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Gewalt an Schulen

Scholary Paper (Seminar), 1999, 19 Pages
Author: Laura Dahm
Subject: Pedagogy - Pedagogic Sociology

Details

Event: Jugendforschung Jugendpädagogik
Institution/College: Johannes Gutenberg University Mainz (Pädagogisches Institut)
Tags: Gewalt, Schulen, Jugendforschung, Jugendpädagogik
Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 1999
Pages: 19
Grade: 1,0
Language: German
Archive No.: V14708
ISBN (E-book): 978-3-638-20029-5
ISBN (Book): 978-3-638-77766-7
File size: 141 KB

Abstract

Diese Arbeit wird sich mit dem Phänomen „Gewalt an Schulen“ auseinandersetzen. Dieses Thema paßt in den Trend der 90er, über Jugendgewalt zu berichten. Initiator für die Konjunktur waren die Medien, die sich diesem Thema seit Beginn der 90er Jahre widmen. Dabei wird in der Öffentlichkeit Gewalt immer gleich als körperliche Aggression verstanden, was den Blickwinkel einschränkt. Täter sind immer nur die Schüler/Innen, nicht die Lehrer oder die Institution Schule. Zunächst werden verschiedene klassische und neuere psychologische sowie soziologische Erklärungsansätze für Gewalt in der Schule vorgestellt (Kapitel 1). Im zweiten Kapitel geht es um Gewaltbelastung und Gewaltentwicklung an Schulen. Das dritte Kapitel behandelt Ausmaß und Erscheinungsformen von Schülergewalt. Dann stelle ich im vierten Kapitel die Befunde nach verschiedenen Differenzierungsmerkmalen vor. Schließlich sollen noch die Entstehungsbedingungen von Gewalt erwähnt werden (Kapitel 5). Die Gewaltprävention wird hier kein Thema sein, da es mir nur darum ging, das Gewaltphänomen an sich darzustellen. Nur in der Schlußbetrachtung werde ich kurz darauf zu sprechen kommen.


Excerpt (computer-generated)

Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Pädagogisches Institut
WS 1998/99

Thema:

Abweichendes Verhalten - Jugendgewalt Gewalt an Schulen

Laura Dahm

 

Inhaltsverzeichnis:

0. EINLEITUNG 1

1. ERKLÄRUNGSANSÄTZE FÜR GEWALT IN DER SCHULE 2

2. GEWALTBELASTUNG UND GEWALTENTWICKLUNG AN SCHULEN 4

3. AUSMAß UND ERSCHEINUNGSFORMEN VON GEWALT 6

4. BEFUNDE NACH VERSCHIEDENEN DIFFERENZIERUNGSMERKMALEN 8
4.1. GESCHLECHT 8
4.2. SCHULFORM 10
4.3. ALTER BZW. JAHRGANGSSTUFE 11
4.4. LEISTUNGSSTATUS 12

5. ENTSTEHUNGSBEDINGUNGEN VON GEWALT 12

6. SCHLUßBETRACHTUNG 15

7. LITERATURVERZEICHNIS 17

 

0. Einleitung

Diese Arbeit wird sich mit dem Phänomen „Gewalt an Schulen“ auseinandersetzen. Dieses Thema paßt in den Trend der 90er, über Jugendgewalt zu berichten. Initiator für die Konjunktur waren die Medien, die sich diesem Thema seit Beginn der 90er Jahre widmen. Dabei wird in der Öffentlichkeit Gewalt immer gleich als körperliche Aggression verstanden, was den Blickwinkel einschränkt. Täter sind immer nur die Schüler/Innen, nicht die Lehrer oder die Institution Schule.

