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Thesis (M.A.), 2002, 257 Pages
Author: Uwe Sperlich
Subject: Communications: Journalism, Journalism Professions
Details
Tags: Jäger, Schlagzeile, Bild, Journalisten, Spielfilm, Jahre
Year: 2002
Pages: 257
Grade: 2,5
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-24282-0
File size: 3372 KB
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Ludwig-Maximilians-Universität München
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Das Bild des Journalisten im Spielfilm der 90er Jahre
Magisterarbeit
von
Uwe Sperlich
02.04.2002
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung ... 1
Theoretischer Teil
2. Beruf: Journalist – Image, Stereotypen und Vorurteile ... 4
2.1. Beruf: Journalist ... 4
2.2. Begriffsklärung: Image – Stereotyp – Vorurteil ... 6
2.3. Die Rolle der Medien bei der Imagebildung ... 9
2.3.1. Medien-Image und öffentliches Image ... 9
2.3.2. Funktionen von Medien-Images ... 10
3. Gegenstandseingrenzung Kino – Film – Spielfilm ... 11
3.1. „Film“, „Movie“ und „Cinéma“ ... 11
3.2. „Film“ und „Spielfilm“ ... 12
3.3. Der Film im Kommunikationsprozess – Filmanalyse ... 14
4. Die Thematisierung des Journalisten im Film ... 17
4.1. Der Stummfilm ... 18
4.2. Die Goldene Ära ... 20
4.3. Der Niedergang ... 22
4.4. Die Neue Welle ... 23
4.5. Zusammenfassung ... 26
5. Der Journalistenfilm: Genre oder kein Genre? ... 27
5.1. Der Begriff „Genre“ ... 27
5.2. Abgrenzung Journalistenfilme – Filme mit Journalisten ... 30
5.3. Bisheriger Forschungsstand ... 36
6. Dramaturgiekonzepte und Narrrationstheorien ... 40
6.1. Das Paradigma nach Syd Field ... 40
6.1.1. Modellbeschreibung ... 41
6.1.2. Kritik ... 44
6.2. Narrationstheorie nach Bordwell ... 46
6.2.1. Merkmale der „Classical Narration“ ... 46
6.2.2. Die Bedeutung der Story ... 47
6.2.3. Kritik ... 48
6.3. Die Schlüsselszene ... 49
6.4. Zusammenfassung ... 49
Empirischer Teil
7. Forschungsfragen ... 51
7.1. Forschungsleitfrage ... 51
7.2. Weitere Forschungsfragen ... 51
8. Untersuchungsdesign ... 52
8.1. Filmkritik vs. Filmanalyse vs. Inhaltsanalyse ... 52
8.1.1. Filmkritik ... 53
8.1.2. Inhaltsanalyse ... 54
8.1.3. Filmanalyse ... 55
8.2. Methode: Kombinierte Dramaturgie- und Filmanalyse ... 58
8.3. Vorgehensweise ... 60
8.4. Untersuchungszeitraum ... 61
8.4.1. Problematik der Eingrenzung auf Jahrzehnte ... 61
8.4.2. Gründe für die Beschränkung auf die 90er Jahre ... 62
8.5. Kriterien für die Filmauswahl ... 63
8.6. Filmauswahl ... 65
8.6.1. Dominanz von US-Filmen gegenüber deutschen Produktionen ... 66
8.6.2. Ausgrenzung von Fernsehfilmen ... 66
9. Filmanalysen ... 68
9.1. Schtonk! (1992) ... 68
9.2. Hero (1992) ... 72
9.3. The Paper (1994) ... 78
9.4. I Love Trouble (1994) ... 82
9.5. Up Close & Personal (1996) ... 88
9.6. The People Vs. Larry Flynt (1996) ... 93
9.7. Mad City (1997) ... 99
9.8. Welcome To Sarajevo (1997) ... 105
9.9. Tomorrow Never Dies (1997) ... 113
9.10. True Crime (1999) ... 118
9.11. The Insider (1999) ... 123
9.12. Almost Famous (2000) ... 130
10. Ergebnisdiskussion ... 137
10.1. Alte Stereotypen in neuem Gewand: I Love Trouble, The Paper, Up Close & Personal und True Crime ... 137
10.2. Medien ohne Moral: Schtonk!, Hero, Mad City und Tomorrow Never Dies ... 138
