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Examination Thesis, 2003, 106 Pages
Author: Kerstin Topp
Subject: Musicology
Details
Tags: Verhältnis, Theologie, Musik, Johann, Sebastian, Bach, Credo, Hohen, Messe
Year: 2003
Pages: 106
Grade: 1,0
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-23253-1
File size: 564 KB
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Excerpt (computer-generated)
Westfälische Wilhelms Universität Münster
Institut für Musikpädagogik
Zum Verhältnis von Theologie und Musik
bei Johann Sebastian Bach,
exemplarisch dargestellt am Credo der „Hohen Messe“
Schriftliche Hausarbeit, vorgelegt im Rahmen der
Ersten Staatsprüfung für das Lehramt
Musik und Theologie der Sekundarstufe I
von
Kerstin Topp
10. Juli 2003
Inhaltsverzeichnis
1. Das Verhältnis von Musik und Theologie: Komposition als Ausdruck religiöser Verkündigung?
– Eine Einleitung – ... 5
2. Johann Sebastian Bach ... 8
2.1 Das Leben des Musikers unter besonderer Berücksichtigung seines „musikalisch-theologischen“ Werdegangs ... 8
2.1.1 Eisenach (1685-1695) ... 9
2.1.2 Ohrdruf (1695-1700) ... 11
2.1.3 Lüneburg (1700-1702) ... 13
2.1.4 Weimar I (1703) ... 15
2.1.5 Arnstadt (1703-1707) ... 16
2.1.6 Mühlhausen (1707-1708) ... 19
2.1.7 Weimar II (1708-1717) ... 21
2.1.8 Köthen (1717-1723) ... 22
2.1.9 Leipzig (1723-1750) ... 24
2.1.9.1 Leipzig I (1723-1729) ... 25
2.1.9.2 Leipzig II (1729-1741/1744) ... 25
2.1.9.3 Leipzig III (1745 - 1750) ... 26
2.2 Bach im Zeitalter des Barock ... 28
2.2.1 Der Barock als musikgeschichtlich-historische Epoche ... 28
2.2.2 Die Bedeutung Johann Sebastian Bachs im Barockzeitalter ... 33
2.3 Bach als Komponist und Theologe? – Zur Möglichkeit einer musikalisch-theologischen Deutung der bachschen Kompositionen – ... 34
2.3.1 Anhaltspunkte im Leben und in den Werken Bachs als Gründe für eine theologische Beleuchtung des Komponisten und seiner Werke ... 34
2.3.1.1 Bach als gläubiger Christ ... 34
2.3.1.2 Bachs theologische Bibliothek ... 35
2.3.1.3 Das „Soli Deo Gratias“ ... 37
2.3.2 Verhältnisbestimmung der Einzelwissenschaften: Musikwissenschaften und Theologie innerhalb theologischer Bachforschung
3. Die "Hohe Messe“ ... 40
3.1 Die Entstehung der Messe ... 40
3.1.1 Die Entstehung der unterschiedlichen Messteile ... 40
3.1.2 Die „Hohe Messe“ – Einheitliches Werk oder Einzelkompositionen? ... 42
3.1.3 „Hohe Messe“ oder „h-moll Messe“ – Zur Entstehung der Begrifflichkeit ... 43
3.2 Einordnung der Messe in das Gesamtwerk Bachs....................43
4.Das Credo der h-moll Messe ... 45
4.1 Einordnung in die Messe ... 45
4.2 Zum Text des Credos ... 45
4.2.1 Die Gliederung des Textes und der daraus entstehende musikalische Aufbau des Credos ... 45
4.2.2 Theologische Bedeutung des Textes ... 47
4.2.2.1 Credo in unum deum ... 48
4.2.2.2 Patrem omnipotentem, factorem coeli et terrae, visibilium omnium et invisibilium ... 50
4.2.2.3 Et in unum Dominum Jesum Christum, Filium Dei unigenitum et ex patre natum ante omnia saecula. Deum de Deo, lumen de lumine, Deum verum de Deo vero, genitum, non factum consubstantialem Patri, per quem omnia facta sunt. Qui propter nos homines et propter nostram salutem descendit de coelis ... 52
4.2.2.4 Et incarnatus est de Spiritu sancto ex Maria virgine, et homo factus est ... 52
4.2.2.5 Crucifixus etiam pro nobis sub Pontio Pilato, passus et sepultus est ... 53
4.2.2.6 Et resurrexit tertia die secundum scripturas; et ascendit in coelum, sedet ad dexteram Dei Patris. Et iterum venturus est cum gloria judicare vivos et mortuos, cujus regni non erit finis ... 54
