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Gilbert Ryle: Der Begriff des Geistes - "knowing how" und "knowing that" close

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Gilbert Ryle: Der Begriff des Geistes - "knowing how" und "knowing that"

Termpaper, 2002, 19 Pages
Author: Magister Artium Thomas van Aken
Subject: German Studies - Linguistics

Details

Event: Gilbert Ryle - Sprache und Geist
Institution/College: RWTH Aachen University (Germanistisches Institut)
Tags: Gilbert, Ryle, Begriff, Geistes, Gilbert, Ryle, Sprache, Geist
Category: Termpaper
Year: 2002
Pages: 19
Grade: 1,7
Language: German
Archive No.: V16343
ISBN (E-book): 978-3-638-21226-7
ISBN (Book): 978-3-638-75847-5
File size: 108 KB

Abstract

Platon war einer der ersten griechischen Philosophen, die Körper und Geist voneinander trennten. Er glaubte, dass der Geist über die sinnlich wahrnehmbare physische Welt hinausreiche und abstrakte Gedanken und ideale Wirklichkeiten entwickele. Lange Zeit ruhten diese unter der Bezeichnung „Leib-Seele-Dualismus“ zusammengefassten Thesen, bis Descartes sie im 17. Jahrhundert wieder aufgriff und sie zu seiner Idee vom Menschen als belebte Maschine fortentwickelte. Seine Vorstellungen sind bis heute noch durchaus verbreitet und üben weiterhin Einfluss auf die aktuellen Vorstellungen vom Geist des Menschen aus. Der Sprachphilosoph Gilbert Ryle (1900-1976) versucht mit seiner Abhandlung „Der Begriff des Geistes“ mit gewissen Vorbehalten eine eigene Theorie des Geistes aufzustellen. Dies tut er, in dem er auf sprachanalytischem Wege Begriffsklärung betreibt und sich von den in der Tradition Platons und Descartes stehenden und seiner Meinung nach nicht länger haltbaren Denkmustern und Sprachgebräuchen abgrenzt. In der vorliegenden Arbeit, die hauptsächlich das zweite Kapitel „Können und Wissen“ („knowing how“ und „knowing that“) der Abhandlung untersucht, soll zuerst auf die grundlegenden Theorien Descartes eingegangen werden. Nach einer kurzen Einführung in den sprachphilosophischen Hintergrund Ryles, werden dessen Hauptkritikpunkte an der cartesischen Theorie Lehre dargelegt. Danach soll die zentrale Bedeutung des Begriff des Könnens bei Ryle gezeigt werden. Zwei weitere Ansatzpunkte der Kritik Ryles, die Begriffe „im Kopf“ und „im Geiste“ sowie der Solipsismus, bilden den Schluss dieser Untersuchung.


Excerpt (computer-generated)

Germanistisches Institut der RWTH Aachen
Seminar: „Gilbert Ryle: Sprache und Geist“
Sommersemester 2001

Gilbert Ryle: Der Begriff des Geistes –
„knowing how“ und „knowing that“

Thomas van Aken
Aachen, den 28.08. 2002

 

Inhalt:

1. Einleitung:  3

2. Descartes’ Mythos vom „Gespenst in der Maschine“  4

3. Ryles Auseinandersetzung mit der cartesischen Lehre  6
3.1. Die Philosophie der Alltagssprache  6
3.2. Ryles destruktive Analyse  7
3.2.1. Kategorienverwechslung  7
3.2.2. Descartes Intelligenzbegriff  9
3.3. Theoriebildung: Aspekte des Könnens  11
3.3.1. Dispositionen  11
3.3.2. Können als bestimmendes Merkmal der Intelligenz  12
3.3.3. Intelligenz und Gewohnheiten  13
3.3.4. Verstehen, Missverstehen und Fehler  14
3.4. Weitere Kritikpunkte an der „Zwei-Welten-Theorie“  15
3.4.1. „Im Kopf“ und „im Geiste“  15
3.4.2. Solipsismus  16

4. Zusammenfassung und kritische Betrachtung  17

5. Literaturverzeichnis  19

 

1. Einleitung:

Platon war einer der ersten griechischen Philosophen, die Körper und Geist voneinander trennten. Er glaubte, dass der Geist über die sinnlich wahrnehmbare physische Welt hinausreiche und abstrakte Gedanken und ideale Wirklichkeiten entwickele. Lange Zeit ruhten diese unter der Bezeichnung „Leib-Seele-Dualismus“ zusammengefassten Thesen, bis Descartes sie im 17. Jahrhundert wieder aufgriff und sie zu seiner Idee vom Menschen als belebte Maschine fortentwickelte. Seine Vorstellungen sind bis heute noch durchaus verbreitet und üben weiterhin Einfluss auf die aktuellen Vorstellungen vom Geist des Menschen aus.

