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Der Reisemarkt für Familien mit schwerbehinderten Kindern in der Bundesrepublik Deutschland

Diploma Thesis, 2001, 123 Pages
Author: Juliane Laube
Subject: Tourism

Details

Category: Diploma Thesis
Year: 2001
Pages: 123
Grade: 2
Bibliography: ~ 98  Entries
Language: German
Archive No.: V2169
ISBN (E-book): 978-3-638-11325-0

File size: 929 KB
Notes :
Diese Arbeit hat auf der einen Seite die Analyse des touristischen Angebotes für genannte Zielgruppe zum Inhalt. Auf der anderen Seite beschäftigt sie sich mit Motiven, Erfahrungen und Wünschen von betroffenen Familien. Dazu wurden Interviews mit Eltern von behinderten Kindern durchgeführt. Da die Autorin selbst in einer Familie mit einem behinderten Kind aufwuchs, ist ein Kapitel den persönlichen Erlebnissen der Schreiberin gewidmet.



Excerpt (computer-generated)

 

Fachhochschule München
Studiengang Tourismus

Diplomarbeit
gemäß § 31 der Rahmenprüfungsordnung
für die Fachhochschulen in Bayern
vom 18. September 1997
(RaPO; Bayer. GVB1 1997, S. 536)

Studiengang: Tourismus
 

Thema: 
Der Reisemarkt für Familien
 mit schwerbehinderten Kindern in der Bundesrepublik Deutschland

Arbeit abgeliefert: November 2001

Verfasser:
Juliane Laube

 

 

Inhaltsverzeichnis Seit

 

1. Einleitung ... 1

2. Definitionen und Abgrenzungen ... 4

2.1 Allgemeine Anmerkungen ... 4
2.2 Definition von Schwerbehinderung nach dem  Schwerbehindertengesetz (SchwbG) ... 4
2.3 Definition von Behinderung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ... 5
2.4 Abgrenzung Familien ... 6
2.5 Abgrenzung ,,Kinder" ... 6
2.6 Abgrenzung In- und Ausland ... 8

3. Darstellung des vorhandenen Angebotes ... 9

3.1 Methodik ... 9
3.2 Fluggesellschaften und Flughäfen ... 9
3.3 Busunternehmen ... 11
3.4 Deutsche Bahn AG ... 12
3.5 Schiff- und Fährgesellschaften ... 13
3.6 Mietwagen und eigener Pkw ... 13
3.7 Hotels und Pensionen ... 14
3.8 Ferienwohnungen und Camping ... 17
3.9 Reiseveranstalter ... 18
3.10 Reisebüros ... 20

3.11 Fremdenverkehrsorte und -organisationen ... 20
3.11.1 Deutscher Tourismusverband (DTV) ... 20
3.11.2 Trends und Tendenzen ... 21
3.11.3 Angebote verschiedener Bundesländer ... 21
3.12 Verbände und Vereinigungen ... 25
3.13 Kinder- und Familienerholungsstätten ... 28
3.13.1 Vorbemerkungen ... 28
3.13.2 Ausgewählte Beispiele ... 28
3.13.3 Mutter-Kind-Kliniken ... 30
3.14 Informationssysteme ... 31
3.15 Ausgewählte Beispiele für Angebote im Ausland ... 32
   

4. Analyse der Nachfrage ... 33

4.1 Vorbemerkungen ... 33

4.2 Antworten aus den Interviews ... 33
4.2.1 Art der Behinderung ... 33
4.2.2 Alter des behinderten Kindes ... 34
4.2.3 Haushaltsgröße und Alter der Geschwisterkinder ... 35
4.2.4 Reisehäufigkeit ... 35
4.2.5 Allein verreisende Familienmitglieder ... 36
4.2.6 Transportmittel ... 37
4.2.7 Urlaubsziele ... 37
4.2.8 Aktivitäten im Urlaub ... 38
4.2.9 Buchungsverhalten ... 39
4.2.10 Erfahrungen mit den Leistungsträgern ... 39
4.2.11 Positive Ereignisse ... 44
4.2.12 Negative Ereignisse ... 45
4.2.13 Voraussetzungen für einen gelungenen Familienurlaub ... 46
4.2.14 Wünsche für die Zukunft ... 47
4.2.15 Konkrete Verbesserungsvorschläge für die Leistungsträger ... 48
4.2.16 Individuelle Betreuung vor Ort ... 49
4.2.17 Versicherungen ... 50
4.2.18 Internetnutzung ... 50

