Montessori
Die Entdeckerin des „Montessori-Phänomens“ / Seite 239
Elisabeth Noelle-Neumann
Die erste Meinungsforscherin Deutschlands / Seite 247
Christiane Nüsslein-Volhard
Die erste deutsche Medizinnobelpreisträgerin / Seite 255
Annemarie Schimmel
Die berühmteste Orientalistin Deutschlands / Seite 261
Anna Maria von Schurmann
Die Vorkämpferin für das Studium der Frauen / Seite 267
Rosalyn Sussman Yalow
Die Physikerin und Nuklearmedizinerin von Weltrang / Seite 271
WeitereWissenschaftlerinnen / Seite 275
Zielsetzung & Themen
Das Buch hat zum Ziel, die bedeutenden, aber in gängigen Nachschlagewerken oft unterrepräsentierten Leistungen von Wissenschaftlerinnen aus verschiedenen Fachgebieten in den Fokus der Öffentlichkeit zu rücken. Durch die Präsentation von 41 Lebensläufen dokumentiert das Werk den mühsamen Weg, den diese couragierten Frauen gehen mussten, um in einer von Männern dominierten Wissenschaftsgeschichte Fuß zu fassen.
- Biografische Porträts wegweisender Wissenschaftlerinnen
- Überwindung gesellschaftlicher Barrieren in der Forschung
- Wissenschaftsgeschichte der Natur-, Geistes- und Humanwissenschaften
- Leistungen von Pionierinnen in Technik und Medizin
Auszug aus dem Buch
Mary Anning
Großbritanniens erfolgreichste Fossiliensammlerin des 19. Jahrhunderts war Mary Anning (1799–1847). Einmal wurde sie sogar als die „größte Fossiliensammlerin, die die Welt kannte“, bezeichnet. Die rührige Hobby-Paläontologin spürte aufsehenerregende Reste von prähistorischen Fischen, Meeres- und Flugsauriern aus der frühen Jurazeit vor mehr als 200 Millionen Jahren auf, die sie präparierte und an zahlungskräftige Interessenten verkaufte. Mit vielen Gelehrten ihrer Zeit war sie befreundet.
Mary Anning kam am 21. Mai 1799 als eines von zehn Kindern des Kunsttischlers Richard Anning (1766–1810) und seiner Frau Mary in dem Dorf Lyme Regis an der Küste von Dorset zur Welt. Von diesen Jungen und Mädchen erreichten nur zwei, nämlich Mary und ihr Bruder Joseph (1796–1849), das Erwachsenenalter. Die Schilderungen über Marys Kindheit sind unvollständig und widersprüchlich. Manche Darstellungen ihres Lebens wurden erfunden. Eine der unglaublich klingenden Geschichten über Mary Anning handelt davon, 1800 habe ein Blitz mitten im Dorf eingeschlagen und vier Frauen getroffen.
Zusammenfassung der Kapitel
Maria Gaetana Agnesi: Biografie der ersten Mathematikerin Italiens, die durch ihre Arbeit an der „kubischen Kurve“ und ihre Wohltätigkeit bekannt wurde.
Mary Anning: Porträt der erfolgreichen englischen Fossiliensammlerin, die bedeutende Funde aus der frühen Jurazeit freilegte.
Laura Bassi: Lebensweg der ersten Professorin Europas, die trotz zahlreicher familiärer Verpflichtungen eine wissenschaftliche Karriere in der Physik verfolgte.
Charlotte Bühler: Zusammenfassung über die Wegbereiterin der humanistischen Psychologie und ihre bedeutende Arbeit in der Kinder- und Jugendpsychologie.
Emilie du Châtelet: Würdigung der als „Newton-Venus“ bekannten Physikerin und ihrer Leistungen in der Verbreitung naturwissenschaftlicher Erkenntnisse.
Gerty Cori: Darstellung der ersten Medizinnobelpreisträgerin und ihrer gemeinsamen Forschung mit ihrem Ehemann zum Kohlehydratstoffwechsel.
Marie Curie: Lebensbericht der Pionierin der Radioaktivität, die als erste Frau zwei Nobelpreise erhielt.
Helene Deutsch: Porträt der Psychoanalytikerin, die wegweisende Studien zur Frauenpsyche und weiblichen Sexualität verfasste.
Amalie Dietrich: Dokumentation über die Naturforscherin, die zehn Jahre lang auf dem „Fünften Kontinent“ wissenschaftliche Objekte sammelte.
Gertrude Belle Elion: Biografie der bedeutenden Pharmakologin und ihrer segensreichen Forschung in der Arzneimittelentwicklung.
Cassandra Fedele: Lebensbild der Gelehrten der Renaissance, die als „Zierde Italiens“ bekannt wurde.
Dian Fossey: Zusammenfassung über die Pionierin der Primatologie, die 18 Jahre lang das Leben der Berggorillas erforschte.
Anna Freud: Porträt der Begründerin der Kinderpsychoanalyse und ihrer Arbeit im Exil.
Biruté Galdikas: Bericht über die Orang-Utan-Forscherin und ihren Einsatz für den Erhalt des Regenwaldes auf Borneo.
Dorothy Garrod: Zusammenfassung zur Expertise der Prähistorikerin in der Altsteinzeit und ihrer bedeutenden Ausgrabungen.
Maria Goeppert-Mayer: Darstellung der zweiten Nobelpreisträgerin für Physik, die das Rätsel der „magischen Zahlen“ löste.
Jane Goodall: Biografie über die berühmte Schimpansen-Forscherin und ihr Lebenswerk im Gombe National Park.
Caroline Herschel: Porträt der Kometenjägerin, die als erste Frau in der Astronomie hohe Anerkennung erlangte.