10.3. Journalisten am Wendepunkt ihres Lebens: The People Vs. Larry Flynt, Welcome to Sarajevo, The Insider und Almost Famous ... 139
11. Ausblick ... 141
12. Literaturverzeichnis ... 143
13. Anhang ... 161
13.1. Filmprotokolle ... 161
13.2. Stab-/Besetzungslisten der untersuchten Filme ... 214
13.3. Filmographie – Journalisten im Film der 90er Jahre ... 226
13.4. Glossar ... 249
1. Einleitung
Zu Beginn des 21. Jahrhunderts liegen über 100 Jahre Filmgeschichte hinter uns. Vordergründig geht es im Kino ums Geschichtenerzählen. Erst beim zweiten, genaueren Hinsehen erkennt man eventuell auch eine Intention des Regisseurs. In dieser beinahe nicht mehr zu überblickenden Fülle an Geschichten, die uns, unseren Eltern, Großeltern, ja vielleicht sogar unseren Urgroßeltern auf der Leinwand erzählt wurden, war jede nur erdenkliche Berufsgruppe vertreten. Von den ganz alltäglichen Berufen wie Rechtsanwälten, Ärzten, Polizisten, Hausfrauen oder Kellnerinnen, bis hin zu so phantastischen Berufen wie Rittern und Sternenkriegern. Mitunter wird uns auf der Leinwand ein Metier präsentiert, das wir so gar nicht kennen, oder ohne einen dazugehörigen Film nie in unser öffentliches Bewusstsein aufgenommen hätten. 1991 setzte beispielsweise Ron Howard den Feuerwehrmännern in seinem Film Backdraft ein filmisches Denkmal und beförderte sie in einen Heldenstatus. Eine Entsprechung in der Wirklichkeit erfuhren sie erst im Jahr 2001 durch die furchtbaren Terroranschläge des 11. September auf das World Trade Center in New York City und das Pentagon in Washington D.C. Anders verhält es sich mit dem Bild der Journalisten.
Journalisten tauchen in Film und Fernsehen mit guter Regelmäßigkeit auf und sind manchmal so unscheinbar, dass man sie nicht mehr bewusst wahrnimmt. Warum sollte diese Berufsgruppe also eine Besonderheit darstellen? Oft als vierte Macht im Staat beschworen1, prägen Journalisten unser Weltbild durch ihre Berichte, Meinungen und Kommentare in Fernsehen, Hörfunk und Presse. Aber wie verhält es sich, wenn diese Berufsgruppe ihre gewohnte Bühne der Realität2 verlässt und sie gegen die Illusion der Leinwand eintauscht?
Im Alltag steht die Nachricht meist im Vordergrund, der Journalist jedoch bleibt im Hintergrund. Auf der Leinwand sind die Vorzeichen vertauscht: Dort steht auf einmal der Journalist im Rampenlicht und kann sich nicht mehr hinter dem Deckmantel seiner Reportage verstecken. Diejenigen, die so oft unseren Alltag beobachten, werden nun selbst zu Beobachteten. Schon Meisterregisseur Alfred Hitchcock gab zu, gerne Voyeur zu sein und zeigte auch schon mal einem Fotographen seine Grenzen auf: Sein Film Rear Window (Das Fenster zum Hof) aus dem Jahre 1954 zeigt, wie das Eindringen in die Privatsphäre anderer Menschen durch das Auge einer Kamera durchaus gefährlich werden kann.3 Viele Filme fördern dabei nicht nur die Licht- sondern oft genug auch die Schattenseiten dieses Berufsstands zu Tage. Journalistisches (Fehl-)verhalten, persönliche bzw. innere (Gewissens-)konflikte oder moralisch fragwürdige Recherchemethoden liefern den Stoff vieler Filme.
Journalisten im Spielfilm sind schon eine eigenartige Zunft. Wie werden sie in Filmen dargestellt und charakterisiert? Wie gehen Journalisten im Film mit den Herausforderungen ihres Berufes um? Dies sind nur einige Fragen, die im Verlauf dieser Arbeit untersucht werden sollen.
