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Die Funktion der Krankheit in Hartmanns von Aue "Der arme Heinrich" close

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Die Funktion der Krankheit in Hartmanns von Aue "Der arme Heinrich"

Termpaper, 2003, 15 Pages
Author: Emese Farkas
Subject: German Studies - Older German Literature, Mediaevistik

Details

Event: Medizin und Naturwissenschaft in der poetischen deutschen Literatur des Mittelalters
Institution/College: University of Mannheim (Deutsche Philologie)
Tags: Funktion, Krankheit, Hartmanns, Heinrich, Medizin, Naturwissenschaft, Literatur, Mittelalters
Category: Termpaper
Year: 2003
Pages: 15
Grade: 1,3
Language: German
Archive No.: V18990
ISBN (E-book): 978-3-638-23224-1
ISBN (Book): 978-3-638-77160-3
File size: 168 KB
Notes :
dani


Abstract

Die epische Dichtung „Der arme Heinrich“ gilt als eines der letzten Werke Hartmanns von Aue, entstanden nach seiner inneren Umkehr zur Zeit der hochhöfischen Literaturepoche. Weder eine Urkunde, noch die Biographie Hartmanns liegen vor, doch er stellt sich in seiner Lyrik und Epik mehrfach vor. Zu Beginn des „Armen Heinrich“ spricht Hartmann von Aue von sich. Für den „Armen Heinrich“ gibt es keine sichere Quellen, doch die Erzählung weist auf die beiden Grundtypen der Aussatzgeschichten des Mittelalters hin: der Sylvesterlegende aus dem 5. Jahrhundert und der Freundschaftssage. Beide Geschichten besagen, dass der Aussätzige nur durch das Blut eines Kindes errettet werden kann. Vielfältige religiöse Symbole, Motive und Bilder weisen auf die Verwurzelung des „Armen Heinrich“ im religiösen Denken des Mittelalters. Die Vermischung der Sphären des Menschlichen und des Göttlichen ist in dem ganzen Gedicht zu beobachten. Hartmann verwendet Motive aus verschiedenen literarischen Bereichen, die er künstlerisch zu einer Einheit verbindet. Legende, Märchen und religiöse Dichtung sind Muster, die sich im Verlauf der Handlung, abwechselnd und auch einheitlich, bemerkbar machen. Hauptmotive im „Armen Heinrich“ sind Aussatz und Aussatzheilung, die im Mittelalter tabuisierte Krankheit und das magische Rezept. Der Werdegang eines Aussätzigen und die Geschichte einer opferbereiten Jungfrau - und schließlich beider Wandlung - bestimmen die relativ handlungsarme Erzählung. Das innere Geschehen, psychische Vorgänge werden in den Mittelpunkt gerückt. In der vorliegenden Arbeit wird die Frage nach der Bedeutung, Funktion und Symbolik der schrecklichen Krankheit gestellt und untersucht. Die kontroversen Thesen einer Strafe Gottes und einer göttlichen Prüfung werden in den kritischen Blickpunkt gegenwärtiger Betrachtung gerückt. Das Mädchen spielt hierbei eine entscheidende Rolle, ihre Gestalt treibt Heinrich zu seiner Wandlung. „Der arme Heinrich“ widerspiegelt biblische Motive, die Konfrontation zwischen gut und böse, das Symbol der Liebe und Selbstaufgabe, und das zentrale Thema der Erlösung.


Excerpt (computer-generated)

Die Funktion der Krankheit in Hartmanns von Aue
„DER ARME HEINRICH“

 

 


Emese Farkas

Inhalt

1. Einleitung 3

2. Hauptteil 4

2.1 Die Erkrankung 4

2.1.1 Die Wende in Heinrichs Leben (V. 1-132)  4
2.1.2. Heinrichs Suche nach Heilung (V. 133-266)  6

2.2 Handlungsantrieb: Das namenlose Mädchen 8

2.2.1 Der Meiershof: Heinrichs Selbstdeutung (V. 267-458)  8

2.3 Die Heilung 10

2.3.1 Der Entschluß zum Opfer (V. 459-1026)  10
2.3.2 Die Reise nach Salerno (V. 1027-1386)  11
2.3.3 Die Genesung (V. 1387-1520)  13

3. Schluß 14

Literaturverzeichnis 15

 

 


 

 

1. Einleitung

Die epische Dichtung der arme Heinrich gilt als eines der letzten Werke Hartmanns von Aue, entstanden nach seiner inneren Umkehr zur Zeit der hochhöfischen Literaturepoche. Weder eine Urkunde, noch die Biographie Hartmanns liegen vor, doch er stellt sich in seiner Lyrik und Epik mehrfach vor. Zu Beginn des armen Heinrich spricht Hartmann von sich. Für den armen Heinrich gibt es keine sichere Quellen, doch die Erzählung weist auf die beiden Grundtypen der Aussatzgeschichten des Mittelalters hin: der Sylvesterlegende aus dem 5. Jahrhundert und der Freundschaftssage. Beide Geschichten besagen, daß der Aussätzige nur durch das Blut eines Kindes errettet werden kann.

Vielfältige religiöse Symbole, Motive und Bilder weisen auf die Verwurzelung des armen Heinrich im religiösen Denken des Mittelalters. Die Vermischung der Sphären des Menschlichen und des Göttlichen ist in dem ganzen Gedicht zu beobachten. Hartmann verwendet Motive aus verschiedenen literarischen Bereichen, die er künstlerisch zu einer Einheit verbindet. Legende, Märchen und religiöse Dichtung sind Muster, die sich im Verlauf der Handlung, abwechselnd und auch einheitlich, bemerkbar machen. Trotz seines geringen Umfangs weist das Gedicht eine poetische Dichte auf, die über den knappen Rahmen und Zusammenhang des Erzählten weit hinausgeht.1

Hauptmotive im armen Heinrich sind Aussatz und Aussatzheilung, die im Mittelalter tabuisierte Krankheit und das magische Rezept. Der Werdegang eines Aussätzigen und die Geschichte einer opferbereiten Jungfrau - und schließlich beider Wandlung - bestimmen die relativ handlungsarme Erzählung. Das innere Geschehen, psychische Vorgänge werden in den Mittelpunkt gerückt. Anfangs bestimmt Heinrich den Erzählablauf. Im Mittelteil tritt das Mädchen erheblich in den Vordergrund, Heinrich bleibt passiv. Am Ende treten beide als Einheit hervor. In der vorliegenden Arbeit wird die Frage nach der Bedeutung, Funktion und Symbolik der schrecklichen Krankheit gestellt und untersucht. Die kontroversen Thesen einer Strafe Gottes und einer göttlichen Prüfung werden in den kritischen Blickpunkt gegenwärtiger Betrachtung gerückt. Das Mädchen spielt hierbei eine entscheidende Rolle, ihre Gestalt treibt Heinrich zu seiner Wandlung. Der arme Heinrich widerspiegelt biblische Motive, die Konfrontation zwischen gut und böse, das Symbol der Liebe und Selbstaufgabe, und das zentrale Thema der Erlösung.

2. Hauptteil

2.1 Die Erkrankung

Hartmann schafft in seinem Helden eine Idealgestalt, die beispielhaft wirken soll. Heinrich verkörpert höchste menschliche Eigenschaften, die im Prolog zur Entfaltung kommen. Er fällt von der Scheinhöhe seines Daseins, sein Leben verändert sich schlagartig.

2.1.1 Die Wende in Heinrichs Leben (V. 1-132)

[...]


1 Kuhn, Hugo und Cormeau, Cristoph: Hartmann von Aue, Darmstadt 1973, S. 151.


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