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Empfindung und Ausdruck - Innen und Außen Metaphorik bei Ludwig Wittgenstein

Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2004, 21 Pages
Author: Peter Faulstich
Subject: Philosophy - Philosophy of the Present

Details

Event: Wittgensteins "Philosophische Untersuchungen" - Privatsprachenargument §§ 243-315
Institution/College: LMU Munich (Philosophie)
Tags: Empfindung, Ausdruck, Innen, Außen, Metaphorik, Ludwig, Wittgenstein, Wittgensteins, Philosophische, Untersuchungen, Privatsprachenargument
Category: Scholarly Paper (Advanced Seminar)
Year: 2004
Pages: 21
Grade: sehr gut
Bibliography: ~ 8  Entries
Language: German
Archive No.: V30897
ISBN (E-book): 978-3-638-32062-7

File size: 218 KB
Notes :
Wittgenstein befasste sich bis wenige Tage vor seinem Tod nahezu fieberhaft mit der Frage "Was ist die Seele?". Seine zuletzt entstandenen Bemerkungen von 1949-1951 sind in "Letzte Schriften" zusammengefasst. Diese und der zweite Teil der PU erweitern das Thema dieser Arbeit, die ausgehend vom Privatsprachenargument sich dem Inneren aus der Perspektive der ersten Person, aber auch der dritten Person, nach der Konzeption Wittgensteins nähert. Viel Spaß beim Lesen!



Excerpt (computer-generated)

Ludwig-Maximilians-Universität München 
SS 2004 
HF Philosophie
Hauptseminar: Philosophische Untersuchungen §§ 243 – 315

Empfindung und Ausdruck – Innen und Außen Metaphorik
bei Ludwig Wittgenstein

von

Peter Faulstich

6. Semester

I. Einleitung

II. Methode und Gegenstand

III. Ausdruck des Inneren

IV. Was ist das Innere?

V. Schlussteil

 


„Wenn Miene, Gebärde und Umstände eindeutig sind, dann scheint das Innere das Äußere zu sein; erst wenn wir das Äußere nicht lesen können, scheint ein Inneres hinter ihm versteckt.“ 
(Wittgenstein, MS 173)

Um der Aufgabenstellung dieser Hauptseminararbeit gerecht werden zu können, gilt es zunächst einmal das Themengebiet „Empfindung und Ausdruck – Innen und Außen Metaphorik“ einzugrenzen, da Ludwig Wittgenstein in seiner Spätphilosophie zu dieser Thematik eine Menge an Manuskripten hinterlassen hat. Der Fokus der Primärtexte Wittgensteins, die in dieser Arbeit verwendet werden, wird auf dem ersten Teil der Philosophischen Untersuchungen (PU) liegen, insbesondere den Paragraphen §§ 304-315, zudem werden weitere Textstellen aus dem zweiten Teil der Philosophischen Untersuchungen (PU II), sowie aus den so genannten Letzten Schriften über die Philosophie der Psychologie (LS II), heran gezogen, die zusammengenommen ein etwas vollständigeres Bild der Thematik liefern sollen, als die genannten Bemerkungen in den Philosophischen Untersuchungen für sich betrachtet. Bei meiner Darstellung der Herangehensweise und Methodik Wittgensteins an philosophische Fragestellungen, wird zudem, neben den PU, das so genannte „Big Typescript“ verwendet. Dabei soll nicht unerwähnt bleiben, dass es zahlreiche weitere Manuskripte und Typoskripte von Wittgenstein zu diesem Themengebiet gibt. Von einem Anspruch auf Vollständigkeit kann also mit dieser Arbeit kaum die Rede sein.

I. Einleitung

Die Paragraphen §§ 243-315 der Philosophischen Untersuchungen sind unter dem Begriff des „Privatsprachenarguments“ bekannt, einer Bezeichnung, die Wittgenstein nicht gegeben hat, sondern die aus der Rezeption seiner darin enthaltenen Bemerkungen entstanden ist. Mit „privat“ ist hier nicht eine Sprache gemeint, die vielleicht ein Robinson Crusoe allein auf einer einsamen Insel erlernen könnte, sondern die Wörter dieser privaten Sprache sollen sich auf das beziehen, wovon nur der Sprechende wissen kann, also innere Zustände wie z.B. Empfindungen. Wittgenstein plädiert dafür, dass es eine solche privatime Sprache nicht gibt, jedenfalls funktioniere diese nicht in der Art und Weise wie wir oft geneigt sind zu glauben, dass sie funktioniert.

Das Verhältnis von Empfindung und Benehmen, also zwischen dem „Innen“ und dem „Außen“, spielt vor allem in den letzten Paragraphen (304-315) des Privatsprachenarguments in den Philosophischen Untersuchungen eine Rolle. Beginnen möchte ich mit kurzen Erläuterungen zu Wittgensteins Methode und Verständnis von philosophischen Problemen sowie dem wichtigen „Gegenstand“ des Privatsprachenarguments, nämlich dem inneren Zustand. Daran anschließend die Frage, was das Innere nach Wittgenstein ist und in welchem Verhältnis es zum Äußeren steht. Nachdem der sprachphilosophische Ansatz Wittgensteins skizziert wurde, sollen kurz mögliche Einwände desselben angedeutet werden.

II. Methode und Gegenstand

Theorien, was denn die Seele oder das Innere sei, gibt es zahlreiche, von der antiken Philosophie angefangen, über Descartes bis hin zur Psychologie des 20. Jahrhunderts. Ihnen allen ist eines gemeinsam, sie beschreiben ihre Gegenstände der Untersuchung, innere Zustände, mit einer Sprache, die unabhängig von dem beschriebenen Gegenstand etwas zum Ausdruck bringen soll, nämlich was der zu untersuchende Gegenstand ist. Demzufolge steht auf der einen Seite die Sprache mit ihren Begriffen und Bezeichnungen, derer wir uns bei der Beschreibung des Objekts der Untersuchung und Formulierung einer Theorie bedienen und auf der anderen Seite steht der Gegenstand, der bezeichnet wird. Beide Seiten, Sprache und Bezeichnetes, werden so behandelt, als seien diese unabhängig voneinander, so als würde man den Gegenständen eine Namenstafel umhängen und dadurch erst eine Beziehung von Sprache und Gegenstand herstellen.

Was wäre aber, wenn wir in die zu untersuchenden Objekte durch die Sprache erst das hineinlegen, was wir eigentlich untersuchen wollen? Wie wäre es, wenn wir durch unsere Sprache „Gegenstände“ erzeugen, zu denen wir nur durch sie gelangt sind? Von welcher Art wären dann diese „Gegenstände“? Legen wir uns nicht mit einem bestimmten Blickwinkel durch die damit verbundenen Voraussetzungen bereits vor der Untersuchung fest, was schließlich heraus kommen soll?

Solche, oder so ähnliche Fragen könnten Ludwig Wittgenstein geplagt haben und ihn dazu gebracht haben, es einmal anders zu versuchen an philosophische Probleme heranzutreten. Eine bekannte Metapher, die seine Auffassung und Herangehensweise an philosophische Problemen wiedergibt, findet sich in den PU, die „Fliegenglas“ Metapher.

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