Register or log in at GRIN

Your e-mail-address or password is wrong
Register now
For new authors: free, easy and fast
This will be used as your user name, please specify a valid e-mail address

Lost password

Your e-mail-address or password is wrong

Request a new password
Der Wasserbau - Eine Collage close

Please wait

Please install the Adobe Flash Player if no e-book is displayed.

Der Wasserbau - Eine Collage

Diploma Thesis, 2000, 458 Pages
Author: Oliver Parodi
Subject: Civil Engineering

Details

Category: Diploma Thesis
Year: 2000
Pages: 458
Grade: 1,0
Language: German
Archive No.: V18985
ISBN (E-book): 978-3-638-23220-3

File size: 7854 KB
Notes :
Die Arbeit stellt eine freie Reflexion auf den Wasserbau dar. Sie trägt - das Ing.wesen ergänzend – philosophische, kulturwissenschaftliche und künstlerische Züge und eignet sich ganz allgemein als Hintergrund- und Horizonterweiterung – speziell für den Ingenieur. Konkrete Anwendung kann diese Studie auch als Vorlage für die Vorlesungs- bzw. Seminargestaltung an Hochschulen bieten, die sich mit dem Thema Wasserbau beschäftigen und ihr Angebot über das rein fachtechnische hinaus ergänzen wollen.



Excerpt (computer-generated)

Universität Karlsruhe
Institut für Wasserwirtschaft und Kulturtechnik

DER WASSERBAU - EINE COLLAGE

Diplomarbeit

von

Oliver Parodi

30.09.2000

Prolog
Der Wasserbau - als ingenieurische Disziplin, wissenschaftliche Institution und als menschliches Unterfangen - bildet den Gegenstand dieser Arbeit.
Der Autor hat sich zum Ziel gesetzt, in freier Reflexion über den Wasserbau, ein Bild desselben zu entwerfen, welches Zusammenhänge innerhalb des Wasserbaus, sowie Verflechtungen desselben nach außen hin aufzeigt.
Er möchte seine Kräfte in den Dienst des Wasserbaus stellen und aus diesem heraus Betrachtungen anbringen, die den Bereich des klassischen Wasserbaus zunächst verlassen, aber für diesen im Rückschluß von Interesse und Nutzen sind - und nach Meinung des Autors auch von Bedeutung sein dürften.
Seine Betrachtungen sollen Anregung bieten und der Disziplin des Wasserbaus ergänzend zur Seite stehen.
Als Ausgangspunkt seiner möglichst umfassenden Betrachtungen über den Wasserbau wählt er einen Zugang über die begriffliche Definition des Wasserbaus, sucht sich anhand dieser an den Kern des Wasserbaus anzunähern und von dort aus seine Reise rund um den Wasserbau zu beginnen.