4.3 Zusammenfassende Erkenntnisse ... 51

5. Zusammenführung von Angebot und Nachfrage ... 53

5.1 Erfahrungen mit schwierigen Situationen ... 53
5.2 Transport ... 54
5.3 Unterkünfte ... 55
5.4 Reiseveranstalter ... 56
5.5 Reisebüros ... 58
5.6 Fremdenverkehrsorganisationen ... 59
5.7 Verbände und Vereinigungen ... 60

5.8 Marketingpolitische Maßnahmen ... 61
5.8.1 Strategiealternativen ... 61
5.8.2 Produktpolitik ... 62
5.8.3 Preispolitik ... 62
5.8.4 Distributionspolitik ... 63
5.8.5 Kommunikationspolitik ... 64

5.9 Anmerkungen der Anbieter ... 64

6. Erfahrungen, Schwierigkeiten und Wünsche der Familie der Autorin ... 66

7. Zusammenfassung und Ausblick ... 68

8. Anhang 1 - Übersicht über die Einrichtungen von Fluggesellschaften für behinderte Fluggäste ... 70

9. Anhang 2 - Gesprächsleitfaden und Protokolle der Interviews ... 75

10. Literaturverzeichnis ... 111

11. Erklärung ... 115

Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1 - Freizeitpartner im Urlaub Realität und Präferenz ... 7
Abbildung 2 - Gruppenunterschiede nach Lebensalter: Urlaubspartner ... 7
Abbildung 3 - Fluggesellschaften unter dem Aspekt der Behindertenfreundlichkeit ... 10
Abbildung 4 - Hotellerie unter dem Aspekt der Behindertenfreundlichkeit ... 15
Abbildung 5 - Campingplätze unter dem Aspekt der Behindertenfreundlichkeit ... 17
Abbildung 6 - Art der Behinderung ... 33
Abbildung 7 - Alter des behinderten Kindes ... 34
Abbildung 8 - Haushaltsgröße ... 35
Abbildung 9 - Alter der Geschwisterkinder ... 35
Abbildung 10 - Reisehäufigkeit in Bezug auf Urlaubsreisen ab fünf Tagen Dauer ... 36
Abbildung 11 - Reisehäufigkeit in Bezug auf Urlaubsreisen unter fünf Tagen Dauer ... 36
Abbildung 12 - Gründe des ,,Alleinreisens" ... 36
Abbildung 13 - Zufriedenheit mit den Airlines ... 39
Abbildung 14 - Zufriedenheit mit den Busunternehmen ... 40
Abbildung 15 - Zufriedenheit mit der Bahn ... 40
Abbildung 16 - Zufriedenheit mit den Schifffahrtsunternehmen ... 41
Abbildung 17 - Zufriedenheit mit den Mietwagengesellschaften ... 41
Abbildung 18 - Zufriedenheit mit den Hotels und Pensionen ... 41
Abbildung 19 - Zufriedenheit mit den Ferienwohnungen ... 42
Abbildung 20 - Zufriedenheit mit den Reiseveranstaltern ... 42
Abbildung 21 - Zufriedenheit mit den Reisebüros ... 42
Abbildung 22 - Zufriedenheit mit den Fremdenverkehrsorganisationen ... 43
Abbildung 23 - Zufriedenheit mit den spezifischen Organisationen ... 43
Abbildung 24 - Voraussetzungen für den Familienurlaub ... 46
Abbildung 25 - Wünsche für die Zukunft ... 47
Abbildung 26 - Erfahrungen mit individueller Betreuung vor Ort ... 49
Abbildung 27 - Versicherungen ... 50
Abbildung 28 - Internetnutzung ... 50
Abbildung 29 - Erfahrungen mit schwierigen Situationen bei Reisen (,,Hitliste") ... 53

 

 

1. Einleitung

Da es sich in dieser Arbeit um ein sehr spezielles Thema in der Touristikindustrie handelt, soll der Weg zur Idee erläutert werden, den Reisemarkt für Familien mit schwerbehinderten Kindern in der Bundesrepublik Deutschland zu untersuchen. Weiterhin wird der Aufbau der Ausführungen kurz dargestellt, damit sich ein erster Überblick ergibt.

