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Empirische Erwerbsforschung: Wenn Kinder sachlernen

Hausarbeit, 2009, 19 Seiten
Autoren: Sita Hermand, Anne Hofmann, Kathrin Stauber, Leyla Yigitgüden
Fach: Sachunterricht, Heimatkunde (Grundschulpädagogik)

Details

Kategorie: Hausarbeit
Jahr: 2009
Seiten: 19
Note: 1,0
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V135012
ISBN (E-Book): 978-3-640-42771-0
ISBN (Buch): 978-3-640-42529-7

Zusammenfassung / Abstract

Sachlernen im Kindergarten So lautet der Titel der Seminarveranstaltung an der Goethe Universität in Frankfurt am Main, in dessen Rahmen die vorliegende Hausarbeit entstanden ist. Der Fokus des Seminars ist auf die Vermittlung und Aneignung naturwissenschaftlichen Wissens bei Kindern im Vorschulalter gerichtet. Es werden insbesondere Fragen, bezüglich der politischen Begründung und der theoretischen Legitimierung naturwissenschaftlichen Wissens erörtert. Hierbei gilt es sich zu fragen, wie sich Kinder im Vorschulalter Wissen über Sachzusammenhänge aneignen und welche Möglichkeiten es gibt, sie dabei zu unterstützen. Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich dabei in einer eigenen empirischen Erwerbsforschung vor allem mit der zweiten Frage nach der Aneignung von Wissen im Vorschulalter. Unsere Aufmerksamkeit richtet sich dabei ausschließlich auf ein einzelnes Kind und dessen Handlungen im Rahmen einer „Spiel“-Phase. Was macht ein Kind, wenn es nicht in eine inszenierte Lehr-Lern-Situation eingebunden ist, sondern lediglich ‚spielt’? Werden Bildungsprozesse des Kindes erkennbar? Wie eignet sich das Kind die Welt selbst an?


Textauszug (computergeneriert)

Fachbereich 04 Erziehungswissenschaften

Institut für Pädagogik der Elementar- und Primarstufe

Sommersemester 2009

Veranstaltung: Sachlernen im Kindergarten

Empirische Erwerbsforschung:

Wenn Kinder sachlernen

vorgelegt von:

Hermand, Sita, L1, 6.Semester

Hofmann, Anne, L1, 6. Semester

Stauber, Kathrin, L1, 6.Semester,

Yigitgüden, Leyla, 7.Semester


Inhaltsverzeichnis

I Einleitung 1

II Hauptteil 3

1. Die Beobachtung: Rahmenbedingungen und Beschreibung des Kindes 3

2. Beschreibung des Ablaufs und der Beobachtungen 5

3. Auswertung und Analyse der Videosequenz 8

4. Abschließende Interpretation und Deutung 10

III Schluss ­ Resümee und Ausblick 12

IV Literaturangaben 16


I Einleitung

Sachlernen im Kindergarten So lautet der Titel der Seminarveranstaltung an der Goethe

Universität in Frankfurt am Main, in dessen Rahmen die vorliegende Hausarbeit entstanden

ist.

Der Fokus des Seminars ist auf die Vermittlung und Aneignung naturwissenschaftlichen

Wissens bei Kindern im Vorschulalter gerichtet. Es werden insbesondere Fragen, bezüglich

der politischen Begründung und der theoretischen Legitimierung naturwissenschaftlichen

Wissens erörtert. Hierbei gilt es sich zu fragen, wie sich Kinder im Vorschulalter Wissen ü-

ber Sachzusammenhänge aneignen und welche Möglichkeiten es gibt, sie dabei zu unterstüt-

zen.

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich dabei in einer eigenen empirischen Erwerbsforschung

vor allem mit der zweiten Frage nach der Aneignung von Wissen im Vorschulalter. Unsere

Aufmerksamkeit richtet sich dabei ausschließlich auf ein einzelnes Kind und dessen Hand-

lungen im Rahmen einer ,,Spiel"-Phase.

Was macht ein Kind, wenn es nicht in eine inszenierte Lehr-Lern-Situation eingebunden ist,

sondern lediglich ,spielt′? Werden Bildungsprozesse des Kindes erkennbar? Wie eignet sich

das Kind die Welt selbst an?

