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Die Stellung der Frau im Vergleich Ost-/Westdeutschland (DDR - BRD): Befunde und theoretische Erklärungsansätze

Intermediate Examination Paper, 2003, 37 Pages
Author: Magistra Artium Denise Demnitz
Subject: Sociology - Gender Studies

Details

Category: Intermediate Examination Paper
Year: 2003
Pages: 37
Grade: 1,7
Language: German
Archive No.: V19143
ISBN (E-book): 978-3-638-23327-9
ISBN (Book): 978-3-638-68695-2
File size: 454 KB
Notes :
In dieser Arbeit wird angestrebt, die Stellung der Frau in beiden Teilen Deutschlands zu untersuchen. Dabei soll versucht werden, die Zeit von DDR und BRD zu betrachten, da sie als Ursache der heute bestehenden Geschlechterverhältnisse und -diskurse gelten kann. Ziel dabei ist es, aus verschiedenen soziologischen Studien Grobstrukturen herauszuarbeiten und ihnen eine Systematik zugrunde zu legen.


Abstract

Die zwei deutschen Staaten DDR und BRD entwickelten sich ein halbes Jahrhundert lang getrennt voneinander. In dieser Zeit zeigten sich in den beiden verschiedenen Gesellschaftssystemen verschiedene Leitbilder und institutionelle Rahmenbedingungen für die Stellung der Frau auf. Diese Tatsache kann auf unterschiedliche Entwicklungen des Abbaus geschlechtsspezifischer Ungleichheiten zurückgeführt werden. Unterschiede zwischen Frauen aus Ost- und Westdeutschland sind auch heute noch sichtbar und Thema vieler soziologischer und privater Auseinandersetzungen und Erfahrungsaustausche. In dieser Arbeit wird angestrebt, die Stellung der Frau in beiden Teilen Deutschlands zu untersuchen. Dabei soll versucht werden, die Zeit von DDR und BRD zu betrachten, da sie als Ursache der heute bestehenden Geschlechterverhältnisse und -diskurse gelten kann. Ziel dabei ist es, aus verschiedenen soziologischen Studien Grobstrukturen herauszuarbeiten und ihnen eine Systematik zugrunde zu legen. Es wird vermutet, dass es möglich sein kann, zwei entgegengesetzt positionierte Befunde zum Vergleich der Stellung der Frau in DDR und BRD zu finden. Die Arbeit wird zunächst mit einleitenden Worten zum Thema der Geschlechterdifferenz als Ungleichheitsquelle moderner Gesellschaften und Emanzipation als deren Gegenentwicklung beginnen. Darauf folgt die Darstellung der verschiedenen Ausführungen der Autorinnen und Autoren, wobei anschließend versucht wird, ihre Befunde zusammenzufassen und kritisch zu betrachten. Sie werden in den Kontext einer internationalen Studie zu Unterschieden in der Frauenerwerbsbeteiligung gestellt. Im letzten Teil werden schließlich die Ergebnisse zusammengefasst.


Excerpt (computer-generated)

Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Fachbereich Geschichte, Philosophie und Sozialwissenschaften
Institut für Soziologie
Hausarbeit zum Erlangen des Prüfungsnachweises zur Magisterzwischenprüfung
SS 2003

Die Stellung der Frau im Vergleich Ost-/Westdeutschland
(DDR - BRD)

 Denise Demnitz

 

Inhaltsverzeichnis

EINLEITUNG 3

1 GESCHLECHTERDIFFERENZEN ALS UNGLEICHHEITSQUELLE DER MODERNEN GESELLSCHAFT UND EMANZIPATION ALS REAKTION 4
1.1 Geschlechterdifferenzen als Ungleichheitsquelle 4
1.2 Emanzipation und Frauenemanzipation in Deutschland 6

2 DIE STELLUNG DER FRAU IM VERGLEICH DDR – BRD (OST-/WESTDEUTSCHLAND) IN SOZIOLOGISCHEN STUDIEN 8
2.1 Geißler: Die Entwicklung von sozialen Ungleichheiten zwischen Frauen und Männern in Deutschland 8
2.1.1 Ungleichheiten im Bildungssystem 9
2.1.2 Ungleichheiten in der Arbeitswelt 10
2.1.3 Beteiligung von Frauen in der Politik in DDR und BRD 12
2.1.4 Die Situation der Familie in DDR und BRD 13
2.2 Deutschmann-Temel: Vergleichbarkeit oder Unvergleichbarkeit von Arbeitszeitformen der Frauenerwerbsarbeit in der ehemaligen DDR und alten Bundesrepublik 17
2.3 Meyer/Schulze: Parallelen und Unterschiede im Leben der Frauen in BRD und DDR 18
2.4 Hülser: Bedingungen der Frauenerwerbstätigkeit in der DDR und in der ehemaligen Bundesrepublik im Vergleich 20
2.5 Trappe/Rosenfeld: Geschlechtspezifische Segregation in der DDR und der BRD - Im Verlauf der Zeit und im Lebenslauf 23
2.6 Zusammenfassung: Befunde und theoretische Erklärungsansätze 29

