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Ökologischer Landbau in Niedersachsen

Diploma Thesis, 2004, 94 Pages
Author: Sascha Wasser
Subject: Geography / Earth Science - Economic Geography

Details

Category: Diploma Thesis
Year: 2004
Pages: 94
Grade: 1,7
Language: German
Archive No.: V24877
ISBN (E-book): 978-3-638-27648-1

File size: 673 KB
Notes :
Die Umstellung auf eine nachhaltige Landwirtschaft und ihre ökonomischen Auswirkungen



Excerpt (computer-generated)

Die Umstellung auf eine nachhaltige Landwirtschaft
und ihre ökonomischen Auswirkungen

Diplomarbeit

 im Fach Wirtschaftsgeographie
vorgelegt in der Diplomprüfung
im Studiengang Betriebswirtschaftslehre
der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität zu Köln

Ökologischer Landbau in Niedersachsen

von

Sascha R. Wasser

Köln 2004

 

I. Inhaltsverzeichnis ...  I

II. Abbildungsverzeichnis  ...  III

III. Tabellenverzeichnis  ...  IV

IV. Abkürzungsverzeichnis  ...  V

1. Einleitung ...  1
1.1 Problemstellung und Zielsetzung ...  2
1.2 Aufbau und Methodik ...  2
1.3 Definition von Ökologischem Landbau  ...  3

2. Darstellung der Rahmenbedingungen ...  5
2.1 Naturräumliche Rahmenbedingungen der Landwirtschaft in Niedersachsen ...  6
2.2 Die Entwicklung des Ökologischen Landbaus  ...  9
2.3 Gesetzliche Ausgangslage ...  11
2.3.1 EU-Politik  ...  12
2.3.2 Förderung durch den Bund  ...  14
2.3.3 Förderpolitik des Landes Niedersachsen  ...  15
2.4 Organisationsstruktur der Akteure ...  16

3. Vermarktung von Öko-Produkten ...  18
3.1 Wandel der Konsumenteneinstellung ...  18
3.2 Motive und Kaufbarrieren für den Erwerb von Öko-Lebensmitteln  ...  20
3.3 Entwicklung der Preisbereitschaft und der Nachfrage  ...  22
3.4 Entwicklung des Angebotes und der Preise  ...  24
3.5 Vertriebskonzepte  ...  27

4. Negative externe Effekte der konventionellen Landwirtschaft  ...  30
4.1 Umweltbelastungen  ...  31
4.1.1 Auswirkungen auf den Boden  ...  31
4.1.2 Schadstoffemissionen in der Luft  ...  34
4.1.3 Einfluss auf die Wasserqualität  ...  35
4.1.4 Zerstörung der Biodiversität  ...  36
4.2 Auswirkungen auf die Gesellschaft  ...  38
4.3 Monetäre Bewertung der externen Kosten ...  39
4.4 Verbesserungspotential durch den ökologischen Landbau  ...  42

5. Hypothesen zur Entwicklung des Ökologischen Landbaus  ...  43

6. Empirische Untersuchung der Umstellungsmotive und der Auswirkungen der Umstellung ...  45
6.1 Aufbau und Vorgehensweise der Untersuchung  ...  46
6.2 Auswahl der Betriebe und Datengrundlage  ...  47
6.3 Konzeption des Fragebogens und Durchführung der Befragung  ...  48
6.4 Auswertung der Ergebnisse ...  50
6.4.1 Betriebsstruktur der befragten Betriebe  ...  51
6.4.2 Motivation der Betriebsleiter ...  53
6.4.3 Vertriebsstruktur ...  54
6.4.4 Wertung der Subventionspolitik  ...  56
6.4.5 Erfahrungen bei der Umstellung ...  58
6.4.6 Ökonomische Auswirkungen ...  61
6.5 Überprüfung der Hypothesen und Ergebnisse der Erhebung ...  64

7. Trendprognose und Zukunftsaussichten  ...  67
7.1 Relevante Variablen ...  67
7.2 Trendprognose  ...  69
7.3 Konsequenzen für die Akteure ...  72

8. Fazit  ...  73

9. Literaturverzeichnis ...  75

10. Anhang ...  85

II. Abbildungsverzeichnis
Abb. 1: Bodenwertzahlen in Niedersachsen  ...  7
Abb. 2: Betriebsgrößen in Niedersachen 1999 in ha ...  9
Abb. 3: Entwicklung der ökologisch wirtschaftenden Betriebe in Niedersachsen  ...  10
Abb. 4: Entwicklung der ökologisch bewirtschafteten Flächen in Niedersachsen  ...  11
Abb. 5: EU-Label  ...  13
Abb. 6: Die Preisbereitschaft bei ökologischen Lebensmitteln ...  23
Abb. 7: Distributionswege für Öko-Lebensmittel ...  27
Abb. 8: Umstellungszeitpunkt  ...  52
Abb. 9: Selbsteinschätzung der Landwirte  ...  54
Abb. 10: Anteil des Ab-Hof-Verkaufes  ...  55
Abb. 12: Änderung der Ertragssituation  ...  61
Abb. 13: Änderung der Arbeitskräfte ...  63
Abb. 14: Einflussvariablen einer Umstellung ...  69
Abb. 15: Schematische Darstellung der Entwicklungstendenz ...  72

