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Termpaper, 2003, 37 Pages
Authors: Martina Szonn, Svenja Otte
Subject: Sociology - Medical Care
Details
Institution/College: University of Hannover (Erziehungswissenschaften)
Tags: Sterbehilfe, Euthanasie, Sterben, Wandel
Year: 2003
Pages: 37
Grade: gut
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-20420-0
File size: 141 KB
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Excerpt (computer-generated)
Sterbehilfe und Euthanasie
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Was ist Sterbehilfe oder Euthanasie?
2. 1. Die passive Sterbehilfe
2. 2. Beihilfe zum Selbstmord
2. 3. Die indirekte Sterbehilfe
2. 4. Die aktive Sterbehilfe
2. 5. Die verschiedenen Formen von Sterbehilfe
3. Situation in Deutschland
3. 1. Die Gesetze
3. 2. Die Rechte
3. 3. Zur Diskussion um die Sterbehilfe in Deutschland
3. 3. 1. Deklarationen, Richtlinien, Stellungnahmen
4. Euthanasie in den Niederlanden
4. 1 Das neue Gesetz
4. 2. Wer darf sterben?
4. 3 Das Vorgehen
4. 4 Die Todestouristen
4. 5. Killing me softly oder Massenelimination?
5. Euthanasie in der Schweiz
5. 1 Gesetzliche Grundlagen
5. 2. Richtlinien für die Sterbehilfe
5. 3. Mögliche Voraussetzungen für aktive Sterbehilfe
5. 4. Laufende Revisionsbemühungen
5. 5. Ausblick
6. Interview mit einer Schwerkranken
6. 1. Reflexion des Gesprächs
7. Schlussbemerkung
8. Literaturverzeichnis
1. Einleitung
Es gibt keine allgemeingültige Antwort auf die Frage, wie ein Mensch in Würde sterben kann. Wir alle würden gern – wie es oft in Anzeigen mitgeteilt wird – sanft entschlafen.
Gerade die allerletzte Phase des Lebens wird oft mit Metaphern aus dem Reich des Schlafes und der Abenddämmerung verklärt. Denn die Wirklichkeit des Sterbens sieht meistens ganz anders aus. Dem Tod geht oft eine schwere und lange Krankheit voraus. Außerdem leiden die Menschen Schmerzen und können sich oft nicht mehr alleine helfen. Für viele kranke Menschen wird gerade dieser letzte Abschnitt zu einer Tortur; denn dank der modernen Medizin werden die Menschen eher am Sterben gehindert, anstatt das Leben angenehm zu machen. Oft ist es ein sehnliches Warten auf den Tod. Der damals 87 Jahre alte Philosoph Norberto Bobbio beschrieb diesen Zustand als „kein Weiterleben, sondern Nicht-Sterben-können“. 1 Die vielen unterschiedlichen Religionen, Weltansichten, Ethiken geben verschiedene Antworten auf die Frage, was ein Sterben in Würde bedeutet. Wenn man sich an einem Samstagmorgen die Tageszeitung nimmt und die Todesanzeigen studiert, kann man feststellen, dass es starke Unterschiede im Denken und Handeln der einzelnen Menschen gibt. Der eine hat z. B. tapfer sein langes Leiden ertragen. In einer anderen Todesannonce wird mitgeteilt, dass sich ein Angehöriger die Freiheit genommen hat, wegen Hoffnungslosigkeit seines Zustandes aus dem Leben zu scheiden. Eine andere Anzeige widerrum sagt aus, dass die Erlösung ihn gerettet hat. Hier kann man deutlich erkennen, dass die Menschen unterschiedliche Ansichten vom Tod haben. Die einen sehen ihn als Erlösung von Schmerz und Pein, andere als letzten Schritt das Leben alleine zu beenden. Seit ungefähr 15 Jahren wird in der wissenschaftlichen Literatur, der Politik und vor Gerichten die Frage der Sterbehilfe mit zunehmender Intensität diskutiert. Die Ursachen liegen wohl darin, dass die Medizin immer bessere Möglichkeiten bereitstellt, dass Leben der Menschen zu verlängern. Dies geschieht oft zu dem Preis, dass die lebensverlängernden und weiterbelebenden ärztlichen Maßnahmen dazu führen, ein Leben lang als Pflegefall betreut zu werden. Oft ist es so, dass die Herztätigkeit wieder in Gang gesetzt, die Gehirnfunktionen hingegen nicht wiederhergestellt werden können.
Nun stellt sich natürlich die Frage, wie ein Mensch in einer solchen Situation am Ende seines Lebens Einfluss nehmen kann. Kann ein Mensch im Falle einer aussichtslosen und unerträglichen Krankheit den Verzicht auf lebensverlängernde Maßnahmen oder die Gabe von schmerzstillenden Medikamenten unter Inkaufnahme seines frühen Todes oder sogar seine Tötung verlangen?
Diese Fragen der passiven, indirekten und aktiven Sterbehilfe werden wir in der folgenden Hausarbeit diskutieren. Welche Rechte haben wir als deutsche Staatsbürger? Wie ergeht es unseren Nachbarn in den Niederlanden und der Schweiz? Hier werden wir die unterschiedlichen Ländersituationen darlegen und Beispiele dazu geben. Ein Interview mit einer Schwerkranken wird Aufschluss geben, wie es in einem Menschen aussieht, wenn es keine Rettung mehr für das Leben gibt.
2. Was ist Sterbehilfe oder Euthanasie?
Der Jurist Prof. Engisch sagte einmal: „Euthanasie ist durch Mitleid bestimmte, direkt gewollte, ins Werk gesetzte Lebensverkürzung bei unheilbar Kranken und mehr oder minder großer Todesnähe“. 2 Für Prof. Engisch ist die Euthanasie dadurch charakterisiert, dass sie durch Mitleid bestimmt und direkt gewollt ist. Direkt übersetzt heißt Euthanasie: „der gute Tod!“. Doch dies ist nicht wirklich korrekt, denn was wir heute darunter verstehen ist eigentlich was ganz anderes. Carl Heinz Ratschow ist der Auffassung, dass der Begriff nicht näher definiert werden kann, da er zu schillernd ist. Seiner Meinung nach kann man sich des Wortes Euthanasie behelfen ohne es genau zu definieren. 3 Das Wort Euthanasie ist griechischen Ursprungs und meint „zum guten Tod verhelfen“. Bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts verstand man darunter das gute Sterben in Ansehen und Ehre begleitet von Zuwendung nahestehender Personen. 4 Euthanasie kann man deutlich in unterschiedliche Kategorien einteilen.
2. 1. Die passive Sterbehilfe 5
Als passive Sterbehilfe wird der Patientenwunsch bezeichnet, dass lebensverlängernde Maßnahmen, wie z. B. die künstliche Ernährung mittels einer Magensonde, unterlassen werden.
[...]
1 Vgl. Seite 32, Noberto Bobbio, Vom Alter- de senectute, Berlin, 1997
2 Zitat Seite 9, Karl Heinz Ratschow, Wenn Sterbehilfe töten darf, Wuppertal, 1992
3 Vgl. Seite 10, Karl Heinz Ratschow, Wenn Sterbehilfe töten darf, Wuppertal, 1992
4 Internet:http://www.museumonline.at/1999/schools/classic/laaerberg/Euthanas.htm
5 Vgl. Seite 225 ff, 226, Hans Koch, Aktuelle Fragen der Sterbehilfe im deutschen Recht, In: Bert Gordijn/Hewnk ten Have (Hrsg.), Medizinethik und Kultur, Stuttgart, 2000
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