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Säuglings- und Kleinkindentwicklung aus biologischer Sicht. Konsequenzen für den Biologieunterricht in der Sek. I

Examination Thesis, 1998, 59 Pages
Author: Nina Stohlmann
Subject: Biolology - Didactics

Details

Category: Examination Thesis
Year: 1998
Pages: 59
Grade: 2
Bibliography: ~ 26  Entries
Language: German
Archive No.: V230
ISBN (E-book): 978-3-638-10174-5

File size: 211 KB
Notes :
Die Arbeit ist geprägt durch die Ansichten des Biologen B. Hassenstein, hat aber auch entwicklungspsychologische Aspekte.



Excerpt (computer-generated)

Autorin: Nina Stohlmann

Säuglings- und Kleinkindentwicklung aus biologischer Sicht. 
Konsequenzen für den Biologieunterricht in der Sek. I

Examensarbeit

Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG 3

2. DIE ENTWICKLUNG DES MENSCHLICHES SÄUGLINGS UND KLEINKINDES AUS BIOLOGISCHER SICHT 6
2.1. Das menschliche Neugeborene im biologischen Vergleich 6
2.2. Reifung und Entwicklung des Säuglings und Kleinkindes 9
2.3. Spracherwerb 14

3. ELTERN-KIND-INTERAKTIONEN IN DEN ERSTEN LEBENSJAHREN 20

3.1. Prägung, prägungsähnliches Lernen und Bindung. 20
3.1.1. Die Phase der Prägung bei Tieren 20
3.1.2. Bindung und prägungsähnliches Lernen beim Menschen 23
3.2. Faktische Elternschaft und Fremdbetreuung 30
3.2.1. Verwandte, Adoptiv- und Pflegeeltern 31
3.2.2. Heimunterbringung und Kinderdörfer 34
3.2.3. Tagesmütter und Kinderkrippen 39
3.3. Selbständigwerden und Erkunden der Umwelt durch Spielen und Nachahmen 44

4. "DEPRIVATION" ALS FOLGE VON BETREUUNGSMÄNGELN 48

4.1. Das Erscheinungsbild der "Deprivation" 48
4.2. Maßnahmen zur Vermeidung von "Deprivation" 54

5. KONSEQUENZEN FÜR DEN BIOLOGIEUNTERRICHT IN DER SEKUNDARSTUFE I 59

5.1. Didaktische Überlegungen 59
5.2. Lernziele 62
5.3. Methodische Überlegungen in Verbindung mit praktischen Vorschlägen für die Umsetzung im Unterricht 66

