Scholary Paper (Seminar), 2001, 17 Pages
Author: lic. phil. I Markus Fuchs
Subject: History - Early and Ancient History
Details
Tags: Augustusforum
Year: 2001
Pages: 17
Grade: 1.2
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-30803-8
File size: 197 KB
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Excerpt (computer-generated)
Das Augustusforum
von: Markus Fuchs
1. EINLEITUNG 2 -
2. HAUPTTEIL - 4 -
2.1 SYMBOLE DES HERRSCHERS - 4 -
2.2 GESCHICHTLICHER HINTERGRUND ZUM AUGUSTUSFORUM - 6 -
2.3 LAGE UND ÄUSSERES DES FORUM AUGUSTUM - 7 -
2.4 TEMPEL DES MARS ULTOR - 9 -
2.5 INTERPRETATION DES GIEBELFELDES - 10 -
2.6 SÄULENGANG - 12 -
2.7 NUTZUNG DES FORUMS - 13 -
3. FAZIT - 14 -
4. BIBLIOGRAPHIE - 16 -
1. Einleitung
Als Julius Caesar ermordet wurde, trat sein Adoptivsohn Oktavian das politische Erbe an. Caesar konnte nebst seiner militärischen Macht auch die Gunst der Bürger auf seine Seite ziehen. Dies erreichte er in Rom unter anderem durch seine Spenden und grossen Bauvorhaben, die seit 54 v. Chr. im Gange waren. 1 Seinen Plan einer vollkommenen Neugestaltung der Stadt Rom, konnte der Diktator nicht mehr verwirklichen, er wurde vorher ermordet. Seit dem Jahre 36 versuchte Oktavian mit seinen Anhängern die Bauten seines Rivalen Antonius und dessen Freunde zu übertreffen. Besonders tätig war Oktavians Schwiegersohn M. Agrippa, der ein bedeutendes neues Wassersystem zustande brachte. Auch Oktavian blieb nicht untätig, er baute auf dem Palatin einen neuen Apollontempel, liess die Porticus Octavia auf dem Marsfeld errichten und restaurierte den Iupiter-Feretrius-Tempel auf dem Capitol, um nur einige seiner Bauten zu nennen. Nach dem Tod des Antonius‘ liess er seiner Bauwut ungezügelten Lauf und verwirklichte ein riesiges Mausoleum, die Ara Pacis mit einer ausgeklügelten Sonnenuhr, renovierte unzählige Tempel und baute schliesslich auch das Forum Augustum.2 Sueton (Aug. 28, 3) meinte angesichts der immensen Baupolitik Augustus‘, dieser habe das imperiale Rom von einer Backsteinstadt in eine Marmorstadt verändert.3 Eine solche Aussage kann nach archäologischen Erkenntnissen nicht voll unterstützt werden, denn es gab schon vor Augustus‘ Zeit Marmorbauten in Rom. Allerdings wurde der Baustoff niemals in denselben Dimensionen verwendet, wie dies Augustus tat. Für seine Bauten musste deshalb zuerst die Infrastruktur und das Know-how der Marmorverarbeitung importiert und verbreitet werden.4
Baupolitik war stets eng mit der Darstellung der eigenen Macht und der Sorge um das Volk verbunden. Augustus benutzte sie indes auch, um mit einfacher Symbolik seine Erhabenheit anzudeuten. Er verstand es dabei, geschickt eine Balance zwischen Selbstdarstellung und Zurückhaltung zu finden. Diesen Balanceakt vollzog der Prinzeps auch bei dem Bau seines eigenen Forums. Anstatt sich überrissen in allmächtiger Haltung darzustellen, versuchte er vielmehr seine wichtige Rolle in der gesamten römischen Geschichte zu verdeutlichen, sozusagen seine unumstössliche Legitimation darzulegen. In meiner Arbeit gehe ich darauf ein, wie Augustus seine Macht und Ehre im Gebäudekomplex des Augustusforums zur Geltung kommen lässt. Zuerst schneide ich kurz die machtpolitische Situation und Verbreitung von neuer Symbolen