Wasserbau bezeichnet laut Wörterbuch: den Bau von Anlagen im Wasser.1

Diese Definition ist, was Aufgabe und Tätigkeit des Wasserbaus als Ingenieurwissenschaft angeht, zu eng gefaßt und zudem überkommen. Allerdings ist diese Definition als Ausgangspunkt geeignet, sich anhand ihrer dem heutigen Stand des Wasserbaus zu nähern und gleichzeitig auf eine weiter gefaßte Begriffsbestimmung des Wasserbaus zuzusteuern, welche der Autor der gesamten vorliegenden Arbeit zugrundelegt und anhand derer er seine Gedanken ausführt.
Mit dem in der Definition verwendeten Begriff des ‘Bauens’ bleiben die gesamte Forschung in den Laboratorien und im freien Feld über die physikalischen, chemischen, biologischen und ökologischen Eigenschaften von Wasser unberücksichtigt. Diese möchte ich ohne Einschränkung auch dem Wasserbau unterstellen. Von ‘Anlagen’ zu sprechen, macht sicherlich Sinn, wenn es um großtechnische Projekte wie Staudämme, Kanäle und Klärbecken geht. Es läßt sich aber auch ein Trend erkennen, der von massiven Eingriffen weg, mehr zu kleineren, ökologisch verträglicheren Lösungen führt. Die Entfernung einer Uferbefestigung oder die Zugabe von Sediment in einen Flußlauf, heute gängige wasserbauliche Praxis, läßt sich schwer mit dem Verständnis einer ‘Anlage’ decken. ‘Im Wasser’, um auf den letzten Teil der Definition einzugehen, stehen, wenn es sich denn um wasserbauliche Anlagen handelt, diese auch nicht zwangsläufig, sondern haben oft sogar die gegensätzliche Funktion und dienen zur Umschließung, zur Fassung des Wassers. So haben Wasserver- und entsorgungsnetze in der Siedlungswasserwirtschaft, Druckstollen im Kraftwerksbau und Bewässerungsanlagen in der Kulturtechnik die Aufgabe, Wasser zu fassen und definiert zu leiten. Diese bis hier geschilderten Aufgaben sind dem Wasserbau zuzuordnen, gehen aber über die oben genannte Definition hinaus.
Man könnte nun auf diesem Wege fortfahren, sich dem Wasserbau zu nähern, und versuchen selbigem - Gegenstand dieser Arbeit - über die Summe seiner Tätigkeiten und Arbeitsfelder gewahr zu werden. Der Autor möchte jedoch einen anderen Weg
einschlagen.

Anstatt sich in einer endlosen Aufzählung zu verlieren, in der ohnehin die Grenzen der Zuständigkeiten des Wasserbaus zu den benachbarten Disziplinen, beispielsweise der Physik, Chemie, Ökologie, der Stadtplanung oder Agrarwissenschaft verwischen, möchte der Autor das Gemeinsame all dieser wasserbaulichen Tätigkeiten suchen und dieses in den Mittelpunkt seiner Betrachtungen über den Wasserbau stellen.

Nicht die Summe der wasserbaulichen Tätigkeitsfelder, sondern ihr größter gemeinsamer Teiler wäre also zu bilden. Wasserbau wird so nicht im Sinne einer Abgrenzung gegenüber anderen Fachbereichen definiert, sondern über eine Gemeinsamkeit beschrieben, die jeglicher wasserbaulicher Tätigkeit innewohnt. Das Augenmerk soll also auf dem Gemeinsamen all dieser wasserbaulichen Aufgabenbereiche liegen. Der Autor möchte dieses in eine Aussage fassen, die nicht ausschließlich, aber vor allem den Wasserbau beschreibt:

Menschen behandeln Wasser mit Wissenschaft.

Dieser Zusammenhang kann jeglicher wasserbaulichen Unternehmung zugrunde gelegt werden. Er bildet das Gemeinsame, den größten gemeinsamen Teiler des Wasserbaus.2 Dieser Zusammenhang bleibt allerdings sehr allgemein und bedarf näherer Erläuterung:

Mit dem ‘Be-handeln’ von Wasser sind hier sämtliche Handlungen gemeint, die sich praktisch, aber auch theoretisch, experimentell und virtuell mit dem stofflichen Element Wasser auseinandersetzen. Ein Experiment, das die Qualität von Abwasser zum Gegenstand hat, be-handelt Wasser in diesem Sinne genauso, wie es eine computergestützte Strömungssimulation oder der Bau einer Wasserkraftanlage tun. ‘Mit Wissenschaft’ beinhaltet in diesem Kontext sowohl die reine wissenschaftliche Forschung, als auch ihre Ergebnisse und ihre letzten Endes technischen Umsetzungen. So werden im Bau einer Wasserkraftanlage - oder auch im Rückbau eines Flußabschnittes - eine Vielzahl wissenschaftlicher Erkenntnisse in technische Maßnahmen umgesetzt.

