Spielarten der Minne - Minnesang

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Details
Autor: Johanna Quednau
Fach: Germanistik - ältere Deutsche Literatur, Mediävistik
Veranstaltung: Seminar: Liebeslyrik des Mittelalters
Institution/Hochschule: Universität Dortmund (Germanistik)
Jahr: 2002
Seiten: 23
Note: gut
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 207 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-24831-0
Textauszug (computergeneriert)
Spielarten der Minne
Johanna Quednau
Inhaltsverzichnis
Einleitung 1
1. Wechselseitige Minne Charakteristika und Themenschwerpunkte der Wechselseitigen Minne 2
2. Hohe Minne 4
2.1. Charakteristika, Themen und Handlungsschwerpunkte der Hohen Minne 5
2.2. Unterschiedliche Auffassungen der Hohen Minne unter ihren Autoren. 6
2.3. Wissenschaftliche Untersuchungen zur Hohen Minne 9
3. Niedere Minne Charakteristika und Themenschwerpunkte der Niederen Minne 11
4. Dörperliche Minne 13
4.1. Charakteristika und Themenschwerpunkte der Dörperlichen Minne bei Neidhart
4.1.1 Sommerlieder 13
4.1.2 Winterlieder 16
4.2. Spekulationen zur Bedeutung der Dörperlichen Minne 17
Zusammenfassung 18
Einleitung
Was bedeutet der Begriff Minne eigentlich? Das mittelhochdeutsche Wort ist nicht einfach zu übersetzen. Es ist nicht nur der Terminus für die erotische Beziehung zwischen Mann und Frau, es kann auch einen sakralen Hintergrund haben und als Ausdruck für die Verbundenheit zu Gott stehen. Ebenso möglich ist das Verhältnis zwischen Lehnsmann und Herrn unter diesem Begriff zu deuten. 1 Je nach Kontext bekommt die „Minne“ eine andere Bedeutung, aber immer im Zusammenhang mit einer gewissen Zusammengehörigkeit zweier Individuen. Schließlich verdrängte das neuhochdeutsche Wort „Liebe“ die alte Bezeichnung. Unter Minnesang versteht man die Lieder, die im Mittelalter von ritterlichen Sängern und Berufssängern an den Höfen der adligen Gesellschaft vorgetragen wurden. Aus der Fülle dieser Liebeslieder kann man schließen, dass sie bei der damaligen literaturtragenden Gesellschaft gut angekommen sind, denn sie musste immer wieder danach verlangt haben. Man kann auch noch eine weitere These aufstellen, werden die Lieder inhaltlich verglichen. Der Begriff Minne bekommt von Autor zu Autor eine neue, andere Note. Der Minnesang ist also ein Teil einer umfassenden Auseinandersetzung mit der Liebe, die die höfische Literatur beherrschte. Die Liebe war für die Gesellschaft ein solches Phänomen und von solcher Wichtigkeit, dass man versuchte ihre Psychologie, ihre Mechanismen und ihre Wirkungen zu ergründen.2 So entstanden verschiedene Spielarten der Minne, die diese besagte Note ausmachen.
Die Wurzeln der Diskussion über verschiedenste Liebesauffassungen kamen aus noch früherer Zeit und stammten aus Frankreich. Dort debattierte man in der französischen Adelsgesellschaft darüber, was manchmal sogar in eine Art Gesellschaftsspiel ausartete, welches nach dem Muster eines Rechtsstreits inszeniert wurde. Eleonore von Aquitanien führte solche „Liebeshöfe“ ein, dort urteilten die Damen bei Hof über Liebesdinge. Die verschiedenen Liebeskonzepte fasst man heute unter dem Begriff der höfischen Liebe „amour courtois“ zusammen. In dieser Arbeit sollen die vier Hauptspielarten näher betrachtet werden, die den Minnesang während seiner Blütezeit (Mitte 12. Jahrhundert bis Ende 13. Jahrhundert) in Deutschland bestimmten.
1. Wechselseitige Minne
[...]
1 Vergl. Brackert, Helmut: Minnesang. Frankfurt am Main 1983. S. 261.
2 Solche Studien sind nachzulesen in: Schnell, Rüdiger: Causa amoris. Liebeskonzeptionen und Liebesdarstellung in der mittelalterlichen Literatur. Bern/München 1985.
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