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Scholary Paper (Seminar), 2003, 18 Pages
Author: Markus Voigt
Subject: Philosophy - Philosophy of the Ancient World
Details
Institution/College: University of Heidelberg (Philosophisches Seminar)
Tags: Nikomachische, Ehtik, Freundschaft, Proseminar, Aristoteles, Nikomachische, Ethik
Year: 2003
Pages: 18
Grade: 2-
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-22161-0
File size: 75 KB
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Excerpt (computer-generated)
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
Proseminar: Aristoteles Nikomachische Ethik
Sommersemester 2003
Die Nikomachische Ethik
Freundschaft
Markus Voigt
Inhaltsverzeichnis
Deckblatt
Inhaltsverzeichnis Seite 1
Einführung Seite 2
Der Freundschaftsbegriff bei Aristoteles Seite 2
Echte Freundschaft vs. akzedentelle Freundschaft Seite 4
Freundschaft und Politik Seite 7
Freundschaft unter Ungleichen Seite 9
Der Freund als zweites Ich Seite 10
Selbstfreundschaft Seite 11
Warum braucht der Gute Mensch Freunde ? Seite 11
Das Maß der Dinge Seite 12
Glück und Unglück – der temporale Aspekt Seite 13
Freundschaft und verwandte Begriffe Seite 14
1. Wohlwollen Seite 14
2. Eintracht Seite 14
3. Wohltat Seite 15
Ausblick Seite 15
Fußnoten Seite 16
Bibliographie Seite 17
Einführung
Auf den folgenden Seiten befasse ich mich mit dem Freundschaftsbegriff in Aristoteles Nikomachischer Ethik. Dabei möchte ich sowohl einen Ausblick auf den Stand der Forschung geben, als auch die über Buch acht und neun verteilten aber sinnverwandten Themen zur besseren Übersichtlichkeit zusammenfassen. Im Vordergrund steht die Darstellung der einzelnen von Aristoteles umrissenen Arten der Freundschaft und deren Bedeutung im Bezug auf die arete. Dabei stütze ich mich insbesondere auf die Forschung von Ursula Wolf.
Der Freundschaftsbegriff bei Aristoteles
Den Einstieg in die Freundschaftsthematik nimmt Aristoteles in Buch VIII seiner Nikomachischen Ethik mit der Annahme die Freundschaft sei eine Trefflichkeit des menschlichen Wesens oder zumindest eng mit Ihr verbunden. Also ist die Freundschaft eine Form der arete. Nach Ursula Wolf wird dies gestützt durch Aristoteles Beschreibung der Freundschaft als lobenswert
Lobenswert und kalon zu sein aber waren Merkmale der arete 1
Die sich anschließenden Ausführungen über die Bedeutung der Freundschaft im Leben des Einzelnen und der (Polis)gemeinschaft sind nach Ursula Wolf so zu deuten, dass die Freundschaft als Bestandteil des guten Lebens zu sehen ist. Greifbarer wird diese Annahme über die Einordnung der Freundschaft in einen gesellschaftlichen Kontext:
Und weiter: sie ist in Hinsicht auf das (Leben in der Gemeinschaft) höchst notwendig 2
Im anschließenden Kapitel widmet sich Aristoteles der Begriffsbestimmung. Zunächst greift Aristoteles auf die Ansichten seiner Zeitgenossen über die Freundschaft zurück. Sollen Freunde gleich sein, oder ziehen Gegensätze sich an, fragt sich Aristoteles. Mit naturphilosophischen Argumenten von Heraklit und Euripides veranschaulicht Aristoteles die eben eingeführte Dichotomie. Von Interesse ist für Aristoteles jedoch nicht der naturphilosophische Blickwinkel, der ihm für seine Untersuchung nicht geeignet erscheint, sondern alles was zum menschlichen Bereich der Freundschaft gehört. Dabei stellt sich die Frage, ob der Begriff Freundschaft bei genauerer Betrachtung nicht in mehrere Freundschaftsarten zerfällt und wer überhaupt zur Ausbildung einer Freundschaft in der Lage ist. Mit einem Rückgriff auf das Tapferkeitsthema verweist Aristoteles darauf, dass eine graduelle Abstufung innerhalb eines Begriffs zu der Art nach verschiedenen Begriffen führen kann. Als Beispiel kann die Tapferkeit des Bürgerheeres gelten, die im Gegensatz zur erzwungenen Tapferkeit des (Berufs-)soldaten ein wertvoller ist und aus der Sicht Aristoteles eine eigene Kategorie ausmacht, da sie auf anderen Grundlagen beruht.
An erster Stelle steht die Tapferkeit des Bürgerheeres, denn sie gleicht der Grundform am meisten. Die Bürger eines Gemeinwesens bestehen die Kriegsgefahren einmal wohl wegen der gesetzlichen Strafbestimmungen und der drohenden Schande, dann aber auch weil Ehre winkt. .... Zur selben Art kann man wohl auch jene rechnen, die von ihren Befehlshabern gezwungen werden. Sie sind allerdings minderen Wertes, sofern sie nicht aus Ehrgefühl, sondern aus Furcht tapfer handeln und nicht das Verwerfliche, sondern nur das Unangenehme vermeiden wollen. 3
Eine genauere Definition des Freundschaftsbegriffs gelingt Aristoteles über das „warum“: So schließt Aristoteles die Liebe zu toten Dingen aus, da Freundschaft aus seiner Sicht nur bilateral denkbar ist. Weder kann der im Beispiel angeführte Wein Gegenliebe aufbringen, noch scheint es sinnvoll jenem edlen Tropfen Gutes zu wünschen. Diese Abgrenzung wird durch die umfassendere Bedeutung des griechischen Lexems philia notwendig. In einer ersten Definition stellt Aristoteles die Forderung nach gegenseitigem Wohlwollen und die offene Erkennbarkeit der Freundschaft als Bedingung auf. Aristoteles kommt im Folgenden auf drei Grundarten der Freundschaft: Die Freundschaft aus Lust, die Aristoteles insbesondere der Jugend zuschreibt; die flüchtig ist wie alles in der Sturm und Drang-Zeit des Lebens. Stabiler und eher dem Alter zuzurechnen ist die Nutzfreundschaft. Unter diese Art von Freundschaft fallen die Geschäfts- und Politikfreundschaften, sowie die Gastfreundschaft. Aus heutiger sicht besonders interessant ist die Zurechnung der Gastfreundschaft zu dieser Kategorie, die mit der modernen Tourismusindustrie zu einer Blüte getrieben wurde, die Aristoteles Kategorien zu sprengen scheint, ist hier doch die Lust als berechneter Faktor integriert. Für Aristoteles Ethik entscheidend ist jedoch die dritte und letzte Kategorie, die vollkommene Freundschaft der trefflichen Charaktere. Hinzu tritt die Forderung das sich die Freunde an Trefflichkeit gleichen sollen.
Vollkommene Freundschaft ist die der trefflichen Charaktere und an Trefflichkeit einander Gleichen. 4
[....]
1 Wolf, Ursula. Aristoteles` ›Nikomachische Ethik‹. Darmstadt 2002. S. 214
2 Aristoteles. Nikomachische Ethik. Hrsg. v. Philipp Reclam jun. GmbH & Co. Stuttgart 1969. S. 213
3 Ders., S. 75
4 Ders., S. 217
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Zu: Rawls, John, Das Recht der Völker. Enthält: 'Nochmals: Die Idee der öffentlichen Vernunft', übersetzt von Wilfried Hinsch, Walter de Gruyter, Berlin/ New York 2002, 285 S., ISBN 3-11-016935-5.
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