Der Sprachphilosoph Gilbert Ryle (1900-1976) versucht mit seiner Abhandlung „Der Begriff des Geistes“ mit gewissen Vorbehalten eine eigene Theorie des Geistes aufzustellen. Dies tut er, in dem er auf sprachanalytischem Wege Begriffsklärung betreibt und sich von den in der Tradition Platons und Descartes stehenden und seiner Meinung nach nicht länger haltbaren Denkmustern und Sprachgebräuchen abgrenzt.

In der vorliegenden Arbeit, die hauptsächlich das zweite Kapitel „Können und Wissen“ („knowing how“ und „knowing that“) der Abhandlung untersucht, soll zuerst auf die grundlegenden Theorien Descartes eingegangen werden. Nach einer kurzen Einführung in den sprachphilosophischen Hintergrund Ryles, werden dessen Hauptkritikpunkte an der cartesischen Theorie Lehre dargelegt. Danach soll die zentrale Bedeutung des Begriff des Könnens bei Ryle gezeigt werden. Zwei weitere Ansatzpunkte der Kritik Ryles, die Begriffe „im Kopf“ und „im Geiste“ sowie der Solipsismus, bilden den Schluss dieser Untersuchung.

2. Descartes’ Mythos vom „Gespenst in der Maschine“


Ein Mythos ist natürlich kein Märchen. Es ist die Darstellung von Tatsachen, die zu einer bestimmten Kategorie gehören, in einer zu einer andren Kategorie gehörigen Ausdruckweise. Wenn man einen Mythos zerstört, leugnet man daher keine Tatsachen, sondern man stellt sie um. (Ryle 1969, S.4 f.)

René Descartes (1596-1650), lateinisch Renatus Cartesius, war Philosoph, Mathematiker und Naturforscher. Er begründete die analytische Geometrie und ist in der Geschichte der Physik durch seine Arbeiten zur Dynamik, Optik und Astronomie hervorgetreten. In der Philosophie gilt er als Brücke zwischen der Scholastik und der neuzeitlichen Philosophie.

Aus seinen unterschiedlichen Tätigkeitsfeldern ergaben sich aus sprachphilosophischer Sicht zwei wichtige Ansätze:

In seinem erkenntnistheoretischen Ansatz verlegte er den Quell aller Gewissheit von der Institution „Gott“ in das eigene „Ich“. Das eigene Zweifeln sah er als die einzige Gewissheit an. Aus diesen Überlegungen leitete er den Satz „cogito ergo sum“ ab: der Geist als einziger Träger einer Gewissheit über das eigene Dasein. Zum anderen implizierte sein naturwissenschaftlicher Ansatz, dass der Mensch mit den Tieren vieles gemeinsam hat. Descartes beschreibt den menschlichen Körper als „belebte Maschine“, die naturwissenschaftlich-empirisch erklärt werden könne. Das Verhalten des Menschen, etwa die Bewegung eines Arms, sei nichts anderes als ein mechanischer Reflex auf die physikalische Stimulation seiner Umwelt (vgl. Zimbardo 1999, S. 65).

Es galt nun nicht nur diese beiden Ansätze miteinander zu vereinen. Beide waren im 17. Jahrhundert auch durchaus dazu geeignet, die religiösen Autoritäten dieser Zeit zu verärgern. So musste er seine Theorien auch mit den theologischen Dogmen vom gottgegebenen freien Willen und der Unsterblichkeit des Geistes versöhnen. Zu diesem Zweck greift er den Dualismus Platons wieder auf und versucht die Trennung von Körper und Geist theoretisch zu untermauern.

Seine philosophischen Bemühungen finden in den folgenden Aussagen Ihren Ausdruck:

  • Körper können sich anstoßen, Geister nicht. Was soviel bedeutet, dass die Geister zweier Menschen nicht in direkte Verbindung zueinander treten können. Zugang zum eigenen Geist hat man demnach nur selbst und über dessen Vorgänge kann nur man selbst sicher sein.

[....]


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