Unter die Aussage: im Wasserbau behandeln Menschen Wasser mit Wissenschaft, möchte der Autor seine Arbeit stellen und den Wasserbau gemäß diesem Zusammenhang gesamtheitlich betrachten.
Steht bei einer gängigen wasserbaulichen Arbeit, bezogen auf die obige Aussage, eine höchst spezifische Handlung im Mittelpunkt der Arbeit, ein Projekt, ein Versuch, ein Computermodell, das ein konkretes wasserbauliches Problem ‘behandelt’, so möchte der Autor seine Betrachtungen gewollt von diesem ‘Behandeln’ lösen und vielmehr die dieses Handeln umgebenden Kategorien: den Menschen, das Wasser und die Wissenschaft betrachten. Diese Kategorien bilden für den Wasserbau immanent wichtige Elemente seines Wesens und charakterisieren in ihrem Zusammenhang sämtliche wasserbaulichen Unternehmungen. Diesen Elementen und ihrem Zusammenhang im Wasserbau ist diese Arbeit gewidmet.

Somit behandelt diese Arbeit kein konkretes, technisch verdichtetes Problem, führt nicht zu einer ähnlich konkreten Lösung und wird auch nicht produktiv - in dem Sinn, daß sie die Entwicklung eines konkreten wasserbaulichen Produktes fördert, oder allgemeiner, den technischen Fortschritt vorantreibt. Vielmehr wohnt dieser Arbeit mit ihren weitläufigen Betrachtungen ein interpunktierendes, reflektierendes und retardierendes Moment inne, was Gelegenheit und Freiraum schafft, in einer gänzlich anderen Weise produktiv zu wirken. So schwingt auch in allen Kapiteln die Frage nach dem ‘Warum’, warum Menschen Wasserbau betreiben, immer offen oder unterschwellig mit.

Bleibt dem Autor noch, vorneweg einige erläuternde Worte über die Mittel und Form der Darstellung dieser Arbeit anzubringen.
Aus der Aufgabenstellung heraus ergibt sich, daß der Autor zu Mitteln der Darstellung greift, die den Bereich der reinen analytischen Wissenschaft verlassen. Insbesondere aus der Reflexion des Menschen, der Supervision der Wissenschaft und der ganzheitlichen Betrachtung des Wasserbaus folgt der - im weiteren genauer ersichtliche - Sachverhalt, daß die Wissenschaft als alleiniges Werkzeug der Abbildung nicht ausreichend sein kann.
Das manifestiert sich im Inhalt und der offenen Form dieser Arbeit. 
Diese Arbeit umfaßt Einleitung und Anhang, die einzig fix positioniert am Anfang und Ende stehen. Dazwischen befinden sich vier eigenständige Themenbereiche, die in eigenständigen Heften vorliegen. Die Reihenfolge, in der sich der Leser diesen Themengebieten widmet, bleibt ganz seinem Belieben überlassen. Die Themenbereiche bilden in sich geschlossene Einheiten, beziehen sich zwar des öfteren motivisch aufeinander, können aber für sich allein stehen und verstanden werden. Gemeinsam bleibt den Themen ihr Zusammenhang im Wasserbau und ihre Relevanz für den Wasserbauer, einen Menschen, der Wasser mit Wissenschaft behandelt.
Lassen sich die einzelnen Themengebiete in beliebiger Reihenfolge lesen, so sind die Kapitel innerhalb der Themenkomplexe einer Ordnung unterworfen. Auch diese Kapitel sind eigenständig und ließen sich ohne Kenntnis des voranstehenden Kapitels lesen, dennoch stellt die feste Abfolge eine gewollte dar.
Der Leser findet Kapitel, die im wesentlichen Autoren anderer Disziplinen zitieren. Diese Vorgehensweise erscheint dem Autor gerechtfertigt, da er seine Aufgabe nicht in der Schaffung neuen Wissens in den jeweiligen Disziplinen, beispielsweise der Kunstgeschichte, Anthropologie oder Philosophie sieht, sondern - als Sammler, Bewahrer und Vermittler - dieses Wissen dem Wasserbau zur Verfügung und zur Internalisierung ans Herz legen möchte.
Das vierte Heft, der Kommentar des Autors, kann ebenso zu einem beliebigen Zeitpunkt in beliebiger Abfolge der Unterkapitel gelesen werden. Vornehmlich aber möge der Leser im Falle der Verwirrung und bei Aufkommen der Frage nach dem Sinn oder der Berechtigung einer Collage in Form dieser Einzelhefte, zum Kommentar greifen, um dort Ergänzendes über die Motivation des Autors, seine Intention sowie über die Themen Wasser, Menschen, Wissenschaft, deren Zusammenhänge im und als Wasserbau, und das Umfeld des Wasserbaus zu erfahren. Dies kann zur Klärung der einen oder anderen Frage beitragen.
Als Absolvent zum Wasserbauingenieur erstellt der Autor diese Arbeit als Konklusion seines Studiums.

