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Die Rolle der Religion im Werk von Martin Scorsese - Exemplarisch analysiert am Film "Taxi Driver"

Termpaper, 1995, 20 Pages
Author: Michael Rösel
Subject: Film Science

Details

Category: Termpaper
Year: 1995
Pages: 20
Grade: 2,0
Language: German
Archive No.: V17959
ISBN (E-book): 978-3-638-22395-9
ISBN (Book): 978-3-638-77789-6
File size: 120 KB
Notes :
Dichter Text - einzeiliger Zeilenabstand.


Abstract

Das Filmschaffen von Martin Scorsese ist geprägt von einem außerordentlichen religiösen Interesse – und nicht erst seit seinem Skandal-Werk „The Last Temptation of Christ“! Die vorliegende Arbeit geht der Fragestellung nach inwiefern sich Scorseses Weltanschauung und Religiosität in seinen frühen Filmwerken widerspiegelt. Einleitend werden seine ersten beiden Filme „Who’s that knocking on the door“, sowie „Mean Streets“ analysiert – der Hauptteil konzentriert sich auf sein Kult-Werk „Taxi Driver“.


Excerpt (computer-generated)

Studiengang: Kulturpädagogik
Hauptfach: Literatur/Theater/Medien
Hausarbeit

Die Rolle der Religion im Werk von Martin Scorsese
Exemplarisch analysiert am Film "Taxi Driver"

18.01.1995
Seminar: Filmanalyse

Michael Rösel

INHALT

I Biografische Beweggründe für Scorseses religiöses Interesse

II WHO′S THAT KNOCKING AT MY DOOR (1969)

III MEAN STREETS (1973)

IV TAXI DRIVER (1976)
"I′m God′s lonely man" - Eine Charakterstudie
a) Isolation und Artikulationsunfähigkeit
b) Hass auf die eigenen sozialen Wurzeln und Sinnsuche
c) Liebe als sinnspendendes Element
d) Scheitern der Kommunikationsversuche
e) Schizophrenie
f) Abbau der Aggression durch Gewalt
g) Schluss

V Das religiöse Element in TAXI DRIVER
a) Motiv und Dialog
b) Existentialismus
c) "Schwarzer Engel"
d) Gottesverständnis

VI THE LAST TEMPTATION OF CHRIST (1988)

VII Anmerkungen

VIII Literaturverzeichnis

 

I. Biografische Beweggründe für Martin Scorseses religiöses Interesse

Am 17.12.1942 in New York geboren, verbrachte Scorsese den größten Teil seiner Jugend in der gewalttätigen Atmosphäre des Italienerghettos "Little Italy", in dem die katholisch patriarchalische Struktur der Familie das Leben zu Hause und auf der Strasse prägte. "Little Italy", eine Stadt in der Stadt, in der die eingewanderten Süditaliener über Generationen hinweg an der "via vecchia" festhalten und sich gegen die ihnen fremde Kultur Amerikas abgrenzen. "La via vecchia" bezeichnet den lebendig erhaltenen süditalienischen Lebensstil, eine Tradition, in der sich das althergebrachte Bild der Familie mit religiösen Werten wie der Jungfräulichkeit und den Normen mafioser Ehre mischt. Hier entwickelte sich Scorseses starke Religiosität und der Wunsch Jesuitenpriester zu werden.


Märker:
"Sie hatten auch einmal Priester werden wollen. Was hat diesen Wunsch ausgelöst?"

Scorsese:
"(...) Hier in New York war es rauh. Da war die Bowery, und da gab es Müllhaufen, Ratten, alle Arten von Asozialen und Verrückten und Gangstern und viele Kämpfe. Aber da gab es auch diese kleine Ecke mit der kleinen Schule, den Nonnen und die alte St. Patricks Kathedrale, das war wunderschön, und dorthin also haben sie mich geschickt. Da bin ich zum ersten Mal mit gläubigen Menschen zusammengekommen und ich habe mich in die Religion verliebt, über die sie immerzu sprachen, in die Idee der Erlösung und in die Idee, vielleicht selbst ein Kirchenmann zu werden, ein Priester oder ein Bruder. Ich dachte, wenn man wirklich schließlich im Himmel landet - vielleicht -, dann doch wohl, damit die Seele gerettet wird. Und dann mussten doch diejenigen, die wirklich einen Einblick hatten, die Leute sein, die im Talar leben. Wenn das der leichteste Weg wäre, wenn man selbst so etwas machen würde? Ich war damals acht Jahre alt, und es war das erste Mal, dass man mir so etwas erzählte: daß wir hier leben, um erlöst zu werden und unsere Seele retten zu lassen. Und um meine Seele retten zu lassen, erschien es mir als der sicherste Weg, so zu werden wie sie. Man kann sich selbst und anderen helfen. Verrückt." (1)

Scorsese wird schließlich, aufgrund einer Affäre mit einem Mädchen, aus dem Priesterseminar wieder hinausgeworfen. Er besucht eine katholische Highschool, immer mit dem Ziel auf das Seminar zurückzukehren, beginnt dann aber doch das Filmstudium an der New York University.

Bereits in seinen Frühwerken stehen mitunter religiöse Problematiken im Mittelpunkt und zeugen von dem zwiespältigen Verhältnis des Regisseurs zu seinem Herkunftsmilieu und zu den traditionellen Lehren der katholischen Kirche. Dabei ist Gewalt immer ein wichtiger Bestandteil der Mise-en-scene, ein für Scorsese zwingend notwendiger Ausdruck seiner Weltsicht.


Scorsese:
"Blood is very important in the church. Blood is the life force, the essence, the sacrifice. And in a movie you have to see it. In practically every culture, human sacrifice is very important, very widespread." (2)

Scorsese:
"Gewalt muss einfach, geradezu und schnell sein. Und unangenehm. Unangenehm und dumm aussehend, geradeso wie sie sich im wirklichen Leben abspielt." (3)

Nach einigen Kurzfilmen schreibt Scorsese ein Treatment mit dem Titel "Jerusalem, Jerusalem", in dessen Mittelpunkt zwei 18-jährige Priesteranwärter stehen. Er plant daraus den ersten Teil einer Trilogie zu entwickeln, die dann mit "WHO′S THAT KNOCKING AT MY DOOR?" und "MEAN STREETS" tatsächlich fortgesetzt wird. Das Erstlingswerk bleibt jedoch unrealisiert.

II WHO’S THAT KNOCKING AT MY DOOR (1969)

[....]


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