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Termpaper, 2004, 29 Pages
Author: Maria Weininger
Subject: Pedagogy - Orthopaedagogy and Special Education
Details
Tags: Ethische, Grundprobleme, Behindertenpädagogik, Beispiel, Diagnostik, Abtreibung
Year: 2004
Pages: 29
Grade: 1,5
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-26564-5
ISBN (Book): 978-3-638-67664-9
File size: 198 KB
"Ihre Hausarbeit entspricht auf formaler und inhaltlicher Ebene voll den Anforderungen eines wissenschaftlichen Arbeit im Magister-Hauptstudium. Die Arbeit ist sehr gut aufgebaut und saxhangemessen gegliedert. Man kann erkennen, dass Sie sich intensiv mit der Thematik auseinandergesetzt haben. Ebenso beweisen Sie fundierte Sach- und Literaturkenntnisse. Insbesondere ist Ihnen die kritische Auseinandersetzung mit den von Ihnen gewählten Ansätzen gut gelungen. Insgesamt zeigt sich eine detailliert
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Abstract
Der medizinische Fortschritt sichert Frühgeburten ab der 25. Schwangerschaftswoche ein Überleben und die Erfolge der Gentechnik rücken die Schaffung des Menschen nach Maß in erreichbare Nähe. Die Austauschbarkeit des unwerten und unzumutbaren Lebens, mit dem erwünschten und perfekten wird denkbar. Die Diskussion unter Theologen, Philosophen und Naturwissenschaftlern über "Wohl und Weh" dieser neuen Technologien bleibt hinter der Geschwindigkeit der wissenschaftlichen Entwicklung zurück. Die Politik reagiert, so scheint es, nur noch unter Sachzwang und im Nachhinein. Liegt die Verantwortung für menschliche Embryonen in den Händen von ehrgeizigen Wissenschaftlern, verunsicherten Ärzten und besorgten Eltern? Pränatale Untersuchungsmethoden erfreuen sich bei Eltern mittlerweile großer Beliebtheit. Mit der Entscheidungsmöglichkeit über "leben" oder "nichtleben" ergibt sich zwangsläufig eine Klassifizierung von "lebenswert", "zumutbar", "erwünscht". Die pränatale Diagnose dient nicht mehr der Behandlung des Menschen, sondern hat die Tötung des ungeborenen Lebens zur Folge, ein Novum in der Medizin, zumal sich für den behandelnden Arzt Konsequenzen ergeben, falls er Schädigungen, die eine Abtreibung rechtfertigen würden, nicht erkennt. Das Buch befasst sich mit der scheinbaren Unauflösbarkeit eines Konflikts im Spannungsfeld zwischen generellen ethischen Maximen und dem individuellen Fall und verlagert schließlich die Beurteilung dessen auf eine andere Sichtweise, die sich nicht mehr Fakten unterwirft, sondern der Sinnerfüllung des Seins.