Das Bild, die Collage des Wasserbaus, das in dieser Arbeit entsteht, wird möglicherweise ungewohnt erscheinen, ist es doch weit entfernt von einer nüchternen Beschreibung des Wasserbaus. Es ist ein lebendiges und farbenfrohes Bild, ein mögliches unter vielen, aber auch eines, das es sich lohnt - für den Wasserbau - zu erstellen.

 


Alle Kunst ist zugleich Oberfläche und Symbol.
Wer unter die Oberfläche geht, tut es auf eigene Gefahr.


Oscar Wilde

 

DER WASSERBAU - EINE COLLAGE

Inhaltsübersicht

Hefte in nicht vorgegebener Reihenfolge:

Wissenschaft
KAP. I WISSENSCHAFT - EINE DENKGESCHICHTE
KAP. II WARUM GIBT ES EIN WISSENSCHAFTLICHES ZEITALTER?
KAP. III WISSENSCHAFT ALS KUNST Wasser
KAP. I WASSER - FAKTEN UND ERSTAUNLICHES
KAP. II WASSER - EIN SOZIALER STOFF
KAP. III WASSER - EIN GEISTIGES KULTURGUT Menschen
KAP. I DER MENSCH - EIN ÖKOLOGISCHES WESEN
KAP. II DIE HYDRAULISCHE GESELLSCHAFT
KAP. III DER MENSCH - EIN KULTURELLES WESEN

Kommentar und Anhang

 

MENSCHEN

Inhaltsverzeichnis

VORWORT ... 3

KAPITEL I
DER MENSCH - EIN ÖKOLOGISCHES WESEN ... 4

EINLEITUNG ... 6

1. ÖKOLOGIE DES MENSCHEN ... 8
1.1 Allgemein voraussetzende Betrachtungen ... 8
1.2 Eine historische Betrachtung der Gattung Homo ... 10
1.3 Begrenzungsdruck ... 13
    Begrenzung durch Hunger ... 15
    Begrenzung durch aggressive Auseinandersetzung ... 15
    Begrenzung durch Krankheit ... 15
1.4 Der Mensch und die Natur ... 17

2. ÖKOLOGIE DES MENSCHEN - VON DER STEINZEIT ZUM ACKERBAU ... 24
2.1 Ökologie und Ökonomie der Steinzeit ... 24
2.2 Das Beispiel der !Kung San ... 26
2.3 Begrenzungsdruck und Antwort der !Kung San ... 31
2.4 Übergang zum Ackerbau - Der neolithische Weltmodell-Wechsel ... 34
2.5 Ökologischer Ausblick ... 38

SCHLUßBEMERKUNG ... 41

KAPITEL II
DIE HYDRAULISCHE GESELLSCHAFT ... 42

EINLEITUNG ... 44

1. DER WEG ZUR HYDRAULISCHEN GESELLSCHAFT ... 45

2. NATÜRLICHE GRUNDLAGEN DER HYDRAULISCHEN GESELLSCHAFT ... 48
    Mensch und Natur ... 48
    Der natürliche Faktor Wasser ... 48
    Weitere Faktoren ... 50
    Die spezifischen Eigenschaften von Wasser ... 51

