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Scholary Paper (Seminar), 2001, 16 Pages
Author: Boris Hillig
Subject: Geography / Earth Science - Economic Geography
Details
Institution/College: University of Frankfurt (Main) (Geographie)
Tags: embeddedness, untraded interdependencies, institutional thickness
Year: 2001
Pages: 16
Grade: 2
Bibliography: ~ 12 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-11299-4
ISBN (Book): 978-3-638-75613-6
File size: 203 KB
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Abstract
1. Einleitung Diese Seminararbeit beschäftigt sich mit drei Konzepten der sozialen Institutionalisierung der "Region". Dies sind: „embeddedness“, „untraded interdependencies“ und „institutional thickness“. 2. Der Begriff der Region Nach Stefan Krätke (Krätke, 1995) ist eine Region eine Raumeinheit, welche unterhalb der Maßstabsebene von Nationalstaat oder Bundesland angesiedelt ist, jedoch oberhalb der Maßstabsebene einzelner Orte. Zudem besteht eine Region aus einem Zusammenhang mehrerer Orte und Standorte, welche ein funktionales Beziehungsgefüge bilden und ein Interaktionsfeld wirtschaftlich sozialer Akteure darstellt (Krätke, 1995a). Eine Region ist also ein sozialökonomischer Verflechtungsraum, ein Raum in dem materielle Objekte wie z. B. Betriebsstätten und Infrastrukturen im Kontext mit Interaktionsbeziehungen zwischen ökonomischen und sozialen Akteuren betrachtet werden. Eine Region ist somit ein kommunikativer Raum (Klüter, 1986), ein Gefüge in dem miteinander verknüpfte Wirtschaftseinheiten sich gegenseitig als Handelnde an bestimmten Orten und Standorten wahrnehmen (Ritter, 1993). Als Beispiel für eine Region sei hier die Arbeitsmarktregion Rhein-Main genannt. Eine Region oder einen Raum von der Seite des Arbeitsmarktes ab- oder einzugrenzen ist aber nur eine von verschiedenen Möglichkeiten; es gibt mehrere Raumkonzepte.
Excerpt (computer-generated)
Institut für Wirtschafts- und Sozialgeographie
Fachbereich 18 - Geographie
Johann Wolfgang Goethe - Universität
Frankfurt am Main
Konzepte der sozialen Institutionalisierung
der "Region":
Embeddedness, untraded interdependencies
und institutional thickness
Wirtschaftsgeographie II
Sommersemester 2001
Seminararbeit
von
Boris Hillig
Gliederung
1. Einleitung
2. Der Begriff der Region
3. Raumkonzepte
4. Der Begriff der sozialen Institutionalisierung
5. Netzwerke
6. Konzepte der sozialen Institutionalisierung der Region
6.1 Das Konzept der embeddedness
6.2 Das Konzept der untraded interdependencies
6.3 Das Konzept der institutional thickness
7. Kritische Würdigung
Literaturliste
1. Einleitung
Diese Seminararbeit beschäftigt sich mit drei Konzepten der sozialen Institutionalisier-ung der "Region". Ziel aller drei Konzepte ist es die Qualität und die Bedeutung von Beziehungen von Unternehmen zu ihrer lokalen bzw. regionalen Umwelt besser verstehen zu lernen, um dadurch ein besseres Verständnis über die Wichtigkeit der sozialen Institutionalisierung der Region zu gewinnen.
Wie wichtig ist das Umfeld von Unternehmen für diese? Welche Rolle spielen dabei institutionelle Einrichtungen? Sind institutionelle Einrichtungen im Sinne von realen Objekten neben dem unternehmerischen Know-how das einzig Wichtige für den ökonomischen Erfolg von Unternehmen, oder spielen vielleicht auch nicht greifbare Dinge wie beispielsweise Normen und Werte eine entscheidende Rolle?
Diese Fragen sollen nachfolgend beantwortet werden. Dabei werde ich zunächst den ein oder anderen Begriff versuchen zu erklären, bevor ich mich den drei Konzepten der sozialen Institutionalisierung der Region widme.
2. Der Begriff der Region
Nach KRÄTKE (KRÄTKE 1995) ist eine Region eine Raumeinheit welche unterhalb der Maßstabsebene von Nationalstaat oder Bundesland angesiedelt ist, jedoch oberhalb der Maßstabsebene einzelner Orte.
