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Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2001, 36 Pages
Author: Corinna Hein
Subject: Cultural Studies
Details
Institution/College: European University Viadrina Frankfurt (Oder) (Kulturwissenschaftliche Fakultät)
Tags: Hanif, Kureishis, Mein, Waschsalon, Autor, Werk, Diskurs, Gender, Nation
Year: 2001
Pages: 36
Grade: 1,0
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-27452-4
ISBN (Book): 978-3-638-71750-2
File size: 282 KB
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Abstract
Diese Abschlussarbeit zeigt, dass das relative neue Feld der postkolonialen Studien vielfache Möglichkeiten für die Analyse von Texten aus der postkolonialen Zeit bieten. Die wichtigsten Fragen betreffen dabei die sich verändernden Identitäten sowohl der kolonisierten als auch der kolonisierenden Menschen unserer Zeit. Diese Identitätsfrage wurde im Zusammenhang mit der Frage nach dem Geschlecht und der ethnischen Zugehörigkeit diskutiert. Es ist offensichtlich, dass die Charaktere der zweiten Einwanderergeneration in Kureishis Script für den Film “Mein wunderbarer Waschsalon” gleich dem Autor mit dem Problem der „in-betweenes“. Sie suchen verschiedene Wege wie Homosexualität oder „falling between cultures“, um mit diesem „Dazwischensein“ umzugehen. Im Unterschied dazu betrachtet sich die erste Generation von Einwanderern als zweifelsfrei pakistanisch, was sich bei objektiverer Betrachtung als gar nicht so zweifelsfrei erwiesen hat. Ein weiteres Phänomen der postkolonialen Zeit ist die Umkehrung der Beziehungen zwischen “Schwarzen” und “Weißen”. Die ehemaligen Sklaven werden nun Herren, welche die Weißen“ für sich arbeiten lassen. Außerdem beeinflussen die Immigranten die Kultur der ehemals Kolonisierenden mit ihrer eigenen schwarzen Kultur und assimilieren sich insofern in die weiße Kultur wie es Vorteile für sie bietet – besonders im ökonomischen Bereich. In Deutschland sind postkoloniale Studien noch nicht weit verbreitet. Der größte Teil der Literatur ist nicht auf Deutsch erhältlich, aber der zukünftige Einfluss der postkolonialen Studien auf die Analyse moderner und postmoderner Texte in unserer multikulturellen Welt wird interessant zu beobachten sein.
Excerpt (computer-generated)
Hanif Kureishi: "Mein wunderbarer Waschsalon"
Autor und Werk im postkolonialen Diskurs
von: Corinna Hein
I. Inhaltsverzeichnis 1
II. Einleitung: Der postkoloniale Diskurs 3
III. Hanif Kureishi - ein postkolonialer Autor
1. Der Autor und seine Motive 4
2. Sprache und Postkolonialismus 6
IV. "Mein wunderbarer Waschsalon" als Vertreter des kulturelle Hybridität problematisierenden Films und des Films der 1980er Jahre
1. Die Stadt als Setting 8
2. Formale Strategien des Films 8
3. Die Thatcher-Ära (1979-1990) 9
4. In-betweeness 10
5. Charaktere und ihre Funktion im postkolonialen Diskurs 11
a) Bilquis - Die traditionelle pakistanische Purdha-Sozialisierung 12
b) Nasser - "We are professional businessmen. Not professional Pakistanis." 14
c) Das Verhältnis Rachel - Nasser - Tania/Bilquis 16
d) Tania - Gegenkonzept zu Bilquis 17
e) Cherry - "I′m so sick of hearing about these in-betweens." 19
f) Omar I - Die pakistanische "working class carrier" 20
g) Omar II - Identitätssuche zwischen den Kulturen und Gendern 23
h) Johnny - Der verlorene Sohn 25
i) Papa - "They hate us in England." 28
j) Salim - Das Gangsterelement 29
k) Zusammenfassung 31
V. Conclusion 33
VI. Bibliographie 33
II. Einleitung: Der postkoloniale Diskurs
Als Hanif Kureishi Anfang der 1980er Jahre sein Drehbuch für den Film "Mein wunderbarer Waschsalon" ("My Beautifull Laundrette", 1985) schrieb, hatte man noch nicht einmal den Terminus für den Diskurs hergeleitet, für dessen Diskussion seine Werke so reichlichen Stoff bieten. Man beschäftigte sich zwar bereits seit Edwart Saids einflußreicher Kritik der westlichen Konstruktion des Orients ("Orientalism", 1978) mit den Auswirkungen des Kolonialismus auf die Konstruktion von Ansichten über die Kolonien, dennoch wurde der Terminus "postkolonial" erst 1989 in "The Empire Writes Back. Theory and Practice in Post- Colonial Literatures" eingeführt. Man diskutiert indessen noch immer über seine präzise Abgrenzung.
