Elitenbildung - eine Frage der sozialen Herkunft

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Details

Kategorie: Vordiplomarbeit
Jahr: 2002
Seiten: 26
Note: 1.3
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 585 KB
Archivnummer: V20622
ISBN (E-Book): 978-3-638-24451-0
ISBN (Buch): 978-3-638-64681-9

Zusammenfassung / Abstract

Elitenbildung – eine Frage der sozialen Herkunft Sabine Lurz Vordiplomarbeit, Philipps-Universität-Marburg Abstract „Who is who“, ursprünglich seit Anfang des 20. Jahrhunderts eine Auflistung berühmter Zeitgenossen, ist zum Schlagwort für eine Gruppe von Personen geworden, die durch ihr Handeln einen wichtigen Beitrag für die Gesellschaft geleistet haben, der sie von der Masse abhebt. Die Tatsache, dass Nachschlagewerke dieser Art jährlich veröffentlicht werden, z.B. in Deutschland „Die 1000 größten Unternehmen“ von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, verdeutlicht das allgemeine Interesse an dieser elitären Klasse. Daher ist es kaum verwunderlich, dass die Elitenforschung in den Geistes- und Sozialwissenschaften bereits zu einem eigenständigen Themengebiet geworden ist. Dem Interesse daran, was diese Gruppe von den Mitmenschen in der Gesellschaft unterscheidet, wird nicht erst seit dem modernen Zeitalter mit der Tendenz der Individualisierung nachgegangen: schon Niccolò Machiavelli beschrieb im 16. Jahrhundert in seiner Abhandlung „Der Fürst“ jene Eigenschaften, die ebendiesem die Stabilität seiner Herrschaft sichern sollen. Eine Theorie zum sozialen Phänomen „Elite“ nimmt bei der ersten Gesellschaftsanalyse der deutschen Gesellschaft nach 1945, in Ralf Dahrendorfs „Gesellschaft und Demokratie“, bereits ein ganzes Kapitel ein. Der französische Klassiker der Soziologie, Pierre Bourdieu, gehört mit seiner Theorie der „herrschenden Klasse“ und seinem 1982 erschienenen Buch „Die feinen Unterschiede“ bis heute noch zur Pflichtlektüre der Forscher, die sich mit dem Thema Elite beschäftigen. Die Potsdamer Elitestudie von 1995 und die drei Mannheimer Elitestudien von 1968, 1972 und 1981, als Forschungsarbeiten, auf deren empirische Daten sich Wissenschaftler heute berufen, zeigen die Bedeutung dieses Themas für eine Gesellschaft, die sich im Laufe der letzten 200 Jahre in wachsendem Maß ausdifferenziert hat, so dass eine eindeutige Aufteilung in soziale Schichten schwer fällt. Von wesentlichem Interesse in diesem spezifischen Themengebiet ist neben der Frage nach den Charakteristika von Eliten diejenige nach dem Zugang zu diesen elitären Zirkeln: welche Voraussetzungen sind unabdinglich und - Jahrhunderte nach Feudalismus und Monarchie in Deutschland - welche Rolle spielt die soziale Herkunft? Ganz so einfach ist diese Frage trotz des Vorherrschens demokratischer Grundwerte selbst in westlich geprägten Gesellschaften nicht von der Hand zu weisen.

Textauszug (computergeneriert)

Elitenbildung - eine Frage der sozialen Herkunft

 

 

Sabine Lurz

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung S. 3

2 Eliten an sich S. 4

2.1 Dichotomisierung der Gesellschaft in Masse und Elite S. 4
2.2 Alles eine Frage der Macht S. 4
2.3 Elitenpluralismus und Einflussstruktur S. 5
2.4 Leistung und Erfolg S. 6

3 Sozialprofil der Eliten in Deutschland S. 8

3.1 Geschichtlicher Abriss S. 8
3.2 Eliten in BRD und DDR nach 1945 S. 8
3.3 Theoretische und demokratische Forderungen S. 10
3.4 Vorteile gehobener sozialer Herkunft S. 10
3.5 Vergleich des Sozialprofils der Eliten 1981 und 1995 S. 11

