Autor: Kolja Schütz
Fach: Soziologie - Individuum, Gruppe, Gesellschaft
Details
Institution/Hochschule: Technische Universität Darmstadt (FB2 Soziologie)
Jahr: 2003
Seiten: 18
Note: 1,3
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 211 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-29372-3
Textauszug (computergeneriert)
Niklas Luhmann: Die Form Person
von: Kolja Schütz
Inhaltsverzeichnis
Vorwort 4
1.0 Einleitung 4
1.1 Begriffdefinition 6
2.0 Zusammenfassende Darstellung der Systemtheorie 7
3.0 Die Form Person 10
3.1 Das Bewusstsein 10
3.2 Kommunikation 13
3.3 Die Person im Sozialsystem 14
4.0 Die Form Person als Bindeglied der Gesellschaft 17
Literaturverzeichnis 19
Vorwort
Luhmanns Systemtheorie ist eine Theorie, die den Anspruch hat, den gesamten Gegenstandsbereich der Soziologie erklären zu können. Soziologie ist, nach Luhmann, die Wissenschaft von sozialen Systemen, was demnach bedeutet, dass jede Art von sozialen Handeln, Kommunikation usw., ein soziales System darstellt. Hierzu sind in den Letzten Jahren immer wieder Kritiken zur Systemtheorie und deren Inhalte von Niklas Luhmann laut geworden. An sich ist der systemtheoretische Ansatz nicht neu, aber die Verwendung des Autopoieis-Begriffs in der soziologischen Systemtheorie und die damit verbundene These, dass nicht Menschen bzw. Individuen, sondern Kommunikation die kleinsten Teile eines Sozialsyste ms sind, macht deutlich, wie weit sich Luhmanns Theorien von traditionellen Theorien abhebt und mit ihnen bricht. Besonders Teilbereiche der Theorie wie „Die Form Person“ werfen dabei vielerlei Fragen und Probleme auf. Welche Gründe hierfür Anlass geben und welche durchaus auf die moderne Gesellschaft übertragbar sind, ist zentraler Bestandteil dieser Arbeit.
Die Schwierigkeiten der Theoriediskussion lassen sich hierbei zum großen Teil auf den inneren Aufbau der Systemtheorie von Niklas Luhmann zurückzuführen. Vor allem anderen ist diese Theorie durch eine sehr hohe Eigenkomplexität gekennzeichnet, die sich einerseits in einer großen Anzahl von Begriffen ausdrückt, die man beherrschen können muss, will man sich im Spiel ihrer Unterscheidungen bewegen. Jeder Schlüsselbegriff in Luhmanns Theorie kann nur unter Bezugnahme auf andere Begriffe definiert werden.1 Daher soll vorangehen zunächst die theoretische Grundlage der Systemtheorie erläutert werden, bevor der die eigentliche Bezugnahme auf die Form Person hergestellt wird.
1.0 Einleitung
Aufgrund der Komplexität des Themas wurde der Text weniger linear-deduktiv aufgebaut, als vielmehr "gestrickt", weshalb es zu einigen Vor- und Rückgriffen wie Wiederholungen kommt. Luhmann, Niklas (*1927 - + 1998), Rechts- und Sozialwissenschaftler, wichtigster Vertreter der soziologischen Systemtheorie. Niklas Luhmann wurde am 8. Dezember 1927 in Lüneburg geboren. Nach dem Studium der Rechtswissenschaft an der Universität Freiburg im Breisgau studierte Luhmann 1960/61 Verwaltungswissenschaften und Soziologie an der Harvard University. Ab 1962 arbeitete er für das Forschungsinstitut der Hochschule für Verwaltungswissenschaften in Speyer, ab 1965 an der Soziologie-Forschungsstelle in Dortmund. 1966 trat er eine Stelle als Privatdozent (PD) an der Universität Münster an. Seit 1968 wirkt er als Professor für Soziologie an der Universität Bielefeld.
Ausgehend von der biologischen Systemtheorie trieb Luhmann seit den siebziger Jahren entscheidend die Entwicklung der sozialwissenschaftlichen Systemtheorie voran. Soziale Systeme werden dabei als selbstreferentielle operativ geschlossene Systeme betrachtet. Sie sind durch Kommunikation miteinander verbunden und nicht durch Handlung, wie in den meisten anderen soziologischen Theorien. Soziale Wirklichkeit wird als eine universale theoretische Konstruktion betrachtet, bestehend aus einer Vielfalt von sozial integrierten, logischen Systemen. So erscheint beispielsweise Kausalität bei Luhmann als ein Medium zunächst lose gekoppelter Möglichkeiten, das erst durch die feste Koppelung bestimmter Ursachen und bestimmter Formen entsteht, also durch die Bildung relationaler Formen. Kausalität erweist sich somit als soziales Konstrukt. Das Luhmannsche Theoriengebäude wird von Kritikern heftig angegriffen, da darin Gesellschaft einseitig funktionalistisch gesehen werde und die soziale Wirklichkeit sich auf rationale Aspekte reduziere.2
Systemtheorie ist nicht nur ein Begriff, den Soziologen gebrauchen oder gar aus dem Bereich der Soziologie stammt. Ursprünglich wurde der Begriff des Systems, aber auch der Systemtheorie, überwiegend in dem naturwissenschaftlichen Forschungsbereich angewandt. Zwar benutzten auch einige Philosophen, wie Hegel zum Beispiel, den Begriff der Systemtheorie, jedoch hatte die Definition des Systembegriffs, mit der heutigen Systemtheorie nur gemein, dass der Begriff eine allgemeine Gesamtheit anspricht, deren Elemente oder Individuen, in einer bestimmten Relation zueinander in einem Bezug stehen. Erst später wurde der Begriff Systemtheorie in der Soziologie aufgegriffen und verwandt. Einer der wohl am meist bekanntesten soziologischen Systemtheoretikern, ist Talcott Parson, er entwickelte die erste strukturell funktionale Systemtheorie3. Hierdurch wurde die Systemtheorie äußerst populär, aber auch von Kritiken überflutet. Niklas Luhmann, einer der bekanntesten Soziologen der Gegenwart, versucht seit den 60er Jahren eine in sich eigenständige Systemtheorie zu entwickeln. Luhmann nahm die Kritik an Parsons Systemtheorie auf und versuchte mit seinen eigenen Verbesserungen die bemängelten Stellen zu korrigieren. So entstand seine funktional strukturelle Systemtheorie, an der er bis zu seinem Tod arbeitete.
1.1 Begriffdefinition
[...]
1 Vgl.: C. Baraldi; G. Corsi; E. Esposito: GLU, Glossar zu N. Luhmanns Theorie sozialer Systeme; Suhrkamp Frankfurt a.M. 1999
2"Luhmann, Niklas", Microsoft Encarta 99 Enzyklopädie.1993-1998 Microsoft Corporation.
3 Talcott Parson (1902-1979) amerikanischer Systemtheoretiker
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