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William Shakespeare: Macbeth - Das Böse als Perversion der menschlichen Natur

Termpaper, 2004, 17 Pages
Author: Julia Korthus
Subject: English Language and Literature Studies - Literature

Details

Category: Termpaper
Year: 2004
Pages: 17
Grade: 2,7
Bibliography: ~ 11  Entries
Language: German
Archive No.: V33336
ISBN (E-book): 978-3-638-33836-3

File size: 225 KB


Excerpt (computer-generated)

Universität Mannheim
Anglistisches Seminar
Proseminar: Shakespeare: Einführung
4. Semester

William Shakespeare: Macbeth –
Das Böse als Perversion der menschlichen Natur

von: Julia Korthus

 


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung 3

2. Wichtige Lebensdaten Shakespeares 3

2.1 Ordnung und Hierarchie – Das elisabethanische Weltbild 4
2.2 Kurze Einführung in das Drama 5
2.3 Das Böse: Was genau bedeutet das? 6

3. Das Böse als Perversion der menschlichen Natur in Macbeth 7

3.1 Macbeths Scheitern 14

4. Bibliografie 17

5. Plagiatserklärung 17

 


1. Einleitung

Macbeth ist eines der meistgelesenen Dramen Shakespeares und auch eines der kürzesten. Es war die letzte der vier großen Tragödien Shakespeares, die anderen drei sind Hamlet, Othello und King Lear (vgl. Scott 1991: 2). Das Drama wurde 1606 uraufgeführt und erzählt die Geschichte vom Kriegshelden Macbeth, der von drei Hexen eines Tages prophezeit bekommt, dass er einst König von Schottland sein wird. In dieser Hausarbeit möchte ich den Einfluss des Bösen auf Macbeth und sein durch das Böse ausgelöste Scheitern untersuchen und aufzeigen, wie das Böse als Perversion der menschlichen Natur dargestellt wird. Zuerst werde ich einige Hintergrundinformationen, wie einige wichtige Lebensdaten William Shakespeares und die Erläuterung des elisabethanischen Weltbildes, geben. Des Weiteren werde ich eine kurze Einführung in das Drama Macbeth geben und den Leser mit einer Definition des "Bösen" bekannt machen.

2. Wichtige Lebensdaten Shakespeares

Über den Verlauf von Shakespeares Leben gibt es viele verschiedene Versionen und bis heute ist es aufgrund der wenigen erhaltenen Dokumente noch immer nicht gelungen, eine vollständige und aussagekräftige Biografie Shakespeares zu verfassen. Ich möchte daher nur einen kurzen tabellarischen Überblick über die wichtigsten, urkundlich bestätigten, Ereignisse in Shakespeares Leben geben:

• 26.04.1564: William Shakespeare wird in Stratford-upon-Avon getauft, daher wird sein Geburtsdatum auf den 23.04.1564 geschätzt
• 27.11.1582: Heirat William Shakespeares mit Anne Hathaway
• 26.05.1583: Taufe der ersten Tochter, Susanna
• 02.02.1585: Taufe der Zwillinge Judith und Hamnet
• Über die nun folgenden 7 Jahre in Shakespeares Leben ist so gut wie nichts bekannt – was auch immer wieder zu den wildesten Spekulationen führt
• 1592: Shakespeare ist in London als Schauspieler und Stückeschreiber bekannt
• 1593: Veröffentlichung von Venus And Adonis
• 1594: Veröffentlichung von The Rape Of Lucreece
• 1597: Shakespeare kauft das Anwesen New Place in Stratford-upon-Avon
• 1609/1610: Shakespeare kehrt nach Stratford zurück
• 1609: Veröffentlichung der Sonnets
• 23.04.1616: Shakespeare stirbt in Stratford-upon-Avon

2.1 Ordnung und Hierarchie – Das elisabethanische Weltbild

Die Menschen, die zu Shakespeares Zeiten lebten, glaubten, dass alles im Universum seinen vorbestimmten Platz hatte, und dass alles einer strengen Ordnung, dem so genannten frame of order (vgl. Suerbaum 2001: 87), und Hierarchie folgte. Auch der Aberglaube war unter den Menschen, besonders unter dem "einfachen Volk", sehr ausgeprägt. Alles, was man sich nicht erklären oder verstehen konnte, wurde übernatürlichen Phänomenen zugeschrieben (vgl. Scott 1991: 3). In dem dieser Hausarbeit zugrunde liegenden Drama Macbeth wird besonders deutlich, wie das Durcheinanderkommen des frame of order, also der kosmischen Ordnung, die Natur, und auch die menschliche Natur, beeinflusst. Die Zeitgenossen Shakespeares glaubten, dass, sobald auch nur ein Element der kosmischen Ordnung seinen Platz verließe, alles andere auch aus den Fugen geraten würde, was in Macbeth sehr deutlich beschrieben wird. Diese "Kettenreaktion" lässt sich auf eine der bedeutendsten Bildvorstellungen des elisabethanischen Weltbildes zurückführen: Die Kette des Seins. Das gesamte Universum ist in diesem Konzept der Kette des Seins in eine Art Stufenleiter aufgeteilt. Alle Wesen sind in diese Ordnung so eingebunden, dass jedes seinen eigenen Platz hat und die Einordnung jedes Wesens erfolgt durch Unter- und Überordnung (vgl. Suerbaum 2001: 89). "[…] in der irdischen Welt […] steht auf der untersten Ebene das Reich der Mineralien, deren einzige Grundeigenschaft die Existenz ist […]" (Suerbaum 2001: 89). Die nächsthöhere Stufe belegen die Wesen des Vegetable Kingdom, also die Pflanzen, die zusätzlich zur bloßen Existenz noch die Eigenschaft des Lebens zählen können (vgl. Suerbaum 2001: 89). Als nächstes kommt das Animal Kingdom, also die Tiere, welche Gefühl und Bewegung als zusätzliche Eigenschaften aufweisen können (vgl. Suerbaum 2001: 89). Der Mensch, der die nächsthöhere Ebene belegt, hat zusätzlich zu allem anderen noch die Eigenschaften des Verstandes und der Seele (vgl. Suerbaum 2001: 90). Der Makrokosmos, die nicht mit den Sinnen wahrnehmbare Welt, setzt sich zusammen aus den sieben Planeten Luna, Mercurius, Venus, Sol, Mars, Jupiter und Saturnus, von denen jeder seine eigene Sphäre besitzt und die alle jeweils von einem Engelwesen, einer himmlischen Intelligenz, gelenkt werden (vgl. Suerbaum 2001: 90). Ulrich Suerbaum beschreibt den Rest des Aufbaus der Kette des Seins wie folgt:

Jenseits des siebten Himmels wölben sich weitere Sphären: das Firmament mit den Fixsternen und den Tierkreiszeichen, das durchscheinende Cristallinum, das Primum Mobile, über das Gott die Bewegung an das ganze System weitergibt, und schließlich der äußerste Bereich, Coelum Empyraeum, in dem Gott mit den Seligen und den Engeln wohnt.
(Suerbaum 2001: 90)

Wie bereits erwähnt, wird nach dem Glauben der Menschen zu Shakespeares Zeiten die gesamte Ordnung aus den Angeln gehoben, sobald eines der Wesen seinen angestammten Platz verlässt.

2.2 Kurze Einführung in das Drama

[...]


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