Please wait
Please install the Adobe Flash Player if no e-book is displayed.
Scholary Paper (Seminar), 1999, 17 Pages
Author: Richard Pyrker
Subject: Theater Studies
Details
Institution/College: University of Vienna (FB Theaterwissenschaft)
Tags: Biomechanik-Workshop, Gennadij, Bogdanov, Proseminar, Meyerholds, Biomechanik, Workshop, Gennadij, Bogdanov
Year: 1999
Pages: 17
Grade: 1
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-11496-7
ISBN (Book): 978-3-638-77451-2
File size: 302 KB
Eine Arbeit über die Biomechanik von W.E.Meyerhold und einen entsprechenden Workshop mit Gennadij Bogdanov in Wien im Projekt Theater Studio.418 KB
Other users also were interested in the following titles:
Abstract
Meyerholds Biomechanik – Workshop mit Gennadij Bogdanov "Der Körper ist eine Maschine, der Arbeitende ist der Maschinist" (erstes Prinzip der Biomechanik) Mit der Biomechanik schuf Meyerhold (Wsewolod Emiljewitsch Meyerhold) ein körpertheatrales Raum- und Bewegungssystem für Schauspieler, seine wichtigsten Schüler waren Sergej Eisenstein und Nikolai Kustow. Am 2. Februar 1940 wird er nach einem fingierten Prozeß wegen angeblicher Spionage und Betätigung gegen das Regime hingerichtet. Wenn Sergej Eisenstein nicht den Mut gehabt hätte, Meyerholds Archiv zu retten und zu verstecken, wäre die Biomechanik als einer der wichtigsten Versuche zur Erneuerung der Schauspielkunst und des Theaters in diesem Jahrhundert wohl verloren gegangen. Gennadij Bogdanov, geboren am 22. Oktober 1949 in Moskau, Schauspieler, Regisseur und Dozent, ist ein Enkelschüler von Wsewolod Meyerhold. "Der Schauspieler zieht eine Spur durch den Raum" (Gennadij Bogdanov) Der Workshop in Wien zur Biomechanik von Gennadij Bogdanov wurde vom Verein act now organisiert und fand von 6. bis 18. April 1999 im Projekt Theater STUDIO statt. Wir waren neun Teilnehmer, junge Schauspieler in der Ausbildung, bis auf den Autor und einen Freund, die aus Interesse teilgenommen haben. Am Ende konnte jeder Teilnehmer zwei Etüden vorführen, den "Steinwurf" und den "Dolchstoß". Der Kurs lief täglich von 10-13 Uhr und 14-17 Uhr, also sechs Sunden, mit einem Ruhetag. Gennadij Bogdanov sorgte für eine außergewöhnliche Atmosphäre im STUDIO, das Theater als "magischer Ort"...
Excerpt (computer-generated)
Richard Pyrker
PS II
Regie- und Schauspielkunst
SoSe 1999
Abschlußarbeit 10.11.2000:
Meyerholds Biomechanik - Workshop mit Gennadij Bogdanov
Workshop
Etüden der Biomechanik
mit Gennadij Bogdanov
Gliederung:
EINLEITUNG Seite 3
Wsewolod Emiljewitsch Meyerhold
Die Biomechanik
Gennadij Bogdanov
Adleia Romanovskaja
DER WORKSHOP Seite 4
Der Workshop
Räumliche Koordination
Die bewußte Bewegung
Die Lektion mit dem Stock: Balance
Der Konzentrationspunkt und die Kropirovka
Die Stoika
Der Otkas
Der Daktylus
Der Posyl
Der Tormos
Der Rakurs
Die Etüden
Fragen an Gennadij Bogdanov
SERGEJ EISENSTEIN UND DIE BIOMECHANIK Seite 6
Sergej Eisensteins Kontakt mit Meyerhold
«Bi-Mechanik» oder «Expressive Movement»
Ein Filmabend mit Bogdanov
QUELLENNACHWEIS Seite 10
DANK Seite 12
EINLEITUNG
"Der Körper ist eine Maschine, der Arbeitende ist der Maschinist"
(erstes Prinzip der Biomechanik) 1
Wsewolod Emiljewitsch Meyerhold
Am 10. Februar 1874 als Karl Theodor Kasimir Meyergold in Pensa, Rußland geboren, wirkt er erstmals in seiner Schulzeit in dem Theaterstück Verstand schafft Leiden von Aleksandr Gribojedow als Repetilov mit. Nach seinem Gymnasialabschluß 1895 tritt er von der lutherischen zur russisch-orthodoxen Kirche über, ändert seinen Namen in Wsewolod Emiljewitsch Meyerhold und wird russischer Staatsbürger. Nach einem Jahr Jurastudium wechselt er an die Moskauer Theaterschule von Nemirowitsch Dantschenko. 1898 wird er auf dem von Stanislawski und Dantschenko neu gegründeten Künstlertheater MchAT 2 aufgenommen, eine seiner ersten und wichtigsten Rollen war die des Treplew in Tschechows Möwe. Nachdem er 1902 Moskau und das Künstlertheater verlassen hat, inszeniert er drei Jahre lang zahlreiche Theaterstücke in Cherson und Tiflis. Seit 1908 versucht er, ein eigenes Studio zu gründen, was ihm erst 1913 in der Borodinskaja in St. Petersburg gelingt. In einem Vortrag seines bis 1917 bestehenden Studios fordert er seine Schauspielstudenten auf, "mehr Exaktheit, Freude, Glanz in den Bewegungen" zu zeigen. Mit der Biomechanik schuf Meyerhold ein körpertheatrales Raum- und Bewegungssystem für Schauspieler, seine wichtigsten Schüler waren Sergej Eisenstein und Nikolai Kustow. Am 2. Februar 1940 wird er nach einem fingierten Prozeß wegen angeblicher Spionage und Betätigung gegen das Regime hingerichtet.
