Zu: Karl Popper: Logik der Forschung, Kapitel IV u. V (§§ 19-30) - Falsifizierbarkeit und Basisprobleme

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Details

Titel: Zu: Karl Popper: Logik der Forschung, Kapitel IV u. V (§§ 19-30) - Falsifizierbarkeit und Basisprobleme
Autor: Matthias Warkus
Fach: Philosophie - Philosophie des 20. Jahrhunderts / Gegenwart
Veranstaltung: Proseminar "Die Philosophie Karl Poppers"
Institution/Hochschule: Philipps-Universität Marburg (Institut für Philosophie)
Kategorie: Referat (Ausarbeitung)
Jahr: 2003
Seiten: 17
Note: sehr gut
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 208 KB
Archivnummer: V19723
ISBN (E-Book): 978-3-638-23776-5
ISBN (Buch): 978-3-640-11162-6
Anmerkungen :
Ausführliche Referatsverschriftlichung mit zwei Diagrammen; Handout inklusive.

Zusammenfassung / Abstract

Das vorliegende Papier unternimmt die Besprechung der Kapitel IV und V der "Logik der Forschung", das heißt, der eigentlichen Darlegung des Falsifikationismus. Nachdem Popper die erkenntnistheoretische und methodologische Problemlage in den Kapiteln I bis II dargestellt und in Kapitel III seinen Theorienbegriff dargelegt hat, wird hier erläutert, worauf sich die Gültigkeit einer Theorie überhaupt beziehe und wann sie zu enden habe. Gegenstand dieser Kapitel sind somit die Falsifizierbarkeit von Theorien (Kapitel IV) und die Basissätze (Kapitel V), auf denen der Wissenschaftsbetrieb, wie ihn Popper skizziert, zu ruhen hat.

Textauszug (computergeneriert)

Philipps-Universität Marburg, FB 03 (Institut für Philosophie); SS 2003
PS: Die Philosophie Karl Poppers

Ausarbeitung des Referates zu:
Karl Popper: Logik der Forschung, Kapitel IV und V (§§ 19 - 30)
– Falsifizierbarkeit und Basisprobleme –1

Matthias Warkus (2. FS)
3. Februar 2004

 

1 Vorbemerkung
1.1 Zur Stellung des Texts im Gesamtwerk

Das vorliegende Papier unternimmt die Besprechung der Kapitel IV und V der »Logik der Forschung«, d. h. der eigentlichen Darlegung des Falsifikationismus. Nachdem Popper die erkenntnistheoretische und methodologische Problemlage in den Kapiteln I bis II dargestellt und in Kapitel III seinen Theorienbegriff dargelegt hat, wird hier erläutert, worauf sich die Gültigkeit einer Theorie überhaupt beziehe und wann sie zu enden habe. Gegenstand dieser Kapitel sind somit die Falsifizierbarkeit von Theorien (Kapitel IV) und die Basissätze (Kapitel V), auf denen der Wissenschaftsbetrieb, wie ihn Popper skizziert, zu ruhen hat.

Die weiteren Kapitel befassen sich mit handwerklichen Details: Kapitel VI und VII diskutieren Metriken für falsifikationistische Prüfbarkeit und Einfachheit von Theorien; Kapitel VIII beschäftigt sich, ausgehend von dem Problem, Wahrscheinlichkeitsaussagen falsifizierbar zu machen, raumgreifend mit Wahrscheinlichkeitstheorie, und Kapitel IX versucht, die gewonnenen Erkenntnisse auf die Quantenmechanik anzuwenden. In Kapitel X endlich wird das Konzept der graduellen Bewährung geschildert, das an Stelle der Verifizierung tritt, die nach falsifikationistischer Lehre nicht möglich ist.2

1.2 Zur Vorgehensweise

Die Reihenfolge, in der die besprochenen Paragraphen im Text erscheinen, erscheint mir streckenweise nicht unbedingt als die methodisch sinnvollste. Ich habe daher entschieden, die Besprechung des Textes nicht an dieser Abfolge entlang, sondern auf andere Weise zu ordnen. Nach Poppers kritischer Stellungnahme zu anderen Ansätzen als seinem eigenen sollen also seine Falsifizierbarkeitslehre und endlich sein Basissatzbegriff besprochen werden. 

Der für eine Referatsverschriftlichung relativ große Umfang der Arbeit ist mehreren Gründen geschuldet: Einmal habe ich es unternommen, die von Popper im Text nur sprachlich beschriebenen Visualisierungen als Zeichnungen wiederzugeben; zum andern entstand diese Arbeit parallel zu einer weiteren Referatsverschriftlichung über die Philosophie Hugo Dinglers3, wobei ich nicht umhin konnte, diverse Querbezüge zu be- und anzumerken. Zum dritten halte ich an der behandelten Strecke aus dem Text Poppers erhebliche Kritik für möglich und notwendig, was zu einem vergleichsweise großen Umfang des Kritikteils geführt hat.

2 Argumentation Poppers
2.1 Kritik an früheren und konkurrierenden Theorien

Popper kritisiert vorausgehende und rivalisierende wissenschaftstheoretische Ansätze grundsätzlich auf zwei Ebenen: einmal auf jener der Gewinnung erster Erkenntnisse und zudem auf jener der Verarbeitung dieser Basis in einem theoretischen Überbau. Die Kritik an der Basisebene umfasst die am Psychologismus und am Protokollsatzbegriff des Wiener Kreises; die an der Verarbeitungsebene den Konventionalismus.

Der für den Psychologismus genannte Hauptvertreter ist Fries4; er schlägt als Alternative zum dogmatischen Aufstellen von wissenschaftlichen Sätzen und zum unendlichen Regress der Begründung solcher Sätze in immer neuen Sätzen vor, die Wissenschaft auf Erlebnissen zu gründen. Wahrnehmungs- und Überzeugungserlebnissen haben nach psychologistischer Auffassung eine Unmittelbarkeit, die ihnen ohne weitere Begründung Gültigkeit verleiht.

[...]


1 Popper, Karl R., Logik der Forschung. Tübingen: Mohr Siebeck, 10 1994, S. 47-76.47-76.

2 Der Löwenanteil der »Logik der Forschung«, wie sie heute erscheint, besteht darüber hinaus aus einem zwischen 1934 und 1994 entstandenen komplexen Apparat von Zusätzen, Anhängen und Anmerkungen.

3 Ebenfalls im Sommersemester 2003 eingereicht.

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