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Seminararbeit, 2004, 18 Seiten
Autor: Christoph Kohlhöfer
Fach: Psychologie - Sozialpsychologie
Details
Tags: Moralische, Sozialisation
Jahr: 2004
Seiten: 18
Note: 1,3
Literaturverzeichnis: ~ 13 Einträge
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-28867-5
ISBN (Buch): 978-3-638-77190-0
Dateigröße: 234 KB
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Zusammenfassung / Abstract
Moral ist ein abstrakter Begriff. Jede Zuschreibung einer Moral setzt bereits voraus, dass der Zuschreibende eine Vorstellung von Moral hat, die er wiederum auf andere überträgt. Moral ist nicht einfach messbar und schon gar nicht auf den ersten Blick erkennbar. Dennoch spielt Moral in wissenschaftlichen Untersuchen seit je her eine tragende Rolle. Was den Begriff Sozialisation in psychologischer Hinsicht betrifft, beschreibt er einen Entstehungsprozess in Auseinandersetzung mit verschiedenen Maßstäben. Nach einer Auseinandersetzung mit den beiden Begriffen und ihrer Verknüpfung miteinander befasst dich die Arbeit kurz mit einem veranschaulichenden Beispiel anhan der Biografie Che Guevaras.
Textauszug (computergeneriert)
Universität Hamburg
Fachbereich Psychologie
Teilbereich Entwicklungspsychologie
Wintersemester 2003/2004
Moralische Sozialisation
von: Christoph Kohlhöfer
1. Einleitung
2. Ethisch-philosophische Grundlagen
3. Die Theorie der Moralentwicklung nach Lawrence Kohlberg
4. Moralisches Urteil und moralisches Handeln
5. Moralische Sozialisation
6. Ein Versuch der Analyse einer moralischen Sozialisation am Beispiel der Biographie Che Guevaras
1. Einleitung
Über Moral und moralische Sozialisation eine Arbeit zu verfassen, kann immer nur bedeuten ein bestimmtes Teilthema genauer zu untersuchen. Die Komplexität, die dem Terminus ‚Moral’ inhärent ist, kann, besonders im Rahmen einer solchen Arbeit, nicht vollständig wiedergegeben werden.
Vor einigen Wochen erschien in der Wochenzeitung ‚Die Zeit’ ein Artikel von Helmut Schmidt, der einen Aufruf an die Manager Deutschlands darstellen sollte. Schmidt beklagte hierin die Selbst-Bereicherung von Managern. Diese Bereicherung nannte er unmoralisch und plädierte an die Moral eben dieser Manager. Der Terminus ‚Moral’ stellte in diesem Artikel einen zentralen Begriff dar.
An diesem Beispiel lässt sich bereits der immense Umfang und die damit verbundene Schwierigkeit einer Definition des Begriffs ausmachen. Moral ist ein abstrakter Begriff. Jede Zuschreibung einer Moral setzt bereits voraus, dass der Zuschreibende eine Vorstellung von Moral hat, die er wiederum auf andere überträgt. Moral ist nicht einfach messbar und schon gar nicht auf den ersten Blick erkennbar. Dennoch spielt Moral in wissenschaftlichen Untersuchen seit je her eine tragende Rolle.
Ursprung einer Diskussion über Moral ist natürlich die Philosophie. Wissenschaftlich auseinandergesetzt wird sich mit der Moral aber auch in der Soziologie, der Biologie und selbstverständlich, wie es Gegenstand dieser Arbeit ist, in der Psychologie.
Was den Begriff Sozialisation in psychologischer Hinsicht betrifft, so bezeichnet Zimbardo diese als „lebenslangen Prozess der Entstehung individueller Verhaltensmuster, Werte, Maßstäbe, Fähigkeiten und Motive in der Auseinandersetzung mit den entsprechenden Maßstäben einer bestimmten Gesellschaft.“ (Zimbardo1992:73) Wir sehen also, dass sowohl die Individualität wie auch der gesellschaftliche Rahmen eine zentrale Berücksichtigung erfahren. Inwiefern Moral mit dieser Definition eine Verknüpfung erfährt, wird sich noch im Verlauf dieser Arbeit zeigen. Auf den oben erwähnten Zeitungsartikel eingehend, müsste man nach der moralischen Sozialisation eben dieser Manager fragen; also ihre soziale Entwicklung im Hinblick auf die Moral untersuchen. Dies wäre sicherlich nur im jeweils konkreten Einzelfall denkbar.
Zunächst möchte ich auf philosophische Grundlagen zum Thema der Moral eingehen, in denen auch Lawrence Kohlberg geschult war, auf den ich hieran folgend eingehen werde. Seine Theorie der Stufenentwicklung eines moralischen Urteils hat in der Moralpsychologie einen großen und grundlegenden Platz eingenommen - so auch zwangsläufig in dieser Arbeit. Anschließend sollen kritische Auseinandersetzungen mit dessen Theorie aufgezeigt werden, um dann zu einer Erläuterung von moralischer Sozialisation zu gelangen. Als letzen Punkt möchte ich anhand eines konkreten Beispiels genauer und veranschaulichender auf Aspekte einer moralischen Sozialisation eingehen. Hierfür habe ich die Biographie Che Guevaras ausgewählt. Inwiefern Guevaras Leben von dem Grundsatz der Moral geprägt war und ob sein Verhalten ein durchweg moralisches war, kann an dieser Stelle nicht bearbeitet werden. Ausgewählt habe ich ihn vielmehr, weil er seine späteren theoretischen Schriften auf die Basis der Moral stellte und Jean Paul Sartre ihn als den „wohl vollkommensten Menschen unserer Zeit“ bezeichnete. Aus diesem Grund werde ich mich grob mit dessen Kindheits- und Jugendjahren auseinandersetzen. Dieser Teil sollte aufgrund seiner zwangsläufigen Unvollständigkeit jedoch lediglich als Illustration und Anregung zur Auseinandersetzung verstanden werden.
2. Ethisch-philosophische Grundlagen
Eine der ältesten Fragen in der Philosophie ist die Frage nach ‚gut’ und ‚böse’ und nach ‚richtig’ und ‚falsch’. Hieraus ergibt sich die Kernfrage der Moral. Die historische Diskussion, die verschiedenen Strömungen sowie bestimmte Ausdifferenzierungen können an dieser Stelle nicht hinreichend berücksichtigt werden. Vielmehr soll dieser Teil einen einführenden und einleitenden Charakter darstellen, der zu dem eigentlichen psychologischen Teil hinleitet.
Moral ist ursprünglich eine soziale Erscheinung. Sie bildet ein System, welches die Beziehungen der Individuen zueinander regelt. Darüber hinaus stellt sie Forderungen an den Einzelnen. Moral hat also durchaus etwas mit Regeln, Normen und Pflichten zu tun. Die Legitimität solcher Normen hängt von ihrer ethischen Begründung ab, dies bedeutet natürlich, dass gesellschaftliche Normen durchaus schlecht, falsch oder eben nicht moralisch sein können. Wie diese Normen zustande kommen und wer diese Normen bestimmt, muss unter einer ethischen Legitimitätsfrage geprüft werden, um von moralischen Regeln sprechen zu können. (vgl. Lenk 1997: 6)
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