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Heinrich Leopold Wagners Drama "Die Kindermörderin"

Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2004, 16 Pages
Author: Susanne Lifka
Subject: German Studies - Older German Literature, Mediaevistik

Details

Category: Scholarly Paper (Advanced Seminar)
Year: 2004
Pages: 16
Grade: 2
Bibliography: ~ 7  Entries
Language: German
Archive No.: V30775
ISBN (E-book): 978-3-638-31964-5

File size: 162 KB


Excerpt (computer-generated)

Heinrich Leopold Wagners Drama "Die Kindermörderin"

von: Susanne Lifka

 


Gliederung

1 Einleitung S. 2

2 Zum Autor S. 2

3 Inhaltsangabe S. 4

4 Zur Entstehungs- und Wirkungsgeschichte S. 5

5 Sprachliche Analyse des Dramas S. 7

5.1 Zur generellen Stilistik S. 7
5.2 Zur Syntax des Textes S. 9
5.3 Zur Lexik und Morphologie S. 11

6 Fazit S. 15

7 Literaturangaben


 

1 Einleitung

Im Mittelpunkt der Sturm und Drang-Poetik standen Emotionalität und Spontaneität des – vor allem lyrischen – Ausdrucks (Herders Begriff der „Urpoesie” war hier stilbildend). Bevorzugte Themen waren etwa der tragische Konflikt eines markanten Individuums mit der Gesellschaft oder dem Geschichtsverlauf sowie der Zusammenprall von Gefühl und Ehrenkodex.

Heinrich Leopold Wagner (1747-1779) zählt zu den wichtigsten Autoren des Sturm und Drang. Sein Drama Die Kindermörderin von 1776 reflektiert in besonderer Weise die gesellschaftlichen Verhältnisse und Anschauungen seiner Zeit. Ebenso transportiert es wie die Texte von Lenz deutlich auch Sozialkritik. Mit der gewählten Thematik und Intention zeigt sich Wagner als typischer Vertreter der Epoche des Sturm und Drang. Er verknüpft in seinem Drama sexuelle Verführung, verheimlichte Schwangerschaft und vollzogenen Kindsmord thematisch miteinander und arbeitet in der Aufklärung an der gesellschaftlichen Meinungsbildung mit. Im Folgenden möchten wir sein Drama näher erläutern. Zunächst folgen biographische Angaben zum Autor, eine Inhaltsangabe des Stückes sowie dessen Wirkungsgeschichte; dann gehen wir in der sprachlichen Analyse näher auf Syntax, Lexik und Morphologie des Textes ein, um dann schließlich in einem Fazit wichtige Aspekte zusammenzufassen.

2 Zum Autor

Heinrich Leopold Wagner wurde am 19. Februar 1747 als Kind eines Kaufmanns in Straßburg geboren. Nachdem er die niederen und höheren Schulen seiner Vaterstadt absolviert hatte, trat er als Student der Rechte mit dem Kreis um Johann Daniel Salzmann (Goethe, Lenz, Jung-Stilling) in Verbindung und wurde später Mitarbeiter der von Blessig und Salzmann begründeten Wochenzeitschrift Der Bürgerfreund. Die unsichere wirtschaftliche Lage seiner Familie führte Wagner in eine Hofmeisterstelle beim Präsidenten von Günderode in Saarbrücken (1773/74). Seine dortigen Dichtanfänge waren vornehmlich lyrisch und wurden zum Teil im Almanach der deutschen Musen veröffentlicht. Widmungen an die Fürstenhäuser von Nassau- Saarbrücken und Hessen-Darmstadt lassen auf die Suche nach einer sicheren Lebensanstellung schließen. Nach dem Sturz des Präsidenten von Günderode trat der Hofmeister Wagner mit solchem Eifer bei dem dortigen Fürsten für seinen Arbeitgeber ein, dass er im Mai 1774 auf höchsten Befehl das Land verlassen musste. Im Frühjahr 1775 kam er wieder nach Frankfurt und schrieb die Werther-Satire Prometheus, Deukalion und seine Recensenten, die Familienszene Der wohlthätige Unbekannte und das Schauspiel Die Reue nach der That. 1776 war Wagner wieder in Straßburg, wo er das Trauerspiel Die Kindermörderin verfasste und am 28. August das juristische Doktorexamen bestand. Zurück in Frankfurt, legte er am 21. September den Advokateneid ab und wurde Bürger der Stadt. Am 7. Oktober heiratete er eine 17 Jahre ältere Witwe, die vor ihm starb. Wagner selbst starb am 4. März 1779 in Frankfurt im Alter von 32 Jahren an Tuberkulose.1 Wagner wird als aktiver Mitläufer der Geniebewegung angesehen, in dessen Werken sich das revolutionäre Denken des Sturm und Drangs widerspiegelt.2

3 Inhaltsangabe

Die Tragödie von Wagner beschreibt, wie ein bürgerliches Mädchen durch Standesunterschiede und Intrigen des Adels zur Ermordung ihres unehelichen Kindes getrieben wird: Evchen Humbrecht, Tochter eines Straßburger Metzgers, wird zusammen mit ihrer Mutter von einem Leutnant namens Gröningseck nach einem Ball in ein Bordell geführt. Dort verabreicht Gröningseck der Mutter einen Schlaftrunk, vergewaltigt die Tochter, verspricht ihr, sie zu heiraten, und verlässt bald darauf Straßburg. Eine Intrige seines Freundes Hasenpoth verhindert die rechtzeitige Verwirklichung der Heiratspläne. Das Mädchen verlässt aus Scham ihr Elternhaus und bringt, im Schutze der Lohnwäscherin Frau Marthan, ein Kind zur Welt, tötet es jedoch aus Verzweiflung mit einer Nadel und wird am Ende, als die Intrige aufgedeckt wird und Gröningseck zurückkommt, als Kindermörderin verhaftet.

[...]


1 Vgl. http://www.schneid9.de/kindermoerderin.html und Fechner, J.: Die Kindermörderin von H.L. Wagner. 1997, S. 163 ff

2 Vgl. Boor, H. u.a.: Geschichte der deutschen Literatur. Von den Anfängen bis zur Gegenwart. 1957, S. 275 ff


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