3. ZWINGENDE BEWÄSSERUNGSLANDWIRTSCHAFT? ... 53

4. BEWÄSSERUNGSLANDWIRTSCHAFT ... 55
    Verschiedene Klimata ... 56
    Energieertrag ... 56

5. ÖKONOMIE DER HYDRAULISCHEN AGRIKULTUR ... 58
    Vorbereitungsarbeiten ... 58
    Schutzarbeiten ... 59
    Organisation der Arbeit ... 60
    Folgen für die Führung ... 61
    Regional unterschiedliche wasserbauliche Maßnahmen ... 62
    Abflußregime und Astronomie ... 64
    Weitere bauliche Unternehmungen ... 65
    Aquädukte ... 65
    Schiffahrtskanäle ... 66
    Straßen ... 67
    Kolossale Verteidigungsanlagen ... 67
    Repräsentative Bauten ... 68
    Wirtschaftliche Vormachtstellung ... 70

6. WEITERE KENNZEICHEN DER HYDRAULISCHEN GESELLSCHAFT ... 72
    Manager ... 72
    Buchhalter ... 72
    Schriftliches Gedächtnis ... 72
    Wasserverwaltung ... 73
    Post ... 73

7. AUSÜBUNG DER MACHT ... 75
    Macht nach außen - Das Kriegswesen ... 75
    Macht nach innen ... 75
    Folgen für das Individuum ... 77

8. ZUSAMMENFASSUNG ... 79

KAPITEL III
DER MENSCH - EIN KULTURELLES WESEN ... 80

EINLEITUNG ... 82
ISMAEL ... 84
GENESIS ... 94
ISMAEL ... 98
GENESIS ... 102
ISMAEL ... 105

ANHANG: GENESIS ... 110

 

WASSER

AN STATT EINES VORWORTES ... 3

KAPITEL I
WASSER - FAKTEN UND ERSTAUNLICHES ... 4

EINLEITUNG ... 6
1. WASSER IM GROßEN ... 7
1.1 Wasserkreislauf ... 7
1.2 Flüsse und Seen ... 9
1.3 Ozeane ... 10
1.4 Gefrorenes Wasser ... 15

2. WASSER IM KLEINEN ... 17
2.1 Chemisches und Physikalisches ... 17
    Die Struktur von flüssigem Wasser ... 17
    Die Anomalien ... 19
2.2 Umstrittene Herkunft ... 22

3. WASSERPHÄNOMENE ... 23
3.1 Wolken am Himmel ... 23
3.2 Feste Wasserstrukturen ... 24
    Das Wunder der Schneeflocke ... 25
3.3 Optische Phänomene ... 26

4. WASSER UND LEBEN ... 29
4.1 Leben im Wasser ... 29
4.2 Wasser als Lebensumwelt ... 29
4.3 Wasser im Leben ... 30
4.4 Leben von Wasser ... 32
4.5 Leben aus Wasser ... 33

5. WASSER - WECHSELWIRKUNGEN UND GEDÄCHTNIS ... 35
5.1 Der Mond ... 35
5.2 Sonne und Planeten ... 36
5.3 Magnetfelder, Wärmequellen und andere Energien ... 37
5.4 Gedächtnis und Heilwirkung ... 39

SCHLUßBEMERKUNG ... 42

KAPITEL II
WASSER - EIN SOZIALER STOFF ... 43

EINLEITUNG ... 45

TRANK WASSER WIE DAS LIEBE VIEH MARGINALIEN ZUR SOZIALGESCHICHTE DES UMGANGS MIT WASSER ... 47
1. Rückständigkeit und lebendiges Gedächtnis ... 47
2. `Versuch einer Beschreibung von Eiderstedt´ ... 48
3. Zuviel und zuwenig Wasser ... 50
4. Indirekte Rede ... 53
5. Man vergleiche ... 56
6. Seitenblick auf Literatur: Genauigkeit und Desinteresse ... 59
7. Wasser-Hierarchien ... 61
8. Abschweifung nordwärts ... 63
9. Vergessenes Wasser und Wiederkehr ... 68

