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Entwicklungsländer als Opfer der Spekulanten?

Scholary Paper (Seminar), 2003, 20 Pages
Author: Sebastian Ahlfeld
Subject: Economics / Business: Political Economics

Details

Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2003
Pages: 20
Grade: 1,0
Language: German
Archive No.: V19977
ISBN (E-book): 978-3-638-23989-9

File size: 234 KB


Excerpt (computer-generated)

Die Position der Globalisierungskritiker –
eine Kritik der Kritik
Seminar im WS 2002/03

Entwicklungsländer als Spielball der Spekulanten?

Sebastian Ahlfeld

 

Abkürzungsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis  II

I Gegenstand der Arbeit  1

II Die Thesen der Globalisierungskritiker  2
2.1 Portfoliokapital, Spekulation und Stabilität  2
2.1.1 Die strukturelle Veränderung der Finanzmärkte  2
2.1.2 Die Spekulanten und ihre Instrumente  3
2.1.3 Die Instabilität der Märkte  3
2.2 Liberalisierung und das Diktat der Finanzmärkte  4
2.2.1 Die Liberalisierung der Finanzmärkte  4
2.2.2 Das Diktat der Finanzmärkte  4
2.3 Die Folge: Währungs- und Finanzkrisen  5
2.3.1 Währungskrisen und ihre Ursachen  5
2.3.2 Finanzkrisen durch Instabilitätsimport  6

III Die theoretische Kritik der Kritik  6
3.1 Portfoliokapital, Spekulation und Stabilität  7
3.1.1 Die Struktur der Finanzmärkte  7
3.1.2 Stabilisierende vs. destabilisierende Spekulation  7
3.1.3 Schlussfolgerung  8
3.2 Liberalisierung und das Diktat der Finanzmärkte  8
3.2.1 Das Trilemma der offenen Volkswirtschaft  8
3.2.2 Schlussfolgerung  9
3.3 Die Folge: Währungs- und Finanzkrisen?  10
3.3.1 Erklärungsansätze für Währungskrisen  10

a) Modelle der ersten Generation – Makroökonomische Ungleichgewichte  10
b) Modelle der zweiten Generation – Die Rolle von Erwartungen  11
c) Finanzkrisen und der mikroökonomische Ansatz  11
d) Die Ausbreitung von Währungskrisen  12

3.3.2 Schlussfolgerung  12

IV: Die empirische Kritik der Kritik  12
4.1 Die Mexiko-Krise  13
4.2 Die Asien-Krise  13
4.3 Weitere Krisen der 90er Jahre  14
4.4 Schlussfolgerung  14

V: Schlussbemerkung  15

Literaturverzeichnis  III

Abkürzungsverzeichnis
IWF - Internationaler Währungsfond
USD - US-Dollar
BIP - Bruttoinlandsprodukt

 

I Gegenstand der Arbeit

Als sich die thailändische Zentralbank am 2.Juli 1997 entschloss, den Wechselkurs der Landeswährung Bath freizugeben, setzte sie damit den Anfangspunkt für eine der schwersten Wirtschaftkrisen seit der großen Depression der 30er Jahre. Innerhalb kürzester Zeit weitete sich die Krise auf andere asiatische Staaten aus, griff dann auf den südamerikanischen Raum über und zog sogar die US-amerikanischen Aktienmärkte in Mitleidenschaft.

Auch wenn die Asienkrise eine der schwersten Währungskrisen der letzten Jahre darstellt, so war sie doch nicht die einzige. Beispielhaft seien hier die Mexiko- Krise von 1995, die Russlandkrise 1998 oder die brasilianische Krise von 1999 genannt. Auch wenn Krisen dieser Art schon seit langer Zeit bekannt sind, haben in den letzten Jahren sowohl die Häufigkeit ihres Auftretens als auch ihr Ausmaß zugenommen. Angesichts dieser Häufung von Krisen begann eine fieberhafte Suche nach den Schuldigen. Für viele waren die vermeintlichen Übeltäter auch schnell gefunden. So sprach der malaysische Premierminister Mahathir mit Blick auf die Asienkrise von einer Verschwörung des Spekulanten George Soros und der amerikanischen Regierung. Auch die in den letzten Jahren verstärkt in Erscheinung tretenden globalisierungskritischen Gruppen sehen in den Spekulanten und der spekulationsfördernden Struktur der globalen Finanzmärkten die eigentlichen Ursachen für die Finanz- und Währungskrisen der letzten Jahre.

