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Kriegspropaganda im Golfkrieg 2003

Seminararbeit, 2004, 27 Seiten
Autor: Thomas Jähnig
Fach: Medien / Kommunikation - Sonstiges

Details

Kategorie: Seminararbeit
Jahr: 2004
Seiten: 27
Note: 1,0
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V25736
ISBN (E-Book): 978-3-638-28275-8

Dateigröße: 265 KB


Textauszug (computergeneriert)

Martin-Luther-Universität, Halle-Wittenberg
Sprach- und Literaturwissenschaften
Institut für Medien- und Kommunikationswissenschaften
PS: Medien und Krieg
Fachsemester: 3

Kriegspropaganda im Golfkrieg 2003

von: Thomas Jähnig

 


Inhaltsverzeichnis

0 Einleitung 2

1 Propaganda 2

1.1 Kurzer historischer Abriss des Propaganda-Begriffs 2
1.2 Mertens Definition von Propaganda 3

2 Kriegspropaganda 6

2.1 Konflikttheoretische Grundlagen 6
2.2 Bedeutung der Massenmedien für die Kriegspropaganda 7
2.3 Propagandamittel 8
2.4 Rekontextualisierung 11
2.5 Definition von Kriegspropaganda 12

3 Kriegspropaganda in der Praxis 13

3.1 Die Ansprache des US-Präsidenten zum Beginn des Irak-Krieges 2003 13
3.2 Gezielte Manipulation der öffentlichen Meinung im Vorfeld des Krieges 16
3.3 Die Wirkungsebenen der Kriegspropaganda im Prozess der Rekontextualisierung 19
3.4 Die Bedeutung der Medien bei der Manipulation der Öffentlichkeit 21

4 Zusammenfassung 22

5 Literaturverzeichnis 24


 

 

0 Einleitung

Propaganda ist ein Schlagwort, das meist im Zusammenhang mit totalitären Regimen oder in Verbindung mit Kriegen in der Öffentlichkeit kursiert. Die besonders heftige Verwendung dieses negativ attribuierten Begriffs, im Kontext der immer noch aktuellen Ereignisse am Golf, soll Anlass sein in dieser Arbeit zu klären, was Propaganda nun genau ist und wie sie auch heutzutage für Kriegszwecke benutzt wird. Um dieses Phänomen beschreiben zu können, bedarf es zu erst einer theoretischen Annäherung, um die Grundlagen der Propaganda, ihre verschiedenen Mittel und ihre Ziele erfassen und verstehen zu können. Hierzu wird erst der Begriff der Propaganda allgemein und dann der Kriegspropaganda im speziellen erklärt. Dabei wird auch auf konflikttheoretische Grundlagen und auf die Bedeutung der Medien eingegangen, da diese für Konstruktion, Absicht und Wirkung von Kriegspropaganda von großer Bedeutung sind. Auf der Grundlage dieses theoretischen Vorwissens soll Kriegspropaganda am aktuellen Beispiel des Irak-Krieges 2003 analysiert werden. Hierbei soll gezeigt werden, dass die USRegierung Kriegspropaganda zur Unterstützung ihrer Kriegspläne angewendet hat.