III. Tabellenverzeichnis
Tab. 1: Prämienhöhe für den ökologischen Landbau in der BRD  ...  14
Tab. 2: Prämien in Niedersachsen  ...  16
Tab. 3: Verbände der ökologischen Landwirtschaft in Deutschland  ...  17
Tab. 4: Gründe für den Kauf von Öko-Lebensmitteln  ...  21
Tab. 5: Entwicklung der durchschnittlichen Verkaufserlöse für Produkte aus ökologischem Anbau  ...  26
Tab. 6: Grenzwerte für Schwermetalle in Düngemitteln  ...  33
Tab. 7: Zuordnung der Fragen  ...  49
Tab. 8: Durchschnittliche Größenstruktur nach Betriebsformen  ...  51
Tab. 9: Arbeitskräfte nach Betriebsformen ...  52
Tab. 10: Preisaufschlag von Öko-Produkten gegenüber konventionellen Produkten ...  55
Tab. 11: Einschätzung der Subventionen  ...  57
Tab. 12: Einschätzung der Subventionsentwicklung  ...  58
Tab. 13: Erfahrungen in der Umstellung  ...  59
Tab. 14: Beurteilung der Beratungsqualität  ...  59
Tab. 15: Erfahrungen hinsichtlich der Umstellungsgeschwindigkeit  ...  60
Tab. 16: Veränderung der Flächenausstattung ...  62
Tab. 17: Änderung der Maschinenausstattung ...  63
Tab. 18: Motive zur Umstellung  ...  66

IV. Abkürzungsverzeichnis
Abb. Abbildung
AbfKlärV Abfall und Klär Verordnung
BioAbfV Bioabfall Verordnung
BMVEL Bundesministerium für Verbraucherschutz und Landwirtschaft
BRD Bundesrepublik Deutschland
bzw. beziehungsweise
ca. circa
d.h. das heißt
DM Deutsche Mark
dt Doppeltonne
€ Euro
EG Europäische Gemeinschaft
EU Europäische Union
EWG Europäische Wirtschaftsgemeinschaft
e.V. eingetragener Verein
etc. et cetera
EU-ÖkolandbauVO EU-Ökolandbau Verordnung
GAP Gemeinsame Agrarpolitik
GAK Gemeinschaftsaufgabe Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes
ha Hektar
i.d.R. in der Regel
IFOAM International Federation of Organic Agriculture Movements
kt Kilotonne
LEH Lebensmitteleinzelhandel
LPG Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft
o.g. oben genannten
o.V. ohne Verfasser
p.a. per anno
S. Seite
s.o. siehe oben
Tab. Tabelle
u.a. unter anderem
usw. und so weiter
versch. verschiedene
vgl. vergleiche
VO Verordnung
z.B. zum Beispiel
zit. zitiert
z.T. zum Teil

 

 

1. Einleitung

Die zunehmende Diskussion über die Nachhaltigkeit unseres Handelns hat auch die Landwirtschaft erfasst und zu der Forderung einer umweltgerechten und nachhaltigen Nutzung in der Landwirtschaft geführt. Gesundheit, Verbraucherschutz und die Sicherung der Lebensmittelqualität rücken zudem immer mehr in den Mittelpunkt des öffentlichen Interesses.

Die Agrarproduktion hat sich in den letzten Jahrzehnten durch die Ausrichtung der Agrarpolitik und den technischen Fortschritt stark verändert. Daraus folgte eine Intensivierung und Spezialisierung der Landwirtschaft mit einer hohen Produktivität, aber auch mit negativen Folgen für die Umwelt durch erhöhten Nährstoffeintrag und Pflanzenschutzmittel. Hier scheint die Umstellung der landwirtschaftlichen Betriebe auf einen ökologischen Landbau eine praktikable Alternative zu der konventionellen Landbewirtschaftung zu sein und eine nachhaltige Nutzung der agrarischen Produktionsbasis zu ermöglichen. Denn moderne Landwirtschaft bedeutet nicht nur die Versorgung der Bevölkerung mit Nahrungsmitteln, sondern in zunehmendem Maße eine nachhaltige Bewirtschaftung und der schonende Umgang mit den natürlichen Ressourcen.

Der ökologische Landbau sorgt mit seinen Produkten für die sichere und gesunde Ernährung der Bevölkerung und wirkt ausgleichend auf das Gefüge von Flora und Fauna. Die Aufgaben der modernen Landwirtschaft sind vielfältiger Natur und reichen von der Versorgungsfunktion mit Lebensmitteln über die Rohstoffbeschaffung bis zur Kultivierung des Naturraumes und dessen Fortbestand. Wichtig für eine dauerhafte Bewirtschaftung in einer nachhaltigen und ökologischen Landwirtschaft ist aber in erster Linie der wirtschaftliche Erfolg der Landwirte, welche als gewinnorientierte Unternehmen agieren. Denn auch bei ökologischen Zielen muss ökonomisch gehandelt werden, um eine höchstmögliche Effizienz des angestrebten Zieles und somit eine Schonung der Ressourcen zu erreichen.

