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Die Entwicklung der Kriegstechnik unter ökologischen Aspekten

Untertitel: 1500-1918

Hauptseminararbeit, 2009, 20 Seiten
Autor: Robert Schneider
Fach: Geowiss. / Geographie - Phys. Geogr., Geomorphologie, Umweltforschung

Details

Kategorie: Hauptseminararbeit
Jahr: 2009
Seiten: 20
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V136055
ISBN (E-Book): 978-3-640-44596-7
ISBN (Buch): 978-3-640-44609-4

Zusammenfassung / Abstract

Der in dieser Arbeit berücksichtigte Zeitraum von 1500 bis 1918, ist mit seinen vielfältigen Entwicklungen eine Besonderheit. Diese Zeit hat nicht nur das Schießpulver und die damit einhergehende Waffenentwicklung hervorgebracht, sondern vielmehr wurde am Ende dieser Zeit der Übergang von den zahlenmäßig kleinen Einigungsheeren zu den Millionenheeren vollzogen. In dieser Arbeit sollen die fortschrittlichsten und wichtigsten Entwicklungen dieser Epochen dargestellt werden. Dabei kann nicht auf Vollständigkeit Wert gelegt werden, denn das würde den Rahmen der Arbeit bei Weitem übertreffen. Die herausragendsten Techniken sollen dargestellt und näher auf ihre weiteren Entwicklungen eingegangen werden. Doch nicht nur die Waffen, sondern auch die Geschichte der einzelnen Kriege oder der Lebenswandel einer Zeit wird starken Einfluss auf die Arbeit haben. Denn solange man die Art und Weise der Lebensumstände einer Zeit nicht versteht, kann man auch die Kriege und das Heereswesen nicht verstehen. Diese Punkte sind auch für die Fragestellung von enormer Bedeutung. Die Frage, welche am Ende beantwortet werden soll, ist jene nach dem Zusammenhang zwischen der jeweiligen Lebenssituation und der Kriegsentwicklung.


Textauszug (computergeneriert)

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung 1

2. Das Schießpulver 2

2.1. Geschichte 2

2.2. Die Zusammensetzung 3

2.3. Verwendung des Schießpulvers 5

3. Die Industrialisierung 8

3.1. Die weitere Waffenentwicklung 9

3.2. Die Rolle der Eisenbahn und der Telegraphie 1866 10

3.3. Umweltverschmutzung durch einen neuen Indsutriezweig 12

4. Giftgas im Ersten Weltkrieg 13

5. Fazit 16

6. Literaturliste 17


1. Einleitung

Schon seit frühster Zeit sind uns Kriege zwischen verschiedenen Völkern, Stämmen oder

einzelnen Rivalen bekannt. Schon die alten Griechen verstanden es, ihre Machtkämpfe im

Krieg auszutragen. Schon weit vor 500 v. Chr. kam es zu Kampfhandlungen, welche ihren

ersten Höhepunkt im Peloponnesischen Krieg fanden1. Mit den kriegerischen

Auseinandersetzungen gehen aber auch immer technische Entwicklungen einher. Das

Heerwesen wurde immer wieder reformiert und mit neuen Ideen versehen. Jede technische

Entwicklung, welche im Krieg eingesetzt wurde, baut auf vorhergehenden Methoden und

Kenntnissen auf.

Der in dieser Arbeit berücksichtigte Zeitraum von 1500 bis 1918, ist mit seinen vielfältigen

Entwicklungen eine Besonderheit. Diese Zeit hat nicht nur das Schießpulver und die damit

einhergehende Waffenentwicklung hervorgebracht, sondern vielmehr wurde am Ende dieser

Zeit der Übergang von den zahlenmäßig kleinen Einigungsheeren zu den Millionenheeren

vollzogen. Dieser Übergang bedeutete nicht nur den Verlust von vielen Soldaten und damit

auch ein erster demografischer Einbruch in die Bevölkerungsstatistik, vielmehr vollzog sich

zu dieser Zeit ein sprunghafter Wandel des Heereswesens und der damit verbundenen

Kriegstechnik.

In dieser Arbeit sollen die fortschrittlichsten und wichtigsten Entwicklungen dieser Epochen

dargestellt werden. Dabei kann nicht auf Vollständigkeit Wert gelegt werden, denn das würde

den Rahmen der Arbeit bei Weitem übertreffen. Die herausragendsten Techniken sollen

dargestellt und näher auf ihre weiteren Entwicklungen eingegangen werden. Doch nicht nur

die Waffen, sondern auch die Geschichte der einzelnen Kriege oder der Lebenswandel einer

Zeit wird starken Einfluss auf die Arbeit haben. Denn solange man die Art und Weise der

Lebensumstände einer Zeit nicht versteht, kann man auch die Kriege und das Heereswesen

nicht verstehen. Diese Punkte sind auch für die Fragestellung von enormer Bedeutung. Die

Frage, welche am Ende beantwortet werden soll, ist jene nach dem Zusammenhang zwischen

der jeweiligen Lebenssituation und der Kriegsentwicklung.

