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Examination Thesis, 2003, 82 Pages
Author: M. Berlitz
Subject: Pedagogy - Adult Education
Details
Tags: Analyse, Didaktik, Trainingprogramms, Eine, Welt, Vielfalt, Gesichtspunkten
Year: 2003
Pages: 82
Grade: sehr gut
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-27098-4
File size: 442 KB
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Excerpt (computer-generated)
Universität Bremen
Diplomstudiengang: Erwachsenenbildung
Analyse der Didaktik des
interkulturellen Trainingsprogramms
„Eine Welt der Vielfalt“
unter erwachsenenpädagogischen Gesichtspunkten
Diplomarbeit
vorgelegt von
M. Berlitz
Bremen, 27.11.2003
Inhaltsangabe
1 Einleitung ... 3
2 Entstehungskontexte des Trainings ... 5
2.1 Interkulturelle Trainings im Allgemeinen ... 5
2.1.1 Zur Anwendung des Begriffs Training für interkulturelle Bildungsprogramme ... 5
2.1.2 Zum Ursprung und zur Entwicklung von interkulturellen Trainings ... 7
2.1.3 Zu Kategorisierungen von interkulturellen (Management-) Trainings ... 9
2.1.3.1 Eine Differenzierung nach den Inhalten ... 10
2.1.3.2 Eine Differenzierung nach der Methode ... 12
2.1.3.3 Eine Differenzierung nach den Zielen ... 13
2.1.3.4 Eine Differenzierung nach dem interkulturellen Bildungsansatz ... 14
2.2 Die Entstehung des Eine Welt der Vielfalt - Konzepts ... 15
2.2.1 Die amerikanische ADL und A World of Difference ... 15
2.2.2 Das deutschen Eine Welt der Vielfalt - Konzept ... 17
3 Durchführungsmodi und ihre Kontexte ... 18
3.1 Die strukturelle Organisation (Makrodidaktik) ... 18
3.1.1 Die Koordination ... 19
3.1.2 Das Trainer- und Ausbildungssystem ... 20
3.1.3 Die Finanzierung und Kooperationen ... 22
3.1.4 Die Qualitätssicherung ... 23
3.2 Die Seminar-Organisation (Mikrodidaktik) ... 25
3.2.1 Der/ die ModeratorIn ... 25
3.2.2 Die Adressaten ... 27
3.2.3 Eine Welt der Vielfalt - Materialien ... 28
3.2.4 Der Seminarablauf ... 30
3.2.5 Der zeitliche Umfang ... 33
3.2.6 Veranstaltungsorte ... 34
4 Betrachtung des Trainings als didaktisches Konzept ... 34
4.1 Die Ziele des Programms ... 34
4.1.1 Die Ziele von EWdV nach der didaktischen Grundeinteilung ... 36
4.1.1.1 Richtziele ... 36
4.1.1.2 Grobziele ... 37
4.1.1.3 Feinziele ... 39
4.1.2 EWdV und die Forderungen an Ziele von interkulturellen Trainings ... 40
4.2 Die Inhalte des Programms ... 42
4.2.1 Die Inhalte von EWdV bzw. die Themen der Handbücher ... 42
4.2.2 EWdV und die Forderungen an die Inhalte von interkulturellen Trainings ... 43
4.3 Auf der Suche nach der theoretischen Fundierung der Inhalte und Ziele von EWdV ... 45
4.3.1 Exkurs: Sozialpsychologische Vorurteilsforschung ... 47
4.3.2 Die sozialpsychologische Vorurteilsforschung und die Ziele und Inhalte von EWdV ... 52
4.3.3 EWdV und die Forderungen an die theoretischen Grundlagen von interkulturellen Trainings ... 55
4.4 Die Methodik des Programms ... 58
4.4.1 Die Methoden von EWdV ... 58
4.4.2 Die Methodik von EWdV in den Übungen der Handbücher ... 59
4.4.3 EWdV und die Forderungen an eine Methodik und Didaktik von interkulturellen Trainings ... 61
4.5 Eigene Reflexionen zum didaktischen Konzept von EWdV ... 68
5 Persönlicher Zugang & Resümee ... 70
LITERATURLISTE ... 75
Anhang ... 80
Eine moderne politische Bildung sieht sich vor
die Aufgabe gestellt, didaktische Konzepte zu
entwickeln und Lernräume zu schaffen, um die
notwendigen sozialen Kompetenzen für einen
Umgang mit der Vielfalt zu vermitteln.