4.2.2.7 Et in Spiritum sanctum Dominum et vivificantem, qui ex Patre Filioque procedet, qui cum Patre et Filio simul adoratur et conglorificatur, qui locutus est per Prophetas. Et unam sanctam catholicam et apostolicam ecclesiam ... 56
4.2.2.8 Confiteor unum baptisma in remissionem peccatorum ... 57
4.2.2.9 Et expecto resurrectionem mortuorum et vitam venturi saeculi, amen ... 57
4.3 Harmonisch-Melodische Analyse mit Interpretation – unter besonderer Berücksichtigung des Wort-Ton Verhältnisses ... 59
4.3.1 Erster Satz ... 60
4.3.2 Zweiter Satz ... 63
4.3.3 Dritter Satz ... 68
4.3.4 Vierter Satz ... 71
4.3.5 Fünfter Satz ... 74
4.3.6 Sechster Satz ... 77
4.3.7 Siebter Satz ... 84
4.3.8 Achter Satz ... 87
4.3.9 Neunter Satz ... 94
5. Zum Verhältnis von Musik und Theologie innerhalb der Bachschen Kompositionen – dargestellt am Credo der „Hohen Messe“ ... 97
6. Musik als Möglichkeit theologischer Verkündigung – Vergangenheit, Gegenwart oder Zukunft? – Ein Ausblick – ... 102
Bibliographie ... 105
"Und zuletzt ist die wahre Versenkung in Bach auch ein Stück Theologie."1
1. Das Verhältnis von Musik und Theologie: Komposition als Ausdruck religiöser Verkündigung?
– Eine Einleitung –
Das Verhältnis von Theologie und Musik bei Johann Sebastian Bach, exemplarisch dargestellt am Credo der „Hohen Messe“ – ein Thema, welches auf den ersten Blick einen relativ engen Ausschnitt innerhalb der Musikgeschichte erfasst. Es ergibt sich die Frage, warum ein solches Thema für den modernen Menschen der Gegenwart noch interessant sein kann, besonders vor dem Hintergrund der unzähligen bereits vorhandenen Abhandlungen über Johann Sebastian Bach und seine Kompositionen.
Musik und Theologie – zwei Einzelwissenschaften, die in der Kirchenmusik miteinander verbunden werden.
So lag es für mich als Studentin der Musikpädagogik und der katholischen Theologie nahe, den Schnittpunkt der beiden Wissenschaften im Rahmen dieser Arbeit einmal näher zu beleuchten.
Ich möchte untersuchen, ob und wie in der „Hohen Messe“ Johann Sebastian Bachs theologische Texte (in diesem Fall der Wortlaut des Credos) innerhalb einer Komposition einen Mehrwert durch musikalische Unterlegung bekommen können.
Im Rahmen einer ersten Literatursichtung, in der ich mit einer Fülle von unterschiedlichsten Büchern über Johann Sebastian Bach konfrontiert wurde (von unzähligen Biographien bis hin zu detaillierten Analysen und Interpretationsversuchen einzelner Bachwerke), konnte ich mit Erstaunen feststellen, dass zwar einige theologische Untersuchungen im Rahmen von theologischer Bachforschung2 über die Werke Johann Sebastian Bachs vorhanden, diese allerdings fast ausschließlich als geschichtliche Abhandlungen zum Verhältnis Johann Sebastian Bachs zur Theologie gestaltet sind.3
Ich denke allerdings, dass sich auch heute innerhalb kirchenmusikalischer Praxis immer wieder die Frage stellt, ob und wie die Musik als besonderes Ausdrucksmittel menschlicher Gefühle, neben der Verkündigung des Wortes Gottes durch die Sprache und durch die darstellende Kunst ein Mittel zur religiösen Verkündigung sein kann.
Es soll in dieser Arbeit folglich neben der Beschäftigung mit dem historischen Werk der „Hohen Messe“ Johann Sebastian Bachs auch abschließend eine Übertragungsmöglichkeit auf die Gegenwart gesucht werden: Wie kann unter den heutigen Bedingungen das Verhältnis von Theologie und Musik aussehen? Gibt es Anknüpfungspunkte durch die Wiedererinnerung an historisch sinnvolle Verknüpfungen von Theologie und Musik innerhalb von Kompositionen für die Gegenwart?