4 Bildung, soziale Herkunft und Elitestatus S. 13

4.1 Bedeutung von Bildung S. 13
4.2 Bildungsexpansion und Folgen S. 14
4.3 Bildung und soziale Ungleichheit S. 16
4.4 Zusammenhang von Elitezugehörigkeit, sozialer Herkunft und Ausbildung S. 18

5 Schlussbemerkung S. 20

Literaturverzeichnis S. 22




 

 



1. Einleitung

"Who is who", ursprünglich seit Anfang des 20. Jahrhunderts eine Auflistung berühmter Zeitgenossen, ist zum Schlagwort für eine Gruppe von Personen geworden, die durch ihr Handeln einen wichtigen Beitrag für die Gesellschaft geleistet haben, der sie von der Masse abhebt. Die Tatsache, dass Nachschlagewerke dieser Art jährlich veröffentlicht werden, z.B. in Deutschland "Die 1000 größten Unternehmen" von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, verdeutlicht das allgemeine Interesse an dieser elitären Klasse. Daher ist es kaum verwunderlich, dass die Elitenforschung in den Geistes- und Sozialwissenschaften bereits zu einem speziellen Themengebiet geworden ist.

Dem Interesse daran, was diese Gruppe von den Mitmenschen in der Gesellschaft unterscheidet, wird nicht erst seit dem modernen Zeitalter mit der Tendenz zur Individualisierung nachgegangen: schon Niccolò Machiavelli beschrieb im 16. Jahrhundert in seiner Abhandlung "Der Fürst" jene Eigenschaften, die ebendiesem die Stabilität seiner Herrschaft sichern sollen. 300 Jahre später legte Karl Marx in seinen Schriften dar, wie die Arbeiterklasse in einer Gesellschaft unter dem Primat der Ökonomie die Ausbeutung der Bourgeoisie beendet, die durch den Besitz der Produktionsmittel als die damalige Elite zu identifizieren ist. Eine Theorie zum sozialen Phänomen "Elite" nimmt bei der ersten Gesellschaftsanalyse der deutschen Bevölkerung nach 1945, in Ralf Dahrendorfs "Gesellschaft und Demokratie", bereits ein ganzes Kapitel ein. Der französische Klassiker der Soziologie, Pierre Bourdieu gehört mit seiner Theorie der "herrschenden Klasse" und seinem 1982 erschienenem Buch "Die feinen Unterschiede" bis heute noch zur Pflichtlektüre der Forscher, die sich mit dem Thema Elite beschäftigen. Die Potsdamer Elitestudie von 1995 und die drei Mannheimer Elitestudien von 1968, 1972 und 1981 als Forschungsarbeiten, auf deren empirische Daten sich Wissenschaftler heute berufen, zeigen die Bedeutung dieses Themas für eine Gesellschaft, die sich im Laufe der letzten 200 Jahre im wachsenden Maße ausdifferenziert hat, so dass eine eindeutige Aufteilung in soziale Schichten schwer fällt.

Bei meiner Arbeit zum Thema "Elitenbildung - eine Frage der sozialen Herkunft" lag der Focus auf der Offenheit des Zugangs an die Spitze der Gesellschaft, was wie folgt dargestellt wird: im zweiten Kapitel werde ich den Begriff "Elite" mit seinen wichtigsten Charakteristika definieren. Das Sozialprofil der Eliten in Deutschland wird anschließend in einem kurzen historischen Überblick, der Situation nach 1945 und heute dargestellt. Dabei wird auf die demokratischen Anforderungen einerseits und die Vorteile, die eine Person aufgrund ihrer gehobenen sozialen Herkunft genießt, eingegangen. Diese Bedingungen sind im Vorfeld zu einer Beantwortung der Fragestellung, ob die Elitenbildung von der sozialen Herkunft abhängig ist, zu klären. Im vierten Kapitel stelle ich aufgrund von einigen Studien einen Zusammenhang zwischen der sozialen Herkunft und der Elitenrekrutierung dar, unter Berücksichtigung des Einflusses von Bildung. Abschließend wird in der Schlussbemerkung noch kurz auf drei weitere Aspekte zum Thema "Elite" eingegangen.

2. Eliten an sich

2.1 Dichotomisierung der Gesellschaft in Masse und Elite

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