ZUSAMMENFASSUNG 35

LITERATURVERZEICHNIS 36

 

Einleitung

Die zwei deutschen Staaten DDR und BRD entwickelten sich ein halbes Jahrhundert lang getrennt voneinander. In dieser Zeit zeigten sich in den beiden verschiedenen Gesellschaftssystemen verschiedene Leitbilder und institutionelle Rahmenbedingungen für die Stellung der Frau auf. Diese Tatsache kann auf unterschiedliche Entwicklungen des Abbaus geschlechtsspezifischer Ungleichheiten zurückgeführt werden. Unterschiede zwischen Frauen aus Ost- und Westdeutschland sind auch heute noch sichtbar und Thema vieler soziologischer und privater Auseinandersetzungen und Erfahrungsaustausche.

In dieser Arbeit wird angestrebt, die Stellung der Frau in beiden Teilen Deutschlands zu untersuchen. Dabei soll versucht werden, die Zeit von DDR und BRD zu betrachten, da sie als Ursache der heute bestehenden Geschlechterverhältnisse und -diskurse gelten kann. Ziel dabei ist es, aus verschiedenen soziologischen Studien Grobstrukturen herauszuarbeiten und ihnen eine Systematik zugrunde zu legen. Es wird vermutet, dass es möglich sein kann, zwei entgegengesetzt positionierte Befunde zum Vergleich der Stellung der Frau in DDR und BRD zu finden.

Die Arbeit wird zunächst mit einleitenden Worten zum Thema der Geschlechterdifferenz als Ungleichheitsquelle moderner Gesellschaften und Emanzipation als deren Gegenentwicklung beginnen. Darauf folgt die Darstellung der verschiedenen Ausführungen der Autorinnen und Autoren, wobei anschließend versucht wird, ihre Befunde zusammenzufassen und kritisch zu betrachten. Sie werden in den Kontext einer internationalen Studie zu Unterschieden in der Frauenerwerbsbeteiligung gestellt. Im letzten Teil werden schließlich die Ergebnisse zusammengefasst.

1 Geschlechterdifferenzen als Ungleichheitsquelle der modernen Gesellschaft und Emanzipation als Reaktion

In diesem Kapitel sollen kurz verschiedene soziologische Begriffe dargelegt werden, die zum Verständnis der Situation der Frauen in Deutschland beitragen können. Dabei beschäftigt sich das erste Unterkapitel mit der Kategorie des Geschlechts als Quelle der Ungleichheit in modernen Gesellschaften. Im zweiten Unterkapitel wird der Begriff der Emanzipation behandelt, welcher als Gegenbewegung zur Minderung von Ungleichheiten verstanden werden kann.

1.1 Geschlechterdifferenzen als Ungleichheitsquelle

Geschlechterdifferenzen können als wichtige Quelle der Ungleichheit in der modernen Gesellschaft angesehen werden (vgl. Geißler 2002, 363). Die Argumente dafür sollen kurz dargestellt werden. Darauf folgend soll der Begriff der Emanzipation als eine mögliche Gegenbewegung zu Ungleichheitsstrukturen betrachtet werden. Die kurze Einleitung mit diesen beiden Begriffen soll die Rahmenbedingungen für die weiteren Ausführungen zur Stellung der Frau in Ost- und Westdeutschland bzw. DDR und BRD schaffen. Geschlecht als zentrale soziologische Strukturkategorie bestimmt Handlungen von Individuen über deren soziale Positionierung hinaus. Es beeinflusst ihre subjektiven Haltungen, moralischen Vorstellungen und ihr soziales Handeln. Durch die Kategorie des Geschlechtes werden Männer und Frauen im sozialen Raum positioniert, Geschlecht erscheint als zentraler Bezugspunkt bei der Zuweisung des sozialen Status und damit der gesellschaftlichen Lebenschancen und Lebensperspektiven. Mit Hilfe der Kategorie Geschlecht lassen sich Machtstrukturen von Geschlechterbeziehungen, Unterdrückungs- und Ausgrenzungsverhältnisse, Benachteiligungen von Frauen und Männern erklären. Die Geschlechter können insbesondere in ihrer Differenz als hierarchisches System der Über- und Unterordnung betrachtet werden. Diese Differenz wird innerhalb der Gesellschaft als natürlich begründet. Es wird argumentiert, dass es einen natürlichen Unterschied zwischen den Geschlechtern gäbe, der sich scheinbar aus biologischen und psychischen Merkmalen herleitet. Diese Geschlechterdifferenz führt dazu, dass Frauen aus sozialen Räumen ausgeschlossen werden. Dabei wird Frauenbelangen eine geringere Wichtigkeit als Männerbelangen eingeräumt. Geschlecht als soziale Strukturkategorie wird auch als natürliches Fundament von Gesellschaft verstanden.

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