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Scholary Paper (Seminar), 2004, 15 Pages
Author: Matthias Schwarzländer
Subject: History - Middle Ages, Early Modern
Details
Tags: Wahl, Konrad, Wipo
Year: 2004
Pages: 15
Grade: 1
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-29153-8
File size: 205 KB
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Excerpt (computer-generated)
Katholische Universität Eichstätt- Ingolstadt
Geschichts- und Gesellschaftswissenschaftliche Fakultät
PS „Einführung in die Mittelalterliche Geschichte“
1. Semester
Die Wahl Konrad II. bei Wipo
von: Matthias Schwarzländer
Inhaltsverzeichnis
A Die Verwendung von Wipos Bericht in der Sekundärliteratur 1
B Einordnung der Wahl in die Königswahlen und Betrachtung des Berichts von Wipo im Hinblick auf die belehrende Intention des Werkes 1
B.I Einordnung der Wahl in die mittelalterlichen Königswahlen der Ottonen-und Salierzeit 1
B.I.1 Unterschiedliche Ausgangssituationen vor Wahlen 2
B.I.1.1 Wahl eines designierten Nachfolgers 2
B.I.1.2 Wahl ohne vorherige Designation 3
B.I.2 Stärkere Gewichtung des Wahlprinzips gegenüber dem dynastischen Prinzip 4
B.II Untersuchung des Wahlberichts auf dessen belehrende Intention 6
B.II.1 Wipos Biographie und sein Hauptwerk 6
B.II.2 Darstellung einer idealen Wahl 7
B.II.2.1 Unterstreichung der Idoneität durch Charakterisierung Konrad II 8
B.II.2.2 Mahnung zur Einheit des Hauses zur Machtsicherung 9
C Berücksichtigung des Werkes durch Heinrich III. 12
Literaturverzeichnis 14
A Die Verwendung von Wipos Bericht in der Sekundärliteratur
Wipo, der Hofkaplan von Konrad II. und Heinrich III., verfasst zwischen 1040 und 1046 die „gesta Chuonradi imperatoris“ die auch seinen Zeitzeugenbericht von der Wahl Konrad II. zum König im Jahr 1024 in Kamba enthalten. Wipos Schilderungen über die Wahl und ihren Ablauf werden von der Forschung bis heute immer wieder herangezogen und nehmen gegenüber den Beschreibungen dieser Wahl in späterer Zeit eine besondere Stellung ein. Zum einen ist Wipo der einzige Berichterstatter, der bei der Wahl selbst anwesend war1, zum anderen widmete er sein Werk über Konrad II. dessen Sohn Heinrich III. als „eine Anleitung zum Regieren nach dem Vorbild seines Vaters“2, wodurch nach unserem heutigen Verständnis klar ist, dass Wipo die Ereignisse literarisch verändert dargestellt hat. In der Sekundärliteratur herrscht auch überwiegend die Meinung, dass Wipo den Ablauf der Wahl idealisiert hat und seine Ausführungen nicht ohne Prüfung für bare Münze genommen werden sollten. Andererseits gilt Wipos Bericht als zuverlässigste Quelle über den Ablauf der Wahl3 und gibt uns einen Einblick, wie die Königswahl damals als formaler und rechtlicher Akt verstanden wurde. Um die Frage nach der Bedeutung des Wahlprinzips für das deutsche Königtum zu beantworten stützt sich die Forschung ebenfalls auf Wipos Ausführungen4. B Einordnung der Wahl in die Königswahlen und Betrachtung des Berichts von Wipo im Hinblick auf die belehrende Intention des Werkes
In der vorliegenden Arbeit soll die Wahl von Kamba in die Königswahlen der Ottonen- und Salierzeit eingeordnet und bewertet werden, im darauf folgenden Punkt werde ich die Quelle im Hinblick auf ihre belehrende Intention beleuchten und versuchen, diese Absicht Wipos an konkreten Beispielen festzumachen. B.I Einordnung der Wahl in die mittelalterlichen Königswahlen der Ottonen- und Salierzeit Um das eigenartige Nebeneinander von Wahl- und Erbprinzip im deutschen Reich verstehen zu können, ist es notwendig, sich mit den Königswahlen auseinander zu setzten und zwar mit ihren formalen Ablauf, ihrer rechtlichen Grundlage und Bedeutung. Außerdem muss bei jeder Wahl die Situation im Reich in die Betrachtung mit einbezogen werden. Die Wahl Konrad II. kann nur im Zusammenhang mit anderen Wahlen sinnvoll bewertet werden.
