Details

Veranstaltung: Sozialstrukturvergleich
Institution/Hochschule: Technische Universität Chemnitz
Kategorie: Hauptseminararbeit
Jahr: 2003
Seiten: 26
Note: 1,7
Literaturverzeichnis: ~ 22  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 186 KB
Archivnummer: V30732
ISBN (E-Book): 978-3-638-31928-7

Textauszug (computergeneriert)

TU Chemnitz
Institut für Soziologie
Seminar: Sozialstrukturvergleich USA - Japan - BRD

Kulturelle Pluralisierung

von: Jacqueline Ahnert

 


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung 3

2. Die Kultur in Japan 5

2.1 Geschichtliche Entwicklung 5
2.2 Neuere Entwicklungen in Japan 6
2.3 Populärkultur in Japan 8

3. Die Kultur der USA 10

3.1 Geschichtliche Entwicklung 11
3.2 Neuere Entwicklungen in den Vereinigten Staaten 12

4. Die Kultur in Deutschland 13

4.1 Geschichtliche Entwicklung 13
4.2 Neuere Entwicklungen in Deutschland  15

5. Die Auswirkungen der kulturellen Pluralisierung 17

5.1 Die Folgen kultureller Pluralisierung 19
5.2 Der Umgang mit kultureller Pluralisierung 20

6. Fazit 21

7. Literaturverzeichnis 23




 

1. Einleitung

„Kulturelle Vielfalt und Dynamik finden sich in allen menschlichen Gesellschaften. Kulturelle Homogenität im Sinne fugenloser, konfliktfreier Übereinstimmung kultureller Werte hat es nie und nirgendwo gegeben. Keine Kultur entstand aus sich selbst heraus in einem luftleeren Raum. Alle Kulturen haben sich vielmehr in einer langen Geschichte kulturellen Austausches grenz- und volksübergreifend gebildet. In diesem Sinne waren und sind alle Gesellschaften multikulturell.“ (www.fes.de). Professor Dr. Obernhöfer zufolge hat es multikulturelle Gesellschaften schon immer gegeben, da sich jede Kultur einer Gesellschaft auf die einer anderen reflexiv bezogen hat. Jede Gesellschaft übernahm Teile der Kultur einer anderen oder modifizierte diese so, damit sie in die eigenen kulturellen Traditionen eingebunden werden können. Als Beispiel kann die römische Kultur angeführt werden. In der Antike stand Griechenland als klassisches Vorbild einer Hochkultur. Das römische Reich übernahm den Baustil, Formen der Literatur, des Theaters und des Sports, sowie die griechische Mythologie, wobei ausschließlich die Namen der Götter nach dem Planetensystem umbenannt wurden. Der Begriff der Kultur ist sehr weitreichend, daher soll dieser im Folgenden kurz definiert werden. Das Brockhaus Lexikon liefert folgende Begriffsdefinition: „Kultur [lat.]: Gesamtheit der materiellen, künstler. und geistigen Werte, die von der Menschheit im Prozeß ihrer gesellschaftl.-hist. Arbeitspraxis geschaffen wurden u. die zu ihrer Höher-Entw. Dienen. Die geistige (Wiss.) u. künstler. Kultur (Kunst) hat die materielle Kultur (Produktionsmittel, Wohnung, Kleidung usw.) zur Voraussetzung u. Grundlage;“ (Brockhaus 1953, S. ) Unter dem Begriff der kulturellen Pluralisierung versteht man kulturelle Vielfalt. Es ist jedem Individuum möglich, nach den Werte und Traditionen gemäß der von ihnen angenommenen Kultur zu leben. So ist es möglich, dass viele Länder nicht von einer einzigen Kultur geprägt sind, sondern viele verschieden nebeneinander existieren. Dies ist gesetzlich verankert in den Verfassungen der Nationalstaaten und den Menschenrechten der Vereinten Nationen: „Alle Völker haben das Recht auf Selbstbestimmung. Kraft dieses Rechts entscheiden sie frei über ihren politischen Status und gestalten ihre wirtschaftliche, soziale und kulturelle Entwicklung.“ (Menschenrechte 1999, S. 60).