Zudem besteht eine Region aus einem Zusammenhang mehrerer Orte und Standorte welche ein funktionales Beziehungsgefüge bilden und ein Interaktionsfeld wirtschaft-lich sozialer Akteure darstellt (KRÄTKE 1995a). Eine Region ist also ein sozial-ökonomischer Verflechtungsraum, ein Raum in dem materielle Objekte wie z.B. Betriebsstätten und Infrastrukturen im Kontext mit Interaktionsbeziehungen zwischen ökonomischen und sozialen Akteuren betrachtet werden. Eine Region ist somit ein kommunikativer Raum (KLÜTER 1986), ein Gefüge in dem miteinander verknüpfte Wirtschaftseinheiten sich gegenseitig als Handelnde an bestimmten Orten und Standorten wahrnehmen (RITTER 1993).
Als Beispiel für eine Region sei hier die Arbeitsmarktregion Rhein-Main genannt. Eine Region oder einen Raum von der Seite des Arbeitsmarktes ab- oder einzugrenzen ist aber nur eine von verschiedenen Möglichkeiten; es gibt mehrere Raumkonzepte.
3. Raumkonzepte
In der Ökonomie und der Gesellschaftswissenschaft gibt es vier verschiedene Raum-konzepte: (KRÄTKE 1995a)
I. „Nicht-räumliche“ Konzepte
II. Konzepte des Behälter-Raums
III. Konzept des relationalen Ordnungsraums materieller Objekte
IV. Konzept des Verflechtungs-Raums
Ohne auf die vier Konzepte näher eingehen zu wollen werden einem Raum beim Behälter-Raum-Konept (Container-Konzept) materielle Inhalte wie z.B. Menschen oder Betriebsstätten zugeordnet. Solch ein Raum existiert überdies unabhängig von dem in ihm erhaltenen Dingen. Somit ist der „Raum“ vom „Rauminhalt“, also von seinem ge-sellschaftlichen Inhalt, entkoppelt (KRÄTKE 1995a). Damit kommt das Konzept des Behälter-Raums für die drei Konzepte der embeddedness, der untraded interdepen-dencies und der institutional thickness bezogen auf die soziale Institutionalisierung der Region meiner Meinung nach nicht in Frage, heben die drei Konzepte doch gerade die soziale Konstruktion des Lokalen hervor.
Das hier einzig in Frage kommende Raumkonzept ist das des Verflechtungs-Raums. Bei dieser Art von Raumvorstellung konzentriert man sich auf „die Interaktionsbe-ziehungen und Verflechtungszusammenhänge zwischen ökonomischen oder gesell-schaftlichen Aktivitäten und Akteuren im Raum“ (KRÄTKE 1995, S. 15).
4. Der Begriff der sozialen Institutionalisierung
Der Institutionenbegriff wurde bereits gegen Ende des 19. Jahrhunderts von den Soziologen Spencer und Durkheim eingeführt. Die Idee welche Institutionen zugrunde liegen ist, dass diese das Verhalten von Menschen in bestimmten Situationen leiten, dass sie den Mitgliedern einer Gesellschaft bekannt und außerdem von allen weitgehend akzeptiert sind, und dass die Übernahme der entsprechenden Verhaltensmuster zumindest teilweise unreflektiert erfolgt (LINDNER 1998).
(Soziale) Institutionalisierung bedeutet generell die Schaffung von Institutionen. Institutionen werden wiederum durch (soziale) Interaktionen geschaffen, eine Institution ist somit das Ergebnis sozialen Handelns.
Institutionenkonzepte um welche es sich bei der embeddedness, der untraded interdependencies und der institutional thicknes handeln besitzen eine elementare Gemeinsamkeit: „Institutionalisierungsprozesse implizieren die „Aneignung und Instrumentalisierung von materiellen Umwelten“ und somit die Gestaltung von Raum“ (LINDNER 1998, S. 214). Selbstverständlich ist damit keine besitzrechtliche Aneignung sondern eine zielgerichtete Verfügbarmachung der materiellen Umwelt gemeint. Eine Institution ist somit eine Verbindung zwischen sozialen und räumlichen Strukturen.
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