B.I.1 Unterschiedliche Ausgangssituationen vor Wahlen
Einzelne Wahlen können nur dann ausreichend untersucht werden, wenn man sich die Umstände, die nach dem Tod des letzten Königs herrschten, vergegenwärtigt. Die Stimmung während des Interregnums hängt von vielen Faktoren ab: War der letzte Herrscher König, oder hatte er kaiserliche Würden erlangt? Starb der alte König unverhofft und plötzlich, und hatte dadurch keine Zeit mehr, seine Angelegenheiten zu ordnen oder konnte er noch zu seinen Lebzeiten Vorsorge für seine Nachfolge treffen? Nahm der Herrscher eine Haus- oder eine Fremd-Designation5 vor, oder starb er kinderlos? Ist der Nachfolger noch ein Kind oder hatte er z. B. als Mitkönig schon Teil an der Regierung? Wie war das Verhältnis des Königs zu den Mächtigen des Reiches, welchen Rückhalt hatte er in seinem Herrschaftsgebiet ? Diese Fragen gilt es zu untersuchen, um das Gewicht der jeweiligen Wahl gegenüber dem Erbrecht richtig einzuschätzen. Anhand von einigen konkreten Beispielen, bei denen diese Fragestellungen auftauchen, soll nun die Bedeutung der Königswahl und ihre Gewichtung gegenüber dem dynastischen Prinzip beleuchtet werden. Als erstes Unterscheidungskriterium möchte ich eine Unterteilung in Wahlen mit vorheriger Designation und Wahlen ohne Designation vornehmen.
B.I.1.1 Wahl eines designierten Nachfolgers
In dem betrachteten Zeitraum gibt es einige Wahlen, bei durch die ein designierter Nachfolger in sein Amt gehoben wurde. Die Designation wird aber nicht bei allen Wahlen gleich stark gewichtet. Es ist für Konrad II. kein Problem, seinen Sohn Heinrich in verschiedenen Stufen von der Designation 1026 über die Königskrönung 1028 und die Übertragung von drei Herzogtümern bis 1039 an die Herrschaft heranzuführen. Dank seiner starken Stellung konnte Konrad II. die Wahl zu einer reinen Formsache herabstufen, bei der keine Möglichkeit bestand, zwischen mehreren Kandidaten zu wählen. Die Vorbereitung der Nachfolge des Sohnes geht bei diesem Thronwechsel über eine Designation hinaus, man kann eher von einer stufenweisen Übernahme der Herrschaft sprechen. Seine Inthronisation in Aachen und die Huldigung der Fürsten nach dem Tod Konrads II. waren reine Formalakte. Dem Kaiser war es gelungen, den Nachfolger unangefochten zu bestimmen.
[...]
1 Brunhölzl, F.: Geschichte der lateinischen Literatur des Mittelalters, Bd. 2, S. 489.
2 Kellner, M.G.: in: Biographisch –Bibliographisches Kirchenlexikon, XIII Bd., S 1417.
3 Brunhölzl, F.: Geschichte der lateinischen Literatur des Mittelalters, Bd. 2, S.490.
4 Lintzel, M.: Zur Wahl Konrads II., in: Ausgewählte Schriften, Bd. 2., S. 421- 430.
5 Schuler, P.-J.: Lexikon des Mittelalters, Bd.3, S. 728.
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