In der Schwerbehindertenstatistik des Statistischen Bundesamtes aus dem Jahr 1999 ist eine Größenordnung von 163.545 schwerbehinderten Kindern unter achtzehn Jahren erfasst. Dabei ist diese Zahl seit 1991 um 33% (53.436 behinderte Kinder) gestiegen. Es ist anzumerken, dass in dieser Statistik nur die Schwerbehinderten berücksichtigt werden, die einen gültigen Schwerbehindertenausweis besitzen.1

Eine etwas ältere Studie aus dem Jahr 1985 im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr gibt eine Anzahl von ca. 480.000 behinderten Kindern und Jugendlichen unter achtzehn Jahren an, wobei hier auch Personen erfasst wurden, die keinen Schwerbehindertenausweis haben.2 Rechnet man diese Angabe unter Berücksichtigung der Entwicklung in der öffentlichen und regelmäßig durchgeführten Statistik des Bundes hoch, ergibt sich eine Zahl von über 700.000 behinderten Kindern unter achtzehn Jahren.

Dieses Ergebnis kongruiert mit dem einer Evaluierungsstudie der Gesellschaft für Innovationsförderung und Beratung mbH im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend vom Dezember 2000, die eine Zahl von 731.406 Familien mit einem oder mehreren behinderten Kindern unter achtzehn Jahren in der Bundesrepublik Deutschland ergab. Grundlage dieser Studie war eine telefonische Repräsentativbefragung von 2534 Familien in Deutschland, durchgeführt vom Rhein-Ruhr-Institut für Sozialforschung und Politikberatung. Daran ist das große Potential der Familien mit eventuellen ,,besonderen" Bedürfnissen zu erkennen, denn sie ergeben mit 7,8% (2% für Familien mit schwerbehinderten Kindern, die in der Schwerbehindertenstatistik der Bundesrepublik erfasst sind) einen nicht unerheblichen Teil aller Familien mit unter 18jährigen Kindern.3 Außerdem sollte man auch die behinderten ,,Kinder" ab 18 Jahren berücksichtigen, denn diese verreisen in höherem Alter noch zu einem Großteil mit den Eltern oder Geschwistern, was in einem der folgenden Kapitel belegt wird.

Die Verfasserin lebt selbst in einer Familie mit einem behinderten Kind. Der 18jährige Bruder ist mit dem Down-Syndrom, auch unter Trisomie 21 oder Mongolismus bekannt, geboren worden. Aufgrund dieser Tatsache ist das Reiseverhalten der eigenen Familie sicherlich ein anderes als das ,,normaler" Familien, was aber erst im Laufe der Zeit beim Vergleich mit anderen Familien aufgefallen ist. Letztendlich richtig bewusst ist die besondere Situation während des Tourismusstudiums an der Fachhochschule München geworden.

Diese Arbeit wird deswegen aus zwei Gründen geschrieben: Zum einen aus eigenem Interesse (Was gibt es für Angebote auf dem Markt? Welche Erfahrungen haben andere Familien in ähnlicher Lage gemacht?) und zum anderen soll Interessierten die Möglichkeit gegeben werden, sich über die spezielle Situation einer Familie mit einem oder mehreren behinderten Kindern ein Bild zu machen. Dies betrifft zum Beispiel verschiedene Leistungsträger (Airlines, Busunternehmen, Bahngesellschaften, Reedereien, Mietwagenfirmen, Hotels/Pensionen, Ferienwohnungsbesitzer, Reiseveranstalter, Reisebüros, Fremdenverkehrsorganisationen, gemeinnützige Verbände und Vereinigungen oder bestimmte Destinationen), die sich vielleicht schon im Bereich des Tourismus für Behinderte engagieren. Aber auch Unternehmen, die dieses Marktsegment bisher noch nicht für ihr Firmengeschäft in Betracht gezogen haben, könnten einige Anregungen erhalten.

Die Betonung liegt im gesamten Werk auf den Interessen und Bedürfnissen von betroffenen Familien. Es gibt Anbieter, die sich bereits auf dem Gebiet des Behindertentourismus etabliert haben. Dabei geht es aber meist um das Gruppengeschäft, wenn zum Beispiel ganze Behindertenwerkstätten oder -einrichtungen zusammen verreisen, oder um Angebote für behinderte Individualreisende, die manchmal eine Betreuung für den gesamten Verlauf der Reise benötigen. Familien nehmen eine besondere Stellung ein, da sie sicherlich einen Urlaub so ,,normal" wie nur möglich verbringen wollen, aber auf der anderen Seite doch durch die Behinderung in der Familie in verschiedenen Situationen eingeschränkt sind und deshalb auch spezielle Ansprüche an einen gelungenen Familienurlaub haben müssen. Es gilt in dieser Arbeit herauszufinden, wie verschiedene Familien ihre ,,schönste Zeit des Jahres" verbringen wollen und welche Offerten der Anbieter es dazu gibt oder was man tun könnte, um die Lage für betroffene Familien ein wenig verbessern zu können.