In der Kommunikationswissenschaft wird das Massenmedium Film gerne mit dem Verweis auf eigene Studiengänge zur Filmwissenschaft und den Filmhochschulen vernachlässigt.4 Das Medium Film verlangt jedoch nach einer interdisziplinären Auseinandersetzung, da es sonst gar nicht in all seinen Dimensionen erfasst werden kann. Beispiele hierfür finden sich unter Anderem in der Aufsatzsammlung „Filmanalyse interdisziplinär“: So untersucht beispielsweise die Musikwissenschaftlerin Helga de la Motte-Haber die Musik im Hollywoodfilm.5 Daneben beschäftigt sich die Literaturwissenschaft mit der Textualität von Kinofilmen, die Theaterwissenschaft widmet sich der Dramaturgie und Schauspielführung, die Amerikanistik untersucht vorrangig den US-amerikanischen Film im Hinblick auf kulturgeschichtliche Aspekte und in der Musikwissenschaft wird die Funktion und Wirkung der Filmmusik diskutiert. Gerade ein Fach, das sich als interdisziplinäre Sozialwissenschaft versteht und sich häufig soziologischer, psychologischer oder politologischer Aspekte zur Klärung komplexer Fragestellungen bedient6, sollte die Bedeutung des Films nicht unterschätzen. Journalisten tauchen in den unterschiedlichsten Filmgenres auf. Aus Sicht der Kommunikationswissenschaft wird es dann interessant, wenn ein Journalist oder eine Journalistin eine zentrale Rolle in einem Film einnimmt und durch sein/ ihr journalistisches Handeln die Geschichte des Films direkt oder indirekt beeinflusst.
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem Bild der Journalisten im Spielfilm der 90er Jahre. Im theoretischen Teil wird die Grundlage für die Untersuchung gelegt indem zuerst das Berufsbild „Journalist“, sowie häufig verwendete Begriffe wie „Image“ und „Stereotyp“ kurz umrissen werden. Danach wird der Untersuchungsgegenstand „Film“ eingegrenzt. Daran schließt sich ein kurzer Überblick über die Geschichte des Journalisten im Spielfilm, sowie die nicht zu vernachlässigende Genrediskussion an. Danach werden mehrere mögliche theoretische Herangehensweisen an das Medium Film dargestellt. Im empirischen Teil werden zuerst die Forschungsfragen formuliert, danach das Forschungsdesign erläutert. Nach den Filmanalysen folgt eine Darstellung der Ergebnisse, sowie deren kritische Diskussion.
Die Arbeit hat ihren kommunikationswissenschaftlichen Problembezug, denn sie versteht sich als Beitrag zur Journalismusforschung, sowie als eine Fortführung bisheriger Untersuchungen.
Theoretischer Teil
2. Beruf: Journalist – Image, Stereotypen und Vorurteile
In der öffentlichen Diskussion und im Zusammenhang mit Filmbesprechungen spielen immer wieder Begriffe wie „Image“, „Stereotyp“ und „Vorurteil“ eine Rolle wenn es darum geht, sich eine Vorstellung von bestimmten Personen oder Gruppen zu machen und diese zu charakterisieren, oder deren Handeln zu deuten.
[...]
1 Vgl. Pürer, Heinz und Johannes Raabe (1996): Medien in Deutschland. Bd. 1: Presse. 2., korrigierte Auflage. Konstanz: UVK Medien, S. 260.
2 Wobei in diesem Zusammenhang die Frage außen vor bleibt, was wir als „Realität“ wahrnehmen und ob die Präsentation von Nachrichten oder Berichten in Fernsehen, Radio oder Zeitung tatsächlich die Realität vermitteln.
3 Vgl. Fründt, Bodo (1986): Alfred Hitchcock und seine Filme. 3. Aufl. München: Heyne, S.168. und Truffaut, François (1973): Mr. Hitchcock, wie haben Sie das gemacht? 20. Aufl. 1998. München: Heyne, S. 210 ff.
4 Auch die ARD/ ZDF Langzeitstudie zur Mediennutzung 1970 - 2000 ignoriert den Film als Massenmedium, dagegen wird beispielsweise das Medium Internet für das Jahr 2000 zum ersten Mal mit aufgeführt, obwohl der Film nach der Tageszeitung das älteste Massenmedium ist. (Vgl. Van Eimeren, Birgit u. Christa-Maria Ridder: Trends in der Nutzung und Bewertung der Medien 1970 bis 2000. In: Media Perspektiven 11/2001, S. 538 – 553.
5 Vgl. Korte, Helmut und Werner Faulstich (Hrsg.) (1988): Filmanalyse interdisziplinär. Beiträge zu einem Symposium an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig. Göttingen: Vandenhoeck u. Ruprecht. (Zeitschrift für Literaturwissenschaft und Linguistik: Beiheft; 15), S. 64 – 72.
6 Vgl. Pürer, Heinz (1993): Einführung in die Publizistikwissenschaft. 5., überarbeitete Auflage. München: Ölschläger, S. 69 ff.
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