Kulturelle Pluralisierung entstand im Laufe der Jahrhunderte durch zunehmende funktionale und soziale Differenzierung. Diese Entwicklung soll anhand von drei Gesellschaftstypen mit unterschiedlichem Grad sozialer Differenzierung verdeutlicht werden. Primitive Gesellschaften sind gekennzeichnet durch Stabilität. Die kulturelle und soziale Identität der einzelnen Individuen ist sehr stark von der gemeinsamen Kultur geprägt, diese lässt kaum Spielraum um eine alternative Persönlichkeit auszubilden. In der zeitlich darauffolgenden Hochkultur wird die Gesellschaft sozial und kulturell in Führer und Geführte unterteilt. Die Kultur wird vereinheitlicht und von der Oberschicht, den Führern, ausgehend entsteht eine Kultur, der sich die Geführten, die Bevölkerung, unterordnen müssen. Die anschließenden modernen Gesellschaften sind gekennzeichnet durch kulturelle Freiheit. Die Entwicklung der Individualität ist nicht mehr so stark, wie in den vorangehenden Gesellschaftsformen, an gesellschaftliche Funktionen gebunden. Es ist jedem Individuum selbst überlassen, welche Religion er praktiziert, welchen kulturellen und sozialen Aktivitäten er in seiner Freizeit nachgeht. (www.infosoc.uni-koeln.de). Die Bedeutung kultureller Freiheit wurde bereits sehr früh erkannt. Der griechische Staatsmann Perikles (493 v. Chr. - 429 v. Chr.) verglich die politische Kultur Athens mit der Spartas. Kennzeichnend für Athens Kultur war eine auf Freiheit ausgerichtete Erziehung. Es wurde gelehrt, dass Forschung in Kunst und Wissenschaft frei und ungebunden sind. Demnach wurde der Persönlichkeitsentwicklung des Einzelnen kaum Schranken gesetzt, zumindest bezüglich der freien Bürger, zu denen Frauen, Sklaven und Tagelöhner nicht gehörten. Die daraus resultierende hohe Lebenszufriedenheit äußerte sich unter anderem darin, dass das herrschende politische Regime weitgehend freiwillig unterstützt wurde. Im Gegensatz dazu steht die Kultur Spartas, die von Gehorsam und Befehlen geprägt war. Dieser autoritäre Führungsstil äußert sich in der Lebenszufriedenheit der Bevölkerung und dem ansteigenden Unmut des Einzelnen. In Sparta wurde die Partizipation am Regime diktiert, politische Revolten waren folglich nicht selten. (Greiffenhagen 1997, S. 167). Aus dieser Analyse von Perikles geht hervor, dass die Möglichkeit zur kultureller Vielfalt und freien Entwicklung der Individualität stark mit der Lebenszufriedenheit, und freiwilliger politischer Partizipation zusammenhängt. Das Anliegen dieser Hausarbeit ist es zu erklären, wie sich die Kultur Japans, der USA und Deutschlands entwickelt hat und auf welchem Stand sie heute, der Zeit kultureller Pluralisierung, ist. Es soll ebenfalls gezeigt werden, welchen Einfluss die kulturelle Pluralisierung auf diese Länder hat und welche Folgen sich daraus ergeben.

2. Die Kultur Japans

Japan gilt als ein Land voller Widersprüche und Gegensätze. Deutlich wird dies besonders geographisch und kulturell. Unbewohnte Berggebiete, zersplitterte Küsten, Großstädte mit immensen Wolkenkratzern und hoher Bevölkerungsdichte prägen das Bild Japans ebenso wie der Kontrast zwischen kultureller Tradition und Moderne. Touristen in Japan werden den kulturellen Dualismus sicherlich befremdlich empfinden. Eine Mischung aus östlicher Tradition und westlicher Moderne offenbart sich ihnen - Kimonos und Kleidung von Chanel, modernste Elektrotechnik und Teezeremonien, Wolkenkratzer und buddhistische Tempel, Zen und amerikanische Kinos, Feng-Shui und McDonalds.

2.1 Geschichtliche Entwicklung

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