Im ersten Teil dieser Schrift werden einige Begriffe definiert und der Inhalt genau abgrenzt. Im folgenden Abschnitt geht es um die Analyse des Angebotes, d. h. es wird dargestellt, was in einer umfassenden Recherchearbeit auf der Anbieterseite herausgefunden wurde. Als nächstes folgt das Kapitel Nachfrageanalyse, das geführte Interviews mit betroffenen Familien zum Hauptinhalt hat. Anschließend wird auf die Umsetzung der Zusammenführung von Angebot und Nachfrage eingegangen, d. h.: Wo gibt es erfolgreiche Beispiele, die genau das anbieten, was die Betroffenen wollen? Wo gibt es Probleme? Und welche Lösungen könnten greifen? Ein weiteres Kapitel beschreibt die erlebten Erfahrungen, die Schwierigkeiten und die Wünsche hinsichtlich des Themas Urlaub der eigenen Familie der Verfasserin. Der letzte Teil beinhaltet eine Zusammenfassung aller gemachten Erkenntnisse und einen Ausblick auf die Zukunft.

2. Definitionen und Abgrenzungen

2.1 Allgemeine Anmerkungen

Wie schon in der Einleitung erwähnt, werden sich die Ausführungen hauptsächlich auf die spezifische Situation von Familien mit behinderten Kindern beziehen. Dies soll jedoch nicht heißen, dass nicht auf Angebote von Unternehmen oder Vereinigungen eingegangen wird, die nicht auf Familienurlaube für Eltern mit ihren behinderten und nichtbehinderten Kindern spezialisiert, sondern im generellen Markt für Behindertenreisen tätig sind.

2.2 Definition von Schwerbehinderung nach dem Schwerbehindertengesetz (SchwbG)

Nach § 1 des SchwbG in der Fassung vom 26. August 1986 (BGB1. I S. 1421, 1550), zuletzt geändert durch Gesetz vom 19. Dezember 1997 (BGB1. I S. 3158) gelten Personen, die ihren Wohnsitz, ihren gewöhnlichen Aufenthalt oder ihr Beschäftigungsverhältnis in der Bundesrepublik Deutschland haben, als schwerbehindert, wenn sie einen Grad der Behinderung (GdB) von wenigstens 50 aufweisen. 4

Behinderung wird nach dem gleichen Gesetz definiert als eine „Auswirkung einer nicht nur vorübergehenden Funktionsbeeinträchtigung, die auf einem regelwidrigen körperlichen, geistigen oder seelischen Zustand beruht. Regelwidrig ist der Zustand, der von dem für das Lebensalter typischen abweicht. Als nicht nur vorübergehend gilt ein Zeitraum von mehr als 6 Monaten.“5 Die Ursache(n) und die äußerliche Erkennbarkeit der Behinderung spielen dabei keine Rolle.6

„Die Auswirkung der Funktionsbeeinträchtigung ist als Grad der Behinderung (GdB), nach Zehnergraden abgestuft, von 20 bis 100 festzustellen.“7 Dem ist anzumerken, dass es sich bei dem GdB um einen Rechtsbegriff handelt und deswegen seine Ermittlung Aufgabe der Verwaltung, im Streitfalle der Sozialgerichte und nicht vordringliche Angelegenheit ärztlicher Sachverständiger ist. Deren Gutachten sind zwar unverzichtbar, aber die Behörden bzw. die Gerichte sind nicht zwingend an diese gebunden. 8

Eine Feststellung des GdB und eine Ausstellung eines Ausweises zum Nachweis der Eigenschaft als Schwerbehinderter erfolgt nur auf Antrag des Behinderten bei den für die Durchführung des Bundesversorgungsgesetzes zuständigen Behörden. 9 Hier gilt aber nebenbei zu bemerken, dass die Schwerbehinderteneigenschaft nicht erst durch die Beurteilung der Ämter begründet wird, sondern unmittelbar kraft Gesetzes eintritt.10 Der Personenkreis in dieser Arbeit wird auf Familien mit schwerbehinderten Kindern eingegrenzt. Es soll aber an dieser Stelle geäußert werden, dass die dargestellten Angebote in Abschnitt 3 auch für Eltern mit „geringfügig“ behinderten Kindern bestimmt sind, sogar „normale“ Familien könnten ihre Vorteile darin entdecken.