Das primäre Ziel muss die Integration von Landbewirtschaftung und Umweltgestaltung sein, um so die Produktion und die ökologischen Aspekte zu berücksichtigen. Die Kombination wirtschaftlicher, sozialer und ökologischer Aufgaben bringt für den Landwirt die Verantwortung für die Gestaltung und Pflege des Bodens.1

1.1 Problemstellung und Zielsetzung

Das Ziel dieser Arbeit ist es, die Umstellung auf den ökologischen Landbau in Niedersachsen zu untersuchen. Befragungen der ökologisch wirtschaftenden Betriebe in Niedersachsen dienen durch Bestimmung der Umstellungsmotivation und der finanziellen Auswirkungen zur Abschätzung des Potentials für die Entwicklung des ökologischen Landbaus und dessen ökonomischen Folgen. Die Motivation zur Umstellung auf ökologischen Landbau hängt im Wesentlichen von den zukünftigen Erwartungen hinsichtlich des betriebswirtschaftlichen Erfolges der Landwirte ab. Daher ist die subjektive Einstellung der Betriebsleiter eine wichtige Determinante für eine Umstellungsüberlegung. Es sollen die verschiedenen Anreize zur Umstellung analysiert und in ihrer Priorität festgelegt werden. Des Weiteren sollen die externen Effekte einer ökologischen Landwirtschaft monetarisiert und dadurch die Subventionen und deren Entwicklung erklärt werden.

Ziel ist es, in einem Gesamtmodell die zukünftige Entwicklungstendenzen des ökologischen Landbaus und dessen ökonomischen Auswirkungen für die Zukunft zu projizieren.

1.2 Aufbau und Methodik

Zunächst wird der Untersuchungsgegenstand dieser Diplomarbeit näher abgegrenzt durch die Definition und Diskussion der hier verwendeten Begrifflichkeit des ökologischen Landbaus und die geographische Einordnung des Untersuchungsgebietes. In Kapitel 2 werden zuerst die Rahmenbedingungen näher dargestellt. Dazu gehören neben den naturräumlichen Gegebenheiten in Niedersachsen auch der gegenwärtige Stand des ökologischen Landbaus und dessen historische Entwicklung. Durch die staatlichen Förderungen werden sowohl ein gesetzlicher Rahmen als auch ein finanzieller Anreiz geschaffen. Die Organisationsstruktur und die jeweiligen Beratungsleistungen der verschiedenen Anbauverbände sind Ausgangspunkt für die meisten Umstellungsgedanken und daher zu den Rahmenbedingungen zu zählen. Die Zukunftsaussichten anhand der Marktentwicklung für ökologische Produkte werden in Kapitel 3 beleuchtet. Dabei soll der Preis für Öko-Produkte und dessen Verlauf anhand der Nachfrage und des Angebotes als wichtige Determinante für den wirtschaftlichen Erfolg der Landwirte untersucht werden.

In Kapitel 4 werden die externen Auswirkungen der Landwirtschaft erläutert und durch deren Quantifizierung und Monetarisierung ein Erklärungsansatz für die Gewährung von Subventionen geschaffen. Dadurch soll ein Vergleich der Auswirkungen von konventioneller und ökologischer Landwirtschaft ermöglicht und die resultierenden Folgekosten zugeordnet werden.

Die aus den vorangegangenen Kapiteln gewonnenen Erkenntnisse werden in Kapitel 5 in Hypothesen zur Umstellung zusammengefasst, welche dann im Hauptteil in Kapitel 6 verifiziert bzw. falsifiziert werden sollen. Dies geschieht durch eine empirische Erhebung unter 420 ökologisch wirtschaftenden Betrieben der Anbauvereinigung Bioland e.V. in Niedersachsen.

Die Ergebnisse dieser Untersuchung und der vorangehenden Kapitel werden in Kapitel 7 zu einem Erklärungsmodell zusammengefasst. Darauf aufbauend soll die Bildung eines Zukunftsszenarios die weitere Entwicklung des ökologischen Landbaus in Niedersachsen beleuchten.

1.3 Definition von Ökologischem Landbau

Der Begriff Ökologie stammt von dem griechischen Wort oikos, „das Haus“, ab und bezeichnet die Wissenschaft der Wechselbeziehungen der Organismen untereinander.2 Eng mit der Ökologie verbunden ist die Ökonomie, da die wirtschaftliche Entwicklung zu einer Konfrontation mit der Natur geführt hat. Durch die Naturzerstörung bei der Produktion wächst der Grenznutzen der Umwelt und damit steigen auch die Grenzkosten der Produktion an.3

[....]


1 vgl. Priebe (1990) S.133
2 vgl. Leser (1997) S. 577
3 vgl. Binswanger (1991) S.42


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