Ergebnisse einer dynamischen Bauteilstrukturanalyse mit der Finite Element Methode sind lokale Verschiebungen und Verzerrungen als Zeitsignal. Die Schwingungen eines komplexen Bauteils ergeben sich aus dem Zusammenwirken von Elastizität, Masse und Dämpfung in den Systemgrenzen des Bauteils und dem Wechselwirken mit einem umgebenden Mediums(Fluid). Bauteilschwingungsamplituden(und Schnellen)aus FEM Analysen liegen als lokale, diskrete Frequenzspektren vor und sind einer Signal und Muster verarbeitenden Nachbehandlung zugänglich.
Inhaltsverzeichnis
1. Biologische und artifizielle Optimierung
2. Physical modelling
3. Schallsignale und Signaldarstellung
3.1 Schallsignale
3.2 Signaldarstellung
4. Modellierte Geräusch-Gemische
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Anwendung evolutionärer Algorithmen zur interaktiven Bauteiloptimierung, indem sie numerische Ergebnisse aus Finite-Elemente-Analysen in akustisch bewertbare Signale transformiert. Ziel ist die Entwicklung eines Verfahrens, bei dem komplexe Geräuschdaten nach dem Vorbild biologischer Evolution subjektiv optimiert werden.
- Grundlagen der evolutionären Optimierungsstrategien
- Methoden des Physical Modelling zur Schallerzeugung
- Physikalische und psychoakustische Grundlagen der Akustik
- Mathematische Signalverarbeitung mittels Fourier-Transformation
- Implementierung von Sound-Generatoren in SCILAB
Auszug aus dem Buch
Biologische und artifizielle Optimierung
Das biologische Leben auf unserem Planeten entstand in einer unermesslichen Vielfalt an Form, Gestalt und Funktion. Evolution ist, auf einer abstrakten Ebene betrachtet, die Entwicklung der unbelebten und belebten Natur aus ihren innewohnenden Gesetzmäßigkeiten heraus, als Evolutionsschema mit diskretem Repertoire und Vokabular erkennbar. In diesem Sinne darf die biologische Evolution als eine Strategie verstanden werden, die im Laufe von Milliarden Jahren nicht nur die Form, Gestalt und Funktionen rezenter Lebewesen hervorgebracht, sondern auch sich selbst immer weiter optimiert hat.
Die Frage, welche der uns bekannten Mechanismen der biologischen Evolution zur Formulierung von Optimierungsstrategien für Artefakte beschrieben, genutzt und eingesetzt werden können, ist Gegenstand aktueller ingenieurwissenschaftlicher Diskussion. Evolutionsstrategien (ES) und Genetische Algorithmen (GA), die bekanntesten Strategieansätze unter den Evolutionären Algorithmen (EA), arbeiten mit dem essentiellen Vokabular der biologischen Evolution [Rec-94] [Sche-85] [Schw-95]. Evolutionäre Algorithmen wenden das Evolutionsschema auf mathematisch modellierbare Optimierungsaufgaben an.
Zusammenfassung der Kapitel
Biologische und artifizielle Optimierung: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen evolutionärer Algorithmen und überträgt biologische Evolutionsmechanismen auf die Optimierung technischer Artefakte.
Physical modelling: Hier werden gängige Verfahren wie Masse-Feder-Modelle und modale Synthese zur physikalisch orientierten Klangmodellierung dargestellt und in den Kontext des Projekts gesetzt.
Schallsignale und Signaldarstellung: Das Kapitel vermittelt essenzielle akustische Grundlagen und beschreibt die mathematische Modellierung von Schallsignalen sowie deren Frequenzrepräsentation.
Modellierte Geräusch-Gemische: Dieser Abschnitt beschreibt die praktische Synthese von Klängen aus diskreten Frequenzspektren unter Verwendung der Programmiersprache SCILAB.
Schlüsselwörter
Bauteiloptimierung, Evolutionsstrategien, Finite-Elemente-Methode, Physical Modelling, Schallsignale, Psychoakustik, Fourier-Transformation, Signalverarbeitung, SCILAB, Klangspektrum, Biologische Evolution, Dynamische Strukturanalyse, Harmonische, Geräuschgemische
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Nutzung von Klängen aus Finite-Elemente-Analysen zur Optimierung von Bauteilen durch evolutionäre Algorithmen.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Felder sind Bionik, numerische Bauteilschwingungsberechnung, Akustik sowie die computergestützte Signalverarbeitung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Schaffung eines interaktiven Bauteiloptimierungsverfahrens, das auf einer subjektiven Bewertung akustischer Ergebnisdaten basiert.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es werden Methoden der Evolutionären Algorithmen sowie Verfahren der klassischen Signalverarbeitung und Fourier-Transformation eingesetzt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung der Evolutionsstrategien, die physikalische Modellierung von Schall sowie die algorithmische Implementierung in SCILAB.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Evolutionsstrategie, Physical Modelling, Bauteiloptimierung und Klangspektrum.
Wie wird die Verbindung zwischen Bauteilschwingung und Klang hergestellt?
Die aus FEM-Simulationen stammenden Schwingungsdaten werden als Frequenzspektren interpretiert und mittels inverser Fourier-Transformation in ein für den Menschen hörbares Klangmuster umgewandelt.
Warum wird die Sprache SCILAB für das Projekt verwendet?
SCILAB bietet integrierte Routinen für die Signalverarbeitung und Audio-Ausgabe, was die Implementierung der Soundgeneratoren effizient ermöglicht.
Was unterscheidet ein periodisches von einem unperiodischen Signal in diesem Kontext?
Ein periodisches Signal wiederholt sich exakt, während unperiodische Signale (wie sie in der Realität vorkommen) ein Linienspektrum ohne ganzzahlige Vielfache einer Grundfrequenz aufweisen.
Wie funktioniert die „subjektive Bewertung“ im Optimierungsprozess?
In einem interaktiven Dialog bewertet ein Anwender die durch den evolutionären Algorithmus erzeugten Klangvarianten, um die Optimierung in Richtung einer Zielvorstellung zu steuern.
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- Dipl.-Ing. Michael Dienst (Author), 2009, Geräuschgemische und Optimierung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/135384