Das Projektseminar "Lernen und Motivation: Lernen mit Medien - Untersuchungen zur Medienkompetenz" diente der wissenschaftlichen Begleitung verschiedener Projektgruppen, welche vom multikulturellen Jugendzentrum in München/ Westend zur Förderung von Jugendlichen im Umgang mit den neuen Multimediatechniken angeboten wurden. Die einzelnen Kurse wurden im Zeitraum von Oktober 1999 bis etwa Mitte April 2000, mit jeweils einem Treffen pro Woche, abgehalten.
Die Seminargruppe begleitete im Schwerpunkt den Kurs "Informieren und kommunizieren mit dem Internet". In diesem Kurs sollte den Jugendlichen der Umgang mit dem World Wide Web, sowie das Verhalten, beispielsweise in einem Chatroom, vermittelt werden.
Der Projektgruppe ging es zuerst einmal darum das Thema "Medienkompetenz bei Jugendlichen im Bezug auf das Internet" zu erfassen und in einen Fragebogen umzusetzen. Von der Voraussetzung ausgehend, daß der Kurs im MKJZ die Medienkompetenz der Jugendlichen verbessert, waren die Fragebögen zur Datensammlung zu bestimmten Meßzeitpunkten im Rahmen der wissenschaftlichen Begleitung gedacht. Die Datenerhebungen mittels des Fragebogens wurden dann zu zwei verschiedenen Meßzeitpunkten durchgeführt. Zum einem zu Beginn des Kurses und schließlich noch einmal gegen Kursende. Desweiteren wurde, durch die Mitarbeiter des MKJZ München/ Westend, eine Eingangsbefragung, sowie eine abschließende Befragung durchgeführt.
Die zunächst grundlegende Frage, mit der wir uns zu befassen hatten, bevor wir die Fragebögen endgültig erstellten, war die Frage nach der Bedeutung des Begriffes der "Medienkompetenz". Was also ist eigentlich Medienkompetenz und wie ist sie vor allem meßbar?
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung / Becker
2. Hypothese / Herrgott
3. Methode / Wolf
3.1. Theoretische Grundlagen
3.1.1. Fragestellung
3.1.2. Vorgabe der Antworten
3.1.3. Kombination von Frage und Antwort
3.2. Erstellung des Fragebogens
3.3. Durchführung der schriftlichen Datenerhebung
4. Ergebnisse / Boelecke Hader
5. Diskussion / Hara , Hozhäuser
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Entwicklung der Medienkompetenz bei Jugendlichen im Rahmen eines Internet-Projektseminars. Ziel ist es, durch eine empirische Erhebung zu Beginn und am Ende des Kurses zu prüfen, ob die Teilnahme an den Kursen zu einem messbaren Kompetenzzuwachs führt und welche Faktoren diesen Prozess beeinflussen.
- Wissenschaftliche Begleitung von Computerkursen für Jugendliche
- Messung von Medienkompetenz durch standardisierte Fragebögen
- Einfluss der Kursgestaltung und pädagogischer Didaktik
- Sozialstrukturelle Zusammenhänge bei der Mediennutzung
- Evaluation von Lernerfolgen im Internet-Umfeld
Auszug aus dem Buch
3.1.1. Fragestellung
Man unterscheidet grundsätzlich zwischen Sachfragen, Meinungs- bzw. Urteilsfragen und Verhaltensfragen. Sachfragen sind Fragen nach bestimmten Tatsachen, die durch Dritte überprüfbar sind. Meinungsfragen zielen auf persönliche Einschätzungen des Befragten ab. Verhaltensfragen dagegen untersuchen Gewohnheiten und Verhaltensweisen der Untersuchungsteilnehmer. So sind z.B. Fragen nach Geschlecht, Alter und Beruf der Eltern Sachfragen. Die Frage nach der Freude am Internetkurs oder nach der Schwierigkeit des Kurses sind Meinungs- bzw. Urteilsfragen. Eine Verhaltensfrage ist die Frage nach den Zeitungen und Zeitschriften, welche von den Jugendlichen gelesen werden.