Ob diese Sichtweise gerechtfertigt ist oder ob andere Faktoren wie bspw. makroökonomische Ungleichgewichte für die Krisen verantwortlich sind, soll in der vorliegenden Arbeit untersucht werden. Zu diesem Zweck werden zunächst die Thesen der Globalisierungskritiker dargestellt. Dies geschieht anhand von drei Themenkomplexen, die von einer allgemeinen Kritik an der aktuellen Struktur der Finanzmärkte über eine Darstellung von speziellen Problemen der Entwicklungsländer bis zu einer darauf aufbauenden theoretischen Erklärung für die Entstehung von Finanz- und Währungskrisen führen. In einem zweiten Teil wird dann die theoretische Fundierung dieser Thesen kritisch untersucht. Die Gliederung dieses Hauptteils entspricht zwecks einer besseren Übersicht der des ersten Hauptteils. In einem dritten Teil wird dann überprüft, inwieweit sich der Ansatz der Globalisierungskritiker auf die Krisen der 90er Jahre anwenden lässt.

II Die Thesen der Globalisierungskritiker

Die Globalisierungskritiker sehen in den internationalen Finanzmärkten sowohl das Kernstück als auch den Katalysator der Globalisierung [vgl. Osterhaus/Waldow (2000), S.1]. Aus diesem Gedanken heraus führen Unzulänglichkeiten auf den Finanzmärkten unweigerlich zu Problemen im Globalisierungsprozess. Welche Unzulänglichkeiten das internationale Finanzsystem in den Augen der Globalisierungskritiker aufweist und welche Folgen sich daraus besonders für die Entwicklungsländer ergeben, soll im Folgenden dargestellt werden.

2.1 Portfoliokapital, Spekulation und Stabilität

Nach Ansicht der Globalisierungskritiker ist während der letzten dreißig Jahre ein äußerst negativ zu beurteilender Strukturwandel auf den internationalen Finanzmärkten zu beobachten gewesen. Besonderes Merkmal dieser neuen Struktur des Weltfinanzsystems sei ihre inhärente Instabilität.

2.1.1 Die strukturelle Veränderung der Finanzmärkte

Als Grund für den Strukturwandel der Finanzmärkte wird die Zunahme des Sparvermögens in den Industrieländern gesehen, dem aufgrund der Verlangsamung des weltwirtschaftlichen Wachstums jedoch kaum noch reale Investitionsmöglichkeiten gegenüberstehen. Das überschüssige Kapital wandert daher in den finanzwirtschaftlichen Bereich, wo es als Portfoliokapital für kurzfristige, spekulative Geschäfte verwendet wird [vgl. Huffschmid (1999), S.14ff]. Die Folgen sind ein Bedeutungsverlust des konventionellen Kreditmarktes sowie ein unverhältnismäßiges Wachstum der Wertpapiermärkte. Am deutlichsten zeigt sich der Strukturwandel jedoch auf den Devisenmärkten.

Die ursprüngliche Bedeutung dieser Märkte lag in der Finanzierung des weltweiten Handels. Vergleicht man jedoch die Entwicklung des Devisenverkehrs seit den 70er Jahren mit der des Güterhandels, so wird deutlich, dass die Devisenmärkte sich von ihrer eigentlichen Aufgabe gelöst haben. Betrug das Volumen der täglichen Devisentransaktionen Anfang der 70er Jahre noch 70 Mrd. US-Dollar (USD), so werden heute mehr als 1.100 Mrd. USD täglich gehandelt. Von dieser Summe stehen nur noch etwa 5% mit realwirtschaftlichen Transaktionen in Zusammenhang. Weiterhin weisen 80% aller Auslandsinvestitionen auf den Finanzmärkten einen Anlagehorizont von weniger als einer Woche auf, 40% sogar nur von zwei Tagen [vgl. O.V. (2001), S.1].

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