KAPITEL III
WASSER - EIN GEISTIGES KULTURGUT ... 73

EINLEITUNG ... 75

WASSERANGST UND WASSERFREUDE IN RENAISSANCE UND MANIERISMUS ... 77
1. WASSERANGST ... 77
1.1 Himmelswasser ... 77
1.2 Meere ... 81
1.3 Erdadern ... 88

2. WASSERFREUDE ... 93
2.1 Arkadien... 93
2.2 „Liebeskampftraum“ ... 95
2.3 Gärten ... 101

 

WISSENSCHAFT

Inhaltsverzeichnis

VORWORT ... 3

KAPITEL I
WISSENSCHAFT - EINE DENKGESCHICHTE ... 5

EINLEITUNG ... 7

PYTHAGORAS ... 9
PLATON UND ARISTOTELES ... 11
DAS MITTELALTER UND DIE CHRISTLICHE LEHRE ... 13
DIE RENAISSANCE UND DIE AUFKOMMENDE MODERNE WISSENSCHAFT ... 14
DIE WURZELN VON ATOMISMUS UND MATERIALISMUS ... 20
NEWTONS SYNTHESE ... 22
EINSTEINS THEORIEN ... 24
DIE QUANTENTHEORIE VON BOHR BIS SCHRÖDINGER ... 26
EWIGKEIT UND EVOLUTION HEUTE ... 29

SCHLUß ... 30

KAPITEL II

WARUM GIBT ES EIN WISSENSCHAFTLICHES ZEITALTER? ... 33

EINLEITUNG ... 35

WARUM GIBT ES EIN WISSENSCHAFTLICHES ZEITALTER? ... 36

KAPITEL III
WISSENSCHAFT ALS KUNST ... 51

EINLEITUNG ... 53

1. KUNST ALS WISSENSCHAFT - EIN RENAISSANCE-EXPERIMENT ... 56

2. KUNST - ZWEI THEORIEN ... 59
    Fortschrittsidee ... 59
    Stilpluralismus ... 63
    Kurze Zusammenfassung ... 66

3. WISSENSCHAFT UND KUNST - DIE WIRKLICHKEIT ... 67

4. WISSENSCHAFT ALS KUNST ... 73

5. ZUSAMMENFASSUNG ... 81

SCHLUßWORT ... 83

 

KOMMENTAR und ANHANG

Einleitung ... 3

1. Motivation ... 6

2. Intention ... 8

3. Wasserbau - Eine Collage ... 15
3.1 Die Wissenschaft - Stütze des Wasserbaus ... 18
3.1.1 Wissenschaftliches Zeitalter ... 18
3.1.2 Metaphysik und Eigenheiten ... 19
3.1.3 Wissenschaft als Werkzeug ... 23
3.1.4 Wissenschaftliche Korrektheit ... 24
3.1.5 Wissenschaft und Mensch ... 27
3.1.6 Resümee ... 34
3.2 Wasser - Das Objekt des Wasserbaus ... 36
3.2.1 Wasser und Mensch ... 36
3.2.2 Schutz des Wassers ... 38
3.2.3 Resümee ... 41
3.3 Der Mensch - Subjekt des Wasserbaus ... 42
3.3.1 Der Mensch als Wasserbauer ... 42
3.3.2 Das Interesse an der menschlichen Entwicklung ... 42
3.3.3 Weltsicht und Ziele des Menschen ... 47
3.3.4 Resümee ...53 