Ein Fragebogen kann offene und geschlossene Fragen beinhalten. Offene Fragen bestehen aus Fragen, deren Antworten nicht vorgegeben sind. Der Befragte hat die Möglichkeit seine eigenen Vorstellungen zu äußern, ohne auf vorformulierte Antworten zurückgreifen zu müssen. Bei geschlossenen Fragen muß der Untersuchungsteilnehmer auf eine Auswahl vorgegebener Antworten zurückgreifen. Diese Art der Frage erleichtert die Auswertung erheblich, da die mögliche Anzahl der Antworten beschränkt ist. Die Antworten können numerisch codiert direkt zur statistischen Weiterverarbeitung genutzt werden. Eine Mischform stellen die halboffenen Fragen dar. Diese geben den Befragten die Möglichkeit sowohl zwischen vorgegebenen Antworten zu wählen, als auch selbst formulierte Antworten aufzuschreiben. In unserer Befragung haben wir sowohl offene als auch geschlossene Fragen verwendet. Die Fragen nach den Angeboten im multikulturellen Jugendzentrum und nach den Regeln, wie man sich im Chat verhält, sind offen formuliert. Bei geschlossenen Fragen, wie z.B. nach den Chatpartnern oder dem Schulabschluß, sind die Antworten bereits vorgegeben. Der Untersuchungsteilnehmer braucht nur noch die entsprechende Antwort heraussuchen und ankreuzen. Halboffene Fragen haben wir im Fragebogen nicht verwendet.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung / Becker: Vorstellung des Projektseminars am multikulturellen Jugendzentrum und Definition der Lernziele für den Internetkurs.
2. Hypothese / Herrgott: Herleitung der wissenschaftlichen Vermutung, dass die Teilnahme an den Kursen die Medienkompetenz der Jugendlichen steigert.
3. Methode / Wolf: Darstellung der methodischen Vorgehensweise bei der schriftlichen Befragung, inklusive der theoretischen Grundlagen zur Fragebogengestaltung.
4. Ergebnisse / Boelecke Hader: Präsentation der erhobenen Daten mittels Diagrammen, die Testleistungen, Spaß am Lernen und soziale Aspekte beleuchten.
5. Diskussion / Hara , Hozhäuser: Kritische Auseinandersetzung mit den Ergebnissen, der methodischen Umsetzung sowie den Einflussfaktoren der Kursleitung auf den Lernerfolg.
Schlüsselwörter
Medienkompetenz, Internetkurs, Jugendliche, empirische Forschung, Fragebogen, Datenerhebung, Lernerfolg, Kursgestaltung, Medienpädagogik, Sozialstruktur, Befragungsmethodik, Internet-Nutzung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit dokumentiert ein Projektseminar, das die Medienkompetenz von Jugendlichen in einem multikulturellen Jugendzentrum durch Computerkurse fördern und wissenschaftlich begleiten sollte.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit fokussiert sich auf die Vermittlung von Internetwissen, den Umgang mit Multimediatechniken sowie die wissenschaftliche Messung von Lernfortschritten bei Jugendlichen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel war es, die Hypothese zu belegen, dass die Medienkompetenz der Teilnehmer durch die regelmäßige Teilnahme am Internetkurs signifikant ansteigt.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Autoren setzten auf die Methode der schriftlichen Befragung unter Aufsicht, wobei zu zwei verschiedenen Messzeitpunkten standardisierte Fragebögen eingesetzt wurden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zur Fragebogenentwicklung, die detaillierte Beschreibung der Datenerhebung sowie eine grafische und diskursive Auswertung der erzielten Ergebnisse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Medienkompetenz, empirische Untersuchung, Fragebogendesign, Internet-Lernen und projektbegleitende Evaluation.
Warum wird die Rolle der Kursleitung in der Diskussion so stark hinterfragt?
Die Autoren stellten Diskrepanzen zwischen der Kursorganisation und ihrer Hypothese fest; sie vermuten, dass eine unsystematische Kursführung und wechselnde Leitungen den Lernerfolg beeinflusst haben könnten.
Welche Bedeutung kommt der Schulbildung in der statistischen Auswertung zu?
Die Analyse ergab eine Korrelation zwischen der besuchten Schulart und den Testergebnissen, wobei die Autoren dies mit dem unterschiedlichen Zeitaufwand erklären, den Schüler verschiedener Schulformen für ihre schulischen Verpflichtungen aufbringen müssen.
- Arbeit zitieren
- Martin Wolf (Autor:in), 2000, Lernen mit Medien. Untersuchungen zur Medienkompetenz, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/15607