Im Allgemeinen dienen postkoloniale Studien zur Untersuchung der Interaktion zwischen europäischen Kolonialherren und den kolonisierten Gesellschaften in jüngerer Zeit. Im kulturtheoretischen Sinne ist postkolonial, was durch Kolonisation entstanden ist. Im Mittelpunkt des Interesses stehen hierbei die Entstehung der Kolonie durch verschiedene Kontrollmechanismen und die verschiedenen Entwicklungsstufen hin zu einem antikolonialen Nationalismus. Postkolonial als geschichtlich-geographischer Terminus ist bezogen auf die Erfahrungen mit der Kolonisation und weniger als Periode gedacht. Außerdem beinhaltet der Terminus postkolonial gelegentlich auch unabhängige Kolonien, die mit "neokolonistischen" Formen der Unterwerfung durch Kapitalismus und Globalisierung konfrontiert sind, oder Länder, die noch ihre Unabhängikeit erreichen müssen. Auch Länder der 1. Welt, in denen ehemals Kolonisierte als Minderheit leben, können in den Terminus einbezogen werden. In diesem Sinne sind die Untersuchungen der Postcolonial Studies auf "Mein Wunderbarer Waschsalon" anwendbar. Hier werden Pakistanis betrachtet, die als ehemalige Kolonisierte nun im Land der ehemaligen Kolonisatoren (England) leben.
Die postkoloniale Kritik erlaubt eine Vielzahl von Untersuchungen über Machtverhältnisse in verschiedenen Kontexten. Dazu gehören unter anderem die Entstehung eines Imperiums, der Einfluß der Kolonisatoren auf die postkoloniale Geschichte, Wissenschaft, Kultur und die kulturelle Entwicklung kolonisierter Gesellschaften, sowie der Status der postkolonialen Gesellschaft in wirtschaftlichen und kulturellen Kontexten. Man kann mit ihr ebenfalls die Beziehungen von Feminismus und Postkolonialismus und auch Gender und Nation im postkolonialen Kontext untersuchen. In diesem Sinne stellen sich vor allem Fragen nach der Identität der Kolonialisierten. Wie funktionieren Gender, Rasse und Klasse im postkolonialen Diskurs? Zum postkolonialen Kanon gehören Theoretiker wie Partha Chatterjee, Frantz Fanton und Helen Tiffin. Mira Nair und Ousmane Sembene haben sich im Bereich des Films einen Namen gemacht. Bekannte Namen der Literatur wie Salman Rushdie und Hanif Kureishi sind ebenfalls im Kanon inbegriffen. Wie Eingangs bereits erwähnt, soll es in dieser Hausarbeit um den Film "Mein wunderbarer Waschsalon", dessen Drehbuch von Hanif Kureishi stammt, gehen. Anhand dieses Textes und teilweise auch der filmischen Ausführung werden postkoloniale Phänomene wie "in-betweeness", "hybridity" und "umgekehrter Kolonialismus" betrachtet werden. Doch zunächst wird ein Blick auf den Autor geworfen, der als Engländer pakistanischer Abstammung bereits in sich postkolonial ist.
III. Hanif Kureishi - ein postkolonialer Autor
[...]
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