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Stadtentwicklung in der Gallia Narbonensis

Titel: Stadtentwicklung in der Gallia Narbonensis

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2000 , 22 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Markus Wawrzynek (Autor:in)

Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Daß die römische Urbanisierung einen bedeutenden Beitrag zur Romanisierung
der außeritalischen Provinzen geleistet hat, gehört zur üblichen Allgemeinbildung.
Ebenso weiß der Laie in aller Regel, daß bedeutende historische Städte (Köln,
Trier und Augsburg in Deutschland; Lyon, Toulouse und Narbonne in Frankreich,
um nur einige wenige zu nennen) römischen Ursprungs sind. Auf welche Weise
die mehr oder weniger geplante Verstädterung aber zum hochkomplexen
Geschehen der Romanisierung, d. h. der Durchdringung unzivilisierter Räume mit
römischer Sprache und mediterraner Lebensart beigetragen hat, ist jedoch
weitgehend im Allgemeinbildungskontext unbekannt.
Diese Seminararbeit unternimmt den Versuch, am Beispiel der römischen Provinz
Gallia Narbonensis1 die Stadtentwicklung seit der Eroberung durch die Römer
nachzuvollziehen und die Ziele, die die Eroberer mit der Verstädterung verfolgten
und die Konsequenzen dieser Strategie darzustellen.
Um sich aber mit dem Komplex Stadtentwicklung zu beschäftigen, ist zunächst
der Begriff „Stadt“ einer kurzen, aber kritischen Betrachtung zu unterziehen. Behandlung dieses Themas unerläßlich; kompliziert deshalb, weil die Stadtplaner,
Geographen und Historiker, die sich mit dem Thema Stadt auseinandersetzen, sich
nicht über die Kriterien einigen können, die eine Siedlung konstituieren, die den
Namen „Stadt“ zu recht trägt. Da die Definition auch noch möglichst allen
historischen Epochen vom Altertum bis zur Moderne und allen geographischen
Räumen genügen soll, gehen die Meinungen über die letztlich entscheidenden
Wesensmerkmalen einer Stadt weit auseinander.2 [...]

1 Die Gallia Narbonensis lag im heutigen Südfrankreich und wurde im Osten von den
Alpenausläufern, westlich von den Pyrenäen und südlich von der Mittelmeerküste begrenzt. Als
nördlichste Erstreckung erreichte sie den Genfer See.
2 Vgl. zur Definitionschwierigkeit von „Stadt“ Kolb (1984), S.11 - 17 und auch Freyberger (1999),
S. 108f, Anm. 428. Als Minimalkriterium für „städtisches“ Wesen definiert B. Freyberger „die
Existenz einer - wie auch immer gearteten - sinnvoll aufeinander abgestimmten Einheit von
kollektivem und individuellem Sein, die sich auch im materiellen Bild zu äußern hatte.“ (S. 109)
Diese Definition ist in dieser umfassenden Art und Weise sicher zutreffend, aber sie scheint mir zu
weit und insgesamt zu vage und darum für diese Arbeit ungeeignet.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

A) Einleitung

B) Stadtentwicklung in der Gallia Narbonensis

I. Was ist unter dem Begriff „Stadt“ zu verstehen? - Ein kleiner Exkurs

II. Römische Bürgerrechtspolitik: Kolonisierung und Municipalisierung

III. Chronologischer Abriß der Städteentwicklung in der Narbonensis

1. Protourbanisation - „städtisches“ Landschaftsbild bis zur römischen Intervention in Südgallien (125 v. Chr.)

2. Römische Intervention, erste römische Gründungen und Verbesserung der Infrastruktur

3. Das caesarisch-augusteische Kolonisationsprogramm nach der Belagerung Massalias

IV. Exempel für bedeutende Städte in der Narbonensis

1. Narbo Martius (Narbonne)

2. Forum Iulii (Fréjus)

C) Schluß: Resümee und Konsequenzen der Urbanisierung

D) Literaturverzeichnis

I. Gedruckte Quellen

II. Sekundärliteratur

III. Bildquellen

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Prozess der römischen Stadtentwicklung in der Provinz Gallia Narbonensis nach der Eroberung, wobei insbesondere die Ziele der römischen Strategie sowie deren langfristige gesellschaftliche und infrastrukturelle Auswirkungen analysiert werden.

  • Definition und Kriterien des antiken Stadtbegriffs
  • Einfluss der römischen Bürgerrechtspolitik auf die Romanisierung
  • Chronologische Entwicklung der städtischen Strukturen in Südgallien
  • Vergleichende Analyse von Narbo Martius und Forum Iulii
  • Integration einheimischer Eliten durch römische Stadtmodelle

Auszug aus dem Buch

III. Chronologischer Abriß der Städteentwicklung in der Narbonensis

Im kelto-ligurisch geprägten Südgallien entwickeln sich durch den frühen Kontakt mit den ab 600 v. Chr. an der Küste siedelnden Phokaiern präurbane Höhensiedlungen, die sich durch stärker ausdifferenzierte Gebäude, rechtwinklige Grundrisse, robustere Befestigungsmauern und dauerhaftere Materialien (v.a. Stein statt Holz) von den Siedlungen in Zentralgallien unterschieden, deren Häuser weitgehend einen runden Grundriß aufwiesen und mehr als Fluchtburgen, denn zur dauerhaften Seßhaftwerdung angelegt wurden. Dies mündete jedoch nicht in einer völligen uniformen Annahme griechischer Stadtkultur, sondern die einheimischen Baustrukturen blieben weiterhin dominant, wurden aber ergänzt.