(Bertelsmann Forschungsgruppe Politik 2001, 10)
1 Einleitung
In meiner Diplomarbeit setze ich mich mit dem interkulturellen Trainingsprogramm „Eine Welt der Vielfalt“1 auseinander. Dieses Programm wurde entwickelt, um für Vorurteile überwiegend in interkulturellen Situationen zu sensibilisieren. Es versucht, Differenzen in unserer Gesellschaft aufzugreifen und als etwas Selbstverständliches, Bereicherndes überall und schon immer Gegenwärtiges erfahren und erleben zu lassen. Differenzen gibt es in den Lebensweisen zwischen allen Individuen, zwischen den verschiedenen Kulturen, in der Hautfarbe, in den Sprachen, Dialekten, Akzenten ...
Mit diesem EWdV-Trainingsprogramm arbeitet das Bremer „Landesinstitut für Schule“. Auf deren Homepage heißt es: „Wir leben in einer Welt des Wandels und der Konflikte, die aus der Konfrontation verschiedener Erfahrungen, Kulturen, Lebensweisen und politischer Ziele erwachsen. Diese Vielfalt, die stets ein Ferment gesellschaftlicher Entwicklung ist“, löst als Kehrseite Ausländerfeindlichkeit, Extremismus und Intoleranz aus und impliziert deshalb die Forderung „Vielfalt als Bereicherung, nicht als Bedrohung zu erfahren.“ (schule.bremen.de)
Meine Wahl des Themas hat mit eigenen Erfahrungen zu tun: Während mehrerer Aufenthalte in Spanien musste ich mich mit anderen Lebensvorstellungen und -gestaltungen auseinandersetzen. Die Situation, unter mir fremden Menschen in einer anderen Kultur zu leben, die Schwierigkeit, mich über eine mir noch wenig vertraute Sprache verständlich zu machen, veranlasste mich dazu, auch über meine eigenen Werte und Vorstellungen nachzudenken. Ich kam mit Erstaunen zur Erkenntnis, dass ich häufig als Repräsentantin der deutschen Kultur betrachtet wurde. Das brachte mich dazu, darüber zu reflektieren, was es für mich überhaupt bedeutet, „eine Deutsche zu sein“. Stereotype und Vorurteile von Spaniern „am eigenen Leibe zu erfahren“, bedeutete für mich - als sehr jungen Menschen damals - eine heftige Konfrontation.
Das Trainingsprogramm EWdV weckte vor meinem eigenen Erfahrungshintergrund mein besonderes Interesse, da es in diesem Programm schwerpunktmäßig um eine Auseinandersetzung mit Vorurteilen und Stereotypen geht. Auf Berührungspunkte und Unterschiedlichkeiten werde ich zum Abschluss meiner Arbeit noch einmal zu sprechen kommen (Kapitel 5).
Im Folgenden werde ich zuerst einmal Aspekte beschreiben, die mit der Entstehung des EWdV-Trainings zusammenhängen. Dafür beginne ich mit der Verortung des Programms in dem weiten Feld der interkulturellen Trainings. Ich nähere mich dem Begriff des „interkulturellen Trainings“ und beschreibe kurz seine Ursprünge. Dann greife ich bestehende Kategorisierungsversuche für interkulturelle Trainings auf und versuche, EWdV entsprechend einzuordnen. Im Anschluss daran werde ich die Entstehungsgeschichte von EWdV vorstellen.
