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Funktionen von Filmmusik

Termpaper, 2004, 5 Pages
Author: Christoph Tautz
Subject: Musicology

Details

Institution/College: University of Siegen
Tags: Funktionen, Filmmusik
Category: Termpaper
Year: 2004
Pages: 5
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 3  Entries
Language: German
Archive No.: V33530
ISBN (E-book): 978-3-638-33979-7

File size: 179 KB


Excerpt (computer-generated)

Funktionen von Filmmusik

von: Christoph Tautz

 


Essay: Funktionen von Filmmusik

Egal ob Saturday Night Fever, Bodyguard oder Titanic, zu den erfolgreichsten Kinofilmen aller Zeiten gehören auch fast immer die meistverkauften Filmmusiken. Die Zuschauer lassen nicht nur die Kinokassen klingeln, sondern kaufen sich auch den Soundtrack zum Film, um zu Hause weiterträumen zu können. Diese Entwicklung zeigt, dass es einen großen Zusammenhang gibt zwischen dem Film und der Geschichte, die er erzählt und der dazugehörigen Filmmusik. Schon in den Anfängen des Films hatte Filmmusik eine wichtige Funktion. In der Epoche des Tonfilms wurde live während der Vorstellung Klavier- oder Orchestermusik gespielt, um wichtige Passagen in der Handlung auch auditiv untermalen zu können und um den ganzen Film etwas „aufzupeppen“. Seit der Entwicklung des Tonfilms wird die Filmmusik auf einer magnetischen Tonspur aufgezeichnet und wiedergegeben. Nach Knut Hickethier kann Filmmusik „sowohl synchron (die Musikquelle ist im Bild zu sehen) als auch asynchron (die Quelle der Musik bleibt unsichtbar) eingesetzt werden“ (Hickethier 2001, S. 98). Der Musikwissenschaftler Hans Heinrich Eggebrecht hat drei Ebenen von Funktionen der allgemeinen Musik unterschieden:

(1) „das Funktionieren aufeinanderbezogener musikalischer Strukturen,
(2) Komponisten verwenden die Musik mit einem bestimmten außermusikalischen Ziel und hegen bezüglich der Musik bestimmte Erwartungen
(3) das Funktionieren in verschiedenen Rezeptionssituationen“ (Bullerjahn 2001, S.53)

Filmmusik kann der zweiten Funktionsebene zugeschrieben werden und wird als funktionale Musik bezeichnet, „d.h. sie bezieht ihren Sinn nicht nur aus musikimmanenten Beziehungen, sondern hauptsächlich aus ihrer Funktion als einer der Gestaltungsfaktoren des Films“ (ebd., S. 59). Diese Feststellung hat auch Zofia Lissa in ihrem Buch Ästhetik der Filmmusik 1965 bereits gemacht. Bei ihren Untersuchungen stellte sie fest, dass die Dramaturgie des Filmes ausschlaggebend ist und dass die Filmmusik dazu dient, diese dramaturgischen Aufgaben zu erfüllen (vgl. ebd., S. 60f). Bei der Untersuchung von Funktionen der Filmmusik hat die Musikwissenschaftlerin Claudia Bullerjahn eine Trennung zwischen „Metafunktionen und Funktionen im engeren Sinne“ (ebd., S. 65) herausgearbeitet.

Bei den Metafunktionen unterscheidet sie zwischen rezeptionspsychologischen und ökonomischen, die generell für Film und Fernsehen gelten. Die rezeptionspsychologischen Metafunktionen hatten besonders in der Zeit des Stummfilms eine große Bedeutung. Eine der Aufgaben von Filmmusik war damals u.a. auch störende Geräusche zu überdecken, die von Projektoren, Ventilatoren oder vom Publikum kamen. Die Musik dient häufig dazu, „den Film in seiner Funktion als Unterhaltungsmedium zu unterstützen“ (ebd., S. 67). Auch in trockenen Lehrfilmen wird die musikalische Untermalung genutzt, um den langweiligen oder komplexen Inhalt etwas angenehmer erscheinen zu lassen. Des Weiteren hat Filmmusik im Kino die Funktion ein Gemeinschaftsgefühl beim Publikum zu stiften.

Zu den ökonomischen Funktionen gehört, dass das Publikum durch den Kinofilm und die Filmmusik auch gleich zum kaufen von Platten und CDs animiert wird. Zu fast jedem Kinofilm gibt es einen Soundtrack der gemeinsam mit dem Film vermarktet wird. Auch zu Fernsehfilmen und –serien gibt es immer häufiger auch passende Tonträger zu kaufen. Oft wird die Auswahl der Musik in Filmen davon abhängig gemacht, welche Zielgruppe man damit ansprechen möchte. Damals wollte man z.B. mit Elvis Presley – Filmen eher ein Rock ´n´ Roll – Publikum ansprechen und heute versucht man es mit den HipHop – Filmen in der jungen Zielgruppe. Dazu passt auch der so genannte „US – Deal“ (ebd., S. 68), den Wehmeier erwähnt. Hier werden in Filmen oder Serien, die viel Erfolg versprechen, Plätze für musikalische Künstler freigehalten, die an dieser Stelle einen Song vorstellen können.

[...]


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