Die Biomechanik
Wenn Sergej Eisenstein nicht den Mut gehabt hätte, Meyerholds Archiv zu retten und zu verstecken, wäre die Biomechanik als einer der wichtigsten Versuche zur Erneuerung der Schauspielkunst und des Theaters in diesem Jahrhundert wohl verloren gegangen.
Die Geschichte der Biomechanik ist eng verwoben mit Meyerholds Entwicklung seines Verständnisses für Theater, in seinem Sinne neues Theater. Am 11. September 1898 notiert Meyerhold folgende Begegnung von MchAT-Schauspielern und Anton Tschechow: ... einer der Schauspieler erzählte, daß in der Möwe hinter der Szene quakende Frösche und bellende Hunde zu hören sein werden. "Wozu das?" fragt unzufrieden Tschechow. "Das ist real", antwortet der Schauspieler. "Real...", wiederholt Tschechow lachend und fügt nach einer kleinen Pause hinzu: "Die Bühne - das ist Kunst... Die Bühne verlangt eine bestimmte «Bedingtheit» («uslownost»). Sie haben keine vierte Wand." 3 Meyerhold spielte in dieser Möwe-Inszenierung des MchAT den jungen Konstantin Treplew.
Sowohl Meyerhold als auch sein Schüler Eisenstein akzeptierten Stanislawskis grundsätzliche Analyse der speziellen Probleme des Schauspielers: Inspiration und Ausdruck. Stanislawskis Weg zu einer überzeugenden Bühnenperformance ging über die richtige Stimulation der Gefühle im Schauspieler. Meyerhold und Eisenstein dachten genau das Gegenteil, daß der Ausdruck in der Bewegung automatisch zu inspirierten Emotionen führt. Sie argumentierten, daß der Schauspieler nicht mit versteckten Gedanken und Gefühlen überhäuft werden sollte, sondern mit dem Publikum expressiv kommunizieren muß. Ob sich der Schauspieler "korrekt" fühlt oder nicht, ist uninteressant, wenn der Zuschauer das Ergebnis nicht sehen und fühlen kann.
Meyerhold integrierte die Methoden des modernen Technologie-Zeitalters in sein Ausbildungs- und Spielsystem, indem er vom Schauspieler eine fast maschinelle Exaktheit der Bewegung verlangte. Anregungen holte er sich von den Zeit- und Bewegungsstudien im Arbeitsprozeß nach der Methode des amerikanischen Ingenieurs Taylor (1856-1915), vor allem aber von der Commedia dell′arte, vom japanischen Kabuki und von der rhythmischen Gymnastik des Schweizer Musikpädagogen Emilie Dalcroze (1865-1950). Die Grundlagen der Biomechanik im Theater formte und erforschte Meyerhold ab 1915 in seinem St. Petersburger Studio. 1918 gab er der Technik der szenischen Bewegungen den Namen «Biomechanik» (er übernahm einen Begriff der Physiologie des 19. Jahrhunderts). Im Mittelpunkt der auf der Erkenntnisse der physiologischen Konstruktion des menschlichen Organismus beruhenden Biomechanik steht die These, daß Emotionen als Reflexe physischer Prozesse entstehen. Der Schauspieler soll seinen Körper im Idealfall vollkommen beherrschen können, Theater im Sinne der Biomechanik ist Demonstration der ideal organisierten menschlichen Mechanismen.
[...]
1 W. E. Meyerhold, zusammengestellt von M. Korenew, Die Prinzipien der Biomechanik
2 Abkürzung von: Moskovskij Chudozestvennyj Akademiceskij teatr (Moskauer Akademisches Künstlertheater)
3 W. E. Meyerhold, Tschechow i naturalism na szene, in: W mire iskusstw, 1907, Nr. 11-12, S. 24
Comments
No comments yet
Other users also were interested in the following titles:
Chancen und Durchdringung von E-Commerce bei Versorgungsunternehmen
Author: Elke WaterschekComputer Science - Commercial Information Technology, 2002 Download as PDF-file for 9,99 EUR
Der Fremde bei Georg Simmel, Alfred Schütz und Robert Park
Author: Sonja DemlSociology - Miscellaneous, 2002 Download as PDF-file for 2,99 EUR
Urteilsrezension BGHSt 42, 139
Author: Daniel SchnablLaw - Criminal process, Criminology, Law Enforcement, 2003 Download as PDF-file for 4,99 EUR
Über Peter Paul Rubens: "Der Medici-Zyklus"
Author: Elisabeth FalgnerArt - Painting, 2001 Download as PDF-file for 8,99 EUR
Die Geißblattlaube von Peter Paul Rubens
Author: Julia GeiserArt - Painting, 2004 Download as PDF-file for 5,99 EUR
Geschlossene Form in Dramen
Author: Daniel EngertGerman Studies - Modern German Literature, 2000 Download as PDF-file for 9,99 EUR
This text can be quoted and accessed from this url: