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Scholarly Essay, 2004, 34 Pages
Author: Dr. Herbert Lindner
Subject: Chemistry
Details
Year: 2004
Pages: 34
Bibliography: ~ 51 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-25478-6
File size: 4617 KB
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Excerpt (computer-generated)
Platin - Entdeckung - Verwendung
wissenschaftlicher Aufsatz
von
H. Lindner
Zusammenfassung
Dies ist eine kurze Übersicht zur Geschichte der Entdeckung und ersten Verwendung von Platin bis in die heutige Zeit. Diese ist geprägt von den Anfängen, in denen man nicht wusste, was Platin ist und wozu man es verwenden soll, bis später die Chemiker immer mehr die Vorzüge erkannten. Heute verbindet man mit dem Edelmetall Platin nicht nur Schmuck und Geld, sondern auch die industrielle Seite der heterogenen Katalyse und Reaktionen an reinen Oberflächen.
Motto:
„Alles in allem scheint dieses Halbmetall ein sehr einzigartiger Körper zu sein, der eine genauere Untersuchung in seiner Natur verdient, als es bisher geschehen ist.“
William Brownrigg, 1750
Inhaltsverzeichnis
1. Geschichtliches
1.1. Erste Entdeckungen zur heterogenen Katalyse
2. Technische Verfahren der heterogenen Katalyse
2.1. Kontakt-Verfahren
2.2. Haber-Bosch Verfahren
2.3. Ostwald-Verfahren
2.3.1. Reaktion zu Salpetersäure
2.4. Andrussow-Verfahren
2.5. Platforming-Prozeß
2.6. Abgas-Katalyse
3. Platinvorkommen und Verarbeitung
3.1. Vorkommen
3.1.1. Fundstätten in Kolumbien
3.1.2. Fundstätten in Russland
3.1.3. Fundstätten in Südafrika
3.1.4. Weitere Vorkommen
3.2. Förderumfang
3.3. Gewinnung
4. Verbindungen des Platins
4.1. Toxikologie
5. Gase und Kohlenstoff in Platin
6. Literatur
7. Bildanhang
1. Geschichtliches
Im Jahre 1901 analysierte M. BERTHELOT1 ein kleines Metallkästchen aus Theben (Ägypten) und stellte fest, dass es aus einer Legierung aus Platin, vermengt mit Iridium und Gold bestand. Anhand von Hieroglyphen auf dem Kästchen ließ es sich der Königin Shapenapit, Tochter des Königs Psamnetik I zuschreiben, die im 7. Jh. v.Chr. gelebt hat. Es ist aber anzunehmen, dass den alten Ägyptern nicht klar war, das es sich hier um Platin handelte.
Platin wurde erstmals geschichtlich erwähnt von dem italienischen Arzt und Gelehrten Julius Caesar SCALIGER im Jahre 1557. Er äußerte sich über die Definition der Metalle von Girolamo CARDANO (1501-1576), der sagte „ein Metall ist eine Substanz, die geschmolzen werden kann, und beim Abkühlen hart wird“, in folgender Weise2:
„solch eine Definition schließt Quecksilber und ein anderes Metall aus, welches man in den Bergwerken von Mexico und Darien (Panama) findet, und nicht im normalen Feuer schmelzbar ist.“
Bedenkt man, dass man in der Gegend von Carthagena, das am Meerbusen von Darien liegt, Platin findet, so liegt der Schluss nahe, dass SCALIGER Platin gemeint hat.
Platinvorkommen aus dieser Gegend findet man oft im sog. ′Inkagold′. Diese Gold/Platin-Legierung ist aber nicht zu verwechseln mit dem ′Tumbago′, einer Legierung aus 50 % Cu, 33 % Au, 12 % Ag, welches die präkolumbianischen Inkas ebenfalls herzustellen verstanden 3.
Aber erst 200 Jahre später (1735) wurde Platin wieder entdeckt von dem spanischen Gelehrten Don Antonio de ULLOA (4), der an einer französischen Expedition teilnahm, die ihn in die Gegend von Carthagena brachte, genauer in den Distrikt Choco, Neu-Granada, dem heutigen Kolumbien. Er beschrieb das Platin als einen unbearbeitbaren metallischen Stein, der verhindert, dass man Golderze nützen könne, wenn er sich in zu großen Mengen im Golderz befinde. Man musste auf Grund dessen mehrere Goldminen aufgeben.
Interessant ist an dieser Stelle wohl, dass bis zur Entdeckung des Platin lediglich 15 Elemente bekannt waren (s. Bild 1).
Henric Theophil SCHEFFER brachte 1752 eine Veröffentlichung in den Abhandlungen der Stockholmer Akademie (5), in der er über genauere chemische Untersuchungen berichtete, mit dem Titel:
„Das weiße Gold oder siebente Metall, in Spanien Platina del Pinto, kleines Silber von Pinto genannt, seiner Natur nach beschrieben“ (die anderen sechs Metalle waren Gold, Silber, Eisen, Kupfer, Zinn, Blei. Platina ist das Diminutiv von Plata, der spanischen Bezeichnung für Silber; der Beinamen del Pinto wurde ihm gegeben, weil man zuerst auf sein Vorkommen im Goldsand des Flusses Pinto achtete).
[...]
1. M. Berthelot, Comptes rendus, 132,729-32(Mar. 25, 1901), ′Sur les metaux egyptiens: Presence du platine parmi les caracteres d′une inscription hieroglyphique′
2. Julii Scaesaris Scaligeri, Exotericarum exercitationum Liber XV de Subtilitate ad Hieroniymum Cardanum, apud Claudium Marnium & haeredes Joannis Aubrii, Francofurti, MDCVII, S. 323-4
3. P. Bergsoe, Nature 137,29(1936)
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