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Scholary Paper (Seminar), 2003, 7 Pages
Author: Daniel Quadbeck
Subject: Orientalism / Sinology - Arabistic
Details
Institution/College: Free University of Berlin (Institut für Arabistik)
Tags: Analyse, Koransure, Jonas, Offenbarung, Erzählen, Repräsentation, Elemente, Koran
Year: 2003
Pages: 7
Grade: 2+
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-19757-1
File size: 133 KB
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Excerpt (computer-generated)
Analyse der Koransure Jonas (10:75-96)
Freie Universität Berlin
Seminar für Semitistik und Arabistik – Fachrichtung Arabistik
WS 2002/03 PS 14309
Offenbarung und Erzählen: Zur Repräsentation mythischer Elemente im Koran
Daniel Quadbeck
Sure Jonas 10:75-96
Die Verse 75 bis 92 der Sure 10 behandeln die Geschichte des Mose, der von Gott mit seinen Zeichen zu Pharao geschickt wurde. Die Erzählung steht im Kontext der ganzen Sure als Erinnerung an die Macht Gottes und als Mahnung für die Menschen, die seinen Zeichen keinen Glauben schenken und der koranischen Offenbarung noch skeptisch gegenüber stehen.
Die Sure stellt wie die meisten Suren der mekkanischen Periode1 Gott zunächst als den Schöpfer der Welt dar, der Himmel und Erde, Tag und Nacht, Sonne und Mond geschaffen hat, worin Zeichen seines Wirkens und seiner Macht für diejenigen liegen, die gläubig sind (10:5-6). Die Unterteilung der Menschen in Gläubige und Ungläubige erfolgt stark gegensätzlich. In der Beschreibung dessen, was die jeweilige Gruppe zu erwarten hat, manifestiert sich dann die Macht Gottes als Richter, der als Schöpfer der Welt, der Menschen und aller Dinge das Recht dazu hat, am Tag des jüngsten Gerichts über jeden Einzelnen zu urteilen. Diejenigen, die das diesseitige Leben bevorzugen und nicht an die Begegnung mit Gott glauben, erwartet dann das Höllenfeuer (10:7-8), während diejenigen, die den Zeichen Glauben schenken und sich rechtschaffen verhalten, mit dem Paradies belohnt werden (10:9-10).
Als Zeichen der Wahrheit, dass dieser Tag kommen wird, an dem die Toten auferstehen und vor ihren wahrhaftigen Herrn gebracht werden, dient die Warnung, die die koranische Botschaft enthält. Um diese Warnung zu bekräftigen und zu erreichen, dass ihr Glauben geschenkt wird, wird an die Macht Gottes immer wieder in Form von Erzählungen erinnert, die von den Frevlern handeln, die die Erde früher bewohnten und den Propheten damals keinen Glauben geschenkt hatten. Sie wurden zur Bestrafung von Gott vernichtet.
Die Unterscheidung zwischen den Gläubigen und Ungläubigen wird in der Sure 10 insbesondere an der Frage des Monotheismus bzw. des Polytheismus festgemacht. Die altarabischen Stämme verehrten nicht den einen Gott, sondern stellten andere Gottheiten neben ihn. Eine wesentliche Botschaft dieser Sure ist, dass diejenigen, die Gott Teilhaber beigesellen, am jüngsten Tag dafür bestraft werden und als Frevler im Höllenfeuer lodern werden (10:18, 28, 34, 66, 104- 106). Sie gehören zu den Ungläubigen, an die diese Mahnung gerichtet ist und denen anhand von Zeichen und Erzählungen verdeutlicht werden soll, dass es nur den einen Gott gibt und dass es dieser ist, der dereinst die Menschen abberuft.
Neben der Geschichte des Mose, auf die hier näher eingegangen werden soll, erfüllt die Geschichte von Noah in dieser Sure den gleichen Zweck (10:71-73). Noah versuchte, sein Volk durch die Zeichen Gottes zu mahnen, doch es schenkte ihm keinen Glauben, stellte „Teilhaber“ an die Seite Gottes und bezichtigte Noah der Lüge. Zur Strafe ließ Gott alle Ungläubigen ertrinken, errettete Noah und setzte ihn und die mit ihm auf dem Schiff waren als Nachfolger auf der Erde ein.
Der mahnende Charakter dieser Erzählung wird deutlich hervorgehoben, wenn es heißt: „Schau nur, wie das Ende derer war, die gewarnt worden sind!“(10:73)2
[....]
1 Die Sure entstammt der 3. mekkanischen Periode nach der Einteilung von Theodor Nöldeke, Geschichte des Qorans, Hildesheim 1981 (1909)
2 hier und im Folgenden in der Übersetzung von Rudi Paret, Der Koran, Stuttgart 20018 (1979)
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