Excerpt (computer-generated)
Ethische Grundprobleme in der Behindertenpädagogik am
Beispiel von pränataler Diagnostik und Abtreibung
von: Maria Weininger
GLIEDERUNG
1 Einleitung 2
2 Die Geschichte der Bewertung behinderten Lebens 3
2.1 Antike bis Nationalsozialismus
2.2 Moderne Gentechnik und der Griff nach dem Leben 4
3 Behinderung und Abtreibung 6
3.1 Vorgeburtliche Untersuchungen, Genetische Beratung 7
3.2 § 218 Strafgesetzbuch 10
3.3 Der Schutz von ungeborenem menschlichen Leben in anderen Ländern 11
3.4 Behinderung und ihre Vererbung 12
3.5 Beratung zum Schwangerschaftsabbruch 13
4 Ethische Grundaussagen 14
4.1 Die Diskussion über Ethik am Beispiel des Präferenzutilitarismus von Singer 15
4.2 Deonthologische Ethik 18
4.3 Beginn von „Menschsein“ 19
4.4 Dammbruch 21
5 Ethische Folgerungen und die Bewertung behinderten Lebens 22
Literaturverzeichnis 25
1 Einleitung
Unter Ethik versteht man die philosophische Lehre vom sittlichen Wollen und Handeln des Menschen. Seit der Antike sucht der Mensch in einem nie endenden Diskurs nach allgemeingültigen Normen und Maximen. Eine besondere Brisanz aber auch eine besondere Schwierigkeit entsteht bei der Suche nach dem rechten Handeln im Umgang mit Lebewesen, die aufgrund ihres Entwicklungsstandes, (z.B. die Zygote), ihrer Krankheit (Koma-Patienten) oder eines fehlenden personalen Bewusstseins (Schwerstbehinderte) ihre Bedürfnisse nicht formulieren oder diese gegen andere nicht verteidigen können. Kollidieren unterschiedliche Interessen, wie beispielsweise die von Eltern und ungeborenen Kindern oder jene der gesamten Gesellschaft und des Individuums ist es die Aufgabe des Staates nach den ethisch gültigen Maximen Entscheidungen zu treffen und Handlungsvorgaben zu machen. Der medizinische Fortschritt sichert Frühgeburten ab der 25. Schwangerschaftswoche ein Überleben und die Erfolge der Gentechnik, rücken die Schaffung des Menschen nach Maß in erreichbare Nähe. Der Diskurs über ethisch allgemeingültige Aussagen wird damit vor neue Probleme gestellt. Die Diskussion unter Theologen, Philosophen und Naturwissenschaftlern über „Wohl und Weh“ dieser neuen Technologien bleibt hinter der Geschwindigkeit der wissenschaftlichen Entwicklung zurück. Die Politik reagiert, so scheint es, nur noch unter Sachzwang und im Nachhinein. Die Verantwortung für menschliche Embryonen1 liegt in einigen Ländern der Welt in den Händen von ehrgeizigen Wissenschaftlern, verunsicherten Ärzten und besorgten Eltern. Wissenschaftliche Erfolge und die damit verbundenen wirtschaftlichen Vorteile setzen Maßstäbe, die über Innovation und Stagnation entscheiden. Bei einer unerwünschten Schwangerschaft müssen Prioritäten gesetzt werden. Die Anerkennung der Rechte des Ungeborenen geht zunächst zu Lasten des Rechts auf Selbstbestimmung der Mutter. Wird umgekehrt die Autonomie der Mutter gewahrt, ist dies bei einer ungewollten Schwangerschaft das Todesurteil für den Embryo bzw. den Fetus. Diese Arbeit wird sich der umfangreichen Thematik nur im Teilbereich „Abtreibung und pränatale Diagnostik“ nähern können. Eine vertiefende Diskussion der ethisch relevanten Fragen wird leider nicht möglich sein. Die Erörterung der wichtigsten Aspekte soll einen Überblick über den derzeitigen Stand ethischer Grundfragen im Zeitraum der Schwangerschaft bieten.
Dazu wird zunächst ein kleiner Abstecher in die Geschichte gemacht. Die gültigen deutschen Gesetze zum Schutz des ungeborenen Lebens werden erläutert. Der Blick ins Ausland wird die erheblichen Unterschiede in der Beurteilung menschlicher Embyonen verdeutlichen. Anschließend sollen die zwei markantesten Positionen zum Thema beleuchtet und der Frage nachgegangen werden: „Wann beginnt menschliches Leben?“ Die Frage nach Verantwortung im Bereich der Beratung und die häufige Warnung vor einem Dammbruch der Bewertung menschlichen Lebens werden am Ende der Arbeit diskutiert.
2 Die Geschichte der Bewertung behinderten Lebens
2.1 Antike bis Nationalsozialismus
[...]
1 In der Literatur werden die beiden Begriffe Embryo und Fötus unterschiedlich verwendet. Ich beziehe mich auf die Definition im Duden, wonach die menschliche Leibesfrucht bis zum Ende des vierten Monats als Embryo und ab dem dritten Monat als Fötus bezeichnet wird. Verweise ich auf Autoren, verwende ich die Begriffe, wie in der jeweiligen Literatur.
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