4. Wasserbau - Der Rahmen ... 55
4.1 Wasserbau als gesellschaftliche Unternehmung ... 56
4.1.1 Berechtigung ... 56
4.1.2 Wechselwirkungen ... 57
4.2 Wasserbau als kulturelle Unternehmung ... 59
4.2.1 Wasserbau als Bindeglied zwischen Mensch und Natur ... 59
4.2.2 Die Frage der Renaturierung und des Naturschutzes ... 60
4.2.3 Wasserbau als Kunst ... 62
4.2.4 Zusammenfassung ... 63
4.3 Wasserbau als Teil der Technik ... 64
4.4 Wasserbau im Fortschritt ... 68
4.5 Wasserbau und Wirtschaft ... 73
4.6 Wasserbau als ethische Unternehmung ... 75
    Ethik Exkurs ... 76
4.7 Wasserbau als ökologische Unternehmung ... 79
4.8 Wasserbau als universitäre Lehre ... 84
4.9 Wasserbau ohne kommentierende Stimme ... 86
4.10 Resümee und Wunschliste ... 87
Wünsche und Anregungen des Autors für den Wasserbau ... 88

SCHLUßBEMERKUNG ... 89

 

ANHANG und LITERATURVERZEICHNIS

ANHANG A
FORTSCHRITT UND EVOLUTION ... II
Vom Fortschritt der Menschheit zur universalen Evolution ... II
Der Glaube an die Absichten Gottes ... III
Der Glaube an den Fortschritt der Menschheit ... V
Progressive Evolution ... VI
Große Sprünge und kleine Schritte ... VIII
Der Baum des Lebens ... XII
Der blinde Uhrmacher ... XIV
Evolvierende Organismen ... XVI

ANHANG B
TECHNIK ... XIX
Die Frage nach der Technik ... XIX

LITERATURVERZEICHNIS ... XXXVI

 

Vorwort
Wasserbauer sind Menschen und arbeiten für Menschen.

Es sind menschliche Anstrengungen, das Wasser wissenschaftlich zu begreifen und es dann in vielerlei Form baulich zu umfassen, die den Wasserbau voranbringen. Der Mensch ist dabei das wollende und handelnde Subjekt im Wasserbau.

Er denkt, er will, er forscht, er entwirft, er plant, er setzt um, er schafft, er verwirklicht. Immer ist der Mensch Ausgangspunkt des wasserbaulichen Tuns.
Des weiteren dienen die von ihm geschaffenen wasserbaulichen Einrichtungen in erster Linie dem menschlichen Wohle. So gebraucht er, nutzt er, verbraucht er.
Der Mensch ist also Ausgangspunkt und vorrangiges Ziel des Wasserbaus.3 Er hält die entscheidende Stellung inne, so gäbe es - trivialer Weise - ohne Menschen auch keinen Wasserbau.
Die nun folgenden Kapitel sind dem Menschen als Subjekt und Objekt des Wasserbaus gewidmet, sie möchten dem Menschen als Gegenstand des Wasserbaus Beachtung schenken. Allesamt gehen sie den Wurzeln des kulturellen Menschen nach. Kapitel I stellt den Menschen als ökologisches Wesen vor und folgt unseren Spuren bis in die Steinzeit, Kapitel II folgt einem anderen kulturellen Pfad, und stellt eine von den mitteleuropäischen sehr verschiedene Gesellschaftsform und deren Verflechtung mit wasserbaulichen Aktivitäten dar. Kapitel III schließlich verläßt den Weg der Wissenschaft und schafft einen doppelten literarischen Zugang zum kulturellen Werdegang des zivilisierten Menschen über den jüdisch-christlichen Schöpfungsmythos, die Genesis.

Kapitel I
Der Mensch - Ein ökologisches Wesen

Einleitung
Der Mensch kann der Gestalt als ökologisches Wesen betrachtet werden, in dem er mit seiner Umgebung vielerlei Wechselbeziehungen unterhält und auf Gedeih und Verderb in ein Ökosystem eingebunden ist.