Keine Eingrenzung wird im Hinblick auf die Art der Behinderung vorgenommen, obwohl ein mobilitätsbehindertes Kind sicherlich andere Bedürfnisse als ein geistig behindertes hat und die jeweiligen Familien demnach auch ihre Erholungszeit ganz verschieden und sehr individuell planen müssen. Aber es erscheint wichtiger, die gesamte Familie in deren besonderer Lage und den daraus resultierenden Verhaltensweisen in Bezug auf das Thema Urlaub zu untersuchen.

2.3 Definition von Behinderung der Weltgesundheitsorganisation (WHO)

Als Nachfolgerin der Internationalen Klassifikation der Schädigungen, Fähigkeitsstörungen und Beeinträchtigungen (ICIDH) von 1980 ist die ICF (International Classification of Functioning, Disability and Health) im Mai 2001 verabschiedet worden. Durch diese wird nun der gesamte Lebenshintergrund der Betroffenen berücksichtigt, denn sie wird bestimmt durch eine mögliche Beeinträchtigung in den Bereichen der Funktionen und Strukturen des menschlichen Organismus, der Tätigkeiten (Aktivitäten) aller Art und der Teilnahme (Partizipation) an Lebensbereichen einer Person vor dem Hintergrund ihrer sozialen und physikalischen Umwelt (Umweltfaktoren).11 Diese Arbeit wird sich an der Definition von Schwerbehinderung nach bundesdeutschem Recht, d. h. am Schwerbehindertengesetz orientieren.

2.4 Abgrenzung Familien

Auch in Bezug auf die Zusammensetzung der Familien werden keine Begrenzungen gemacht. Es sollen alle Arten von Familien mit behinderten Kindern betrachtet werden. Seien es kinderreiche, Pflege-, Adoptiv-, Stiefeltern- oder Großelternfamilien, nicht verheiratete zusammenlebende Paare oder alleinerziehende Elternteile.

2.5 Abgrenzung „Kinder“

Am Anfang der Überlegungen wurde es als notwendig empfunden, das Alter der Kinder in den Familien auf sechs bis achtzehn Jahre zu begrenzen, zum einen weil sich die Schwierigkeiten von Behinderungen bei kleineren oder Kleinstkindern noch nicht so erheblich zeigen und zum anderen sich die Jugendlichen ab achtzehn Jahren nicht mehr unter dem Begriff Kinder definieren lassen. Von diesem Ansatz wurde jedoch abgegangen, da sich auch Familien mit behinderten Kindern unter sechs Jahren speziellen Konstellationen gegenüberstehen sehen und bestimmte Wünsche und Vorstellungen von der Zukunft ihrer Urlaube haben.

Und auch behinderte Jugendliche oder Erwachsene verbringen oft noch den Urlaub mit den Eltern und Angehörigen, teilweise sogar für die größte Zeit ihres Lebens. Dies belegt eine Studie von Ebert und Villinger, die mit einer Stichprobe von 213 geistig behinderten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern einer Behindertenwerkstatt anhand eines Fragebogens Untersuchungen über deren Freizeitaktivitäten, Freizeitpartner und Freizeitorte durchführten. Es ist darauf hinzuweisen, dass hier nur der Typus der geistigen Behinderung durchgeleuchtet wurde.

[...]


1 Vgl. Statistisches Bundesamt (2000), S. 6 i.V.m. S. 4

2 Vgl. Bundesministerium für Gesundheit (1999), S. 11

3 Vgl. Gesellschaft für Innovationsforschung und Beratung mbH (2000), S. 19 und S. 31

4 Vgl. Bethmann (1999), S. 21

5 Bethmann (1999), S. 27

6 Vgl. Bethmann (1999), S. 27

7 Bethmann (1999), S. 27

8 Vgl. Bethmann (1999), S. 31

9 Vgl. Bethmann (1999), S. 33 f.

10 Vgl. Bethmann (1999), S. 22

11 Vgl. www.ifrr.vdr.de

 


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