Dies sind unsere Leitfragen, die all unseren Beobachtungen und Darstellungen zugrunde lie-

gen. Wir haben versucht, eine Forschungsperspektive einzunehmen, die Einblicke in die Ge-

danken und Handlungen von Kindern ermöglicht. Kinder werden dabei als selbst aktiv, als

Gestalter ihrer Welt wahrgenommen. Sie bestimmen im hohen Maße selbst,

was

sie

wann

und

wie

lernen. Hierzu brauchen sie oftmals keine zusätzliche Motivation von außen. Allein

die Beobachtung oder Beschäftigung mit einer Sache löst Lernprozesse aus. Durch Mimik

und Gestik zeigen Kinder wie sie eigenaktiv auf ihre Umwelt reagieren und sich ihr ganz ei-

genes Wissen aneignen (Pape /Vogt 2002, 9). Diese sogenannten natürlichen Lernprozesse

geschehen in Situationen, die durch die Umgebung bestimmt sind (vgl. Scholz 2003, 20) und

damit nicht unbedingt geplant werden müssen.

Die Beobachtung eines Kindes, wie es eigene Dinge erforscht und wie es sich dabei verhält

stellt damit den Beobachtungsschwerpunkt der vorliegenden Arbeit dar. Darüber hinaus soll

der Blick jedoch nicht darauf beschränkt bleiben, dass Kinder sich ausschließlich selbst bil-

den können. Die Annahme, dass pädagogische Mühen keine Chance haben und lediglich die

Kinder selbst über Lerninhalte entscheiden, wäre für uns eine zu einseitige Perspektive (vgl.

Pape/Vogt/Stark 2002, 1). Die ,,kleinen Forscher" verfolgen in erster Linie ihr eigenes Inte-

1


resse, wodurch vor allem natürliche Lernprozesse angeregt werden. Inszenierte Situationen

können bei der richtigen Gestaltung jedoch ebenso Lernprozesse initiieren. Die Situations-

planung ist hierbei entscheidend (Scholz 2003, 18). Deshalb wird im Schlussteil die Betrach-

tung der Möglichkeiten, einer Unterstützung von Lernprozessen bei Kindern im Vorschulal-

ter, nochmals aufgegriffen. Im Vordergrund der Arbeit soll aber dennoch der selbständig in-

szenierte Lernprozess des Kindes stehen ohne dass eine Lehr-Lern-Situation arrangiert wur-

de.

Vorab stellt sich zunächst die Frage, wie ohne arrangierte Situation davon ausgegangen wer-

den kann, dass sich das Kind mit Sachthemen auseinandersetzt. Schließlich soll es in der Er-

forschung um

Sach

lernen von Vorschülerinnen und Vorschülern1 gehen. Wir folgen hier der

Sichtweise von Professor Gerold Scholz: Zur ,,Sache" kann für ein Kind alles werden. Die

Sache ist nicht etwas was dem Gegenstand anhaftet. So kann das Kind durch seine Handlun-

gen mit der Sache, die der Sache innewohnenden Eigenschaften und Regeln erfahren. Für das

Kind sind neu begegnende Dinge damit immer zuerst Phänomene, die noch nicht in einer be-

stimmten Weise eingeordnet wurden, wie es bei Erwachsenen der Fall ist. Erst durch die Be-

gegnung machen Kinder das Phänomen zu einer Sache. Hierbei interessiert sie nicht die The-

orie, sondern das Konkrete (vgl. Scholz 2000, 7). Wir schließen daraus, dass Kinder bei allen

neuen Sachen, die ihnen begegnen und mit denen sie sich beschäftigen ein Lernprozess im

Sinne des Sachlernens erfolgt. Folglich geschieht das Lernen in der Auseinandersetzung des

Kindes zwischen Phänomen und Sache. Bei der Beobachtung von Kindern lässt sich feststel-

len, dass genau dies ständig der Fall ist. Soll lediglich dieser kindliche Lernprozess im Mit-

telpunkt der Betrachtung stehen, ist es unserer Ansicht nach möglich, auf die Inszenierung

einer ,,Lernsituation" zu verzichten.

Der Hauptteil der vorliegenden Arbeit gliedert sich in vier Teile. Zuerst werden wir auf die

Rahmenbedingungen eingehen, denen die Untersuchung hinsichtlich der oben genannten

Forschungsperspektive unterlag. Es wird eine Beschreibung der Untersuchungsverhältnisse,

der methodischen Vorgehensweise und der involvierten Personen stattfinden. Im Anschluss

an die Erläuterung der äußeren Einflussfaktoren erfolgt die Beschreibung der Videosequenz.

Hierbei sollen bereits erste Eindrücke und Beobachtungen zum Ausdruck kommen. Die

Auswertung und Analyse der Aufnahmen wird in einem dritten Abschnitt dargestellt. Ab-

schließend werden die Ergebnisse und die Deutung der Videosequenz nochmals zusammen-

fassend dargestellt.

1 Im Folgenden werden wir an Stelle der männlichen und weiblichen Form nur die männliche Form verwenden.

2



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