6. SCHLUSSBETRACHTUNG 69

LITERATURVERZEICHNIS 70

ANHANG I

1. Einleitung
Immer wieder musste ich gerade in letzter Zeit feststellen, wie wenig sich Menschen mit dem Thema "Säugling und Kleinkind" auseinandersetzen, wenn sie nicht selber in die Situation kommen, Eltern zu werden. Selbst wenn ein Kind erst einmal da ist, wissen viele Eltern nicht, was auf sie zukommt und welche Verantwortung sie erwartet. Aber man wächst doch mit seinen Aufgaben? Mit hoher Wahrscheinlichkeit ist dies der Fall, doch Fehler, die durch fachgerechte Aufklärung vermieden werden können, sollten somit verhindert werden.
War da nicht einmal die Rede von einem "Führerschein für Eltern"? Für eine gute Idee halte ich diesen nicht, denn es gibt ganz einfach kein Rezept für richtige Erziehung. Kennen aber Eltern die Bedürfnisse von Säugling und Kleinkind, dann sind sie auch im Bilde über die große Verantwortung, die auf sie zukommt.
Das Thema wird doch eigentlich in Zeitschriften und Literatur genug behandelt. Müssen sich Schülerinnen und Schüler damit dennoch in der Schule auseinandersetzen? Aufgabe der Schule ist es, Schülerinnen und Schülern Allgemeinbildung - auch die Biologie als Teil der Allgemeinbildung - zu vermitteln. Neben der Allgemeinbildung sollen Schülerinnen und Schüler u.a. insbesondere lernen, Kritikfähigkeit zu üben. Gerade in so mancher Literatur fand ich Ratschläge zur Kindeserziehung, welche ich nach meinem Wissen ablehne, wie ebenso viele mit Sicherheit gut gemeinte Ratschläge von Freunden und Verwandten. "Das Schreien eines Säuglings ist für ihn wie ein Spaziergang", "Schreien stärkt die Lungen", "dieses oder jenes verwöhnt das Kind". Schüler sollten, als potentielle Eltern, mit Hilfe ihrer Bildung erkennen, welche Bedürfnisse Kinder haben, und danach handeln. Klagen nicht viele Menschen über die Aggressivität, die Brutalität und das egoistische Verhalten der Jugend? Wie viel Zeit bringen Eltern heute eigentlich noch auf, um mit ihren Kinder zu spielen? Wie viel Raum bleibt Kindern heute noch, um ihrem Erkundungs- und Bewegungsdrang gerecht zu werden? Trat ehemals "Deprivation" vorwiegend in Heimen auf, kann man heute doch davon ausgehen, dass viele erst in der Schule bemerkte Verhaltensauffälligkeiten und -störungen durch mangelnde Betreuung in den Familien entstehen. Vielleicht wäre Aufklärung durch den Unterricht in der Schule ein kleiner, möglicherweise der erste, Schritt gegen Probleme dieser Art.
Im Anhang befinden sich einige Tabellen zur Reifung und Entwicklung von Säugling und Kleinkind, in denen noch einmal sehr viel genauer, als bereits in Kapitel 2.2., nachzuschlagen ist, zu welchem Zeitpunkt ein Kind gewisse Entwicklungsschritte vollzieht.
Im dritten Kapitel nehme ich besonderen Bezug auf die Eltern-Kind-Bindung. Um die Bedeutsamkeit dieser Beziehung aufzuzeigen, berufe ich mich insbesondere auf das Buch von B. Hassenstein: "Verhaltensbiologie des Kindes" (1987). B. Hassenstein beschäftigt sich eigens aus verhaltensbiologischer Sicht mit der Eltern-Kind-Konstellation. Das Thema zur Verhaltensentwicklung von Säugling und Kleinkind lässt sich allerdings nicht ganz auf die Biologie reduzieren, auch psychologische, pädagogische und soziologische Ansichten können nicht außer acht gelassen werden. In der Biologie hat diese Bindung eine große Relevanz, trotzdem soll die Berufstätigkeit von Müttern nicht angefochten werden oder gar verboten. Ich möchte an dieser Stelle nur betonen, welche Probleme durch fremde Betreuung von Säuglingen und Kleinkindern auftreten können, ohne dabei Entscheidungen von Müttern, in den ersten Lebensjahren ihrer Kinder doch arbeiten zu gehen, folgenschwer in Frage zu stellen.
Die didaktische Ausarbeitung beschränkt sich größtenteils auf Lernziele. Da jedoch nur wenige Biologiestunden den Schülerinnen und Schülern zur Verfügung stehen und die niedersächsischen Rahmenrichtlinien für die Hauptschule das Thema im Pflichtunterricht leider nicht mehr vorsehen, werden Lehrerinnen und Lehrer dazu gezwungen, dieses Thema nur im Wahlpflichtunterricht der 9. und 10. Klasse, oder eventuell in einer Arbeitsgemeinschaft zu behandeln. Es kann aber auch im Rahmen eines Projektes angeboten werden. Aus den geforderten Lernziele müssen wegen der knapp bemessene Zeit insbesondere die Lernziele herausgearbeitet werden, die als besonders wichtig anzusehen sind.
In der didaktischen Analyse berücksichtige ich hinsichtlich meines Studiums, Lehramt an Grund- und Hauptschulen, ausschließlich die Sekundarstufe I an der Hauptschule. Ich setzte mich in dieser Arbeit nicht mit den Lehrplänen für den Biologieunterricht in der Sekundarstufe I an Realschule oder Gymnasium auseinander.
Die methodische Umsetzung erteilt nur Ratschläge zur Durchführung des Themas, da zur Verwirklichung des Themas sowohl die Zeit als auch die Situation der Schülerinnen und Schüler in der Klasse und die Bedingungen der Schule (Material und Ausstattung) berücksichtigt werden sollte. Bei der Umsetzung des Themas sollte unbedingt vermieden werden, dass z.B. einige Schülerinnen oder Schüler sich angesprochen fühlen, vor allem da, wo vielleicht die sozialen Verhältnisse zu Hause als problematisch anzusehen sind. Kein Kind sollte den Unterricht verlassen mit dem Gefühl, bei seinen Eltern schlecht aufgehoben zu sein. Der Lehrer oder die Lehrerin sollte gut über die Verhältnisse ihrer Schülerinnen und Schüler informiert sein, d.h. auch Kenntnis über eventuell Heim- oder Pflegekinder besitzen.

Anmerkung:
In der didaktischen Analyse und den Lernzielen stehen "die Schüler" für alle Schüler, sowohl für die Mädchen als auch die Jungen. Kommt "der Schüler" zur Sprache, könnte ebenso von "der Schülerin" die Rede sein.


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