Besonders zu Beginn des 21. Jahrhunderts, wo aus unterschiedlichen Gründen die sprachliche Verkündigung des Wortes Gottes teilweise vor unüberwindlichen Barrieren zu stehen scheint, kann die Beschäftigung mit einem geschichtlichen Beispiel von musikalischer Verkündigung daran erinnern, dass es nicht ausschließlich den Weg der Wort-, sondern auch andere Wege der Glaubensverkündigung geben kann.
Ich möchte hier an einige Fragen Meinrad Walters anknüpfen, deren Beantwortung er zu Beginn seines Buches als Zielvorstellungen angibt:
„Inwiefern ist Bachs Verkündigung ein Zusammenspiel von begrifflicher und musikalischer Sprache? Was sagt sie aus, was gibt sie zu verstehen und wie ist diese spezifische Wort-Ton-Sprache noch verstehbar? Inwiefern ist sie überhaupt eine Sprache des Glaubens? (...) Kann die Sprache einer vergangenen Epoche über ihre Zeit hinaus überhaupt verkündigen oder kann das immer nur die gegenwärtige Sprache? (...) Warum spricht sie (diese Sprache) so viele an, die ihrerseits diese Sprache nicht mehr sprechen, weder dem Begriff noch der Musik nach?“ 4
Auch ich möchte mich diesen Fragen stellen, und versuchen mich ihren Antworten durch Untersuchung des Credos aus der „Hohen Messe“ zu nähern.
Im Folgenden beschreibe ich die Aufteilung und thematische Akzentuierung der Kapitel meiner Arbeit.
Um das Werk Bachs besser zu verstehen, wird zunächst Bachs Biographie und die Bedeutung des Komponisten innerhalb seiner Zeitepoche dargestellt. (Kapitel 2) Daran schließt sich eine allgemeine Einführung zur „Hohen Messe“ an, welche vor allem die Entstehung der Komposition beleuchtet. (Kapitel 3)
Im Hauptteil meiner Arbeit (Kapitel 4 und 5) soll das Credo der h-Moll Messe näher untersucht werden. Vor allem die Analyse und die Interpretation – unter der besonderen Berücksichtigung des Wort-Ton-Verhältnisses (innerhalb des vierten Kapitels) machen einen zentralen Teil der Arbeit aus. Das Verhältnis zwischen dem theologischen Text des Credos und der von Bach komponierten Musik wird herausgearbeitet.
Im sechsten Kapitel werde ich abschließend eine Übertragung auf die heutige Zeit wagen, und kurz auf einige Konsequenzen und Möglichkeiten für den Umgang mit Musik im Bereich der Theologie und mit Theologie im Bereich von Komposition verweisen. So soll durch das Verstehen des Zusammenhangs zwischen Musik und Theologie, welches exemplarisch am Credo der „Hohen Messe“ Johann Sebastian Bachs gezeigt wird, nicht nur eine sicherlich einmalige historische Komposition in das Blickfeld genommen, sondern abschließend auch Möglichkeiten theologischer Verkündigung durch Musik in der Gegenwart kurz beleuchtet werden.
2. Johann Sebastian Bach
Um die Werke Johann Sebastian Bachs in ihrer ganzen Dimension verstehen zu können, liegt es nahe, sich zunächst mit dem Werdegang des Komponisten und Musikers vertraut zu machen.
Die Beschäftigung mit der Biographie Bachs lässt Einflüsse der Erziehung und des gesamten Umfelds erkennen, welche sicherlich nicht nur das Leben, sondern auch die Werke des Komponisten wesentlich prägen.
[...]
1 Jacobi, E. R.: Zur Entstehung des Bach-Buches von Albert Schweitzer, aufgrund unveröffentlichter Briefe, in: Bach Jahrbuch 61, 1. Auflage, 1975; hier: S. 160
2 Die Wurzeln der theologischen Bachforschung sind etwa ab dem Jahr 1950 zu suchen. Ziel der theologischen Bachforschung ist es, vor allem wortgebundene Kompositionen Bachs näher auf das Verhältnis von Theologie und Musik hin zu untersuchen. (Vgl.: Walter, Meinrad: Musik – Sprache des Glaubens: Zum geistlichen Vokalwerk Bachs. Frankfurt am Main: Knecht, 1. Auflage, 1994; hier: S. 13) (Walter)
3 Mit Ausnahme der Arbeit Meinrad Walters, der sich der Frage der Gegenwartsbedeutung Johann Sebastian Bachs stellt.
4 Walter; hier: S. 47
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