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Carmen 1 - Catulls Widmungs- und Programmgedicht

Seminararbeit, 2004, 11 Seiten
Autor: Oliver Marc Siegl
Fach: Latein

Details

Veranstaltung: Proseminar: Catull, Carmina minora
Institution/Hochschule: Otto-Friedrich-Universität Bamberg (Klassische Philologie)
Tags: Carmen, Catulls, Widmungs-, Programmgedicht, Proseminar, Catull, Carmina
Kategorie: Seminararbeit
Jahr: 2004
Seiten: 11
Note: 1
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V25279
ISBN (E-Book): 978-3-638-27953-6

Dateigröße: 177 KB


Textauszug (computergeneriert)

Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Klassische Philologie - Latinistik
Proseminar: Catull, Carmina minora
Wintersemester 2003/2004

Carmen 1 - Catulls Widmungs- und Programmgedicht

von: Oliver Marc Siegl

 


Inhalt

1 Einleitung 3

2 Analyse und Interpretation von carmen 1 3

2.1 Übersetzung, Gliederung und Paraphrase 3
2.2 Textkritische Anmerkungen 4
2.3 Interpretation 6

2.3.1 Das Spiel mit Außen und Innen 6
2.3.2 Catulls Verhältnis zu Cornelius Nepos 8

3 Zusammenfassung 10

Literaturverzeichnis 11

 

 


 

1 Einleitung

Catulls Widmungsgedicht eingehend zu analysieren und interpretieren, soll Ziel folgender Arbeit sein. Ausgangspunkt dieser Betrachtung muss auch und gerade die Erst-Stellung des Gedichtes im Gesamtkorpus sein; denn die Annahme, dass am Beginn einer Gedichtsammlung ein Blick auf das folgende Werk geworfen, aber auch grundsätzlich das Wesen der eigenen Dichtung abgesteckt wird, liegt nahe. Die in der Forschung vieldiskutierte Frage, ob der Autor selbst oder ein späterer Editor Urheber des uns heute vorliegenden Gedichtbuches ist und carmen 1 ursprünglich nur einer kleineren Sammlung von Gedichten voran stand,1 soll in dieser Arbeit jedoch außen vor bleiben.

Nach einer Gliederung mit knapper Rekapitulation des Inhalts und einiger textkritischer Anmerkungen, in deren Zentrum der umstrittene 9. Vers steht, entwickelt der interpretatorische Teil folgende These: Catulls Widmungsgedicht enthält die 2 Ebenen von Außen und Innen, von Oberfläche und Inhalt. Doch erst der Blick auf die zweite, tiefer liegende Ebene offenbart die Intention des Dichters. Indem er sich nämlich einerseits in die Tradition alexandrinischer Dichtung nach Art des Kallimachos stellt und andererseits auch seine Vorliebe für den ironischen Witz gegenüber anderen wie sich selbst aufblitzen lässt, macht er carmen 1 zu einem durch und durch programmatischen Gedicht.

2 Analyse und Interpretation von carmen 1

2.1 Übersetzung, Gliederung und Paraphrase

Am Beginn der umfassenden Betrachtung von Catulls Widmungsgedicht soll eine Übersetzung2 stehen; hierin sind bereits die Ergebnisse der Interpretation eingeflossen, die im Hauptteil3 der Arbeit dargelegt werden. Wem soll ich mein zierliches neues Büchlein schenken, das gerade erst mit frischem Bimsstein geglättet worden ist? Dir, Cornelius! Denn du hieltest schon immer etwas von meinen Spielereien, damals bereits, als du es als einziger der Italer wagtest, alle Jahrhunderte in drei Büchern abzuhandeln, in gelehrten, beim Iuppiter, und mühevollen. Nimm daher an dich, was es auch immer für eine Art von Büchlein ist, wie beschaffen es auch immer ist; o Beschützerin Muse, lass es immerwährend mehr als ein Jahrhundert bestehen! Catulls zehnzeiliges Widmungsgedicht in Hendekasyllaben weist folgende Gliederung auf: Im ersten Teil (V. 1f.) wird eine Frage aufgeworfen, die im zweiten Abschnitt (V. 3-9a) beantwortet wird; das Gedicht schließt mit einem Musenanruf (V. 9b-10). Catull stellt sich in den ersten beiden Versen des Gedichts in literarischer Formung die Frage, wem er sein erst kürzlich (modo, V. 2) fertig gestelltes Büchlein (libellum; V.1) widmen solle, und findet auch sogleich eine Antwort (V. 3-9a): Cornelius Nepos solle es sein, wobei diesen zweierlei auszeichne. Einmal sei er Catull und seiner Dichtung schon lange (iam tum; V. 5) gewogen, andererseits habe er als unus Italorum (V. 5) das historische Geschehen umfassend (omne aevum; V. 6) literarisch festgehalten und dadurch ein Werk geschaffen, das von Gelehrtheit und Anstrengung (cartis/ doctis […] et laboriosis; V. 6f.) zeugt. Schließlich endet Catull mit einem Musenanruf, in dem er für sein Werk um immerwährendes Bestehen von mehr als einem Jahrhundert (plus uno maneat perenne saeclo; V. 10) bittet.

2.2 Textkritische Anmerkungen

[...]


1 Siehe hierzu eingehend: SCHMIDT, E.A.: Catull. Heidelberg 1985, S. 29-33; SYNDIKUS, H.P.: Catull. Eine Interpretation. Erster Teil: Die kleinen Gedichte (1-60). Sonderausgabe 2001 mit einem bibliographischen Nachtrag im Teil III. Darmstadt 2001, S. 52-62.

2 Die Übersetzung sowie alle folgenden Originalzitate basieren auf: C. Valerii Catulli carmina rec. R.A.B. MYNORS, Oxford 1958.

3 Siehe 2.3.


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