Wichtigste Literatur für diese Ausarbeitung ist zweifelsohne der mehrteilige Band von Georg

Ortenburg ,,Heerwesen der Neuzeit", welcher präzise die technischen Entwicklungen der

Waffen, sowie auch die Änderungen der Taktik im Heerwesen darstellt. Weiterhin wurden

wichtige Werke der einzelnen Epochen für die Darstellung der Geschichte benutzt.

1 Dreher: S. 125.

1


2. Das Schießpulver

2.1.

Geschichte

Die Frage von wem das Schießpulver erfunden wurde ist bis heute

nicht geklärt Zwar gibt es verschiedenen Annahmen, jedoch wird man

es nie hundertprozentig herausfinden können, vom wem die erste

Nutzung des Schießpulvers stammt. Die ersten Nachrichten von so

genannten Brandsätzen, welche den Namen ,,griechisches Feuer"

erhielten, sind uns bei den Chinesen und aus Byzanz übermittelt. In

Byzanz soll das Schießpulver mehrfach die Stadt vor Eindringlingen

gerettet haben. Im Hochmittelalter kennen zwei Gelehrte die Rezeptur

Quelle:

für das Schießpulver. Zum Einen ist es Roger Bacon aus England und

http://www.bodensee

sternwarte.de/Archiv/AlxB/

zum Anderen Albertus Magnus aus Köln. Der deutsche Philosoph und

themen/040816/schwarz.p

Theologe bezeichnete das Pulver noch als ,,

fliegendes Feuer"2

und

ng

gibt eine genaue Anleitung für die Gewinnung der Rohstoffe, sowie die Mischung und das

Mischungsverhältnis der einzelnen Bestandteile. Dort ist die Rede von: ,,

Und merke, mit

Bezug auf Schwefel sollst Du 3 Teile Holzkohle nehmen und mit Bezug auf Holzkohle 3 Teile

Salpeter.

"3. Daher habe wir in dieser Quelle ein Verhältnis von neun Teilen Salpeter, drei

Teilen Kohle und einem Teil Schwefel. Schießpulver war also schon vor 1300 in Europa

bekannt und man geht stark davon aus, dass es von China über den Nahen Osten bis nach

Europa gelangt ist. Deswegen vermutet man auch den Ursprung des Pulvers in China. Doch

die erste Nutzung des explosiven Gemisches war auf keinen Fall darauf ausgelegt Geschosse

abzufeuern und damit Schlachten zu gewinnen. Vorerst wurde es dazu benutzt

Feuerwerkskörper abzufeuern. Die Benutzung als Antrieb von Geschossen im militärischen

Sinn bekam das Schießpulver erst später4.

Die Annalen von Gent, welche 1313 entstanden, verweisen das erste Mal darauf, dass man

das Pulver zum Betrieb von Geschützen benutzte. Im Laufe des 14. Jahrhunderts sind dann

auch die ersten Fabriken, welche das Pulver herstellten urkundlich erfasst. Die Rede ist hier

von den beiden Fabriken auf deutschem Boden. Augsburg (1340) und Spandau (1344)5.

Natürlich stehen die beiden Fabriken nur stellvertretend für unzählige andere

2 Bretscher.

3 Bretscher.

4 Ortenburg: Waffen der Landsknechte. S. 49.

5 Ortenburg: Waffen der Landsknechte. S. 49.

2


Produktionsstätten, welche nach und nach entstanden. Denn nachdem man erkannt hatte, dass

das Pulver zur Abschreckung von potenziellen Feinden oder später sogar als richtige Waffe

verwendet werden konnte, brauchte man immer mehr Schießpulver und somit auch weitere

Fabriken zur Herstellung davon.

Wichtigster Rohstoff zur Herstellung von Waffen und Kriegstechnik war mit weitem Abstand

das Eisen. Die bedeutendsten Kriegsinstrumente des Mittelalters waren die Schwerter und

somit war es für die damaligen Kriegsherren relevant, wie hart ihr Schwert geschmiedet

wurde. Je besser die Schmiedekunst, welche von einem Schmied auf ein Schwert übertragen

wurde, desto besser und härter wurde das Schwert. Hier war ganz besonders die technische

Fähigkeit der Schmieder gefragt. Die besten Schwerter bekamen schon vor Ruhm und Ehre

einen eigenen Namen. In Bezug darauf ist das sagenumwobene Schwert Excalibur als

Beispiel anfügen. Das Bergwesen hatte sich in Deutschland in der Neuzeit als führender

Wirtschaftssektor hervorgehoben und war Mittelpunkt der Bergbauindustrie in Europa. Die

Standorte waren meist deutlich abgesteckt. So fand man die Hauptgebiete der

Montanindustrie in Regionen von Österreich, im Erzgebirge, im Harz, in der Oberfalz und im

Sauerland6.