War in frühen Zeiten der Wirkungsradius des Menschen auf einzelne Landstriche beschränkt, so bevölkert er seit einigen Jahrtausenden sämtliche Kontinente in zunehmender Zahl und besitzt heute die Möglichkeit in jeden noch so unwirtlichen Winkel der Erde vorzudringen. Als dieses Ökosystem muß somit zweifellos die gesamte Erde mit all ihren geologischen und klimatologischen Gegebenheiten und der Gesamtheit ihrer tierischen und pflanzlichen Mitbewohner gelten. Trotz der über Jahrmillionen erlangten Fähigkeiten des Menschen, die Natur zu manipulieren und sein Lebensumfeld nach seinem Willen zu gestalten, trotz aller Bemühungen die Natur zu überwinden, bleibt ein Teil seiner Existenz in der Natur verhaften. Er ist gewissermaßen auf dreifache Weise mit der Natur verbunden:

Zuerst entstammt er ihr, ist Produkt ihrer schöpferischen Kraft. Zweitens ist er mit seinem Leben auf sie angewiesen, ist weiterhin Nutznießer ihres unablässigen Schöpfertums, nährt sich und erhält sich durch die Natur. Drittens hat sich der Mensch die Natur zunehmend Untertan gemacht, hat seinen Einfluß auf ihr Wirken durch seine zahlenmäßige und kulturelle Entwicklung enorm verstärkt. Immer mehr gerät die Natur in die Abhängigkeit des Menschen.

In der Folge soll der Mensch als eine die Erde bevölkernde Spezies, unter Berücksichtigung seiner besonderen Stellung zur Natur, die ihn maßgeblich von anderen Spezies unterscheidet, betrachtet werden. Gleichsam aus zoologischem Blickwinkel wird der Mensch als eine Art unter Millionen von Lebewesen geschildert, wobei das Augenmerk, wie bei jeder Beschreibung einer bestimmten Spezies, auf deren Besonderheiten liegt. Im zweiten Abschnitt wird vor dem Hintergrund eines evolutionären Weltbildes ein Abschnitt der Menschheitsgeschichte betrachtet, der sich durch seine zeitliche Ausdehnung - ca. 99% der Zeit seit Erscheinen der Gattung4 Homo - und durch seine für unsere schnellebige Zeit ausgesprochene Kontinuität auszeichnet: Die Steinzeit - ein Zeitraum zu dessen Ende hin der Mensch, oder besser gesagt ein Teil der Menschheit, sich aus der Einheit mit der Natur herauszuschälen begann und auf die ihm heute anhaftende Dreiwertigkeit seines Bezuges zur Natur zusteuerte.

Zuvor, im ersten Abschnitt werden biologische Prozesse, die für das Verständnis einer evolutionären Entwicklung des Menschen notwendig sind, sowie einige allgemeine Überlegungen zur Ökologie5 des Menschen und zum Menschen selbst erläutert.

[...]


1 Wahrig, 1994.

2 Falls der ein oder andere Chemieingenieur, Braumeister oder Installateur anhand dieses zu weit gefaßten Wasserbaubegriffes sich plötzlich bei den Wasserbauern wiederfindet, so sei er herzlich eingeladen, als solcher den Ausführungen des Autors zu folgen.

3 vgl. Kommentar 3.1.5 u. 3.3

4 Systematische Klassifizierung in der Biologie: Gattung: Homo, Art (Spezies): sapiens, Unterart: sapiens

5 Ökologie ist eine aus der Biologie hervorgegangene Lehre, die sich mit den Wechselbeziehungen zwischen Organismen und der belebten (andere Organismen) wie unbelebten Umwelt (Klima, Boden, ...) beschäftigt.


Comments

No comments yet

Add Comment
Your comment is reviewed before being published

Other users also were interested in the following titles:


This text can be quoted and accessed from this url:

http://www.grin.com/e-book/18985/der-wasserbau-eine-collage
please wait Please wait