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Das "real maravilloso" im Werk Alejo Carpentiers

Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2003, 18 Pages
Author: Wojciech Osinski
Subject: Romance Languages - Spanish Studies

Details

Category: Scholarly Paper (Advanced Seminar)
Year: 2003
Pages: 18
Grade: 1
Language: German
Archive No.: V15436
ISBN (E-book): 978-3-638-20541-2

File size: 234 KB
Notes :
Eine ausführliche Untersuchung der Gattung des "real maravilloso" im Werk des kubanischen Schriftstellers Alejo Carpentier.



Excerpt (computer-generated)

Das "real maravilloso" im Werk Alejo Carpentiers

 

 

INHALTSVERZEICHNIS

1. VORBEMERKUNG 2

2. EL „PATRIMONIO DE LA AMÉRICA ENTERA“: LEBEN UND WERK EINES GROßEN SCHRIFTSTELLERS 3

3. DAS „REAL WUNDERBARE“ – DIE HISTORIE EINES LITERARISCHEN MODERNEOBJEKTS 6

3.1 Die Entstehung des „real maravilloso“ 6
3.2 Carpentier vs. Asturias: Der Unterschied zwischen dem „real maravilloso“ und dem „realismo mágico“ 8

4. DIE UMSETZUNG DES „REAL MARAVILLOSO“: DIE ERZÄHLUNG EL REINO DE ESTE MUNDO 10

4.1 Die Genesis von El reino de este mundo 10
4.2 Die Gegensätze zwischen den Europäern und den haitianischen Afroamerikanern 12
4.3 El reino de este mundo – Ein Roman, eine Erzählung oder eine essayistische Abhandlung? 15

LITERATURVERZEICHNIS 17

 


1. VORBEMERKUNG

Der Hispanist und durchaus informierte Alejo Carpentier-Kenner Hans-Otto Dill schildert in seiner 1993 publizierten Monographie Lateinamerikanische Wunder und kreolische Sensibilität folgendes über den als Vorwort zu der Erzählung El reino de este mundo publizierten Essay De lo real maravilloso americano:

Der Essay ist ein MANIFEST ersten Ranges, das sich in die beste Tradition jener Programme einschreibt, die im Lauf der universalen Geschichte von Kunst und Literatur bedeutsame Wendungen auslösten, in diesem Falle den Übergang von traditioneller zu moderner lateinamerikanischer Prosa und die erstmalige Gestaltung der historisch-ethnischen Eigenheiten der Kreolen, Tendenzen, die in einer der Hauptströmungen des Neuen Romans der 60er und 70er Jahre kulminiert.1 In der Tat leitete dieser Aufsatz gewissermaßen eine neue Ära der lateinamerikanischen Epik ein und trug zweifelsohne entschieden zu dem späteren Boom des modernistischen Romans auf diesem Kontinent bei. Er basiert eigentlich auf einer Auseinandersetzung mit dem französischen Surrealismus, denn obschon Carpentier in seinem Schaffen von dieser Kunst- und Literaturanschauung sehr beeinflusst wurde und auf Drängen des Dichters und Kritikers André Breton beispielsweise gar zahlreiche feuilletonistische Beiträge für die Zeitschrift Révolution Surréaliste verfasste, stand er der gedankenlosen Anwendung surrealistischer Stilelemente auch äußerst kritisch gegenüber, wie Alexis Márquez Rodríguez treffend konstatiert: [...] No olvidemos, además, que en más de una ocasión el mismo Carpentier, al definir su concepto de lo real maravilloso, empleó como recurso metodológico el de su comparación y contraste [!] con el surrealismo.2 Carpentier schrieb den Aufsatz nach einer Haiti-Reise, die ihn gleichsam auch zum Niederschreiben des Romans inspirierte. In diesem besagten Vorwort heißt es:

Nachdem ich den keineswegs erdichteten Zauber Haitis verspürt, auf den roten Wegen des Hochlandes im Landesinneren Anzeichen von Magie gefunden, die Trommeln von Petro und Rada gehört hatte, sah ich mich veranlasst zu einer Gegenüberstellung: hier die jüngst erlebte wunderbare Wirklichkeit, dort das für manche europäische Literaturen in den letzten dreißig Jahren charakteristische, bis zur Erschöpfung mühsame Bestreben, das Wunderbare künstlich herzustellen.3

Dieses interessante und für die deutschen Leser jedoch unglücklicherweise zuweilen auch etwas komplizierte Konzept Carpentiers soll im Hauptteil dieser bescheidenen Arbeit näher beleuchtet und anhand repräsentativer Textstellen aus der Erzählung El reino de este mundo exemplarisch untersucht werden. Da Alejo Carpentier zudem in der Bundesrepublik zumeist nur in oberflächlichen Einträgen in einigen Lexika erwähnt bzw. in literaturhistorischen Gesamtdarstellungen pauschal abgehandelt wird, gibt der Verfasser in dem ersten Teil des Beitrags einer allgemeinen Einführung in das Leben und Werk dieses hervorragenden kubanischen Autors verhältnismäßig viel Platz. Insbesondere seine Kindheit, die das literarische Schaffen Carpentiers entscheidend geprägt hat, soll nicht unbeachtet gelassen werden.

2. EL „PATRIMONIO DE LA AMÉRICA ENTERA“: LEBEN UND WERK EINES GROßEN SCHRIFTSTELLERS

[...]


1 DILL 1993 : 51
2 MARQUEZ-RODRIGUEZ 1982 : 31
3 DILL 1999 : 315


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