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Cape Fear - Original und Neuverfilmung. Eine Betrachtung zum Thema Gewalt

Scholarly Paper (Advanced Seminar), 1998, 21 Pages
Author: Markus Schardt
Subject: Film Science

Details

Category: Scholarly Paper (Advanced Seminar)
Year: 1998
Pages: 21
Grade: 2,0
Language: German
Archive No.: V14556
ISBN (E-book): 978-3-638-19921-6

File size: 143 KB


Excerpt (computer-generated)

Johannes Gutenberg Universität Mainz
Institut für Filmwissenschaft

Seminar:
Wahn (-sinn) im Film
SS 1998

Cape Fear
Original und Neuverfilmung
Eine Betrachtung zum Thema Gewalt

Markus Schardt

 

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung 2

2. Original und Neuverfilmung 2
2.1. Inhalt
2.2. Filmische Umsetzung 5

3. Die Hauptcharaktere
3.1. Der Eindringling 9
3.2. Die Familie 11

4. Die Gewalt 15

5. Fazit 18

Literaturverzeichnis 20

 

1. Einleitung

Setzt man sich mit Thomsons „Cape Fear – Ein Köder für die Bestie“ aus dem Jahre 1961 und Scorseses „Cape Fear – Kap der Angst“ von 1991 auseinander, so fällt auf, Dass Original und Neuverfilmung mehr Unterschiede als Gemeinsamkeiten aufweisen. Während Inhalt, Handlungs- und Spannungsaufbau sowie filmische Umsetzung Parallelen zeigen, so weichen beide Werke sowohl in der Zeichnung der Hauptcharaktere als auch in der Darstellung und Interpretation des Themas Gewalt stark voneinander ab. Auf eben diese Abweichungen konzentriert sich die folgende Arbeit. Thompson rückt die Darstellung einer Jagd in den Mittelpunkt seines Films. Für ihn ist Gewalt, sowohl psychische als auch physische, das Mittel, um diese Jagd zu inszenieren. Scorsese hingegen dient die Gewalt als reinigendes, fast religiöses Element. Erstellt die Frage nach Schuld und Sühne. Für ihn ist Gewalt das Mittel, einer „letzten Wahrheit“ näher zu kommen.

Der erste Teil dieser Arbeit beleuchtet Gemeinsamkeiten und Unterschiede bezüglich der o.a. Punkte Aufbau und Umsetzung. Im Folgenden wird auf die Darstellung der Hauptpersonen eingegangen, während schließlich die Aspekte von Gewalt analysiert werden.

2. Original und Neuverfilmung

2.1. Inhalt

Sowohl „Ein Köder für die Bestie2 des Regisseurs j. Lee Thompson, als auch „Kap der Angst“ von Martin Scorsese sind Vertreter des Thrillergenres. Das Original von 1961 vertritt hierbei die klassische Linie des Suspense – Thrillers, während das Remake darüber hinaus um Horrorelemente angereichert ist. Scorsese und sein Drehbuchautor Wesley Strick1 halten sich sehr eng an das Drehbuch von „Ein Köder für die Bestie“, welches James R. Webb verfasst hat und auf die Romanvorlage „The Executioners“ von John D. MacDonald zurückgeht2.

In dem Film von 1961 sieht sich der Anwalt Sam Bowden mit dem Gewaltverbrecher Cady konfrontiert, den er vor acht Jahren durch seine Zeugenaussage ins Gefängnis gebracht hat. Durch Cadys Präsenz und dessen Anspielungen gerät der Anwalt in Furcht und Panik, die Idylle in der er mit Frau und Tochter lebt, scheint in Gefahr. Die Familie mobilisiert die ihnen befreundete Polizei um Cady das Leben in ihrer Kleinstadt unerträglich zu machen. Als das nichts nützt, hetzt ihm Bowden zur Einschüchterung einige Schläger auf den hals. Daraufhin wird der Anwalt vor ein berufliches Ehrengericht zitiert. Einziger Ausweg scheint nunmehr die Liquidierung des Verbrechers. So benutzt er Frau und Kind als Köder, um Cady anzulocken und schließlich dingfest zu machen.

Dreißig Jahre später hat Scorsese an der Handlung nicht viel modifiziert. Aus dem zeugen Bowden ist der Pflichtverteidiger von Cady geworden. Bowden hat bei dessen Verhandlung Entlastungsmaterial unterschlagen, woraufhin Cady vierzehn Jahre ins Gefängnis geschickt wurde. Nun ist er seinem Anwalt in dessen Heimatstädtchen gefolgt, um sich an ihm zu rächen. Wieder kann keiner Bowden gegen Cady auf bloßen verdacht hin helfen, wieder wird Selbstjustiz geübt, um dem Terror des Eindringlings ein Ende zu bereiten. Beide Filme folgen vordergründig einem klassischen Spannungsaufbau. Ein angesehener Anwalt und Familienvater sieht sein leben in einer Kleinstadt von einem Mann aus seiner Vergangenheit bedroht. Dieser Eindringling macht den Anwalt für seinen langjährigen Gefängnisaufenthalt verantwortlich und überzieht die Familie mit Psychoterror. Auf sich selbst angewiesen, sieht sich der Anwalt gezwungen, Frau und Kind als Lockvögel zu benutzen, um den Peiniger unschädlich zu machen.

[....]


1 Vgl. Filmjahrbuch, 1993, S. 167
2 vgl. Filmkritik, 1962, S. 481


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