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Termpaper, 1999, 8 Pages
Author: Andrea Rieger
Subject: German Studies - Modern German Literature
Details
Institution/College: University of Graz (Fachbereich Germanistik)
Tags: Arthur, Schnitzler, Reigen, Liebesgeschichten, Moderne
Year: 1999
Pages: 8
Grade: gut
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-11003-7
File size: 173 KB
Eigenständige Beschäftigung mit dem Thema - ohne Literatur.
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Excerpt (computer-generated)
SS 1999
Liebesgeschichten in der Moderne
Arthur Schnitzlers ,,Reigen"
von
Andrea Rieger
11.5.99
Die Dirne will es... der Soldat braucht es... das Stubenmädchen schmachtet danach... der junge Herr macht es nur heimlich... die junge Frau liebt es im Dunkeln.. der Ehemann will es nebenher... das süße Mädel hofft dabei... den Dichter inspiriert es... die Schauspielerin sucht den Höhenflug... und der Graf das Abenteuer! Alle wollen nur das Eine! Aber wer wird froh dabei?
Schnitzler zeigt in zehn Szenen wie zehn Menschen unter der physischen Einwirkung des Geschlechtstriebes alle individuell menschlichen Züge verlieren und rein animalisch und uniform ihre Handlungen auf das eine Ziel, die Befriedigung des Triebes, ausrichten.
Zehn Motive
...,die im Reigen immer wieder auftauchen.
Es sind fast immer die weiblichen Figuren, die durch ihr gleiches oder ähnliches Verhalten die Norm prägen.
1) Das Motiv der Eile
2) Bemerkungen zu den Licht- und Temperaturverhältnissen
3) Die Angst, daß jemand kommt
4) Das Heucheln des Verführtwerdens
5) Das Ablehnen der Beantwortung persönlicher Fragen
6) Die Frage: ,,Hast mich gern?"
7) Komplimente und Schmeicheleien
8) Echte und geheuchelte Eifersucht
9) Das Küssen
10) Essen, Trinken, Rauchen und Geruchsempfindungen
Das Prinzip des Reigens wird durch das Abspielen einiger Motive von mehreren Partnern und einiger stereotyper Redewendungen durchexerziert. Die Motive bilden eine gedankliche und bildliche Verbindung der einzelnen Szenen und Figuren.
Die Beziehungen zwischen Mann und Frau verlaufen disharmonisch:
Die Frau wechselt von spröder Ablehnung zu zärtlicher Anhänglichkeit, der Mann von sinnlicher Erregung zu kalter Ablehnung. Die Unmöglichkeit gemeinsamen Glücks wird offenbar.
Die Begebnisse des Reigens implizieren die These, daß allen Menschen unabhängig von ihrem Geschlecht und ihrem Sozialstatus ein elementares Verlangen zukommt, das keineswegs immer auf Liebe und Ehe zielt.
Schnitzler schrieb in einem Brief:
,,Geschrieben hab ich den ganzen Winter über nichts als eine Szenenreihe, die vollkommen undruckbar ist, literarisch auch nicht viel heißt, aber nach ein paar hundert Jahren ausgegraben, einen Teil unserer Kultur eigentümlich beleuchten würde."
Zunächst ist der Reigen gar nicht für die Bühne gedacht, es erscheinen nur 200 Exemplare, die Schnitzler an seine Freunde weitergibt. Doch 1920 kommt es dann zur Uraufführung in Berlin. Danach müssen sich die Schauspieler wegen Unzucht und Erregung öffentlichen Ärgernisses vor Gericht verantworten.
In Wien, München und Berlin führte das Stück zu solch starken Publikumstumulten, daß weitere Vorstellungen untersagt wurden. Schnitzler selbst verbot daraufhin jede Aufführung seines Stückes. Erst 1982 lief die Sperrfrist ab.
Seine Biografie möchte ich aussparen, zu erwähnen scheint mir nur wichtig, was für das Stück interessant ist: Der Arzt in Schnitzler hat Beobachtung und Diagnose des Dichters geprägt und bestimmt. Auch die der eigenen Person.
Bei den Szenen ,,das süße Mädel und der Dichter" & ,,der Dichter und die Schauspielerin" handelt es sich bestimmt um ein Selbstporträt Schnitzlers. (geht auf das Verhältnis mit Burgschauspielerin Adele Sandrock zurück).
Seine Position dem Stück gegenüber läßt sich rein als Beobachterposition beschreiben, er stellt sich natürlich außerhalb der gängigen Moral.
[...]
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