Es zeigt sich daran die Bereitschaft zur Öffnung gegenüber der mediterranen Kultur und die Bereitschaft, sich Neuem zuzuwenden. Auch lag die Zahl der befestigten Höhensiedlungen im Vergleich zu Zentralgallien wesentlich höher. Die besiedelte Fläche lag zwischen einem und acht Hektar, wobei die Siedlungen westlich der Rhône etwas größer waren. Auch untereinander waren die oppida äußerst unterschiedlich, was auch die stark schwankenden Einwohnerzahlen von 300 - 3000 belegen. Ein Beispiel für ein sehr großes oppidum ist Entremont (ca. 3 km nördlich von Aix-en-Provence gelegen), das vermutlich der Hauptort der Salluvier war. Ein extrem kleines oppidum mit Namen Taradeau lag ca. 20 km westlich von Fréjus.

Zusammenfassung der Kapitel

A) Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung der römischen Urbanisierung als Instrument der Romanisierung ein und definiert die Zielsetzung der Arbeit.

B) Stadtentwicklung in der Gallia Narbonensis: Dieses Kapitel erläutert die terminologischen Schwierigkeiten bei der Stadtdefinition und beschreibt die römische Bürgerrechtspolitik sowie die chronologischen Phasen der Stadtentstehung, illustriert durch Fallbeispiele.

C) Schluß: Resümee und Konsequenzen der Urbanisierung: Das Fazit fasst zusammen, wie durch die gezielte koloniale Fixpunkt-Politik und die Integration lokaler Eliten eine erfolgreiche Romanisierung der Provinz erreicht wurde.

D) Literaturverzeichnis: Dieses Verzeichnis listet die verwendeten antiken Primärquellen sowie die einschlägige moderne Sekundärliteratur zur römischen Provinzgeschichte auf.

Schlüsselwörter

Gallia Narbonensis, Romanisierung, Stadtentwicklung, Urbanisierung, Narbo Martius, Forum Iulii, Veteranenkolonie, Bürgerrechtspolitik, Municipium, antike Stadt, Via Domitia, Augustus, Caesar, Oppidum, Provinzverwaltung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den gezielten Aufbau römischer Stadtstrukturen in der Provinz Gallia Narbonensis und deren Rolle bei der Unterwerfung und Romanisierung der dort lebenden gallischen Bevölkerung.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Fokus stehen die römische Siedlungspolitik, die Vergabe des römischen Bürgerrechts als Integrationsinstrument, der Ausbau der Infrastruktur (Straßen, Häfen) und die städtebauliche Monumentalisierung unter Augustus.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, nachzuweisen, wie Rom durch eine geschickte Kombination aus militärischer Kontrolle, wirtschaftlicher Förderung und rechtlicher Einbindung der einheimischen Eliten eine dauerhafte Stabilität und Identifikation mit dem Imperium erreichte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor nutzt einen historisch-archäologischen Ansatz, bei dem literarische Quellen der Antike (z.B. Tacitus, Plinius) mit archäologischen Befunden zu Stadtgrundrissen und Bautypen abgeglichen werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Vorbemerkung zur Stadtdefinition, eine Analyse der römischen Bürgerrechtspolitik und einen chronologischen Abriss der Verstädterung von der frühen griechischen Beeinflussung bis zur augusteischen Ära.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Romanisierung, Stadtentwicklung, Gallia Narbonensis, Veteranenkolonien und die Rolle von Eliten in der Provinzialverwaltung.

Wie unterschied sich Narbo Martius in seiner Entstehung von anderen Städten?

Narbo Martius war 118 v. Chr. die erste überseeische Kolonie nach dem Gracchischen Programm, die vorrangig zur Versorgung verarmter Bevölkerungsschichten und zur militärischen Sicherung wichtiger Handelswege gegründet wurde.

Warum war Fréjus (Forum Iulii) als Fallbeispiel relevant?

Fréjus dient als Exempel für die julische Phase der Urbanisierung, bei der die Ansiedlung von Flottenveteranen durch Octavian nach der Schlacht bei Actium eine zentrale Rolle für die wirtschaftliche und strategische Entwicklung spielte.

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Details

Titel
Stadtentwicklung in der Gallia Narbonensis
Hochschule
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg  (Institut für Geschichte)
Veranstaltung
Römisches Gallien von Caesar bis Nero
Note
1,7
Autor
Markus Wawrzynek (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2000
Seiten
22
Katalognummer
V21996
ISBN (eBook)
9783638254632
ISBN (Buch)
9783656202394
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Stadtentwicklung Gallia Narbonensis Römisches Gallien Caesar Nero
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Markus Wawrzynek (Autor:in), 2000, Stadtentwicklung in der Gallia Narbonensis, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/21996
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Leseprobe aus  22  Seiten
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