nach Augustus‘ Sieg über Antonius an. In einem weiteren Schritt möchte ich den Zusammenhang zwischen dem Forum und dem Partherkonflikt aufzeigen. Danach stelle ich den Ba u an sich vor und gehe näher auf die einzelnen Elemente des Komplexes ein. Dabei sind vor allem der Mars-Ultor-Tempel sowie die flankierenden Portiken mit den Exedren gemeint. Um die symbolische Bedeutung des gesamten Forums erkennen zu können, versuche ich die einzelnen bildlichen Darstellungen innerhalb des Baus zu interpretieren. Zu guter Letzt erwähne ich noch kurz die Nutzung des Forums in augusteischer Zeit. Ich stützte mich bei meiner Arbeit auf Augustus‘ Res Gestae ab. Des Weiteren benutzte ich für die bildliche Interpretation besonders Paul Zankers Werke. Um von der archäologischen Seite einen Einblick zu erhalten, befasste ich mich ausserdem mit Joachim Ganzerts umfassenden Untersuchungen des Mars-Ultor-Tempels. Das ereignishistorische Fundament bezog ich vor allem aus Dietmar Kienasts „Augustus. Prinzeps und Monarch“.
2. Hauptteil
2.1 Symbole des Herrschers
Nach seinem Sieg gegen Antonius im Jahre 29 v. Chr. war Oktavian der alleinige Herrscher im römischen Reich. Sein Triumph in Rom war gross, aber Oktavian wusste, dass er ihn mit Vorsicht zelebrieren musste. Antonius war zumindest ein ihm relativ nahestehender Römer und diese Begebenheit liess es nicht zu, die Schlacht von Actium direkt bildhaft darzustellen. Immerhin waren einige der gefallenen Feinde Römer gewesen. Deshalb benutzte Oktavian als politische Bildersprache neue Symbole, welche zwar einen Bezug zur Schlacht hatten, aber nicht allzu unmittelbar. Es waren wenige Symbole, dafür einfache, eindeutige. Eine besondere Verbreitung fanden Schiffsteile, Schiffe, Seewesen, Delphine, Muscheln oder die Victoria auf der Weltkugel, die Siegesgöttin von Actium. Die Symbole wurden auf Münzen geprägt, in Ornamenten verwendet oder sogar an Privatbauten angebracht.5 Nach dem Sieg konnte sich Oktavian dem inneren Frieden zuwenden. Er musste sich nicht mehr den Herausforderungen von einzelnen starken Herrschern stellen, wie er sie zuletzt in Antonius fand. Deshalb versuchte er nun seine Alleinherrschaft auf inneren Frieden zu bauen. Nebst Spielen und Spenden versuchte Oktavian sich vermehrt im sakralen Bereich zu profilieren und erweckte den Eindruck von machtpolitischer Selbstverständlichkeit, die es ihm erlauben würde sich auf die Religion zu konzentrieren. Im Jahre 28 v. Chr. liess der Prinzeps 82 Tempel restaurieren. 6 Einerseits sollte dies das Stadtbild Roms verschönern und brachte Arbeit in die Stadt, andererseits betonte Oktavian damit seine Sorge um die Religion, die Pietas.7
[...]
1 Kienast, Dietmar: Augustus. Prinzeps und Monarch. 3., durchges. und erw. Aufl. Darmstadt: 1999. S. 13.
2 Kienast, D: S. 408 – 416.
3 Sueton: Leben der Caesaren – De vita Caesarum. Hg. v. André Lambert. München: 1972. S. 72.
4 Ganzert, Joachim: Der Mars-Ultor-Tempel auf dem Augustusforum in Rom. Mainz am Rhein: 1996. S. 283f.
5 Zanker, Paul: Augustus und die Macht der Bilder. München: 1987. S. 88/89.
6 Augustus: Meine Taten. Res Gestae Divi Augusti. hg. v. Ekkehard Weber. München: 1970. (20) S. 29.
7 Kienast, D: S. 82.
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