Wenn die Medien über Jugendgewalt berichten, dann gerät der Blick automatisch auf die Schule als Aufenthaltsort der Jugend. Untersucht man das Gewaltpotential an Schulen erfährt man etwas über Jugendgewalt allgemein. Diesen Blickwinkel unterstützend, wirkt die Tatsache, daß die Lehrer von einer Gewaltzunahme an Schulen sprechen und sich dadurch in ihrem Berufsalltag gefährdet sehen. Damit wurde die schulinterne Diskussion 1992 ins Rollen gebracht. Dabei geht es um Demotivierung und Zunahme von Aggressionen, die zu einer höheren Belastung im Unterricht führen und die Anforderungen an die Erziehungsarbeit ansteigen lassen. Zeitgleich begann auch die wissenschaftliche Thematisierung dieses Themas. Dabei konnten die empirischen Ergebnisse keine Bestätigung überbordender Gewalt ausmachen. Die Wahrnehmung ansteigender Gewalt muß also eher durch die Sensibilisierung gegenüber Gewalt und der Realitätsverzerrung seitens der Medien erklärt werden. Bisher hat man voreilig familiäre Erziehungsmängel, das Wohnumfeld und Medieneinflüsse als Erklärungsfaktoren herangezogen. Der Einfluß der Schule wird dabei allzu schnell vergessen (vgl. Tillmann 1997, S. 36-40).

Deshalb wird diese Institution hier im Mittelpunkt des Interesses stehen. Die Schule stellt eine wichtige Sozialisationsinstanz dar, in der die Jugendlichen einen Großteil ihrer Zeit verbringen müssen. Hier treffen die jungen Leute auf peer-groups, deren Einfluß, meiner Meinung nach, gerade bezüglich Gewalt nicht unerheblich ist. Aber auch das Schulklima und die Lernkultur sind wichtige Einflußgrößen.

Gut informiert sind wir heute dank der jüngeren Forschung über Formen und Häufigkeiten von Gewalterscheinungen. Die Rangreihe von Gewalthandlungen stimmt bei Lehrern und Schülern überein: Verbale Attacken sind weitverbreitet, während strafrechtlich relevante Delikte selten sind.

Außerdem wissen wir viel über Schulform-, Alters- und Geschlechtsunterschiede beim gewaltförmigen Verhalten: Es gibt massive Geschlechtsunterschiede bei der Gewaltbilligung und -beteiligung, besonders bei körperlicher Gewalt. Hinsichtlich der Schulform tritt körperliche Aggressivität vorwiegend an Sonderund Hauptschulen auf. Zwischen dreizehn und fünfzehn Jahren bzw. in der 8./9. Jahrgangsstufe ist die Gewalt am ausgeprägtesten, danach nimmt sie wieder ab. Schließlich verfügen wir über eine differenzierte Beschreibung der Beziehungen zwischen Opfer-Sein und Täter-Sein: Vor allem bei massiver Gewalt sind Opfer und Täter nicht eindeutig zu unterscheiden. Viel eher kann man zwischen zwei informellen Kulturen differenzieren: jene, die sich von gewalttätigen Auseinandersetzungen fernhalten und jene, die einer aggressiv orientierten Kultur angehören (vgl. Tillmann 1997, S. 40ff).

Diese hier nur knapp erwähnten Aspekte mit ihren jeweiligen Ausprägungen sollen in den folgenden fünf Kapitel genauer erläutert und um zusätzliche Informationen ergänzt werden.

Zunächst werden verschiedene klassische und neuere psychologische sowie soziologische Erklärungsansätze für Gewalt in der Schule vorgestellt (Kapitel 1). Im zweiten Kapitel geht es um Gewaltbelastung und Gewaltentwicklung an Schulen. Das dritte Kapitel behandelt Ausmaß und Erscheinungsformen von Schülergewalt. Dann stelle ich im vierten Kapitel die Befunde nach verschiedenen Differenzierungsmerkmalen vor. Schließlich sollen noch die Entstehungsbedingungen von Gewalt erwähnt werden (Kapitel 5). Die Gewaltprävention wird hier kein Thema sein, da es mir nur darum ging, das Gewaltphänomen an sich darzustellen. Nur in der Schlußbetrachtung werde ich kurz darauf zu sprechen kommen.

1. Erklärungsansätze für Gewalt in der Schule

Gewalt an Schulen kann auf unterschiedlichste Weise erklärt werden. Psychologische Ansätze erklären Gewalt eher durch psychische Vorgänge einer Person oder Lernprozesse. Die Soziologie rückt das Wirken gesellschaftlicher Bedingungen ins Zentrum.

Zu den traditionellen psychologischen Aggressionstheorien gehören die folgenden:

Triebtheorien: Der Mensch trägt ein angeborenes Aggressionspotential in sich. Aggression ist also Bestandteil der menschlichen Entwicklung.

[....]


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