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Details

Kategorie: Hauptseminararbeit
Jahr: 2003
Seiten: 21
Note: 1,3
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 728 KB
Archivnummer: V27778
ISBN (E-Book): 978-3-638-29734-9
Anmerkungen :
Hat der Monetarismus versagt? Ist ein solches Pauschalurteil möglich ohne einen Blick auf das monetaristische Gesamtsystem zu werfen? Das erste Teilziel dieser Arbeit ist es, den Begriff „Monetarismus“ aufzubrechen und den Blick auf die Thesen und Grundaussagen zu richten, die monetaristisches Denken definieren. Anhand dieser Erkenntnisse werden des weiteren Implikationen für die Wirtschafts- und Geldpolitik abgeleitet, wie sie die Monetaristen propagieren.

Textauszug (computergeneriert)

Monetarismus

von: Markus Fellner

 


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung: Die monetaristische Revolution 3

2 Grundlegende monetaristische Thesen  3

2.1 Quantitätstheorie  3
2.2 Der Transmissionsprozess  4
2.3 Die Stabilität des Privatsektors  6
2.4 Trennung von aggregativen und allokativen Kräften 7

3 Implikationen für monetaristisch ausgerichtete Wirtschaftspolitik  8

3.1 Zielgrößen und Zielkontrolle der Geldpolitik  8
3.2 Monetaristische Wirtschaftspolitik  10

4 Monetarismus im wirtschaftspolitischen Kontext  11

4.1 Aufstieg und Fall des Monetarismus 11
4.2 Die geldpolitische Strategie der Europäischen Zentralbank  13

5 Fazit 15

Anhang 16

Literaturverzeichnis  20


 

 

1 Einleitung: Die monetaristische Revolution

Mitte der sechziger Jahre hatte eine neue Bewegung ihren Anfang, welche die bis dahin weit akzeptierten Ansichten untergrub. Die Thesen und Aussagen der Wissenschaftler, allen voran Milton Friedman, die heute gemeinhin zu den „Monetaristen“ gezählt werden, bewegten in der Folgezeit Ökonomen, Politiker und die Öffentlichkeit gleichermaßen.

Heute scheint es, als fänden monetäre Aspekte nur noch geringe Beachtung. Versuche, die monetaristische Weltanschauung zu implementieren, waren unter Ronald Reagan und Margaret Thatcher von zweifelhaftem Erfolg und ließen das öffentliche und politische Interesse verebben. Hat der Monetarismus versagt? Ist ein solches Pauschalurteil möglich ohne einen Blick auf das monetaristische Gesamtsystem zu werfen? Das erste Teilziel dieser Arbeit ist es, den Begriff „Monetarismus“ aufzubrechen und den Blick auf die Thesen und Grundaussagen zu richten, die monetaristisches Denken definieren. Dabei ist auch die ökonomische Schule, die von John Maynard Keynes geprägt wurde, von enormer Bedeutung. Monetaristische Argumente kann man erst im Kontrast zu den keynesianischen Anschauungen voll erfassen, da sie darauf abzielen eben diese zu unterhöhlen und zu wiederlegen. Anhand dieser Erkenntnisse werden des weiteren Implikationen für die Wirtschafts- und Geldpolitik abgeleitet, wie sie die Monetaristen propagieren. Diese Propositionen werden schließlich in einen historischen und aktuellen Kontext gebracht und evaluiert.

2 Grundlegende monetaristische Thesen

2.1 Quantitätstheorie

Das grundsätzlichste Prinzip monetaristischer Denkweise ist die Annahme, dass Änderungen des Geldmengenwachstums eine zentrale Rolle bei der Erklärung ökonomischer Aktivität spielen. Dieser Einfluss der Geldmenge auf das Einkommen und die Preise steht in direkter Verbindung zur Quantitätstheorie des Geldes. Dieser Ansatz, der maßgeblich auf den amerikanischen Ökonomen Irving Fisher zurückgeht und in der Formel MV = PY1 konkretisiert wurde, ist eine der ältesten Thesen der Wirtschaftswissenschaft. Betrachtet man V als konstant, lässt sich eine Stabilisierung des Preisniveaus folglich leicht dadurch realisieren, dass man die Geldmenge so steuert, dass ihre Wachstumsrate der des Realeinkommens entspricht. Diese aus der Quantitätstheorie abgeleitete Regel stieß vor allem ihrer Einfachheit wegen schon Ende der sechziger Jahre auf öffentliches Interesse, hat aber in der Wissenschaft eine Vielzahl kritischer Diskussionen ausgelöst.2 „A very important aspect of the quantity theory-Keynesian dispute involves the speed of adaption of the economy.“3 Des weiteren ist die Konstanz der Umlaufgeschwindigkeit durchaus umstritten und zeigt in empirischen Untersuchung starke Schwankungen. Keynes begründete auf dieser Variabilität seine Kritik der Quantitätstheorie: „[D]ie Umlaufgeschwindigkeit [ist] ein Irrlicht. Sie könne sich, in Reaktion auf Änderungen entweder der Geldmenge oder des Einkommens, in die eine oder die andere Richtung bewegen. Die Geldmenge [ist] daher von geringer Bedeutung.“4 Eine Analyse der monetaristischen Sichtweise des Transmissionsmechanismus, also der Effekte monetärer Impulse auf den realen Sektor, zeigt die Zusammenhänge der Quantitätstheorie mit der monetaristischen Lehre.

2.2 Der Transmissionsprozess

Die Quantitätstheorie unterstellt einen Zusammenhang zwischen Geldmenge und Preisniveau, ohne den Prozess der Beeinflussung darzulegen. Diese Lücke schließt die Transmissionshypothese. Friedman unterscheidet zwischen nominaler und realer Geldmenge. „Während Friedman [...] die nominale Geldmenge als eine exogene Größe betrachtet, die durch die Notenbankpolitik bestimmt ist, versteht er die reale Geldmenge als eine endogene Größe, die aus dem Wirtschaftsprozess heraus zu erklären ist.“5 Wird die nominale Geldmenge von der Notenbank erhöht, befinden sich die Wirtschaftssubjekte nicht mehr im monetären Gleichgewicht, denn die tatsächliche Kassenhaltung ist gestiegen und liegt über der gewünschten und als optimal erachteten Vermögensstruktur. „If the public finds itself with excess balances it will reduce them by increasing expenditures, presumably on both goods and bonds.“6 Vorausgesetzt die Geldnachfrage ist stabil, steigt die Nachfrage nach Gütern oder Vermögenswerten und somit das Produktionsniveau sowie das reale Volkseinkommen. Das Ansteigen der Geldmenge führt kurzfristig zu einer Erhöhung des Outputs.

[...]


1 Hier: Einkommensform, mit M=nominale Geldmenge, V=Umlaufgeschwindigkeit, P=Preisniveau, Y=Realeinkommen

2 Nach: Schneider, Erich; Automatismen oder Ermessenserscheinungen in der Geldpolitik, in: Der neue Monetarismus, hrsg. v. Kalmbach, Peter; München: 1973, S. 179-195, hier S. 180f.

3 Mayer, Thomas; The Structure of Monetarism; in: Kredit und Kapital, Jg. 8, Berlin: 1975, S. 191-215 und S. 292-313, hier S. 195.

4 Friedman, Milton; Die Gegenrevolution in der Geldtheorie; in: Der neue Monetarismus, hrsg. v. Kalmbach, Peter; München: 1973, S. 47-67, hier S. 53.

5 Issing, Otmar; Einführung in die Geldtheorie; München: 1998, S.147.

6 Mayer; a.a.O., S. 197.

Kommentare

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