Da mein Studienschwerpunkt die Erwachsenenbildung ist, liegt es nahe, dass ich das Training EWdV auch nach erwachsenenpädagogischen Gesichtspunkten untersuche. Unter den Gesichtspunkten, die bei der Organisation einer erwachsenenbildnerischen Praxis von Wichtigkeit sind, möchte ich das Trainingsprogramm EWdV im dritten Teil meiner Arbeit beleuchten. Ich werde in diesem Teil vorstellen, wie die Konzeptidee, die aus den USA kommt, hier in Deutschland umgesetzt wird. Vor allem komme ich auf zwei Ebenen auf das didaktische Handeln im Rahmen des Programms zu sprechen; zuerst einmal auf die Ebene der Makrodidaktik, in welcher ich auf die Ausbildungsstruktur, die Koordinierung, Finanzierung und die Qualitätssicherung eingehe, und des weiteren komme ich auf die Ebene der Mikrodidaktik zu sprechen. Hier betrachte ich die konkrete Lehr-Lern-Organisation, unter Einbeziehung des Moderators, der Adressaten, der Materialien, des Seminarablaufs, des zeitlichen Umfangs des Trainings und der Veranstaltungsorte.
Im vierten Kapitel werde ich mich dem Konzept des Programms zuwenden. Ich habe vor, die Konzeptidee bzw. die ursprünglichen Intentionen von EWdV herausstellen. Dafür werde ich das EWdV-Programm nach seinen Zielen, seinen Inhalten und seiner Idee der Methodik analysieren. Dafür möchte ich Kriterien der interkulturellen Pädagogik und sich daraus ableitende Forderungen an eine interkulturelle Didaktik heranziehen und dem Programm gegenüberstellen.
Ich möchte darauf hinweisen, dass meine Aufzeichnungen auf Gesprächen mit Roland Bühs, dem EWdV-Koordinator Bremens, auf das EWdV Praxis-Handbuch für Lehrer und auf verschiedene Einführungen und Präsentationen des Programms beruhen. Da das Handbuch für Trainer und das Original-Konzept aus New York urheberrechtlich geschützt sind, ist mir ein Zugriff auf diese Quellen nicht erlaubt. Roland Bühs gab mir jedoch die Möglichkeit, einen Blick in das Trainer-Handbuch zu werfen, unter dem Vorbehalt, dass ich keine Inhalte übernehme. Um trotzdem die Struktur des Programms erfassen zu können, was mit Hilfe der mir zur Verfügung stehenden Materialien nicht vollständig möglich war, stützte ich mich auf die freundlichen Auskünfte und Informationen von Roland Bühs (Koordinator von EWdV in Bremen) und Naomi Mazin (Direktorin der Erziehungsabteilung des ADL – Anti-Defamation League®, New York, zuständig für das A WORLD OF DIFFERENCE®-Programm). Ihnen vielen herzlichen Dank!
2 Entstehungskontexte des Trainings
2.1 Interkulturelle Trainings im Allgemeinen
Im Folgenden befasse ich mich mit interkulturellen Trainings im Allgemeinen. Für eine spätere Auseinandersetzung mit dem EWdV-Training halte ich es für wichtig, zunächst einmal die Verortung von interkulturellen Trainings zu betrachten; auch schon, weil EWdV als ein interkulturelles Training „vermarktet“ wird. Ich werde Fragen nachgehen wie: Wo kommt der Begriff `Training´ her, und was wird darunter verstanden? Was gibt es für unterschiedliche „interkulturelle Trainings“ und wie lassen sie sich kategorisieren?
2.1.1 Zur Anwendung des Begriffs Training für interkulturelle Bildungsprogramme
Meine folgenden Ausführungen lehnen sich schwerpunktmäßig an einen Aufsatz von Wolf Rainer Leenen, in welchem er sich um eine Standortbestimmung von Interkulturellen Trainings bemüht2.
[....]
1 Im Folgenden werde ich es mit „EWdV“ abkürzen.
2 Es handelt sich um den Aufsatz: „Interkulturelles Training - Anmerkungen zur Entstehung, Typologie und Methodik“ (Leenen, Wolf Rainer). In: LzZ NRW: Interkulturelle und antirassistische Trainings - aber wie? Solingen. Januar 2002. S.9 - 24
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