Das größte Zentrum für den Handel von Waffen in Deutschland war die Stadt Nürnberg

gewesen. Neben dem eigenen Metallgewerbe siedelten sich hier auch eine Menge Verkäufer

und Zwischenhändler an. Weitere Zentren der Waffenindustrie waren Suhl, Solingen und

Essen7. Im 17. Jahrhundert verlagerte sich dann das Hauptzentrum der Waffenproduktion von

Deutschland nach Schweden. Die dort vorkommenden Kupferlager bei Falun und die

vorrätigen Eisenerze konnten unbedenklich für die Waffenproduktion verwendet werden8.

2.2.

Die Zusammensetzung

Die Grundstoffe der Schießpulvermischung wurden schon im vorherigen Kapitel genannt. Es

sind Salpeter, Schwefel und Holzkohle. Der Salpeter konnte in zwei Formen verwendet

werden. Entweder als Kalisalpeter (KNO3) oder als Natriumsalpeter (NaONO3). Wobei an

dieser Stelle wichtig zu sagen ist, dass der Natriumsalpeter eher ungeeignet für die

6 Ortenburg: Waffen der Landsknechte. S. 17.

7 Wobei man Suhl von den anderen beiden Städten absondern sollte. Denn Suhl galt zu jener Zeit als

Hauptzentrum der Eisenwarenherstellung. Von Suhl aus wurden alle Seiten beliefert.

8 Ortenburg, Georg: Waffen der Landsknechte. S. 24 f.

3


Herstellung von Schießpulver war. Diese Art des Salpeters war hygroskopisch und zog

dadurch leicht Feuchtigkeit an und zusätzlich entstanden viele Verbrennungsrückstände.

Der Salpeter wurde an jenen Stellen gesammelt, wo sich organische Stoffe zersetzten und in

Ammoniak übergingen. Diese organischen Stoffe waren meist Urin, Jauche oder auch Kot

von Tieren. Man konnte den Salpeter also zu großen Teilen aus Tierställen gewinnen und

dann weiter verarbeiten. Der Salpeter bildete durch Einwirkung von Feuchtigkeit an der

Oberfläche Salpeterkristalle, welche auch ,,Kehrsalpeter" genannt wurden, weil man sie leicht

von der jeweiligen Oberfläche abkehren konnte. Um mehr Salpeter zu gewinnen, legte man

auch großflächige Plantagen zu Salpetergewinnung an. In der Donau-Tiefebene kam es

zudem an verschiedenen Stellen zu Ausblühungen des Salpeters aufgrund der dort

vorherrschenden Bodenverhältnisse. Gleicher Art war der sogenannte ,,chinesische Schnee",

welcher aus dem Nahen Osten nach Europa kam. Aufgrund dieser Tatsache, vermutet man

auch weiterhin, dass das Schießpulver in China zuerst erfunden wurde und dann über den

Nahen Osten nach Europa kam9.

Wichtig bei der Herstellung war, dass der Salpeter rein war und deshalb wurde er in Wasser

gelöst und später gekocht. Dadurch bildeten sich wiederum Salpeterkristalle, welche man zu

Herstellung des Pulvers benutzen konnte. Der Schwefel wurde entweder im Bergbau

abgebaut, oder resultierte als Nebenprodukt beim Verhütten schwefelhaltiger Erze. Das

Mischungsverhältnis des Schießpulvers war nicht eindeutig zu ermitteln, denn verschiedene

Quellen gaben auch immer ein unterschiedliches Mischungsverhältnis an. Man nimmt an,

dass ein optimales Verhältnis aus 73,9 % Salpeter, 14,6 % Kohlenstoff und 11,5 % Schwefel

bestand. Zudem variierte das Verhältnis der Stoffe mit der jeweiligen Nutzung des Pulvers.

Für die Verwendung in einem Geschütz nahm man 100 Teile Salpeter und je 25 Teile

Kohlenstoff und Schwefel; eine Pistole hingegen wurde mit 100 Teilen Salpeter, 12 Teilen

Schwefel und 15 Teilen Kohle beladen.

Anfänglich wurde das Schießpulver fein gemahlen, damit es zur besten Durchmischung und

somit auch zur besten Verbrennung des Pulvers kommen konnte. Denn je besser das Gemisch

verbrannte, desto größere Kraft konnte auf die Kugel einwirken, welche abgefeuert werden

sollte. Doch es gab auch Nachteile beim Zermahlen bis hin zu staubfeinen mehlartigen Pulver.

Beim Transport konnten sich die Bestandteile vermischen, da sie eine unterschiedliche Dichte

aufwiesen. Weiterhin nahm das Schießpulver in diesem Zustand leicht Feuchtigkeit auf und

wurde dadurch unbrauchbar, da es im Lauf kleben blieb. Die einzige Lösung war also, damit

9 Ortenburg: Waffen der Landsknechte. S. 49.

4



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