1 Propaganda

1.1 Kurzer historischer Abriss des Propaganda- Begriffs

Im Wahrig Lexikon findet sich auch eine Definition von Propaganda, welche den Begriff von seinem historischen Ursprung her erläutert: „Propaganda ist als Kurzform herausgelöst aus Congretio de propaganda fide, dem Namen einer 1622 in Rom gegründeten ‚päpstlichen Gesellschaft zur Verbreitung des Glaubens’; zu lat. propagare ‚weiter ausbreiten, ausdehnen’.“ (Wahrig 2000, S. 1003) Die Idee der Propaganda ist allerdings viel älter, denn schon bei Aristoteles finden sich Denkansätze, deren Neuerung darin besteht, eine zu fällende Entscheidung eng an die jeweilige Situation zu knüpfen, wodurch Bindung an Wahrheit abgeschwächt oder aufgelöst werden kann (vgl. Aristoteles 1959, S.32f.; zit. nach Merten, K. 2000, S.145). Besonders erfolgreich setzten totalitäre Regime des 20 Jahrhunderts Propaganda ein. So dient Propaganda nach kommunistischer Auffassung einer „flächendeckende[n] Beeinflussung und Steuerung der Bevölkerung“ (Merten, K. 2000, S. 146). Propaganda und Agitation1 sollten nach dem sowjetischen Verständnis zwar wahr und glaubwürdig sein; nichtsdestotrotz können sie aber nicht auf Täuschung verzichten (vgl. Merten, K. 2000, S. 146). Im Nationalsozialismus wurde Propaganda auf ähnlich strategische Weise betrachtet. So äußert sich Hitler hierzu wie folgt: „Durch kluge und dauernde Anwendung von Propaganda (kann) einem Volke selbst der Himmel als Hölle vorgemacht werden und umgekehrt das elendste Leben als Paradies.“ (Hundhausen 1975, S.15, zit. nach Merten, K. 2000, S. 146) Propaganda hat, unabhängig vom Wahrheitsgehalt, gesamtgesellschaftlich gesehen eine integrierende Funktion, denn es scheint, als könne man durch Propaganda „eine kollektive, homogene Ausrichtung von Bewusstsein und Verhalten durchsetzen“ (Merten, K. 2000, S.146).

Smith begreift, in Anlehnung an Lasswell, der als Vorreiter einer wissenschaftlichen Analyse von Propaganda gilt, Propaganda nicht länger als eine Textsorte, sondern als eine Kommunikationssituation, die den Kontext und die persönlichen Dispositionen des Rezipienten sorgfältig berücksichtigen muss. Außerdem müssen die zu verbreitenden Symbole, um erfolgreich wirken zu können, nicht nur rational, sondern auch emotional und moralisch auf den Rezipienten einwirken (vgl. Smith, B.L. 1968, S. 583ff.; zit. nach Merten, K. 2000, S. 147).

1.2 Mertens Definition von Propaganda

Zur Klärung des Propaganda- Begriffs soll hier Mertens Verständnis dieses Phänomens aufgegriffen und ausführlich dargestellt werden; denn Merten fasst Propaganda, gena u wie Laswell, „nicht als Textsorte oder Wirkung“, sondern als „Kommunikationssituation“ und „Prozess“ auf (Merten, K. 2000, S. 148).

1. Funktion von Propaganda. Propaganda besitzt Parallelen zur Erziehung, „denn beide betreiben – auf unterschiedliche Weise – die Übernahme von Verhaltensprämissen“ (vgl. Maletztke, G. 1972, S. 159ff.; zit. nach Merten, K. 2000, S. 151). Außerdem leistet Propaganda „nicht Wissens-, sondern Willensbildung“ (Hundhausen, C. 1975, S.110; zit nach Merten, K. 2000, S. 152). So kommt Merten zu dem Schluss, dass Propaganda die Funktion der „Manipulation“1 zuzuweisen sei (Merten, K. 2000, S. 152).

[...]


1 Im Wörterbuch der Soziologie von Hillmann findet sich folgende Defintion von Agitation und deren Abgrenzung zur Propaganda: „Agitation ist eine publizist. Technik, weitgehend identisch mit dem Begriff Propaganda, meint die … Tätigkeit polit. Führungsgruppen bzw. der von ihnen beherrschten Massenkommunikationsmittel mit dem Ziel, unter den breiten Volksmassen bestimmte Ideen, Losungen, polit. Anschauungen zu verbreiten … Agitation bezieht sich in der Regel auf aktuelle, den sozialen Interessen der ‚angesprochenen’ Massen konkret entsprechende Situationen … und zielt auf die Erzeugung von Empörung und Emotionen, die in spontane Reaktionen der Massen überführt werden sollen. … Propaganda dagegen bezweckt eine langfristig wirksame Überzeugung u. polit. Bewußtseinsbildung durch inhaltl. u. formal gründl. vorbereitete Schulung u. Einführung in das ideolog. System der herrschenden Weltanschauung…“ Hillmann 1994, S.11f.


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