Shere Hite: Überblick über die Arbeit der Sexualforscherin und ihrer umstrittenen wie einflussreichen Reports.
Dorothy Hodgkin: Zusammenfassung über die Meisterin der Kristallstrukturanalyse und ihre Arbeit an Antibiotika und Vitaminen.
Hypatia: Historischer Rückblick auf die erste bekannte Mathematikerin der Antike.
Irène Joliot-Curie: Lebensbericht der Entdeckerin der künstlichen Radioaktivität, die ebenfalls den Nobelpreis erhielt.
Kathleen Kenyon: Würdigung der Ausgräberin von Jericho und ihrer archäologischen Pionierarbeit.
Sofja Kowalewskaja: Biografie der Pionierin der Mathematik, die gegen soziale Widerstände ihre Professur erlangte.
Elisabeth Kübler-Ross: Darstellung der Sterbeforscherin und ihrer Arbeit zur Bewältigung der Furcht vor dem Tod.
Mary Leakey: Porträt der Anthropologin und ihrer bedeutsamen Entdeckungen auf dem Gebiet der Vormenschen.
Rita Levi-Montalcini: Lebensbericht über die Neurobiologin und ihre bahnbrechende Arbeit an Nervenwachstumsfaktoren.
Maria Gräfin von Linden: Zusammenfassung über die erste deutsche „Doktorin der Naturwissenschaften“ und ihr Wirken in der Wissenschaft.
Ada Byron Countess of Lovelace: Porträt der Pionierin der Programmierung für frühe Rechenmaschinen.
Barbara McClintock: Darstellung des „Genies der Genetik“ und ihrer Arbeit zu den „springenden Genen“.
Margaret Mead: Lebensbild der einflussreichen Anthropologin und ihrer Studien zur Sozialisation.
Lise Meitner: Würdigung der bedeutenden Atomphysikerin und ihrer Mitwirkung bei der Entdeckung der Kernspaltung.
Maria Sibylla Merian: Porträt der Insektenforscherin und ihrer zeichnerischen Dokumentation der Natur.
Johanna Mestorf: Zusammenfassung über die Arbeit der ersten norddeutschen Museumsdirektorin.
Margarete Mitscherlich: Lebensweg der Psychoanalytikerin und ihres Engagements in der Frauenbewegung.
Maria Montessori: Biografie über die berühmte Pädagogin und ihr Konzept des „be-greifenden“ Lernens.
Elisabeth Noelle-Neumann: Zusammenfassung über die Begründerin der deutschen Meinungsforschung.
Christiane Nüsslein-Volhard: Porträt der ersten deutschen Medizinnobelpreisträgerin und ihrer genetischen Forschung.
Annemarie Schimmel: Überblick über das Werk der Orientalistin und ihre Arbeit zur islamischen Mystik.
Anna Maria von Schurmann: Historisches Porträt der Vorkämpferin für die Bildung von Frauen.
Rosalyn Sussman Yalow: Zusammenfassung über die physikalische Medizinerin und die Entwicklung des Radioimmunoassays.
Schlüsselwörter
Wissenschaft, Pioniere, Frauenforschung, Biografien, Nobelpreis, Mathematik, Physik, Biologie, Anthropologie, Psychologie, Archäologie, Geschichte, Medizin, Genetik, Psychoanalyse.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in diesem Buch grundsätzlich?
Das Buch porträtiert herausragende Wissenschaftlerinnen, die trotz gesellschaftlicher Hindernisse bedeutende Beiträge in ihren Disziplinen wie Physik, Biologie, Psychologie oder Archäologie geleistet haben.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die Arbeit deckt ein breites Spektrum ab, das von Naturwissenschaften wie Chemie und Physik bis hin zu Geistes- und Humanwissenschaften sowie zur Anthropologie reicht.
Was ist das primäre Ziel des Autors?
Das Ziel ist es, die Leistungen von 41 Forscherinnen ins öffentliche Bewusstsein zu rücken und aufzuzeigen, wie diese Frauen Schranken durchbrachen, um ihren wissenschaftlichen Interessen nachzugehen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor nutzt die biografische Methode, um anhand von Lebensläufen und dokumentierten wissenschaftlichen Erfolgen die Lebensleistungen dieser Frauen zu würdigen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden detaillierte Kurzbiografien präsentiert, die den Lebensweg, die akademische Ausbildung und die wissenschaftlichen Durchbrüche der jeweiligen Forscherinnen beschreiben.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit ist charakterisiert durch Schlagworte wie Pionierarbeit, Durchsetzungsvermögen, Wissenschaftsgeschichte, Nobelpreisträgerinnen und Überwindung von Diskriminierung.
Warum ist das Wirken von Maria Sibylla Merian für die Naturkunde so wichtig?
Merian gilt als führende Insektenforscherin ihrer Zeit, da sie nicht nur dekorative Darstellungen lieferte, sondern akribisch den Lebenszyklus von Insekten dokumentierte.
Welche besondere Bedeutung kommt dem Werk von Elisabeth Kübler-Ross zu?
Kübler-Ross veränderte den Umgang mit Tod und Sterben in der Medizin maßgeblich durch ihre Forschung zu den Sterbephasen und die Initiierung von Hospiz-Programmen.
Wie prägte Barbara McClintock das moderne Verständnis der Genetik?
Sie entdeckte die „springenden Gene“, was einen Paradigmenwechsel in der Genforschung bedeutete, da Gene nicht länger als statisch in der DNA verankert betrachtet wurden.
- Arbeit zitieren
- Ernst Probst (Autor:in), 2001, Superfrauen 5 - Wissenschaft, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/133237