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Scholary Paper (Seminar), 2002, 19 Pages
Author: Dirk Hein
Subject: History - Early and Ancient History
Details
Institution/College: Technical University of Chemnitz (Alte Geschichte)
Tags: Heeresreform, Marius, Gracchen
Year: 2002
Pages: 19
Grade: 1,7
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-25893-7
ISBN (Book): 978-3-638-75966-3
File size: 298 KB
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Abstract
Ziel dieser Arbeit ist es die Heeresreform des Marius näher zu untersuchen. Dabei werde ich mich im wesentlichen auf zwei, auch in der Wissenschaft konträr diskutierte Punkte konzentrieren. Ausgehend von der Aussage Alföldys 1, dass durch „diese Reformmaßnahmen [des Marius, DH] [...] die Basis für das Austragen von Konflikten durch Bürgerkriege mit regulären Armeen geschaffen“ ( Alföldy 1983: S.72) wurde, soll im ersten Teil die Frage geklärt werden, inwieweit Marius eigentlich als der große Reformator des Heeres der römischen Republik gelten darf. Die Aussage Alföldys impliziert meiner Meinung nach die Ansicht von Marius als dem Reformator. Es wird zu klären sein, ob Marius tatsächlich der Ausgangspunkt für die endgültige Krise der römischen Republik war. Es ist hierbei wichtig, besonders auf Prinzipien der Rekrutierung vor und nach Marius und auf die Zensussenkungen vor 107 v. Chr. einzugehen. Als zweiten wichtigen Punkt wird dann zu klären sein, ob und in welcher Intensität die Maßnahmen des C. Marius die Entwicklung der Republik sowohl kurz als auch mittelfristig beeinflussten.
Excerpt (computer-generated)
Die Heeresreform des Marius
Proseminar: „Die Gracchen“
von: Dirk Hein
Inhalt
1 EINLEITUNG
2 DIE HEERESEFORM DES MARIUS
2.1 DIE REFORMEN DES MARIUS
2.2 KRITISCHE BETRACHTUNG DER REFORMEN
2.2.1 DIE ZENSUSSENKUNGEN ALS INDIZ FÜR DIE PROLETARISIERUNG DER ARMEE
2.3 DAS MARIUSBILD IN DER ANTIKE
3 DIE BODENGESETZGEBUNG DER JAHRE 103 UND 100 V.CHR ALS KONSEQUEN DER HEERESREFORM
3.1 DIE HERKUNFT DER VETERANEN DES MARIUS
3.2 DIE KLIENTELBEZIEHUNGEN
3.3 DIE KRISE DER JAHRE 103 UND 100 V. CHR.
3.4 LANGFRISTIGE AUSWIRKUNGEN DER HEERESREFORM
4. SCHLUßBETRACHTUNG
5. Bibliographie
1 Einleitung
Ziel dieser Arbeit ist es die Heeresreform des Marius näher zu untersuchen. Dabei werde ich mich im wesentlichen auf zwei, auch in der Wissenschaft konträr diskutierte Punkte konzentrieren. Ausgehend von der Aussage Alföldys 1, dass durch „diese Reformmaßnahmen [des Marius, DH] [...] die Basis für das Austragen von Konflikten durch Bürgerkriege mit regulären Armeen geschaffen“ ( Alföldy 1983: S.72) wurde, soll im ersten Teil die Frage geklärt werden, inwieweit Marius eigentlich als der große Reformator des Heeres der römischen Republik gelten darf. Die Aussage Alföldys impliziert meiner Meinung nach die Ansicht von Marius als dem Reformator. Es wird zu klären sein, ob Marius tatsächlich der Ausgangspunkt für die endgültige Krise der römischen Republik war. Es ist hierbei wichtig, besonders auf Prinzipien der Rekrutierung vor und nach Marius und auf die Zensussenkungen vor 107 v. Chr. einzugehen. Als zweiten wichtigen Punkt wird dann zu klären sein, ob und in welcher Intensität die Maßnahmen des C. Marius die Entwicklung der Republik sowohl kurz als auch mittelfristig beeinflussten.
2 Die Heeresreform des Marius
2.1 Die Reformen des Marius
Beginnen möchte ich mit einer allgemeinen Schilderung der Reformtätigkeit des Marius. Auch die Quellen werden zuerst nur dahingehend ausgewertet, ob sie Informationen dazu anbieten. An gegebener Stelle wird eine kritische Analyse der Quellensituation im Zusammenhang mit dem Mariusbild der Antike folgen. Betrachten wir zuerst Plutarchs Lives, Marius 9.1 2 He was triumphantly elected and at once began to levy troops. Contrary to law and custom he enlisted many poor and insignificant man, although former commanders had not accepted such persons, but bestowed arms, just as they would any other honour, only on those whose property assessment made them worthy to receive these, each soldier being supposed to put his substance in pledge to the state Plutrach bezieht sich hier auf das erste Konsulat des Marius im Jahr 107 v.Chr., und beschreibt die Aufnahme Mittelloser in das Heer.
Dazu soll Sallust, Iug. 86 verglichen werden : Marius...milites scribere, non more maiorum neque ex classibus, sed uti lubido quoiusque erat, capite censos plerosque. Id factum alii inopia bonorum, alii per ambitionem consulis memorabant, quod ab eo genere celebratus auctusque erat, et homini potentiam quaerenti egentissumus quisque opportunissumus, cui neque sua cara, quippe quae nulla sunt, et omnia cum pretio honesta videntur. Die Überlieferungen von Aulus Gellius: Attic Nights 16.10.10 helfen bei der Frage der Datierung der Heeresreform weiter. Obwohl er leichte Zweifel an der Version Sallusts äußert, und anmerkt, dass die Reform auch um das Jahr 104 v.Chr. datiert werden kann. Capite censos autem primus C. Marius, ut qiudam ferunt, bello Cimbrico difficillimis reipublicae temporibus vel potius, ut Sallustius ait, bello Iugurthino milites scripsisse traditur, cum id factum ante in nulla memoria extaret
Gabba ist der Ansicht, dass Gellius sich hier aber auf die Umgestaltung der Legionen bezieht, die sich wohl im Vorfeld der Kimbernkriege zugetragen hat, nicht aber auf die Aufnahme von Mittellosen in das Heer3. Es ist außerdem wahrscheinlich das Marius auch für die Kimbernkriege erneut Freiwillige anwarb, da sich sein System ja bewährt hat. Während Plutarch allgemein von der Aufnahme von Armen spricht erwähnt Sallust die capite censi, die nur nach Köpfen gezählten Bürger Roms.4 Bei Sallust lassen sich Hinweise finden, das die Anwerbung der capite censi freiwillig erfolgte: sed uti lubido quoiusque erat - wie jeder Lust hatte.
[...]
1Alföldy, Geza (1983): Römische Sozialgeschichte. 3 Auflage. S.72
2 Bibliographie der Primärliteratur siehe S. 15, Übersetzungen der lateinischen Quellen: S.17
3 Die Datierung der Reform ist relativ klar, vgl. hierzu u.a. zur Frage der Ämterlaufbahn Chantraine, Heinrich (1959): Untersuchungen zur römischen Geschichte. Ende des 2 Jahrhunderts v. Chr. Verlag Michael Lassleben. Und: Gabba, Emilio (1976): Republican Rome, the army and the allies. Berkeley : University of California. S. 13
4 unter capite censi sind die Bürger zu verstehen, die vom Zensor aufgrund ihres geringen Vermögens nur nach Köpfen gezählt wurden, sie waren vom Dienst im Heer ausgeschlossen.
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